Die 2. Division, für die Dauer des mobilen Verhältnisses auch als 2. Infanterie-Division bezeichnet, war ein von 1815 bis 1919 bestehender Großverband der Bayerischen Armee.

Geschichte Der Großverband wurde am 27. November 1815 zuerst als Infanterie-Division des Generalkommandos München gebildet. Im weiteren Verlauf ihres Bestehens änderten sich die Bezeichnungen mehrfach. Vom 1. Juni 1822 bis 31. März 1872 hieß sie 2. Armee-Division. Zwischenzeitlich führte sie vom 20. November 1848 bis 30. September 1851 den Namen 2. Infanterie-Division sowie vom 1. Februar 1859 bis 31. Januar 1869 die Bezeichnung Generalkommando Augsburg. Schließlich erhielt sie am 1. April 1872 die letztliche Bezeichnung 2. Division. Das Kommando stand von 1815 bis 1817 in Ingolstadt, von 1817 bis 1822 in Regensburg und dann bis zur Auflösung 1919 in Augsburg.

Deutscher Krieg Im Krieg gegen Preußen wirkte die Division mit seinen unterstellen Truppenteilen am 10. Juli 1866 in der Schlacht bei Kissingen, am 25. Juli im Gefecht bei Helmstadt sowie einen Tag später bei Roßbrunn.

Deutsch-Französischer Krieg Während des Krieges gegen Frankreich war die Division 1870/71 in die Kämpfe bei Beaumont, Sedan, Artenay, Coulmiers, Loigny, Orléans, Beaugency sowie in die Einschließung und Belagerung von Paris eingebunden.

Erster Weltkrieg Die Division wurde zu Beginn des Ersten Weltkrieges im Rahmen der 6. Armee an der Westfront eingesetzt. Aus ihrem Bereitstellungsraum westlich von Saarburg trat die Division mit der unterstellten 7. preußischen Kavallerie-Division gegen das französische VIII. und XIII. Armeekorps (2. frz. Armee) in Richtung Süden an und stieß bis 10. August 1914 auf Blâmont vor. Nachdem die Division wegen eines französischen Gegenangriffs in ihre Ausgangsstellungen bei Saarburg ausgewichen war, griff sie am 20. August 1914 erneut an und erreichte bis 24. August 1914 die Ortschaft Bazien. Nach der Schlacht in Lothringen wurde die 2. Infanterie-Division Mitte September 1914 im Zuge der Verlegung des I. Armee-Korps nach Gouy verlegt. Nach Ankunft am 22. September 1914 trat die Division im Rahmen des Wettlaufes zum Meer unverzüglich an und überschritt tags darauf die Somme bei Péronne. Wegen einer Bedrohung der linken Flanke musste die Division den Angriff einstellen. Die rasch herangeführte 3. Bayerische Infanterie-Division brachte am 26. September 1914 Entlastung und es kam in diesem Raum für Monate zum Stellungskrieg.

Während der Herbstschlacht im Artois vom 23. September bis 13. Oktober 1915 wurde die Division zur Stütze des Bayerischen I. Reserve-Korps in den Raum nördlich Arras geworfen. Am 11. Oktober 1915 unternahmen zwei Korps der französischen 10. Armee den Versuch, die Front der 2. Bayerischen Infanterie-Division im Abschnitt Givenchy bis Thélus zu durchbrechen. Der französische Angriff brach aber vor den bayerischen Stellungen zusammen, die wenigen eingedrungenen Franzosen wurden in den Gräben niedergekämpft.

Mitte Mai 1916 wurde das I. Bayerische Armee-Korps in die Schlacht um Verdun geworfen. Die 2. Infanterie-Division musste nach französischen Gegenangriffen die abgekämpfte 5. Infanterie-Division beim Kampf um Fort Douaumont ablösen. Die Division konnte am 24. Mai die Ausgangslage schnell wiederherstellen, ein weiterer Vorstoß am 25. Mai scheiterte jedoch. Am 12. Juni setzte die Division den Angriff in Richtung Thiaumont fort. Danach wurde die Division aus dem Abschnitt herausgelöst und durch das Deutsche Alpenkorps ersetzt. Im Oktober 1916 wurde die Division im Rahmen der Schlacht an der Somme nordwestlich von Sailly eingesetzt, wo sie sich gegen Angriffe englischer Truppen behaupten und die Stellungen bis 5. November halten konnte.

Im April 1917 rückte die 2. Infanterie-Division während der Aisneschlacht zwischen Hurtebise und Craonne am Damenweg ein. Am 22. Mai 1917 wies sie französische Angriffe ohne Geländeverlust ab.

