Die Handball-Bundesliga Frauen (HBF), offizielle Sponsorenbezeichnung seit 2025 Alsco Handball Bundesliga Frauen (Alsco HBF), ist die höchste deutsche Spielklasse im Frauen-Handball.
Der Spielmodus wurde in der Geschichte der Bundesliga mehrfach geändert. Seit der Saison 2024/25 treten 12 Vereine in einem Ligasystem an, bei dem jeder Verein je ein Hin- und Rückspiel gegen jeden anderen Verein bestreitet. Nach der Hin- und Rückrunde wird die Meisterschaft in Playoffs entschieden.
Erfolgreichster Verein der Bundesliga ist Bayer Leverkusen, gefolgt vom TV Lützellinden.
Geschichte Der Titel des Deutschen Meisters im Hallenhandball der Frauen wird seit 1957/58 vergeben. Die Bundesliga wurde 1975 als höchste Spielklasse eingeführt. In den ersten zehn Jahren wurde die Liga in zwei Staffeln (Nord und Süd) gespielt und der Deutsche Meister im Play-off, an dem die beiden Erstplatzierten jeder Staffel teilnahmen, ermittelt. Seit 1985 gibt es die „eingleisige“ Bundesliga. Einziger Verein, der alle bisherigen 50 Spielzeiten in der Bundesliga spielte, ist Bayer 04 Leverkusen, das mit insgesamt acht Bundesliga-Meisterschaften der Rekordtitelträger ist. Auch die beiden ersten Meisterschaften in der eingleisigen Bundesliga gingen nach Leverkusen. Die erfolgreichsten Vereine seit Einführung der eingleisigen Bundesliga sind der TV Lützellinden mit sieben und TuS Walle Bremen mit fünf Meisterschaften; von den zwischen 1988 und 1997 vergebenen Meistertiteln gingen alle zehn entweder nach Bremen oder nach Lützellinden, das 2001 und 2002 noch zwei Mal triumphierte. Nach dem Rückzug der Bremerinnen aus der Bundesliga im Jahre 1998 prägten die Duelle zwischen dem TV Lützellinden und dem HC Leipzig das Geschehen an der Tabellenspitze der Liga; zwischen 1998 und 2002 hieß der Meister entweder Lützellinden oder Leipzig. Es folgten zwei Debütanten als Meister: DJK/MJC Trier und der FHC Frankfurt/Oder. 2004 folgte das Aus für einen weiteren Topklub: Dem TV Lützellinden wurde die Bundesliga-Lizenz entzogen. Ein Jahr später stellten die Gießener Vorstädter den Spielbetrieb ein.
Soziales Engagement Der Frauenhandball hat die permanente Aktion von „Handball hilft“ für die Deutsche Krebshilfe gestartet. Nach Angaben der Organisation kamen allein 2008/09 über 30.000 Euro Spenden aus führenden Handballvereinen zusammen, hinzu kommen Veranstaltungen mittlerer und kleiner Vereine in den Bundesländern. Die Benefizaktion 2010 unterstützten alle Frauenbundesligisten sowie 17 Erstligisten und 19 Zweitligisten.
Unterbau 1985 wurde die 2. Bundesliga eingeführt, die zunächst in zwei Staffeln (Nord und Süd) bzw. in den Jahren 1991–1994 in drei Staffeln (Nord, Mitte, Süd) ausgetragen wurde. Seit der Saison 2011/12 wird die 2. Bundesliga in einer Staffel mit 16 Mannschaften ausgetragen. Darunter folgt die viergleisige 3. Liga.
