mini|Luftbild (2014) mini|276x276px|Dinosaurier-Exponat { "type": "FeatureCollection", "features": [
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Geschichte Der Museumsname durchlief im Laufe der Jahre mehrere Änderungen. So wurde aus dem „Provinzialmuseum für Naturkunde“ das „Westfälische Museum für Naturkunde – Landesmuseum und Planetarium“. Seit 2007 lautet der offizielle Name „LWL-Museum für Naturkunde – Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium“.
Gründung Die Gründung des Museums geht auf ehrenamtliche Naturforscher aus der Münsteraner Umgebung zurück. Hermann Landois gründete auf dem Gelände des zoologischen Gartens an der Himmelreichallee in Münster das „Provinzialmuseum für Naturkunde“. Unterstützt wurde Landois dabei von Bernard Altum.Jan Ole Kriegs, Bernd Tenbergen: Ehrensache – Die naturkundliche Erforschung Westfalens gestern, heute und morgen. LWL-Museum für Naturkunde, Münster. In: Heimat Westfalen, Jg. 32 (2019), Heft 2, S. 14–22, hier S. 16. Am 10. Februar 1892 öffnete das Museum seine Pforten, Landois wurde ehrenamtlicher Leiter.Westfälisches Museum für Naturkunde, Karl Ditt, Landschaftsverband Westfalen-Lippe: 1892–1992: Festschrift 100 Jahre-Westfälisches Museum für Naturkunde. Band 54: Von Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Beiheft. 1992, S. 7.Westfälische Nachrichten: Blick auf Himmel und Erde: Das Naturkundemuseum des LWL wurde vor 130 Jahren gegründet, Münster, Münster, 8. Februar 2022 Damit ist das Museum das älteste der 18 LWL-Museen. Das Museum sollte zunächst die naturkundlichen Zeugnisse Westfalens präsentieren.
Der Hauptbestand der Sammlungen kam anfangs aus den Beständen der Zoologischen und Botanischen Sektion des Westfälischen Provinzialvereins, deren Mitglieder als ehrenamtliche Forscher tätig waren. Darüber hinaus übergab der Zoo verstorbene Tiere an das Museum, welches diese für die Sammlung präparierte.
Auslagerung der Bestände im Zweiten Weltkrieg Im Oktober und November 1944 wurde das Gebäude durch Luftangriffe auf Münster stark beschädigt, die Bestände waren allerdings vorsorglich größtenteils ausgelagert worden, so dass sich die Kriegsschäden nur auf das Gebäude beschränkten. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Mittel knapp, deshalb konnte die Ausstellung erst 1949 wieder aufgebaut werden.Westfälisches Museum für Naturkunde, Karl Ditt, Landschaftsverband Westfalen-Lippe: 1892–1992: Festschrift 100 Jahre-Westfälisches Museum für Naturkunde. Band 54: Von Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Beiheft. 1992, S. 51.
Standortverlagerung 1967 fiel die Entscheidung, den zoologischen Garten vom Stadtkern an den Stadtrand zu verlagern, weil eine große Bank das hochattraktive Gelände bebauen wollte.Westfälisches Museum für Naturkunde, Karl Ditt, Landschaftsverband Westfalen-Lippe: 1892–1992: Festschrift 100 Jahre-Westfälisches Museum für Naturkunde. Band 54: Von Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Beiheft. 1992, S. 54. Für das Museum, das stets von der Zusammenarbeit mit dem Zoo profitiert hatte, war das nicht von Vorteil. Daher bat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe – ehemals Provinzialverein – die Stadt Münster um eine Bezuschussung eines Museumsneubaus in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Allwetterzoo. Das vorgelegte Konzept mit dem Planetarium war überzeugend, sodass die Stadt eine Bezuschussung von 8,5 Millionen DM bewilligte.
Auch das Land Nordrhein-Westfalen beteiligte sich am Neubau. Mit allen weiteren Zuschüssen verblieben nur noch 14,5 Millionen DM, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe von der geplanten Bausumme von 29 Millionen DM aufbringen musste.Westfälisches Museum für Naturkunde, Karl Ditt, Landschaftsverband Westfalen-Lippe: 1892–1992: Festschrift 100 Jahre-Westfälisches Museum für Naturkunde. Band 54: Von Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Beiheft. 1992, S. 56.
