Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. 200px|Logo Institutsform Verein Gegründet 21. Februar 1946Institutssitz Kiel, Schleswig-HolsteinSchlüsselpersonen Arne Kleinhans, Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, Vorstandsvorsitzender Dietmar Walberg, GeschäftsführerMitglieder über 460 (Einzelmitglieder und Institutionen)BrancheBau- und Wohnberatung, Soziale Wohnraumförderung, Angewandte Bauforschung, Qualitätssicherung am Bau, Fort- und Weiterbildung von Fachkräften, Architekten und IngenieurenGeschäftsbereiche Bau- und Wohnberatung Soziale Wohnraumförderung des Landes Schleswig-Holstein Bauforschung Qualitätssicherung Luftdichtheitsprüfung Integrierte Planung Energetische Zertifizierung Bauwirtschaftliche Zertifizierung Fort- und Weiterbildung Verlag und VeröffentlichungenVeröffentlichungs-richtlinienzur jährlichen MitgliederversammlungWebseite www.arge-sh.de
Die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (ARGE//eV) ist Wohnungsbauinstitut des Landes Schleswig-Holstein für die Soziale Wohnraumförderung, seit 1950 von der Bundesregierung anerkannte Bauforschungseinrichtung der Bundesrepublik Deutschlandz. B.: Der Bundesminister für Wirtschaft (Bericht der Bundesregierung): Betr. Verbesserung der Verhältnisse in der Bauwirtschaft; Beschluß des Deutschen Bundestages vom 27. November 1958 - Drucksache 495, Umdruck 189; Drucksache 1211, Bonn, 29. Juni 1959 und Kompetenznetzwerk des Bauwesens. Darüber hinaus ist die ARGE//eV als Institut für angewandte Bauforschung, Qualitätsüberprüfung und Bau- und Wohnberatung mit Schwerpunkt in Schleswig-Holstein, Hamburg und Norddeutschland tätig. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten erfolgt im öffentlichen Auftrag. Die Satzungsaufgaben der ARGE//eV sind gemeinnützig.
Gründung und Geschichte Der Verein wurde 1946 zur Entwicklung, Erprobung und Einführung neuer Baumethoden und Baustoffe, sowie Durchführung und Begleitung von Versuchs- und Vergleichsbauten gegründet.Satzung der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. vom 26. Februar 1946 Dazu gehörten von Beginn an auch spezifische Nachkriegsthematiken, wie die Erforschung und Förderung des LehmbausArbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (Hrsg.): Bauen in Schleswig-Holstein, Heft 1: Lehmbauordnung mit Ausführungsbestimmungen; Kiel 1947 und Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (Hrsg.): Bauen in Schleswig-Holstein, Heft 2: Lehmbau in Schleswig-Holstein? - Können und sollen wir in Schleswig-Holstein mit Lehm bauen? Kiel 1947 und (über Jahrzehnte) der Organisierten GruppenselbsthilfeProtokoll der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. vom 15. April 1946 im Wohnungsbau. Später kamen weitere Schwerpunkte, wie die Begleitung und Auswertung der Demonstrativbauvorhaben der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Schleswig-Holstein im Bereich des Wohnungs- und Städtebaus dazu. Mit Beschluss der Bauministerkonferenz der Deutschen Länder von 1949 und Bestätigung durch die Bundesregierung im Jahr 1950 mit Aufnahme in den Beirat für Bauforschung beim Bundesminister für Wohnungsbau wurde die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. als Institut für Bauforschung und die Begleitung der Demonstrativbauvorhaben der Bundesrepublik Deutschland anerkannt und beauftragt.