In der Michael-Schlacht im März/April 1918 unterstützte die 2. Infanterie-Division von Cambrai über Péronne kommend am rechten Flügel der 18. Armee den Angriff der 2. Armee und erreichte Moreuil an der Avre. Am 2. April 1918 setzte sie über die Avre und kam von allen deutschen Truppen am nächsten an das Angriffsziel, Amiens, heran. Am 8. April 1918 waren die Kräfte der Division vollkommen erschöpft und sie wurde nach Rosières zurückgenommen. Sie hatte in der 14 Tage dauernden Schlacht über 3000 Mann und hunderte von Offizieren verloren. Im Mai und Juni 1918 war die Division ununterbrochen im Kampf stehend schon schwer dezimiert, dass sie an der Schlacht bei Noyon vom 9. bis 3. Juni 1918 als Reserve der 18. Armee ostwärts Lagny nicht teilnehmen brauchte. Für die Schlacht ostwärts Reims wurde die 2. Infanterie-Division im Rahmen des I. Armee-Korps der 3. Armee unterstellt und trat am 15. Juli 1918 westlich der Straße Somme Py–Souain-Perthes-lès-Hurlus zum Angriff auf Souain an. Nach anfänglichen Erfolgen versteifte sich der französische Widerstand und der Angriff wurde ohne weitere Truppen ins Gefecht zu schicken abgebrochen.

Am 25. Juli 1918 wurde die Division bei Courville und Crugny südostwärts Fismes eingesetzt. Am 11. November 1918 stand die Division westlich der Maas bei Givet. Anfang Dezember erreichte sie Wetzlar. Von dort erreichten die einzelnen Regimenter zu Fuß oder mit der Bahn die Demobilmachungsorte.

Gefechtskalender 1914 8. bis 19. August – Grenzschutzgefechte in Lothringen 20. bis 22. August – Schlacht in Lothringen 22. August bis 14. September – Schlacht bei Nancy-Épinal 23. September bis 6. Oktober – Schlacht an der Somme 7. bis 10. Oktober – Stellungskämpfe westlich St. Quentin ab 10. Oktober – Stellungskämpfe an der Somme

1915 bis 6. Oktober – Stellungskämpfe an der Somme 13. Oktober – Herbstschlacht bei La Bassée und Arras ab 14. Oktober – Stellungskämpfe in Flandern und Artois

1916 bis 9. Mai – Stellungskämpfe in Flandern und Artois 9. Mai bis 15. Juli – Schlacht um Verdun 22. bis 25. Mai – Kämpfe um Fort Douaumont 14. Juli bis 9. Oktober – Kämpfe auf den Maashöhen im Wald von Apremont und Ailly 10. Oktober bis 6. November – Schlacht an der Somme ab 12. November – Kämpfe bei Spada und St. Mihiel, Stellungskämpfe zwischen Maas und Mosel

1917 bis 23. Februar – Kämpfe bei Spada und St. Mihiel, Stellungskämpfe zwischen Maas und Mosel 24. Februar bis 5. Mai – Stellungskämpfe auf den Maashöhen bei Lamorville-Spada und St. Mihiel 5. bis 27. Mai – Doppelschlacht an der Aisne und in der Champagne 10. bis 20. Juni – Reserve der OHL 21. Juni bis 3. September – Stellungskämpfe in den Argonnen ab 4. September – Stellungskämpfe vor Verdun 4. September bis 9. Oktober – Abwehrschlacht vor Verdun 25. November – Kämpfe auf Höhe 344 vor Verdun

1918 bis 25. Januar – Stellungskämpfe vor Verdun 25. Januar bis 17. März – Reserve der OHL bei der 5. Armee 17. bis 20. März – Kämpfe in der Siegfriedstellung und Vorbereitungszeit für die Große Schlacht in Frankreich 21. März bis 6. April – Große Schlacht in Frankreich 7. April bis 8. Juni – Kämpfe an der Ancre, Somme und Avre 9. Juni bis 7. August – Kämpfe an der Avre und an der Matz 4. August bis 3. September – Stellungskämpfe an der Vesle 3. September bis 9. Oktober – Kämpfe vor der Siegfriedfront 10. bis 12. Oktober – Kämpfe vor der Hunding- und Brunhild-Front 13. Oktober bis 4. November – Kämpfe in der Hundingstellung 5. bis 11. November – Rückzugskämpfe vor der Antwerpen-Maas-Stellung ab 12. November – Räumung des besetzten Gebietes und Marsch in die Heimat

Gliederung Friedensgliederung 1914 1914 war die Division Teil des I. Armee-Korps.

