mini|Verlauf von Kanal und Wanderweg mini|Logo des Römerkanal Wanderwegs Der Römerkanal-Wanderweg ist ein Wanderweg entlang der im 1. Jahrhundert n. Chr. von den Römern erbauten Eifelwasserleitung. Er verläuft von Nettersheim über Kall, Rheinbach, Brühl und Hürth nach Köln-Sülz und besitzt eine Länge von 116 km. Der Wanderweg wurde im Jahr 1988 zum hundertjährigen Bestehen des Eifelvereins eröffnet, im Jahre 2012 grundlegend modernisiert.

Beschilderung mini|hochkant|Neue Beschilderung bei Lüftelberg Bei der Modernisierung im Jahre 2012 wurde der Wanderweg mit einem zeitgemäßen Beschilderungssystem versehen. Am Wegesrand informieren rund 50 Schautafeln über örtliche Besonderheiten und den Bau der Wasserleitung. Wegzeichen ist ein stilisierter Querschnitt des überwölbten Kanals in schwarz auf weißem Grund. Ein aktueller Pocketguide oder ein aktueller archäologischer Wanderführer des Eifelvereins mit abgedruckten Kartenausschnitten, die den Verlauf des 2012 erneuerten Wanderwegs wiedergeben, sind unverzichtbare Begleiter bei Wanderungen. Zur Einkehr laden verschiedene Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe ein. Der Freundeskreis Römerkanal, in dem alle Anliegergemeinden und zuständigen Institutionen vertreten sind, bündelt die Aktivitäten zur Erhaltung und Vermarktung des Bauwerks. Er führt auch eigene Veranstaltungen durch.

Teilabschnitte und Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke Etappe 1: Von Nettersheim nach Kall-Dottel Etappe 1 Schautafeln Sehenswürdigkeiten Start: Naturzentrum EifelZiel: NettersheimWeg: 15 km Quellenfassung Grüner Pütz Aufschluss Bahndamm Leitungstrasse Urfttal Urft-Übergang Aufschluss Urft Aufschluss Dalbenden Aufschluss am Ehrenmal Wasserscheide Rhein/Maas Naturzentrum Eifel Nettersheim Eifelblick Stolzenburg

Brunnenstube „Grüner Pütz“

Die Römer erschlossen zuerst die Quellen bei Kallmuth, Urfey und Dreimühlen und erweiterten später in einer zweiten Bauphase dieses System durch einen vierten Leitungsstrang zum „Grünen Pütz“ im Urfttal in der Nähe von Nettersheim. Diese Quellfassung war der Beginn der zu Ende des 1. Jh. n. Chr. erbauten Eifelwasserleitung, auch Römerkanal genannt.

Obwohl am Grünen Pütz ein Parkplatz besteht, nimmt der Wanderweg am Naturzentrum Eifel in Nettersheim seinen Anfang, führt zum Grünen Pütz und danach entlang der Leitungstrasse im Urfttal weiter zu einem interessanten Aufschluss bei der Burg Dalbenden.

Aufschluss der Eifelwasserleitung bei der Burg Dalbenden

Am Nordhang des Urfttales nahe der Burg Dalbenden in Urft befand sich ein heute noch vollständig erhaltener Durchlass der an dieser Stelle schon in der Antike für ein kurzes Stück oberirdisch geführten Leitung. Dieser Durchlass sollte den Kanal davor bewahren, durch das Wasser eines kleinen Trockentals unterspült zu werden. Der Wanderweg führt nun an der Stolzenburg vorbei und danach weiter über Sötenich, Keldenich und Dottel. Keldenich liegt auf der Wasserscheide von Urft und Erft. In Kall passierte die Eifelwasserleitung diese Wasserscheide. Der Wanderweg führt nun an einem der Quellgebiete des Römerkanals, dem Quellgebiet Urfey, vorbei zu der kleinen, aber wegen ihres guten Erhaltungszustandes bedeutenden Aquäduktbrücke in Mechernich-Vollem.

Etappe 2: Von Kall-Dottel nach Mechernich Feyer Mühle Etappe 1 Schautafeln Sehenswürdigkeiten Start: Kall (Dottel)Ziel: Mechernich FeyermühleWeg: 16 km Kleine Aquäduktbrücke Quellfassung Klausbrunnen Sammelbecken Eiserfey Aufschluss Veybachtal Aquäduktbrücke Vussem Aufschluss Straße nach Holzheim Sinterplatte Wasserwerk Aufschluss Zubringer BAB Kanalmeisterei Quellfassung Klaus Brunnen Kallmut Aquäduktbrücke Vussem Aussicht auf Vollem und Eiserfey Sammelbecken Eiserfey

Aquäduktbrücke in Mechernich-Vollem

Kurz bevor die Leitung aus dem Quellgebiet von Urfey auf den Kallmuther und Nettersheimer Leitungsstrang traf, überquerte der Kanal über eine kleine heute noch gut erhaltene Aquäduktbrücke den antiken Kallmuther Bach. Dieses Brückenbauwerk befindet sich zwischen den Orten Urfey und Vollem und kann heute wieder besichtigt werden. Die kleine Aquäduktbrücke ist heute die Station 9 des 2012 erneuerten Wanderwegs.