Modus In der Hauptrunde spielen die Mannschaften im Modus Jeder gegen Jeden mit je einem Heim- und Auswärtsspiel. In der Saison 2025/26 folgen auf die Hauptrunde die zweigeteilten Play-offs. Die Teams der Plätze 1–4 spielen im Best-of-three-Modus in Halbfinale und Finale die Meisterschaft aus. Im Halbfinale spielt Platz 1 gegen 4 und 2 gegen 3. Die höher platzierten Mannschaften haben Heimrecht im ersten und im möglichen dritten Spiel ihrer Serie. Der Sieger des ersten Halbfinals hat in der Finalserie Heimrecht. Der Sieger des Finales ist Deutscher Meister und erhält einen Startplatz in der EHF Champions League, der Finalverlierer einen in der EHF European League. Zudem sind die beiden Erstplatzierten der Hauptrunde für die European League qualifiziert. Die Halbfinalverlierer spielen ein Spiel um Platz 3.
Die Teams der Plätze 5–12 (in der Saison 2025/26 durch die Insolvenz von HB Ludwigsburg die Plätze 5–11) spielen die weiteren Platzierungen aus. Jede Mannschaft spielt einmal gegen jede andere dieser Play-off-Runde. Die Punkte aus diesen Spielen werden mit Pluspunkten anhand der Hauptrundenplatzierung addiert: Platz 5 startet mit sieben Pluspunkten, jeder weitere Platz mit einem Punkt weniger. Der Play-off-Fünfte ist für das Viertelfinale des DHB-Pokals der Folgesaison qualifiziert. Der Play-off-Elfte geht in die Relegation gegen den Zweitplatzierten der 2. Bundesliga um den Klassenerhalt. Die erstplatzierte Mannschaft der 2. Bundesliga steigt direkt auf.
Die Bundesliga-Meister Verein Titel Jahre Bayer Leverkusen 8 1978/79, 1979/80, 1981/82, 1982/83, 1983/84, 1984/85, 1985/86, 1986/87 Thüringer HC 7 2010/11, 2011/12, 2012/13, 2013/14, 2014/15, 2015/16, 2017/18 TV Lützellinden 7 1987/88, 1988/89, 1989/90, 1992/93, 1996/97, 1999/2000, 2000/01 HC Leipzig 6 1997/98, 1998/99, 2001/02, 2005/06, 2008/09, 2009/10 TuS Walle Bremen 5 1990/91, 1991/92, 1993/94, 1994/95, 1995/96 SG BBM Bietigheim 5 2016/17, 2018/19, 2021/22, 2022/23, 2023/24 1. FC Nürnberg 3 2004/05, 2006/07, 2007/08 TuS Eintracht Minden 2 1975/76, 1977/78 FHC Frankfurt/Oder 1 2003/04 DJK/MJC Trier 1 2002/03 PSV Grünweiß Frankfurt 1 1980/81 TSV GutsMuths Berlin 1 1976/77 Borussia Dortmund 1 2020/21 HB Ludwigsburg 1 2024/25 HSG Blomberg-Lippe 1 2025/26
Saisonbilanzen Erläuterung: Der DHB-Pokal wurde erstmals 1974/75 ausgespielt, also ein Jahr vor Einführung der Bundesliga. Der erste Sieger, TSV GutsMuths Berlin, und der unterlegene Finalist, der TSV Rot-Weiß Auerbach, sind daher nicht in der Liste aufgeführt. Die erste Spielerin des Saison wurde Anfang 1979 für das zurückliegende Jahr 1978 gewählt. Die Spielerin des Jahres wird demnach Anfang des folgenden Jahres bekannt gegeben. Seit der Saison 2015/2016 wird in der Bundesliga die Auszeichnung Spielerin der Saison verliehen. Jahr Meister Vizemeister DHB-Pokalsieger Finalist Spielerin des Jahres / Spielerin der Saison 