Dauerhafter Auftrag der ARGE war und ist die Vorbereitung, Entwicklung, Qualifizierung und Auswertung des Sozialen Wohnungsbaus und Schaffung der Grundlagen für Bezahlbaren Wohnraum.z. B.: Förderung des Sozialen Wohnungsbaus in Schleswig-Holstein; hier: Förderungsmöglichkeiten von Bauvorhaben, Baukostensenkung, bauwirtschaftliche Überprüfungen, Rationalisierung des Baugeschehens und Einschaltung eines Rationalisierungsinstituts. (Erlass des Innenministers vom 11. Januar 1972 - IV-52-30/40.1-, und: Soziale Wohnraumförderung in Schleswig-Holstein; Bekanntmachung der Wohnraumförderungsrichtlinien (WoFöRL) Gl.Nr. 2330.78; Fundstelle: Amtsbl. Schl.-H. 2019 Nr. 4, S. 62, zuletzt geändert durch Verwaltungsvorschrift vom 19.05.2020 (Amtsbl. Schl.-H. 2020 Nr. 27, S. 1032), Erlass des Ministeriums für Inneres, ländliche Räume und Integration vom 19. Dezember 2018 - IV 503-514-58/2016-6755/2018 -) Von Beginn ihrer Tätigkeit wurden durch die ARGE hierfür regelmäßig Typengebäude,z. B.: Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (Hrsg.): Bauen in Schleswig-Holstein, Heft 13: „Wohnungstypen 1951 – Für das Schwerpunktprogramm und die Selbsthilfe; Kiel 1951; ff. Mustergrundrissez.B.: Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (Hrsg.): „Mustergrundrisse für den Wohnungsbau“; Mitteilungsblatt Nr. 10; Kiel, März 1949 und Ausführungsdetailsz. B.: Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (Hrsg.): “- Schriftenreihe „Bauen in Schleswig-Holstein“, Heft 19: „Werkzeichnungen für den Wohnungsbau“, Kiel Juli 1952 auch mit entsprechender Typengenehmigungz. B. Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (Hrsg.): Schriftenreihe Bauen in Schleswig-Holstein, Heft 39: „Kleinsiedlungsentwürfe SH-KS“; Kiel 1978 entwickelt und veröffentlicht. Diese dienten als Grundlage für die Soziale Wohnraumförderung im Mietwohnungsbau, aber auch für die (Wohn-)Eigentumsschaffung z. B. im Kleinsiedlungsbau und für die Kosten- und Prozessoptimierung im Wohnungsbau allgemein.z. B.: Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (Hrsg.): Schriftenreihe Bauen in Schleswig-Holstein, Heft 14: „Normteile für den Wohnungsbau (Landesbauformen)“; Kiel 1951
Auf der Basis der Typenplanungen der ARGE//eV (und durch die ARGE//eV begleitet und evaluiert) wurde zur Wiederbelebung des Wohnungsbaus und Schaffung notwendigen Wohnraums für Flüchtlinge und Heimatvertriebene 1949 bis 1951 in Schleswig-Holstein das erste systematische, (bis heute größte) einheitliche und zentral gelenkte Wohnungsbauprogramm in Westdeutschland nach dem Krieg, das ERP-Sonderprogramm Bau von 10.000 Flüchtlingswohnungen auf Initiative der Deutschen Gewerkschaften realisiert.Reinhold Nimptsch: „Produktive Flüchtlingshilfe der Gewerkschaften: Neue Organisationsmethoden für den Bau von 10.000 Wohnungen“; Köln 1950 Die Grundsteinlegung des Sonderprogramms fand am 5. März 1950 durch Hans Böckler, der am 16. Februar 1951 schon verstarb, in der dann später nach ihm benannten Siedlung („Böcklersiedlung“) in NeumünsterAstrid Holz, Dietmar Walberg et al.: Siedlungen der 50er Jahre – Modernisierung oder Abriss? Methodik zur Entscheidungsfindung über Abriss, Modernisierung oder Neubau in Siedlungen der 50er Jahre. Endbericht. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung -BBR-, Bonn (Förderer); Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V., Kiel (Ausführende Stelle); Bauforschungsbericht Nr. 56; Kiel 2006, ISBN 978-3-8167-7481-5 als größtes Einzelbauvorhaben des Sonderprogramms statt. Die Grundsteinlegung dieses ersten Projektes des Sonderprogramms auf der Großbaustelle in Neumünster gilt daher als baulicher Beginn des systematischen Sozialen Wohnungsbaus in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (Hrsg.): Johannes Scharre, Ulrich Haake: Der Bau von 10.000 Flüchtlingswohnungen in Schleswig-Holstein (ERP-Sonderprogramm 1950) – Ergebnis, Methode, Erfahrungen und Folgerungen, Arbeitsgemeinschaft für produktive Flüchtlingshilfe e. V. (Forschungsbericht im Auftrag des Bundesministeriums für den Wohnungsbau Nr. 148 (2404/05)); Bauforschungsbericht der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. Nr. 2, Kiel 1952
Satzung und öffentlicher Auftrag Zweck der Arbeitsgemeinschaft ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie des Umweltschutzes im Bereich des Bauwesens. Die satzungsgemäßen Aufgaben werden durch Rationalisierung im Bauwesen, Angewandte Bauforschung und Siedlungsforschung, Erforschung und Erprobung zeitgemäßer und innovativer Baustoffe und Bauarten, Beratung und praktische Schulung, Auswertung von Versuchs- und Vergleichsbauten, Veröffentlichung von Forschungs- und Versuchsergebnissen in Publikationen und Vorträgen wahrgenommen.Satzungen der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (u. a.) vom 26.02.1946, 31.12.1972 und 08.06.2010. Schwergewicht hat die Ökonomische und nachhaltige Bau-, Planungs und Wohnberatung und ferner noch die Organisation der Fortbildung (u. a.) im Bereich der Bautechnik.
