mini|350px|Schematische Skizze der im Artikel beschriebenen Straßen und Plätze Dieser Artikel enthält eine Auswahl wichtiger Straßen und Plätze in der thüringischen Stadt Ilmenau. Insgesamt gibt es in Ilmenau etwa 170 Straßen und 5 Plätze (Marktplatz, Kirchplatz, Homburger Platz, Wetzlarer Platz und Topfmarkt) (ohne Ortsteile), wobei sich diese Zahl nicht genau festlegen lässt. Sie schwankt, je nachdem wie man eine Straße definiert. Die längste Straße Ilmenaus ist mit etwa 2.250 Metern die Bücheloher Straße (Anmerkung: die Straßenlängen wurden bei Ausfallstraßen ohne bestimmtes Ende bis zur äußeren Bebauungsgrenze gemessen) und die Straße mit dem längsten Namen ist die Johann-Friedrich-Böttger-Straße (31 Zeichen). Die Straße mit dem kürzesten Namen ist der Rasen (5 Zeichen). Bis 1990 war die Straße der deutsch-sowjetischen Freundschaft (44 Zeichen) die Straße mit dem längsten Namen. Seit 1800 fanden etwa 50 Straßenumbenennungen statt, viele aus politischen Gründen (1933, 1946 und 1990).
Von den 170 Straßen sind 66 nach Personen benannt (39 %), wobei 62 nach Männern, 4 nach Frauen (Clara-Zetkin-Straße, Corona-Schröter-Straße, Neue Marienstraße und Sophienstraße) und 24 nach Personen mit Bezug zu Ilmenau benannt sind.
Straßen Ausfallstraßen mini|Festhalle nahe der Schleusinger Allee Schleusinger Allee (Länge: 750 Meter bis zur Sportlerklause): Die Schleusinger Allee entstand 1836, als der Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach die Chausseen im Amt Ilmenau ausbauen ließ. Sie beginnt am Homburger Platz und führt westwärts aus der Stadt. Benannt ist die Allee nach der Stadt Schleusingen in Südthüringen, die über sie zu erreichen ist. Bis zum Jahr 2004 hieß die Schleusinger Allee Schleusinger Straße. Sie wurde damals umbenannt, da es im Ilmenauer Ortsteil Manebach ebenfalls eine Schleusinger Straße gibt und man Verwechslungen vermeiden wollte. Direkt neben der Schleusinger Allee verläuft die Ilm. Wichtige Bauwerke an der Allee sind das Hotel Tanne und die Ilmenauer Festhalle. Auf der Schleusinger Allee verlief die B 4 von Ilmenau nach Coburg (seit 2011 Landesstraße 3004).
Erfurter Straße (Länge: 900 Meter bis zur Total-Tankstelle): Die Erfurter Straße wurde 1805 angelegt. Damals hieß sie Marienstraße bzw. im östlichen Teil Nordstraße. Sie beginnt an der Polizei bzw. der Einmündung der Amtsstraße und führt in nordwestlicher Richtung aus der Stadt. Benannt war die Straße zunächst nach der Weimarer Herzogin Maria Pawlowna, die ihren Bau finanzierte. Heute ist sie nach Thüringens Landeshauptstadt Erfurt benannt, die über sie zu erreichen ist. Die Erfurter Straße hat eine besondere Bedeutung für den Verkehr, da sie die Stadt mit der A 71-Abfahrt Ilmenau-West verbindet. In ihrem ersten Abschnitt stehen zu beiden Seiten Wohnhäuser und auf der rechten Seite der Ilmenauer Friedhof, im „äußeren“ Abschnitt gibt es zwei Tankstellen, ein Möbelhaus und ein Gewerbegebiet. Auf der Erfurter Straße verliefen die B 4 und die B 88, die 2011 zur L 3004 abgestuft wurden.
mini|Ilmenauer Polizeiwache in der Unterpörlitzer Straße Unterpörlitzer Straße (Länge: 1.250 Meter): Die Unterpörlitzer Straße wurde Ende des 19. Jahrhunderts bebaut. Sie beginnt an der Polizei bzw. der Einmündung der Amtsstraße und führt in nordöstlicher Richtung aus der Stadt. Benannt wurde die Straße nach dem Dorf Unterpörlitz, welches sie mit Ilmenau verbindet. Am Beginn der Unterpörlitzer Straße befinden sich die Ilmenauer Polizei und das Thüringische Landeseichamt und im weiteren Verlauf die katholische Kirche Ilmenaus, St. Josef, und die Feuerwache. In der Mitte ihres Verlaufes gibt es einen Kreisverkehr, in dem sich die Bücheloher Straße abzweigt. Die Unterpörlitzer Straße verlässt nun das unmittelbare Stadtgebiet und führt weiter, vorbei an einem Sportplatz und der Jäcklein-Brauerei, in das Plattenbaugebiet „Pörlitzer Höhe“, wo sie endet. Auf ihr verliefen die B 4 und die B 88 im westlichen Teil, die B 87 im mittleren und die L 2272 im östlichen Teil, alle sind jedoch bis 2012 abgestuft worden, sodass heute auf der Unterpörlitzer Straße die L3004 und L3087 im westlichen und mittleren Teil verlaufen, der östliche Teil wurde zur Gemeindestraße abgestuft.