1975/76 TuS Eintracht Minden Bayer Leverkusen TSV GutsMuths Berlin Bayer Leverkusen – 1976/77 TSV GutsMuths Berlin TSV Rot-Weiß Auerbach TuS Eintracht Minden TSV Rot-Weiß Auerbach – 1977/78 TuS Eintracht Minden Bayer Leverkusen TuS Eintracht Minden TuS Metzingen Veronika Maaß 1978/79 Bayer Leverkusen TuS Eintracht Minden TSV GutsMuths Berlin Bayer Leverkusen Sigrid Berndt 1979/80 Bayer Leverkusen TSV GutsMuths Berlin Bayer Leverkusen TuS Metzingen Anni Placht 1980/81 PSV Grünweiß Frankfurt TSV GutsMuths Berlin VfL Oldenburg Holstein Kiel Renate Schulzki 1981/82 Bayer Leverkusen VfL Engelskirchen Bayer Leverkusen SSC Südwest 1947 Dagmar Stelberg 1982/83 Bayer Leverkusen VfL Oldenburg Bayer Leverkusen VfL Sindelfingen Dagmar Stelberg 1983/84 Bayer Leverkusen TV Lützellinden Bayer Leverkusen VfL Sindelfingen Britta Vattes 1984/85 Bayer Leverkusen TV Lützellinden Bayer Leverkusen VfL Engelskirchen Astrid Hühn 1985/86 Bayer Leverkusen VfL Engelskirchen VfL Engelskirchen Bayer Leverkusen Dagmar Stelberg 1986/87 Bayer Leverkusen TV Lützellinden Bayer Leverkusen TV Lützellinden Dagmar Stelberg 1987/88 TV Lützellinden Bayer Leverkusen VfL Engelskirchen Bayer Leverkusen Elena Leonte 1988/89 TV Lützellinden Bayer Leverkusen TV Lützellinden VfL Oldenburg Astrid Seiffert 1989/90 TV Lützellinden Bayer Leverkusen TV Lützellinden Buxtehuder SV Astrid Seiffert 1990/91 TuS Walle Bremen TV Lützellinden Bayer Leverkusen TV Lützellinden Elena Leonte 1991/92 TuS Walle Bremen TV Lützellinden TV Lützellinden TuS Walle Bremen Elena Leonte 1992/93 TV Lützellinden TuS Walle Bremen TuS Walle Bremen TV Lützellinden Bianca Urbanke 1993/94 TuS Walle Bremen TV Lützellinden TuS Walle Bremen Borussia Dortmund Bianca Urbanke 1994/95 TuS Walle Bremen TV Lützellinden TuS Walle Bremen TV Lützellinden Michaela Erler 1995/96 TuS Walle Bremen VfB Leipzig VfB Leipzig Buxtehuder SV Michaela Erler 1996/97 TV Lützellinden VfB Leipzig Borussia Dortmund VfB Leipzig Franziska Heinz 1997/98 VfB Leipzig TV Lützellinden TV Lützellinden Borussia Dortmund Silvia Schmitt 1998/99 VfB Leipzig Borussia Dortmund TV Lützellinden SG Minden/Minderheide Grit Jurack 1999/2000 TV Lützellinden HC Leipzig HC Leipzig TV Mainzlar Grit Jurack 2000/01 TV Lützellinden HC Leipzig TV Mainzlar Bayer Leverkusen Grit Jurack 2001/02 HC Leipzig TV Lützellinden Bayer Leverkusen VfL Oldenburg Anika Ziercke 2002/03 DJK/MJC Trier Buxtehuder SV FHC Frankfurt/Oder DJK/MJC Trier Kathrin Blacha 2003/04 FHC Frankfurt/Oder 1. FC Nürnberg 1. FC Nürnberg FHC Frankfurt/Oder Kathrin Blacha 2004/05 1. FC Nürnberg DJK/MJC Trier 1. FC Nürnberg Bayer Leverkusen Nadine Krause 2005/06 HC Leipzig Bayer Leverkusen HC Leipzig 1. FC Nürnberg Nadine Krause 2006/07 1. FC Nürnberg Bayer Leverkusen HC Leipzig Buxtehuder SV Grit Jurack 2007/08 1. FC Nürnberg HC Leipzig (SC) HC Leipzig (SC) 1. FC Nürnberg Grit Jurack 2008/09 