Undine geht ist eine Erzählung der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann und stammt aus ihrem ersten Erzählband Das dreißigste Jahr (1961). Darin stellt „Undine geht“ den abschließenden Text dar. Die als Monolog gestaltete Erzählung stellt eine moderne Auseinandersetzung mit dem seit der Romantik bekannten Undine-Stoff dar. „Undine geht“ gehört zu Ingeborg Bachmanns bekanntesten Erzählungen.

Bezüge zu anderen Werken über die Undine mini|hochkant|Plastik Undine geht von Angela Hampel mini|hochkant|Plastik Undine kommt von Angela Hampel, Elbradweg-Molenbrücke in Dresden-Pieschen, 2014 Das Undine-Motiv wurde auch in der Bildenden Kunst umgesetzt. Angela Hampels Werk Undine geht umfasst zwei Undine-Plastiken mit den Titeln Undine geht und Undine kommt. Im Dresdner Ortsteil Johannstadt geht die Figur in die Elbe und flussabwärts im Ortsteil Pieschen kommt sie wieder heraus.Anja Hilgert: Undine geht zu Wasser – Der Pegelstand der Elbe steigt. In: www.johannstadt.de, 21. Juli 2021. Jean Giraudoux’ Werk über Undine besitzt ebenso wie „Undine geht“ eine Figur namens Hans. Diese steht in „Undine geht“ für alle Männer.

Interpretationsansätze In einem viel zitierten Interview antwortet Ingeborg Bachmann auf die Frage, ob die Erzählung „Undine geht“ ein Selbstbekenntnis sei, mit folgenden Worten:

Quellen Erstdruck in FAZ, 25. Mai 1961 wieder im Erzählband Das dreißigste Jahr, Piper, München 1961 „Wir müssen wahre Sätze finden.“ Gespräche und Interviews. ebd. 1983

Sekundärliteratur Peter von Matt: Liebesverrat. Die Treulosen in der Literatur. Dtv, München 1991, S. 240 ff. (Interpretation) Mona El Nawab: Ingeborg Bachmanns „Undine geht“. Ein stoff- und motivgeschichtlicher Vergleich mit Friedrich de la Motte Fouqués „Undine“ und Jean Giraudoux’ „Ondine“. Königshausen & Neumann, Würzburg 1993, ISBN 3-88479-764-6. Ruth Neubauer-Petzoldt: Grenzgänge der Liebe. Ingeborg Bachmanns „Undine geht“. In: Mathias Mayer (Hg.): Werke von Ingeborg Bachmann. Reclam, Stuttgart 2000, ISBN 3-15-017517-8, S. 156–175. Jean Firges: Ingeborg Bachmann: „Malina.“ Die Zerstörung des weiblichen Ich (= Exemplarische Reihe Literatur und Philosophie, Band 26). Sonnenberg, Annweiler 2009, ISBN 978-3-933264-53-4, insbes. S. 48–63: „Undine als Identifikations-Gestalt“.Die Studie untersucht drei konstitutive Elemente im Werk von Bachmann: erstens die Rolle der Liebe als Grundenergie ihrer literarischen Produktion, zweitens die Auseinandersetzung mit dem Erbe des Faschismus im Denken der Nachkriegsgesellschaft, drittens das literarische Doppelgängertum der Schriftstellerin und ihr Versuch, die Position des weiblichen Autors in der Symbolordnung der männlich determinierten literarischen Welt zu bestimmen. Die drei vom Scheitern bedrohten Ansätze führen nach und nach zu einer Zerstörung des weiblichen Ichs der Schriftstellerin. Die Untersuchung interpretiert folgende Texte Bachmanns: das Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“, das Gedicht „Mein Vogel“, den Roman „Malina“ sowie diese Erzählung.

Notizen

Kategorie:Werk von Ingeborg Bachmann Kategorie:Erzählung Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (Österreich) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)