mini|„Their Majesties greet chieftains of the Stoney Indian Tribe, who have brought a photo of Queen Victoria.“ mini|Stoney-Sprache Die Stoney (auch Stoney Nation, Nakoda Nation oder Stoney Nakoda Nation) sind eine First Nation in der kanadischen Provinz Alberta. Sie sind eng mit den Assiniboine (auch bekannt als Stone Sioux) verwandt und bezeichneten sich oft selbst als Iyethkabi oder Îyârhe Nakodabi (‘Rocky Mountain People’, meist falsch als ‘Stone Sioux’ wiedergegeben), daher werden sie oft mit den ebenfalls als ‘Stone Sioux’ bezeichneten Assiniboine verwechselt. Sie selbst bezeichneten sich (und waren hierfür bei benachbarten Stämmen bekannt) als Wapamakθé (Wapamathe oder Wa-p-a-muk-kthey – ‘Head Decapitators’), da sie jeden Eindringling in ihr Stammesgebiet erbittert bekämpften.
Oft bezeichneten sie sich selbst auch als Yéθkabi (Yéθka oder Iyéθka – ‘Those Without Blemish’ – ‘Diejenigen ohne Makel’).Rocky Mountain Nakoda – Who We Are
Ihr Stammesgebiet lag nördlich und westlich der Assiniboine auf den kanadischen Prärieprovinzen und in den Ausläufern der Rocky Mountains und reichte vom Süden British Columbias und dem westlichen Alberta bis ins nördliche Montana und Idaho.
Gruppen der Stoney Die Stoney sind Nachfahren einzelner Gruppen der Woodland und Plains Assiniboine (oder Nakota), die auf Grund mehrerer schwerer Epidemien gegen 1744 sich in die Rocky Mountains und Wälder im äußersten Nordwesten geflüchtet hatten. Wie viele Gruppen der Assiniboine hatten auch diese oftmals unter Plains und Woodland Cree geheiratet und sprachen Cree fließend. Zudem gehörten ihnen auch viele Métis an sowie auch einige nordwärts gewanderte Lakota und Dakota.
Einige Assiniboine in Saskatchewan und Montana bezeichnen die Stoneys daher auch als Lost Tribe der Assiniboine. Die Assiniboine nannten die nach Westen gezogenen Gruppen der Stoney Te'ha Nakota (‘Far Away Assiniboine’ – ‘Weit weg lebende Assiniboine’).Arthur J. Ray: Indians in the Fur Trade: Their Roles as Trappers, Hunters, and Middlemen in the Lands Southwest of Hudson Bay, 1660–1870, University of Toronto Press, 1998, ISBN 0-8020-7980-6.
Die Stoney unterteilten sich geographisch und kulturell in zwei Stammesgruppen () mit verschiedenen Dialekten, die wiederum in mehrere Gruppen () unterteilt waren:Raymond DeMallie, William Sturtevant: Handbook of North American Indians: Plains, ISBN 978-0-16-050400-6, S. 596–603. Wood Stoney (Chan Tonga Nakoda- Big Woods People – „Volk der großen Wälder“) – auch Swampy Ground Assiniboine („Assiniboine des Sumpflandes“) oder Grand River Assiniboine („Assiniboine entlang des/der großen Flusses/Flüsse“) – nördliche Gruppedie Bezeichnungen als Wood Stoney, Swampy Ground Assiniboine und Grand River Assiniboine spiegelt die landschaftliche Vielfalt ihres Stammesgebietes wider – das durch Wälder (Wood), Sümpfe (Swampy Ground) sowie große Flüsse (Grand River) geprägt war Alexis' band (Stoney, Métis, Woodland Cree) Paul’s band (Daneẕaa, Stoney, Woodland Cree, Irokesen) Mountain Stoney (Ye Xa Yabine Nakoda oder Hebina – Rock Mountain People – „Volk der Rocky Mountains“) – auch Strong Wood Assiniboine oder Thickwood Assiniboine („Assiniboine der dichten Wälder“) – südliche Gruppedie Bezeichnungen als Mountain Stoney, Strong Wood Assiniboine und Thickwood Assiniboine spiegelt – genauso wie bei den Wood Stoney auch – die verschiedenen Landschaften ihres Stammesgebietes wider – die Rocky Mountains (Mountain), die dichten Wälder an den Berghängen (Thickwood), die Übergangszone zwischen den Bergwäldern in die lichteren Flusstäler (Strong Wood) sowie auf den Ebenen im Osten die Plains Assiniboine, wobei hierbei diese Gruppen sich insbesondere im Verhalten gegenüber Außenstehenden (wie Händlern oder Trappern) unterschieden, besonders die Thickwood Assiniboine verließen fast nie die Wälder, auch die Mountain Stoney lebten isoliert, die Strong Wood und die Plains Assiniboine hingegen streiften weit umher Wesley's (Goodstoney's) band (lebten zwischen North Saskatdrewan und Athabasca River) (Stoney, Plains Cree, Métis, Kutenai) Chiniki's band (lebten zwischen North Saskatchewan und Bow River) (Métis, Stoney, Rocky / Mountain Cree, Secwepemc, Kutenai) Bearspaw's band (lebten zwischen dem Bow River südwärts bis nach Montana) (Stoney, Cree) Sharphead's band (Chipos Ostikwan's Nakoda, Wolf Creek Stoney oder Pigeon Lake Stoney, oft auch als Plains Assiniboine bezeichnet, streiften auf den Kootenay Plains sowie zwischen dem Red Deer River im Süden bis zum Pigeon Lake im Norden) (Stoney, Métis)
Stammesgebiete und Lebensweise Die Unterscheidung zwischen den beiden Stammesgruppen der Stoney war primär eine ökologische und geographische.William C. Sturtevant: Handbook of North American Indians Plains, 2 Parts: 13. Bernan Association, 2001, ISBN 0-16-050400-7.