Bücheloher Straße (Länge: 2.250 Meter bis Ortsausgang): Die Bücheloher Straße wurde 1973 erbaut. Sie beginnt am Kreisverkehr in der Unterpörlitzer Straße und führt in östlicher Richtung aus der Stadt. Benannt ist sie nach dem Nachbardorf Ilmenaus, in das sie führt: Bücheloh. Sie wurde gebaut, um die Erreichbarkeit des neuen Industriegebiets am Vogelherd zu verbessern und die parallel südlich verlaufende Weimarer Straße zu entlasten. An der Bücheloher Straße gibt es ein Wohnhaus, sie führt großteils durch offenes Gelände und Gewerbegebiete. Sie überquert mit zwei Brücken die Gleisanlagen des ehemaligen Ilmenauer Güterbahnhofs und führt anschließend in das Wohngebiet Eichicht, bevor sie die Stadt verlässt. Auf der Bücheloher Straße verläuft die L3087 (bis 2013: B 87) von Ilmenau nach Stadtilm und weiter als B 87 nach Weimar. Sie führt außerdem zur A71-Abfahrt Ilmenau-Ost.
mini|Neues Technikum (1926) in der Weimarer Straße Weimarer Straße (Länge: 1.250 Meter): Die Weimarer Straße wurde 1829 befestigt. Sie beginnt am Marktplatz und führt dann schnurgerade in östlicher Richtung aus der Stadt. Benannt wurde sie nach der Stadt Weimar, die über sie von Ilmenau aus erreicht werden konnte. Im ersten Abschnitt gab es früher ein Stadttor, das sogenannte Jüdentor oder Stadtilmer Tor. Bis ins 19. Jahrhundert hinein hieß die Straße Jüdengasse, dann bis in die 1930er-Jahre Bergstraße und seitdem Weimarer Straße. Markante Gebäude in der Weimarer Straße sind das Einkaufszentrum Goethepassage am Markt, das Gebäude des Carl-August-Schachtes, das alte (1895) und das neue (1926) Technikum als Keimzelle der heutigen Universität und der städtische Schlachthof. 1973 wurde die Weimarer Straße verkehrstechnisch von der Bücheloher Straße abgelöst, auf die auch die B 87 (seit 2013: L 3087) verlegt wurde. Seitdem endet die Straße am Schlachthof vor der Eisenbahnstrecke Erfurt–Ilmenau. Früher war sie östlich dieser Bahnstrecke eine Pappelallee, die zu einem „Wahrzeichen“ Ilmenaus wurde. Heute ist noch ein kurzes Stück dieser Pappelallee im hinteren Teil der Bücheloher Straße sichtbar. Die Häuser in der Weimarer Straße entstanden in der Zeit zwischen dem 14. Jahrhundert (Anfang) und den 1930er-Jahren (Ende).
Langewiesener Straße (Länge: 1.250 Meter): Die Langewiesener Straße wurde 1825 angelegt. Sie beginnt an der Bahnhofskreuzung und führt in östlicher Richtung aus der Stadt. Benannt wurde sie nach der Nachbarstadt, in die sie führt: Langewiesen. Die Langewiesener Straße verläuft parallel zur Ilm und zur ehemaligen Bahnstrecke nach Langewiesen. In der Straße befinden sich auch der Bahnhof und der größte Bahnübergang der Stadt, wo die Rennsteigbahn sowie die stillgelegte Bahnstrecke Ilmenau–Großbreitenbach kreuzen. Die Architektur in der Straße ist von der Zeit der Industrialisierung geprägt, Wohnhäuser stehen mit alten Fabrikgebäuden gemischt. Die Langewiesener Straße stellt auch die wichtigste Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und dem Campus der Uni dar. Die Straße war bis 2013 Teil der B 88 Ilmenau–Rudolstadt und ist heute als L 1140 gewidmet.
mini|Geschäftshaus in der Oehrenstöcker Straße Oehrenstöcker Straße (Länge: 620 Meter): Die Oehrenstöcker Straße stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie beginnt am Mühltor und führt in südöstlicher Richtung aus der Stadt. Sie endet am Krankenhaus. Benannt wurde die Straße nach dem Nachbardorf Oehrenstock. Die Oehrenstöcker Straße führt zunächst in südlicher Richtung aus der Stadt, kreuzt den Stadtring an der Bärenkreuzung und führt dann über die Ilm und den Bahnübergang mit der Rennsteigbahn hinauf zum Krankenhaus Ilmenaus. Dort geht sie in die Johann-Friedrich-Böttger-Straße über, die anschließend das Wohngebiet „Stollen“ durchquert und dann als Oehrenstöcker Landstraße in den Nachbarort führt.