Die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Abgabenordnung. Die ARGE ist selbstlos tätig; sie verfolgt nicht in erster Linie wirtschaftliche Zwecke.
1972 erfolgte die Anerkennung durch das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein als Rationalisierungsinstitut für den geförderten Wohnungsbau.Förderung des Sozialen Wohnungsbaus in Schleswig-Holstein; hier: Förderungsmöglichkeiten von Bauvorhaben, Baukostensenkung, bauwirtschaftliche Überprüfungen, Rationalisierung des Baugeschehens und Einschaltung eines Rationalisierungsinstituts. Erlass des Innenministers vom 11. Januar 1972 - IV-52-30/40.1 -, Abschnitt 2.7 Die ARGE ist ein Institut für Bau- und Wohnberatung in Schleswig-Holstein, Hamburg und in anderen Teilen Norddeutschlands mit Aktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene und Netzwerk für das innovative Bauen und technische und baulich-soziale Kommunikation, die angewandte Bauforschung und Projektentwicklung.
Die ARGE ist ein öffentlich anerkanntes Institut für die Zertifizierung von Effizienzhäusern verschiedener energetischer und/oder nachhaltiger Standards, zum Beispiel Niedrig-Energiehäusern und Passivhäusern und vergibt entsprechende Prüfsiegel, wie zum Beispiel den Qualitätspass Schleswig-Holstein.
Der Verein evaluiert kontinuierlich Baukosten seit 1947 und führt einen Bauwerkskostenindex zur Bewertung der Kostenentwicklung im Bauwesen, speziell im Wohnungsbau.Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (Hrsg.): Bericht der Baukostensenkungskommission; Endbericht, Berlin November 2015; Seite 15ff
Mitgliedschaft Die etwa 460 weitgehend institutionellen Mitglieder sind Architekten und Ingenieure, Rechtsanwälte, die Wohnungsunternehmen Schleswig-Holsteins, Hamburgs und Mecklenburg-Vorpommerns, Kommunen und Landkreise, die Bauwirtschaft und die Verbände der Bau- und Wohnungswirtschaft deutschlandweit, der Bauindustrie und Baustoffindustrie, der Mieterverein, die Verbraucherzentrale, die Investitionsbank Schleswig-Holstein.
Vorstand Das Vorschlagsrecht für den elfköpfigen Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen haben das für den Wohnungsbau in Schleswig-Holstein zuständige LandesministeriumSatzung der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. vom 8. Juni 2010, die Investitionsbank Schleswig-Holstein, der Baugewerbeverband Schleswig-Holstein, der Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein, der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen, der Bundesverband freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, die Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein, der Verband Beratender Ingenieure, die Verbände der Baustoffindustrie und die private Wohnungswirtschaft (Haus & Grund, Deutscher Siedlerbund/Verband Wohneigentum).
Aufgaben Die ARGE berät, begleitet und zertifiziert Bauvorhaben bauwirtschaftlich, technisch und energetisch. In den letzten 20 Jahren wurden z. B. über 110.000 WE und Gebäude im Besonderen Niedrig-Energiehaus-Standard des Landes Schleswig-Holstein (20 % bzw. 30 % Unterschreitung der Anforderungen nach EnEV – von der ARGE in Zusammenarbeit mit der Landesregierung Schleswig-Holstein definiert), aber auch z. B. etwa 100 Passivhäuser und WE von der ARGE begleitet, betreut und zertifiziert. Die Definition des NEH-Standards gilt auch für besondere Förderungen bei Modernisierungsvorhaben.
Die Führung einer umfangreichen Datenbank erfolgt zu Baukosten und Baupreisen. Für Bauwirtschaftliche und Bautechnische Bewertung von Bauvorhaben ist der Verein Mitglied im Lenkungsausschuss des Deutschen Instituts für Normung DIN.