Wood Stoney Die Wood Stoney bewohnten die Wald- und Seen-Regionen westlich von Edmonton, vom Little Smokey River (Osoda Wa-pta – ‘Smoky River’) im Norden, südwärts entlang der Oberläufe des Athabasca, McLeod, Pembina, Brazeau (Ožadé Tãga – ‘The Big Fork’) und North Saskatchewan Rivers im Süden und wanderten ostwärts bis zum Lac Ste. Anne (Waka Mne – ‘God's Lake’)Linda Goyette und Carolina Jakeway Roemmich: Edmonton in Our Own Words. University of Alberta Press, 2005, ISBN 0-88864-449-3. und Pigeon Lake.
Die Wood Stoney lebten vom Frühjahr bis Frühherbst vom Fischen, Fallenstellen und der Jagd auf Wasservögel, Kleinwild (Bibern, Bisamratten, Stachelschweinen) sowie auf Wild (Wapiti, Hirsche, Dickhornschafe, Schneeziegen), ergänzt durch das Sammeln von Früchten, Beeren und Wurzeln. Südöstliche Gruppen der Wood Stoney, die am Rande der Plains lebten, gingen auch der Bisonjagd auf den Plains von Alberta nach.
Mountain Stoney Die Mountain Stoney lebten in den Bergausläufern entlang der Rocky Mountains südlich von Rocky Mountain House entlang den Oberläufen des North Saskatchewan River, Clearwater, Red Deer, Ghost, Bow, Jumpingpound, Sheep, Highwood, Pekisko und bis zur Wasserscheide des Oldman River. Ihre Jagd- und Streifgebiete erstreckten sich noch weiter nach Süden und Westen in die Bergregionen entlang des Kootenay, Columbia (Čã-okiyé Wa-pta – ‘Permanent Tipi-like Structure River’) und Milk River im Südwesten British Columbias, im Norden von Idaho und bis nach Tobacco Plains (Ĩdukabi Tĩda – ‘tobacco plains’) und Chief Mountain (Hũga Baha – ‘Chief Hill’) im Norden Montanas sowie ostwärts bis zu den Cypress Hills (Wotawa Baha – ‘War Standard Hill’) im Süden Saskatchewans.
Die Sharphead's band (auch oft Plains Assiniboine genannt) streifte meist östlich der Rocky Mountains auf den Kootenay Plains sowie zwischen dem Red Deer River im Süden bis zum Pigeon Lake im Norden. Sie unterhielt durch ihre Streifzüge auf die nordwestlichen Plains besonders enge Kontakte zu den Plains Cree und Plains Assiniboine, mit denen sie oft gemeinsame Bisonjagden sowie Kriegszüge gegen feindliche Stämme unternahm.
Die Mountain Stoney jagten hingegen meist Großwild (Dickhornschafe, Hirsche, Elche, Waldbisons), ergänzten ihre Nahrungsbasis ebenfalls durch Bisamratten, Stachelschweine und Biber sowie durch das Sammeln von Früchten, Beeren und Wurzeln. Da die Mountain Stoney mehr Pferde besaßen als ihre nördlichen Verwandten waren sie mobiler und glichen sich der Lebensweise auf den Plains immer mehr an. Besonders für die südlichen Gruppen in Montana und Idaho als auch für Sharphead's band stellte die Bisonjagd bald eine der Hauptquellen für den Nahrungserwerb dar. Im Gegenzug zu benachbarten Plains-Stämmen blieb der Fisch weiterhin für die Stoney bedeutend.