mini|Eine Villa in der Waldstraße Waldstraße (Länge: 700 Meter bis Ortsausgang): Die Waldstraße wurde 1817 befestigt, folgt aber einer Handelsroute, die bereits seit dem 13. Jahrhundert bestand. Sie beginnt an der „Tanne“, dem Standpunkt des Hotel Tanne und führt in südwestlicher Richtung aus der Stadt. Die Straße ist von prunkvollen Jugendstilvillen geprägt. Sie führt durch das „Kurviertel“, ein gehobenes Stadtviertel, das von Villen aus der Zeit geprägt ist, als Ilmenau Luftkurort war. Die Straße führt zunächst über die Ilm (Tannenbrücke) und die Rennsteigbahn (Bahnübergang), bevor sie sich zwischen Altem Kurpark und Lessingpark den Berg hinaufschlängelt. Die Waldstraße folgt ab Ortsausgang dem Gabelbachtal. An der Waldstraße befinden sich der Haltepunkt Ilmenau-Bad der Rennsteigbahn, der Ritzebühl (ein Teich) sowie die Wintersportanlagen der Stadt. Die Waldstraße ist als K 56 (früher: L 1137, zukünftig: Gemeindestraße) gekennzeichnet und führt hinauf zum Kickelhahn, nach Neustadt am Rennsteig und nach Frauenwald.
Ringstraßen Einen offiziell so bezeichneten Stadtring gibt es in Ilmenau nicht, jedoch werden alle Durchgangsverkehrsströme in Form eines gespiegelten C um die Altstadt herumgeführt. Dieses „C“ wird unter anderem aus den folgenden drei Straßen gebildet:
mini|Goetheschule (1896) in der Karl-Liebknecht-Straße Karl-Liebknecht-Straße (Länge: etwa 600 Meter): Die Karl-Liebknecht-Straße führt südlich an der Ilmenauer Altstadt vorbei. Angelegt wurde sie um 1895 mit dem Namen Bismarckstraße. Ihren heutigen Namen trägt sie seit 1946 nach dem deutschen Politiker Karl Liebknecht. Die Karl-Liebknecht-Straße ist eine typische Hauptstraße der deutschen Kaiserzeit: sie ist im Verhältnis zu anderen Ilmenauer Straßen sehr breit und beidseitig mit großen Mietshäusern bebaut. Außerdem stehen auf den Gehwegen zu beiden Seiten etwa seit 100 Jahren Linden. Die repräsentative Gestaltung der Straße ist darauf zurückzuführen, dass sie zwischen 1895 und 1904 die Funktion hatte, die am Bahnhof angereisten Kurgäste in das Kurviertel im Südwesten der Stadt zu geleiten. Sie verbindet den Homburger Platz im Westen mit dem Bahnhof im Osten. Wichtige Gebäude in der Straße sind das Goethe-Gymnasium, die ehemalige Glasinstrumentenfabrik „Alt, Eberhardt & Jäger“ (heute Einkaufszentrum) und das einzige Parkhaus Ilmenaus. Auf der Karl-Liebknecht-Straße verläuft die L3004 (früher: B 4). An der Bahnhofskreuzung geht sie in die Friedrich-Ebert-Straße über.
mini|Der Ilmenauer Bahnhof an der Friedrich-Ebert-Straße Friedrich-Ebert-Straße (Länge etwa 550 Meter): Die Friedrich-Ebert-Straße verbindet den Bahnhof im Süden mit dem Technikum (Universitätsgebäude) im Norden. Sie lässt sich dabei in zwei Abschnitte gliedern: den südlichen Teil zwischen Bahnhofskreuzung und Busbahnhofskreuzung und den nördlichen Teil zwischen Busbahnhofskreuzung und Technikumskreuzung. Der südliche Teil verläuft parallel zu Bahnhof und Busbahnhof, ist nicht bebaut und neueren Ursprungs. Er entstand, als man 1997/1998 aus einzelnen Straßenstücken eine Ringstraße formte. Der nördliche Teil entstand bereits um 1900 als Friedrichstraße und wurde 1946 in Friedrich-Ebert-Straße (nach dem deutschen Politiker Friedrich Ebert) umbenannt. Er hatte allerdings bis 1997 keine verkehrliche Bedeutung und ist daher nicht mit dem heutigen Zustand vergleichbar. Auf der Friedrich-Ebert-Straße verläuft die L3004 (früher: B 4 und B 88). Sie geht im Süden in die Karl-Liebknecht-Straße und im Norden in die Friesenstraße über. Ein markantes Gebäude ist die etwas östlich gelegene ehemalige Porzellanfabrik „Arno Fischer“, die zu einem Wohnhaus umgebaut wurde.