Mantes-la-Jolie ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Yvelines in der Region Île-de-France. Sie ist Verwaltungssitz des Arrondissements Mantes-la-Jolie und Hauptort des Kantons Mantes-la-Jolie.
Geographie Mantes-la-Jolie ist eine mittlere Industriestadt am linken Ufer der Seine, 53 Kilometer westlich von Paris. Die Gemeinde liegt im Zentrum einer Agglomeration von rund 80.000 Menschen. Nachbargemeinden sind Mantes-la-Ville und Buchelay im Süden, Rosny-sur-Seine im Westen, sowie – durch die Seine getrennt – Limay und Follainville-Dennemont im Norden. Zwischen Mantes-la-Jolie und Mantes-la-Ville mündet der Fluss Vaucouleurs in die Seine.
Geschichte mini|links|Historisches Wappen von Mantes (15. Jahrhundert – 1943)|100px mini|Jean-Baptiste Camille Corot, Brücke bei Mantes (um 1870) Der Ortsname Der Name „Mantes“ stammt aus dem Gallischen: medunta, die Eiche. Mantes war zur Zeit der Karolinger ein Hafen an der Seine, der aufgrund seiner strategischen Lage in der Nähe der Grenze zur Normandie bald befestigt wurde. Mantes diente somit zum Schutz von Paris vor feindlichen Übergriffen entlang des Flusses. Der Ort wurde 1087 von Wilhelm dem Eroberer während seines Feldzugs im Vexin niedergebrannt. Ludwig VI. gestand dem Ort danach (1110) den Status einer „freien Stadt“ zu. König Philipp II. August starb hier am 14. Juli 1223. Während der Auseinandersetzungen mit den Engländern wechselte die Stadt häufig den Herrn. Beim Tod König Heinrich III. stand Mantes auf Seiten der katholischen Liga, wurde dann von Heinrich IV. erobert, der hier mit Blick auf die Besetzung von Paris sein Hauptquartier einrichtete. Später kam er häufig nach Mantes, um seine Geliebte Gabrielle d’Estrées zu treffen. Von ihm stammt der Namenszusatz „la Jolie“ („die Schöne“), den er in einem Brief an sie schrieb: „Ich komme nach Mantes, meine Schöne.“ Ursprünglich hieß der Ort „Mante“, woraus Ende des 18. Jahrhunderts „Mantes“ wurde, später dann, als die Post eingerichtet wurde und eine Verwechslung mit Nantes ausgeschlossen werden musste, „Mantes-sur-Seine“. Nach der Eingemeindung von Gassicourt im Westen hieß die Stadt ab 1930 „Mantes-Gassicourt“; der heutige Name stammt aus dem Jahr 1953.
Politische Geschichte Mantes war Unterpräfektur des Départements Seine-et-Oise seit 1800 bis zur Einrichtung des Départements Yvelines, mit Ausnahme der Jahre 1926 bis 1943. Der Bürgermeister und Abgeordnete Jean-Paul David gründete 1952 das antikommunistische Büro Comité Paix et Liberté.
Sehenswürdigkeiten Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Mantes-la-Jolie mini|Sainte-Anne de Gassicourt Collégiale Notre Dame, 12. bis 13. Jahrhundert, Monument historique seit 1840 Turm Saint-Maclou aus dem 16. Jahrhundert, letzter Rest einer 1806 abgerissenen Kirche Kirche Sainte-Anne in Gassicourt, romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert Die alte Brücke von Limay, ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert, die ursprünglich Limay und Mantes verband, aber im 18. Jahrhundert teilweise abgerissen wurde, um den pont Peronnet zu bauen, so dass heute nur noch einige Bögen erhalten sind; Monument historique seit 1923 und Gemälde von Jean-Baptiste Camille Corot („Le pont de Mantes“), (Musée du Louvre).
Infrastruktur Mantes-la-Jolie liegt an der Autobahn A 13. In dem am 9. Mai 1843 in Betrieb genommenen Bahnhof der Gemeinde zweigt von der Bahnstrecke Paris–Rouen–Le Havre die am 1. Juli 1855 eröffnete Bahnstrecke via Evreux, Lisieux und Caen (seit 1. September 1857) und Cherbourg (seit 17. Juli 1858) ab.François et Maguy Palau: Le rail en France – Tome II, 1858–1863. Paris 2001, ISBN 2-9509421-2-1 Der Bahnhof ist Verkehrshalt des (Stand: Januar 2024) montags bis freitags zwischen Le Havre und Marseille-Saint-Charles verkehrenden TGV-Zugpaares.
Städtepartnerschaften Mantes ist verschwistert mit Hillingdon in England, mit Maia in Portugal und mit Schleswig in Deutschland.
Persönlichkeiten Nicolas Bernier (* 1664; † 1734), Komponist Jean-Claude Billong (* 1993), kamerunisch-französischer Fußballspieler Sylvère Caffot (* 1903; † 1993), Komponist Sandy Casar (* 1979), Radrennsportler Faudel (* 1978), Musiker und Schauspieler Audrey Fleurot (* 1977), Schauspielerin Ali Hallab (* 1981), Boxsportler Rolf Hirschland (* Hamburg 1907; † Mantes-la-Jolie 1972), MalerZu Rolf Hirschland gibt es einen Artikel in der französischsprachigen Wikipedia (:fr:Rolf Hirschland) und außerdem ein Porträt auf der Seite Les étrangers internés dans l’Isère 1939–1940. Antoine Joujou (* 2003), Fußballspieler Karl III. (* 1361; † 1425), König von Navarra Enock Kwateng (* 1997), französisch-ghanaischer Fußballspieler Michel Leclère (* 1946), Autorennfahrer Ludovic Martin (* 1976), Radrennfahrer Jean-Paul Mendy (* 1973), Boxer Ali Hallab (* 1981), Boxer Oumar N’Diaye (* 1985), mauretanischer Fußballspieler Opa Nguette (* 1994), senegalesisch-französischer Fußballspieler Haby Niaré (* 1993), Taekwondoin Nicolas Pépé (* 1995), ivorisch-französischer Fußballspieler Roli Pereira de Sa (* 1996), Fußballspieler Philipp II. (* 1165; † 1223), König von Frankreich Moussa Sow (* 1986), senegalesischer Fußballspieler Joan Tincrès (* 2006), Fußballspieler Robinio Vaz (* 2007), französisch-guinea-bissauischer Fußballspieler
Literatur Sylvie Bergougnoux, Hèlène François, Véronique Icole, Stéphanie Maquart: Gassicourt, identité d’un village des origines à 1930, Mantes-la-Jolie 2002. Alain Élande-Brandenburg (Hrsg.): Mantes médiévale, la collégiale au cœur de la ville, Mantes-la-Jolie 2000. Jean-François Holvas, Véronique Icole, Antoinette Le Lièvre: Mantes-sur-Seine, une histoire d’eau du Moyen Âge à nos jours, Mantes-la-Jolie 2005. Véronique Icole: Hommage à Pierre Goujon, Mantes-la-Jolie 2003. Marcel Lachiver: Histoire de Mantes et du Mantois à travers chroniques et mémoires des origines à 1792, Meulan-en-Yvelines 1971. E. Saintier: Les fortifications de Mantes depuis l’origine jusqu'au XVIe siècle, Montligeon 1925.
Weblinks
Notice Communale - EHESS Offizielle Website der Stadt Mantes-la-Jolie
Einzelnachweise
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Kategorie:Stadt in Frankreich Kategorie:Gemeindegründung 1793