1981 wurde das Museum mit dem integrierten Großplanetarium an seinem heutigen Standort neu eröffnet. Im ehemaligen Gebäude an der Himmelreichallee ist heute die Westfälische Schule für Musik untergebracht, in deren Hof sich ein Abguss des Ammoniten aus dem Foyer des Naturkundemuseums befindet.Über den alten Zoo und was aus ihm wurde Münster in alten Bildern und Dokumenten. Abgerufen am 28. Februar 2017.
Das Museum zählt zu den besucherstärksten Museen in Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2012 wurden 244.000 Besucher gezählt, im Jahr 2013 waren es 245.000 Besucher, wodurch das Museum das nachgefragteste Museum Münsters war.Münstersche Zeitung: , Münster, 16. Januar 2014. 2014 wurden rund 221.000 Besucher gezählt.LWL: LWL-Bilanz 2015: LWL-Museen steigern Besucherzahlen, Münster, 9. Januar 2015.
Gebäude Das neue Gebäude an der Sentruper Straße feierte 1980 sein Richtfest, wurde 1981 eröffnet und fasst rund 8.115 m² Nutzfläche und 4.200 m² an Ausstellungsfläche, auf der Dauerausstellungen und wechselnde Sonder- und Wanderausstellungen gezeigt werden. Außerdem gehört ein frei zugänglicher Museumshof mit etwa 3.500 m² dazu. Im Museumshof befindet sich ein gepflasterter Zeitstrahl, der die Besucher entlang eines Weges vom Urknall bis heute führt sowie diverse Informationstafeln zu Geologie und Erdgeschichte. Zudem befanden sich auf diesem Vorplatz vor dem Eingang seit 1982 zwei aus Kunstharz, Holz und Stahl lebensecht gefertigte Triceratops-Plastiken mit einem Gewicht von jeweils 1,5 Tonnen.Westfälische Nachrichten: Wenn zwei Dinos in die Luft gehen: Umzug am LWL-Naturkundemuseum, Münster, Münster, Peter Sauer, 23. August 2024Westfälische Nachrichten: Nach 42 Jahren: Dinosaurier macht sich auf die Reise, Westfalen, Peter Sauer, 23. August 2024 Im August 2024 wurde diese beiden Plastiken aufgrund von Bauarbeiten zur Errichtung eines Anbaus auf dem Museumsvorplatz an ihren neuen Standort am Hintereingang des Museums versetzt. Seit September 2024 wird auf dem Vorplatz ein Tagungsgebäude gebaut, auch die Dauerausstellungen sind zu dieser Zeit geschlossen und die zugehörigen Ausstellungsflächen werden in Vorbereitung auf eine Landesausstellung umgestaltet. Während der Bauarbeiten bleibt das Planetarium und der Bereich für Sonderausstellungen aber geöffnet.
Das mitten im Museum gelegene Planetarium hat einen Kuppeldurchmesser von 20 m und bietet rund 225 Zuschauern Platz.https://www.westfalenspiegel.de/bester-blick-auf-die-sterne/ Von außen ist auf dem Dach des Gebäudes lediglich ein Teil der Kuppel des Planetariums zu erkennen. Im Jahr 2011 wurde das Gebäude energetisch saniert. Das Gebäude wurde in den letzten Jahren so umgebaut, dass die gesamte Ausstellungsfläche barrierefrei für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Familien mit Kinderwagen zugänglich ist.
Sammlungen Dem Museum gehören einige wissenschaftliche Sammlungen mit insgesamt über 2,3 Millionen Objekten, die zu Forschungszwecken oder als Ressource für die verschiedenen Ausstellungen benutzt werden. Dabei handelt es sich um die größte Sammlung Westfalens. Es gibt eine zoologische Sammlung mit rund 26.000 präparierten Vögeln (Bälge, Standpräparate, Skelette, Gelege, Federbilder), rund 13.000 Säugetieren und 1.500 Reptilien, Amphibien, Fischen und sonstigen Nasspräparaten sowie rund 1,125 Millionen Insekten, 100.000 Spinnen, 320.000 Weichtieren (Muscheln und Schnecken), 1.000 sonstigen Wirbellosen und rund 3.500 DNA- und Gewebeproben. Die geowissenschaftliche Sammlung umfasst 8.000 Gesteine, 15.000 Mineralien und 250.000 Fossilien. Die ethnologische Sammlung umfasst rund 1.000 Objekte. Die botanische Sammlung hat rund 500.000 botanische und mykologische Belege und ist damit das größte Herbarium Nordrhein-Westfalens.Westfälische Nachrichten: Führung in der Speicherstadt: Verborgene Schätze des Museums entdecken, Münster, Münster, 26. August 2024
Objekte, die gegenwärtig nicht in Ausstellungen gezeigt werden, werden im Zentralmagazin in der Speicherstadt in Coerde eingelagert. Dieses ist gelegentlich im Rahmen von Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich.
