mini|Eine belegte Baguettescheibe als Beispiel für Appetithäppchen

Appetithäppchen (auch Appetithappen, Appetitbissen und aus dem Englischen Appetizer, Savouries und Starters) sind kleine Vorspeisen, die vor dem Essen gereicht werden, um den Appetit zu wecken.Udo Pini: Das Gourmet-Handbuch. Abschnitt „Appetizer“ (Seite 40). 4. Auflage. Tandem-Verlagsgruppe, 2004. ISBN 3-8331-1097-X. Der französische Fachbegriff lautet amuse gueule oder amuse bouche.

Häppchen (sogenanntes Fingerfood) ohne nachfolgendes Menü dienen als eigenständiger Imbiss bei Stehempfängen. Im Gegensatz zu den amuse gueule werden sie nicht direkt am Tisch serviert, sondern werden laufend den Gästen von Platten zum Verzehr angeboten.

Herstellung und Verzehrweisen In der Gastronomie existiert in Europa das Berufsbild des Hors-d’œuvrier (auch Hors d'oeuvire), der für die Vorspeisen (franz. Horsd’œuvre) und kalte Küche verantwortlich ist. Er wird vertreten durch den Gardemanger, wenn es keinen Hors-d’œuvrier gibt. Die Aufgabe der Kaltmamsell ist, Saucen und Gerichte der „kalten Küche“, darunter auch Appetithäppchen, herzustellen. Beispiele für Appetithäppchen sind belegte Baguettescheiben, kleine herzhaft gefüllte oder belegte Backwaren oder Gemüsestückchen.

Bei Stehempfängen oder einem Bankett werden gelegentlich Appetithäppchen angeboten, um die Wartezeit bis zum Beginn des Menüs zu überbrücken. Sie sind Fingerfood und werden darum auch bei formalen Anlässen ohne Essbesteck zu sich genommen. Manche Appetithäppchen sind Fleischspieße im Miniaturformat wie Satay bzw. Brochettes oder es werden Zahnstocher als Hilfsmittel für den Verzehr bereitgestellt.

Folgt auf Häppchen kein Menü, wie beispielsweise bei einer Cocktailparty oder einem Apéro, stellen sie einen eigenständigen Imbiss dar.

Appetithäppchen in verschiedenen Ländern rechts|mini|Geera Pork mit Zahnstocher statt Besteck mini|Apéro-Gebäck

In einigen Ländern Asiens, der Karibik oder Südeuropas werden Appetithäppchen abends in Bars und Kneipen zu alkoholische Getränken gegessen. Ein Beispiel dafür ist das Fleischgericht Geera Pork in Trinidad und Tobago.

Zudem existieren für Appetithäppchen spezifische Begriffe in unterschiedlichen Kulturräumen:

in der arabischen Küche Mezze in Frankreich Horsd’œuvres, Amuse-Gueules bzw. Amuse-Bouches in Griechenland Mezedes in Italien Tartine oder Stuzzichini in Russland Sakuska in der Schweiz Canapés oder „belegte Brötchen“ in Süddeutschland und Österreich Magen- oder GaumentretzerSchwäbische Zeitung: „TraumFraun“ in Häppchen erleben, 14. März 2014. bzw. -trätzerle in Spanien Tapas in Trinidad und Tobago Cutters

Begrifflichkeiten Die Abgrenzung zwischen Appetithäppchen als „Vorspeise“ und als „Imbiss“ ist nicht eindeutig. So sind beispielsweise verschiedene Mezze ein Bestandteil traditioneller arabischer und griechischer Menüs, sie werden aber in Restaurants oder als Street Food auch separat angeboten.Salma Hage: The Mezze Cookbook – Sharing Plates from the Middle East. Berlin, 2018. ISBN 978-0-7148-7685-6. Zudem ist es in der Gastronomie üblich, bei einem italienischen Menü als Vorspeise eine Auswahl verschiedener Antipasti zu reichen.Evelyn Boos: Italienische Menüs – 27000 kreative Genussmomente selbst kombiniert. München, 2012. ISBN 978-3-8174-8849-0.

Literatur und Quellen Benoît Molin: Raffiniertes im Löffel (Les meilleures cuillères). Köln, 2010. ISBN 978-3-8025-3722-6. Ceres-Kochbuchredaktion: Canapés & Appetithäppchen – Sandwiches, Canapés, Savouries. Mönchengladbach, 1995. ISBN 978-3-930882-87-8. Anja Halveland: Dr. Oetker: Kalte Platten. München, 2005. ISBN 978-3-8094-1809-2. Markus Plein: Amuse-Gueule – Die Explosion ultimativen Genusses. Melsungen, 2009. ISBN 978-3-7888-1260-7. Walter Siebert/Gottfried Stoppel: Löffel-Food auf Schwäbisch. Reutlingen, 2012. ISBN 978-3-88627-978-4.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Vorspeise Kategorie:Esskultur

en:Appetizer fr:Recettes de hors d'œuvre et d'entrées