alternativtext=Sitz der Helsing GmbH in München|mini|Sitz der Helsing GmbH in München Die Helsing GmbH mit Sitz in München ist ein 2021 gegründetes deutsches Software- und Rüstungsunternehmen, das sich auf den Einsatz der Künstlichen Intelligenz (KI) im Rüstungssektor spezialisiert hat.

Geschichte Die Firma wurde von dem früheren McKinsey-Manager und BMVg-Mitarbeiter Gundbert Scherf, dem Physiker Niklas Köhler und dem Entwickler Torsten Reil gegründet. Alle drei Männer sitzen bis heute im Vorstand des Unternehmens.Unser Team auf der Homepage des Unternehmens, abgerufen am 18. Juli 2025.

Das Unternehmen entwickelt eine KI für militärische Einsatzgeräte – für Panzer, U-Boote, Flugzeuge. Im Juni 2023 bekam Helsing den Auftrag der Bundesregierung, den Eurofighter gemeinsam mit Saab für den elektronischen Kampf zu befähigen. Bundeswehr Journal: Saab liefert „Arexis“-Sensorik für deutsche EloKa-Eurofighter, 29. März 2024, abgerufen am 9. Juni 2025 Im August 2023 folgte der Auftrag, die KI-Infrastruktur für das neue, europäische Future Combat Air System (FCAS) zu liefern. Anfang Juni 2024 gab das Unternehmen bekannt, an einem Projekt mit KI-gesteuerten, autonomen Luftkampfsystemen zu arbeiten. Zwei Tage später wurde eine Kooperation mit Airbus bekannt gegeben. Helsing-Software ist seit 2022 auch in der Ukraine im Einsatz, wo sie nach Unternehmensangaben „Fähigkeiten und Technologie für Fronteinsätze bereit hält. In diesem Zusammenhang sei Helsing-Personal kontinuierlich in der Ukraine stationiert.“

Im Juni 2025 wurde bekannt, dass Helsing den Flugzeughersteller Grob Aircraft übernehmen will.Europäische Sicherheit und Technik: Helsing übernimmt Grob Aircraft, 5. Juni 2025, abgerufen am 5. Juni 2025. Im Rahmen des im selben Jahr erneuerten Trinity-House-Abkommens zwischen Großbritannien und Deutschland plant das Unternehmen mit Unterstützung der beiden Regierungen die Eröffnung einer 400 Millionen Euro teuren Fabrik in Plymouth zum Bau KI-gesteuerter Unterwasser-Abwehrtechnologie für den Kampf gegen russische U-Boote.Max Nebel: Gegen Putin-U-Boote: Deutsches Start-up investiert 400 Millionen in Fabrik für Späher. In: Frankfurter Rundschau, 18. Juli 2025, abgerufen am selben Tag. Im Sommer 2025 wurde der ehemalige Bild-Chefredakteur Johannes Boie Marketing- und Kommunikationschef.Ex-»Bild«-Chefredakteur Boie heuert bei Helsing an. In: Der Spiegel, 3. August 2025, abgerufen am 3. August 2025.

Helsing erhielt Anfang März 2026 einen Großauftrag der Bundeswehr zur Produktion von Drohnentechnologie für die „Brigade Litauen“.

Im März 2026 gab Helsing den geplanten Kauf eines 25 Hektar großen Grundstücks in der Gemeinde Hallbergmoos bekannt, gefördert von der Bayerischen Staatsregierung. Für das künftige Projekt solle ein Bebauungsplan erstellt werden. Wann gebaut wird, was produziert wird und wie viele Menschen dort künftig arbeiten könnten, ist noch nicht entschieden; es hänge laut Deutschlandchef Wolfgang Gammel von den weiteren Entwicklungen und den weiteren Aufträgen ab. In der Pressekonferenz mit Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger war von einer Investition in dreistelliger Millionenhöhe für den Bau einer sogenannten „Resilience Factory“ mit rund 300 Arbeitsplätzen die Rede.

Finanzierung Das Unternehmen erhielt eine Erstfinanzierung (Series-A) im November 2021 von über 103 Millionen Euro, die von Prima Materia angeführt wurde, der von Spotify-Gründer Daniel Ek gegründeten Investmentgesellschaft. Im September 2023 hatte Helsing nach einer Anschlussfinanzierungsrunde (Series-B) von über 209 Millionen Euro einen Wert von 1,7 Milliarden Euro erreicht und war damit zum ersten europäischen Einhorn aus dem Bereich Militär, Rüstung und Verteidigung geworden. Im Juli 2024 konnte Helsing weitere 450 Millionen Euro von Investoren einwerben; das Unternehmen wurde hierbei mit rund fünf Milliarden Euro bewertet. Im Juni 2025 wurde die Bewertung auf 12 Milliarden Euro erhöht, nachdem Daniel Ek erneut in das Unternehmen investiert und seinen Anteil noch einmal verdoppelt hatte. In einer weiteren Finanzierungsrunde warb Helsing rund 1,8 Milliarden US-Dollar ein; zu den Investoren zählten unter anderem der kanadische Pensionsfonds CPP Investments, JP Morgan Chase und Goldman Sachs Alternatives.

Produkte Cirra KI für elektronische Kampfführung SG-1 + Lura Skalierbare Unterwasseraufklärung Altra Recce Strike Software Plattform CA-1 Europa Autonome Kampfdrohne HF-1 – in Lizenz produzierte AQ 100 Bayonet von Terminal Autonomy mit Software von Helsing (Loitering Weapon) HX-2 (Loitering Weapon) SG-1 Fathom (Autonomes Unterwasserfahrzeug) Centaur (KI-Agent für Militärflugzeuge)

Selbstdarstellung Das Unternehmen wirbt offensiv damit, seine Militärtechnologie „zum Schutze unserer Demokratien“ einzusetzen.Matthias Schwarzer: Kritik am Spotify-CEO: Warum Musiker und Fans mit Boykott drohen. In: RND, 16. Juli 2025, abgerufen am 18. Juli 2025.

Kritik Von Brancheninsidern wurde das Unternehmen als „übermäßig geheimnisvoll in Bezug auf seine Produktentwicklung“ und „übermäßig selbstbewusst in Bezug auf öffentliche Behauptungen über seine Technologie“ kritisiert.

Aus der Ukraine kam Kritik über die Preisgestaltung mancher Produkte.

Einzelnachweise

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