Brunnenstube Klausbrunnen

In einem weiteren Quellgebiet der Eifelwasserleitung 700 m östlich von Kallmuth lässt sich wieder eine rekonstruierte Brunnenstube besichtigen, der Klausbrunnen. Er war vor der späteren Erweiterung des Kanals zum Grünen Pütz der äußerste Punkt der römischen Wasserleitung nach Köln.

Aquäduktbrücke bei Vussem

Um ein heute namenloses Seitental des Veybaches zu überqueren, wurde bei Mechernich-Vussem eine ca. 80 m lange und bis zu 10 m hohe Aquäduktbrücke errichtet. Heute ist dort eine Teilrekonstruktion mit drei von ehemals wahrscheinlich zwölf Bögen zu sehen.

Sammelbecken in Mechernich-Eiserfey

In Eiserfey kann ein rundes Sammelbecken besichtigt werden, in das neben dem Leitungsstrang von Nettersheim (Grüner Pütz), Kallmuth (Klausbrunnen) und Urfey ein zweiter Kanal vom Quellgebiet „Hausener Benden“ beim Ort Weyer herkommend einmündet. Von dem Sammelbecken aus wurde das Wasser in der Eifelwasserleitung weiter nach Köln transportiert. Der Wanderweg führt nun durch das Veybachtal weiter zur Aquäduktbrücke in Vussem.

Etappe 3: Von Mechernich Feyermühle nach Kreuzweingarten Etappe 3 Schautafeln Sehenswürdigkeiten Start: Mechernich FeyermühleZiel: Euskirchen KreuzweingartenWeg: 13 km Trassenverlauf Hombusch Grüner Winkel zu Lessenich (Mechernich) Trassenverlauf Sportplatz Aufschluss Kreuzweingarten Tempelchen HeidentempelVgl. Jürgen Kunow: Euskirchen-Kreuzweingarten: Römischer Tempel. In: Heinz Günter Horn (Hrsg.): Die Römer in Nordrhein-Westfalen. Stuttgart: Konrad Theiss Verlag, 1987. S. 427 f., „Kloster Maria Rast“ Aussicht bei Antweiler Mechernicher Walde Tempelchen bei Kreuzweingarten

Aufschlüsse bei Mechernich-Breitenbenden mini|hochkant|Römerkanal Abschnitt Breitenbenden, transloziertes Teilstück mit Revisionsschacht in Rheinbach

Am rechten Hang des Krebsbachtales findet man einen Aufschluss der Eifelwasserleitung mit Einstiegsschächten. Einstiegsschächte waren an diesem Abschnitt der Leitung besonders zahlreich, da es die Römer hier mit geologischen Problemen zu tun hatten, durch die die Leitung reparaturanfällig war. Hier befinden sich in der Nähe des Römerkanals Überreste von römischen Gebäuden.

Etappe 4: Euskirchen-Kreuzweingarten nach Rheinbach Etappe 4 Schautafeln Sehenswürdigkeiten Start: Euskirchen-KreuzweingartenZiel: RheinbachWeg: 16,5 km Trasse im Erfttal Hardtburg Pfeilerreste und Kalksinter auch „Aquäduktmarmor“ Trassenverlauf Trasse, Blick ins Vorgebirge Teilstücke in Rheinbach Römerkanalbruch in Rheinbach Römerkanl Infozentrum Hardtburg Aussicht vom Alten Burgberg Römischer Landschaftspart von Burg Flamersheim Römerkanal-Informationszentrum, Naturparkzentrum und Glasmuseum Rheinbach

Von Kreuzweingarten verläuft der Wanderweg an der Hardtburg, einer Burg aus dem 12. Jahrhundert, bei deren Bau auch Baumaterial aus der Eifelwasserleitung verwendet wurde, vorbei nach Niederkastenholz. Hier sind in der Kirche St. Laurentius neben Baumaterial sogar Kalksinterplatten verwendet worden. Außerdem findet man in Niederkastenholz im Bürgersteig römische Pfeilerstümpfe einer Wasserleitung, die aber wohl mit der Eifelwasserleitung nicht in Verbindung stand. Der Wanderweg führt weiter über Palmersheim nach Rheinbach, wo am Kreisel Aachener Straße ein Teilstück des Kanals aufgestellt ist, das in Rheinbach geborgen wurde und dessen Sohle und Wangen aus römischem Stampfbeton besteht. Ein weiteres Teilstück steht in der Pützstraße und stammt aus Mechernich-Breitenbenden. Am Wasemer Turm und am Hexenturm in Rheinbach wurde auch wieder Baumaterial aus dem Römerkanal verwendet.