Geschichte Die Stoney waren auf den Nordwestlichen Plains Verbündete der Plains Ojibwa, Plains Cree sowie der Assiniboine. Dies hatte zur Folge, dass sie Feinde der Blackfoot, der Gros Ventre, der Sarcee sowie der übrigen Sioux (Lakota, Yankton, Yanktonai und Dakota) waren. Anfang des 18. Jahrhunderts schlossen die Mountain Stoney mit den Secwepemc () und Kutenai Frieden und gliederten sie somit in das große Netzwerk der Cree-Konföderation (oder Nehiyaw-Pwat) ein.
Auf der Höhe ihrer Macht zu Beginn des 19. Jahrhunderts kontrollierten die Blackfoot und ihre Verbündeten, die Gros Ventre und Sarcee, ein Gebiet vom North Saskatchewan River bis zum Oberlauf des Missouri River im Süden. In den folgenden Jahren konnten immer mehr verbündete Stoney, Assiniboine und Plains Cree ins Territorium der Blackfoot-Konföderation vordringen, so dass sich die Piegan gezwungen sahen, in die Region des Missouri auszuweichen, die Kainai zogen sich bis zum Bow River und Belly River zurück, einzig die Siksika konnten ihre Gebiete entlang des Red Deer River verteidigen.
Die Stoney hatten ab ca. 1770 reguläre Kontakte zu den rivalisierenden Handelskompanien der Hudson’s Bay Company und North West Company, mit denen sie Pelze, Fleisch und Pemmikan gegen europäische Güter (metallene Kessel, Besteck, Gewehre, Alkohol, Kleidung) tauschten. Die Hudson’s Bay Company errichtete Fort Edmonton als Handelspunkt für die Plains Cree und benachbarte Stämme wie den Wood Stoney und der Sharphead's band der Mountain Stoney. Die North West Company hingegen errichtete für die Gruppen der Mountain Stoney eine Handelsstation in der Nähe von Rocky Mountain House. Die Stoney waren gegenüber den Weißen meist friedlich gesinnt und boten sich in den folgenden Jahren den europäischen Händlern und Entdeckungsreisenden oft als Führer und bewaffnete Eskorte zu deren Schutz an. Die ersten Weißen wirkten wegen ihrer Bärte und Schnurrbärte auf die Stoney oft mürrisch und ernst, so dass sie diese als Wasi ja – ‘die Trauernden’ oder ‘die Klagenden’ bezeichneten.Treaty 7 Tribal Council, Treaty 7. Elders, Walter Hildebrant: True Spirit and Original Intent of Treaty 7, Verlag: Mcgill Queens University Press, 1996, ISBN 0-7735-1522-4.der Begriff umschrieb auch eine Person, die einen Fluch auf sich geladen hatte, "schrecklich aussah", vollkommen mit Schmutz bedeckt und unfähig war, für sich selbst zu sorgen
Doch durch die vermehrten Handelskontakte kam es immer wieder zu schweren Epidemien. 1786 traf die Region eine erste Pockenepidemie, der vielleicht die Hälfte der Plains Cree zum Opfer fiel. 1835 brach entlang des Athabasca und Peace River eine Grippeepidemie aus, der viele Wood Stoney, Woodland Assiniboine und Woodland Cree zum Opfer fielen. 1838 folgte eine ebenso heftige Epidemie, so dass die Zahl der Plains Cree wohl um fünf Sechstel, wenn nicht mehr zurückging. Um 1780 gab es gemäß Schätzungen zwischen 6.000 und 10.000 Assiniboine, zwischen 1836 und 1839 starben rund 4.000 Stammesangehörige (zwischen der Hälfte und zwei Drittel) an den Pocken. Die Stoney zogen sich daraufhin noch tiefer in die Wälder und Berge ihres Gebietes zurück und suchten in der Abgeschiedenheit laut ihren Überlieferungen Schutz vor den Seuchen.
Da alle Stämme (auch die Blackfoot, Sarcee, Gros Ventre u. a.) von den Pocken und anderen Epidemien dezimiert worden waren, stellte sich schnell wieder ein Machtgleichgewicht her – jedoch konnten die Assiniboine niemals wieder ihre dominante Stellung erlangen.
Wie alle Plainsstämme, so waren auch die Plains Cree von der Bisonjagd abhängig, leider waren diese ab 1850 nur noch auf dem Gebiet der feindlichen Blackfoot zu finden, so dass die Cree 1870 gegen die durch die Pocken geschwächten Blackfoot Krieg führten; doch unterlagen sie bei Fort Whoop-Up (nahe Lethbridge) und verloren über 300 Krieger. Daraufhin mussten sie im darauffolgenden Jahr mit den Blackfoot Frieden schließen, um nicht verhungern zu müssen.