HC Leipzig Bayer Leverkusen VfL Oldenburg (SC) 1. FC Nürnberg Clara Woltering 2009/10 HC Leipzig Bayer Leverkusen Bayer Leverkusen HSG Blomberg-Lippe Clara Woltering 2010/11 Thüringer HC Buxtehuder SV Thüringer HC Buxtehuder SV Franziska Mietzner 2011/12 Thüringer HC Buxtehuder SV VfL Oldenburg Bayer Leverkusen Katja Schülke 2012/13 Thüringer HC HC Leipzig Thüringer HC HC Leipzig Susann Müller 2013/14 Thüringer HC HC Leipzig HC Leipzig HSG Blomberg-Lippe Katja Schülke 2014/15 Thüringer HC (SC) Buxtehuder SV Buxtehuder SV VfL Oldenburg Anna Loerper 2015/16 Thüringer HC (SC) TuS Metzingen HC Leipzig Borussia Dortmund Anna Loerper 2016/17 SG BBM Bietigheim (SC) Thüringer HC Buxtehuder SV TuS Metzingen Michaela Hrbková 2017/18 Thüringer HC (SC) SG BBM Bietigheim VfL Oldenburg SG BBM Bietigheim Iveta Luzomová 2018/19 SG BBM Bietigheim Thüringer HC Thüringer HC SG BBM Bietigheim Iveta Luzomová 2019/20 Saisonabbruch aufgrund der COVID-19-Pandemie vom 24. April 2020, abgerufen am 29. Juli 2020 Wettbewerbsabbruch aufgrund der COVID-19-Pandemiewww.handball-world.news: Handball Bundesliga Frauen sagt Pokalendrunde OLYMP Final4 ab vom 20. Juli 2020, abgerufen am 29. Juli 2020 Keine Verleihung aufgrund der COVID-19-Pandemie 2020/21 Borussia Dortmund SG BBM Bietigheim SG BBM Bietigheim HL Buchholz 08-Rosengarten Nele Franz 2021/22 SG BBM Bietigheim Borussia Dortmund SG BBM Bietigheim VfL Oldenburg Alina Grijseels 2022/23 SG BBM Bietigheim Thüringer HC SG BBM Bietigheim HSG Bensheim/Auerbach Annika Lott 2023/24 SG BBM Bietigheim HSG Bensheim/Auerbach TuS Metzingen SG BBM Bietigheim Xenia Smits 2024/25 HB Ludwigsburg HSG Blomberg-Lippe HB Ludwigsburg HSG Blomberg-Lippe Johanna Reichert 2025/26 HSG Blomberg-Lippe Borussia Dortmund Borussia Dortmund HSG Bensheim/Auerbach Nieke Kühne (SC): Sieger des DHB-Supercup
Die Double-Gewinner Folgende Vereine haben in einer Saison sowohl die deutsche Meisterschaft als auch den DHB-Pokal gewonnen: Bayer Leverkusen – 1979/80, 1981/82, 1982/83, 1983/84, 1984/85, 1986/87 TV Lützellinden – 1988/89, 1989/90 TuS Walle Bremen – 1993/94, 1994/95 Thüringer HC – 2010/11, 2012/13 SG BBM Bietigheim – 2021/22, 2022/23 TuS Eintracht Minden – 1977/78 1. FC Nürnberg – 2004/05 HC Leipzig – 2005/06 HB Ludwigsburg – 2024/25
Die Ewige Tabelle
Regionalmeister vor Einführung der Bundesliga Die deutsche Meisterschaft im Hallenhandball der Frauen wird seit 1957/58 ausgespielt. Bis Ende der 60er Jahre wurden zunächst die Meister auf Kreisebene ermittelt. Die Kreismeister spielten um den Titel des Landesmeisters, der dann mit den anderen Landesmeistern ein Turnier um die Regionalmeisterschaft bestritt. Die Regionalmeister schließlich ermittelten den Deutschen Meister. Bis 1964 nahm zusätzlich der Vizemeister des ausrichtenden Verbandes an der Endrunde teil. Zur Saison 1975/76 wurde die zweigleisige 1. Bundesliga eingeführt.