mini|hochkant|Bauernhaus in Furth

Furth (, fränkisch: FoadE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 18. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: fǫɘd.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Schwanstetten im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Furth liegt in der Gemarkung Leerstetten.

Lage Das Dorf liegt in einer Rodungsinsel am Hembach. Eine Anliegerstraße führt nach Schwand zur Kreisstraße RH 1 (2,5 km östlich).

Geschichte Die Gründung von Furth wie auch seiner Nachbarorte wird im 12. Jahrhundert vermutet. 1340 wurde der Ort als „Furte“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname nimmt Bezug auf eine ehemalige Furt durch den angrenzenden Hembach.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 18 f. Furth wurde auch in einer Stiftungsurkunde des eichstättischen Bischofs Raban von 1372 erwähnt. 1420 kam der Ort zur Niederen Gerichtsbarkeit von Schwand und später unter dem Einfluss der Markgrafen von Ansbach.

Das Köhlerhandwerk wird seit vielen Jahrhunderten in Furth ausgeübt.Chronik von Furth in Köhlerfreunde.de Im Dreißigjährigen Krieg findet Furth keine besondere Erwähnung. Es ist daher anzunehmen, dass der Ort ebenfalls niedergebrannt oder aufgegeben war, da die älteste in situ erhaltene Bausubstanz von 1797 bis 1801 datiert.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Furth aus zehn Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Schwand aus. Grundherren waren Brandenburg-Ansbach (Richteramt Schwand: 2 Halbhöfe, 1 Köblergut, 1 Zapfenwirtschaft; die Kirche Leerstetten: 1 Halbhof; das Spital Schwabach: 1 Halbhof mit Zapfenwirtschaft), die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt: 2 Halbhöfe; Spitalamt Heilig Geist: 1 Halbhof) und die Patrizier von Holzschuher (1 Halbhof).F. Eigler: Schwabach, S. 390.

Von 1797 bis 1808 unterstand Furth dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Furth dem Steuerdistrikt Leerstetten und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Leerstetten zugeordnet.F. Eigler: Schwabach, S. 476f.

Im Zweiten Weltkrieg fiel am 8. März 1943 eine Sprengbombe auf Furth, welche die Straße nach Schwand traf, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten. Zwei gefangene russische Offiziere wurden bei Kriegsende, als sie im Wald bei Furth lagerten, von Tieffliegern erschossen und dort nahe der Brücke nach Schwand beerdigt. In und nach dem Krieg kam es zu etlichen Einquartierungen.Pfarrer Pleschs Kriegstagebuch im Museum Schwanstetten

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern, wurde Furth am 1. Mai 1978 nach Schwanstetten eingemeindet.

Der Ort ist auch heute noch größtenteils land- und forstwirtschaftlich orientiert. Die Köhlerei wird, nach Protesten neu zugezogener Bürger, nur noch im musealen Umfang zwei bis sechsmal jährlich betrieben.

Baudenkmäler Es gibt in Furth sechs Baudenkmäler: Haus Nr. 1 und 6: Wohnstallhäuser Haus Nr. 5 und 8: Bauernhäuser Haus Nr. 2: dazugehörige Scheune Haus Nr. 12a: ehemaliges Austragshaus

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2006Einwohner 69 67 80 64 69 50 51 77 61 53 61 90HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 15 15 14 14 12 11 11 17 Quelle

Religion Furth ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Peter und Paul (Leerstetten) gepfarrt. Die Katholiken sind nach Heilig Kreuz (Plöckendorf) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Schwanstetten) Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1340 Kategorie:Ort am Hembach (Rednitz)