Schausammlung und Ausstellungen mini|Tragfläche eines A 320 vor dem Gebäude mini|Bionic Car von Mercedes-Benz in der Sonderausstellung
Dauerausstellungen Aufgrund der laufenden Umbauarbeiten finden derzeit keine Dauerausstellungen statt, nur die Sonderausstellung Gene – Vielfalt des Lebens ist zu sehen.
Ehemalige Dauerausstellungen Vom Kommen und Gehen – Westfälische Artenvielfalt im Wandel (30. Juni 2017 bis 18. August 2024) Die Ausstellung ersetzte die alte Dauerausstellung „Westfalen im Wandel“ und war als naturkundliche Landesausstellung konzipiert. Sie beschäftigte sich mit dem Kommen und Gehen von Tieren und Pflanzen in Westfalen. In fünf Bereichen wurden Lebensräume in Feld und Offenland, Gewässer, Klimawandel, Artenvielfalt und aktuelle Forschungsprojekte thematisiert. Dinosaurier – Die Urzeit lebt! (26. September 2014 bis 18. August 2024) Diese Ausstellung befasste sich mit dem Leben und der Evolution von Dinosauriern und anderen Tieren der Urzeit., abgerufen am 15. September 2015.
Prärie- und Plainsindianer – Wandel und Tradition (2005 bis 2019) Die Ausstellung zeigte die Lebensweise und Kultur der Plainsindianer sowie den Einfluss der europäischen Einwanderer. Die Ausstellung wurde geschlossen und abgebaut. Die Räumlichkeiten werden seitdem für Sonderausstellungen genutzt. Westfalen im Wandel – Von der Mammutsteppe zur Agrarlandschaft (2002 bis 2017) Diese Ausstellung beschäftigte sich mit dem Zeitraum von der letzten Kaltzeit bis heute.
Dinosaurier – eine Zeitreise ins Erdmittelalter (1997 bis 2011)
Sonderausstellungen Neben den Dauerausstellungen zeigt das LWL-Museum für Naturkunde regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen zu unterschiedlichen naturkundlichen Themen.
Aktuelle Sonderausstellungen
Gene – Vielfalt des Lebens (21. Juni 2024 bis 10. Januar 2027) Die Ausstellung erklärt, was Gene sind, wie DNA aufgebaut ist und wie Gene das Erscheinungsbild und Verhalten aller Lebewesen beeinflussen.
Ehemalige Sonderausstellungen
Zwischen 1986 und 1992 gab es kleinere Sonderausstellungen, die in einem Teil des Museums präsentiert wurden. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums 1992 wurde im gesamten Museum die Sonderausstellung „Dinosaurier“ gezeigt. Diese war bis 1993 zu sehen. Ab 1994 folgten größere Sonderausstellungen.
Is’s was?! (1994–1995) Die Sonderausstellung befasste sich mit dem Thema Ernährung und gab Einblicke in geschichtliche, kulturelle und soziale Grundlagen des Ernährungsverhaltens. Es wurden verschiedene Produktionsmethoden pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittel gezeigt und die jeweiligen Vor- und Nachteile dargestellt.
Prärie- und Plainsindianer (1995–1996) Die Sonderausstellung zeigte das Leben der Prärie- und Plainsvölker, ihre Sichtweisen, Weltanschauungen und Wertesysteme, insbesondere der Umgang mit der Natur, früher und heute. Später wurde die Ausstellung thematisch um den Einfluss der europäischen Einwanderer erweitert und wird seitdem als Dauerausstellung „Prärie- und Plainsindianer – Wandel und Tradition“ gezeigt.