Translozierte Teilstücke des Bodendenkmals mit Standortdaten in Rheinbach Station 29 (km 60,3): Pützstr., Haupteingang Postbank () Kreisel Aachener Str. () Am Getreidespeicher, ca. 100 m vor Querung Gymnasiumstr. () Marie-Curie-Str., Eingang Gründer- und Technologiezentrum () Siemensstr., Haltepunkt Römerkanal, Voreifelbahn ()

Aufschlüsse bei Euskirchen-Kreuzweingarten Der Aufschluss an der Straße „Am Römerkanal“ ist bekannt für seine mächtigen Kalksinterablagerungen. An einem weiteren Aufschluss in Kreuzweingarten können die restaurierten Grundmauern eines kleinen römischen Gebäudes besichtigt werden. Man vermutet, dass hier ein kleiner Tempel stand.

Etappe 5: Von Rheinbach nach Bornheim-Brenig Etappe 5 Schautafeln Sehenswürdigkeiten Start: Rheinbach Ziel: Bornheim (Brenig) Weg: 22 km Rheinbach Lüftelberg Buschhoven Kottenforst Blick auf das Rheintal Römerkanal-Informationszentrum, Naturparkzentrum und Glasmuseum Rheinbach Burg Lüftelberg zu Lüftelberg-Meckenheim Obstplantagen Rheinbach, Meckenheim und Bornheim

Südlich der Ortschaften Flerzheim und Lüftelberg befand sich zur Überwindung des tiefer gelegenem Swistbach-Aue eine 1400 m lange und bis 11 m hohe Aquäduktbrücke, die im Mittelalter komplett abgebrochen wurde.

An Station 35 des Wanderwegs steht ein Pfeilernachbau der Aquäduktbrücke, der sich zwar nicht am Originalstandort befindet, jedoch einen realistisch Eindruck bezüglich des Bauwerks vermittelt. Der Wanderweg wendet sich aus Richtung Westen kommend nunmehr nach Nord und führt weiter über Lüftelberg nach Buschhoven.

Hier liegt am Waldrand oberhalb des Tals der Swist Station 38 des Wanderweges. Sie zeigt einen Kanal-Aufschluss, der von den römischen Erbauern ausreichend tief ins Erdreich eingebracht werden musste. Zur Überwindung des Höhenrücken der Ville an dieser Stell beträgt deshalb das Kanal-Gefälle lediglich 0,12 %. In der Nähe dieser Station wurde 1938 ein Einstiegsschacht der Wasserleitung freigelegt, der jedoch zur Sicherung wieder mit Erdreich verfüllt wurde.

Im Kottenforst befindet sich an Station 40 ein mittelalterlicher Ausbruchgraben, der durch die Gewinnung von Baumaterial entstand.

Etappe 6: Von Bornheim-Brenig nach Brühl Etappe 6 Schautafeln Sehenswürdigkeiten Start: Bornheim (Brenig)Ziel: Brühl (Wasserturm)Weg: 15 km Baumaterial für Friedhof Hemmerich Teilstück an der Schule in Walberberg Baumaterial für Kirche in Walberberg Baumaterial für Hexenturm in Walberberg Burg Hemmerich und Schloss Rösberg Villeseenplatte (rekultiviertes Tagebaugelände) Welterbestätten Schloss Augustusburg, Schloss Falkenlust zu Brühl und Max Ernst Museum zu Brühl Phantasialand

Etappe 7: Von Brühl nach Köln Etappe 7 Schautafeln Sehenswürdigkeiten Start: Brühl (Wasserturm)Ziel: Köln-SülzWeg: 19 km Baumaterial in alter Burg Fischenich Blich auf Rheintal und Köln Teilstück Römerkanal aus dem Hürther Tal vor der Kirche Knotenpunkt Römerkanal Doppelkanal an der Realschule Absetzbecken im Grüngürtel Pfeiler Berrenrather Str. Burg Kendenich Sicht auf Kölner Dom vom Hürtherberg Heider Bergsee mit Strandbad und Erlebnisbauernhof Gertrudenhof Römisch-Germanisches Museum zu Köln

Die Wasserleitungen in Hürth und der Aufschluss in Hürth-Hermülheim

Schon in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. hatten die Römer ihre etwa 30.000 Einwohner zählende Verwaltungshauptstadt Untergermaniens aus mehreren Quellen am Rand des Vorgebirges mit Wasser versorgt. Diese liefen an der Burg Hermülheim zusammen. Den genauen Ort hat man noch nicht gefunden. Die ab Hürth-Hermülheim bestehende Sammelleitung der Quellen vom Vorgebirgshang wurde – da nicht mehr ausreichend zur Versorgung der Stadt – aufgestockt. An der Realschule in Hermülheim befindet sich eine zugängliche Ausgrabungsstelle, die die Vorgehensweise der römischen Ingenieure deutlich erkennen lässt.