3. Infanterie-Brigade in Augsburg 4. Infanterie-Brigade in Neu-Ulm 2. Kavallerie-Brigade in Augsburg 2. Feldartillerie-Brigade in Augsburg

Kriegsgliederung vom 2. August 1914 3. Infanterie-Brigade 3. Infanterie-Regiment „Prinz Karl von Bayern“ 20. Infanterie-Regiment „Prinz Franz“ 4. Infanterie-Brigade 12. Infanterie-Regiment „Prinz Arnulf“ 15. Infanterie-Regiment „König Friedrich August von Sachsen“ 4. Chevaulegers-Regiment „König“ 2. Feldartillerie-Brigade 4. Feldartillerie-Regiment „König“ 9. Feldartillerie-Regiment 2. Kompanie/1. Pionier-Bataillon

Kriegsgliederung vom 22. März 1918 4. Infanterie-Brigade 12. Infanterie-Regiment „Prinz Arnulf“ 15. Infanterie-Regiment „König Friedrich August von Sachsen“ 20. Infanterie-Regiment „Prinz Franz“ Bayerische MG-Scharfschützen-Abteilung Nr. 2 3. Eskadron/8. Chevaulegers-Regiment Bayerischer Artillerie-Kommandeur Nr. 2 9. Feldartillerie-Regiment Bayerisches Pionier-Bataillon 7 Bayerischer Divisions-Nachrichtenkommandeur Nr. 2

Kommandeure Die Kommandeure wurden bis 1872 als Kommandanten bezeichnet. DienstgradNameDatumDermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 661 f.GeneralleutnantFriedrich von Zoller27. November 1815 bis 25. Februar 1821GeneralleutnantMaximilian von Preysing-Moos1. Juni 1822 bis 20. Mai 1829GeneralleutnantFriedrich von Treuberg21. Mai 1829 bis 14. Juni 1830GeneralleutnantMaximilian Seyssel d’Aix15. Juni 1830 bis 29. Dezember 1836GeneralleutnantAlbert von Pappenheim30. Dezember 1836 bis 30. März 1848GeneralleutnantAnton von Gumppenberg31. März 1848 bis 10. April 1851GeneralleutnantLeonhard von Hohenhausen1. Oktober 1851 bis 22. Februar 1861GeneralleutnantLudwig von der Tann-Rathsamhausen23. Februar 1861 bis 22. Januar 1862GeneralleutnantMaximilian von Feder23. Januar 1862 bis 28. Januar 1869GeneralleutnantKarl zu Pappenheim4. März 1869 bis 9. November 1870 Generalmajor Ignaz Schumacher22. August bis 9. November 1870 (in Vertretung)GeneralleutnantJoseph Maximilian von Maillinger10. November 1870 bis 24. April 1873GeneralleutnantRudolph von der Tann-Rathsamhausen1. Mai 1873 bis 24. Oktober 1875GeneralmajorAugust von Leonrod1. November 1875 bis 26. November 1876 (mit der Führung beauftragt)Generalmajor/GeneralleutnantAugust von Leonrod27. November 1876 bis 4. Februar 1882GeneralleutnantOtto von Schmidt1. März 1882 bis 3. April 1887GeneralleutnantBenignus von Safferling4. April 1887 bis 8. Mai 1889GeneralleutnantMoritz von Orff9. Mai 1890 bis 6. Mai 1893GeneralleutnantAdolph von Asch7. Mai bis 11. Juni 1893GeneralleutnantEugen von Malaisé12. Juni 1893 bis 17. März 1898GeneralleutnantCarl von Claus18. März 1898 bis 25. Oktober 1901GeneralleutnantTheophil von Reichlin-Meldegg26. Oktober 1901 bis 21. März 1905GeneralleutnantKarl von Endres22. März bis 14. September 1905GeneralleutnantFelix von Bothmer15. September 1905 bis 3. Dezember 1909GeneralleutnantMaximilian von Speidel4. Dezember 1909 bis 14. Dezember 1911GeneralleutnantLudwig von Gebsattel15. Dezember 1911 bis 19. März 1914GeneralleutnantLudwig von Hetzel19. März 1914 bis 8. August 1915GeneralleutnantBernhard von Hartz7. September 1915 bis 8. Februar 1917GeneralmajorEugen von Zoellner8. Februar 1917 bis November 1918

Literatur Claus von Bredow: Historische Rang- und Stammliste des deutschen Heeres. Verlag August Scherl, Berlin 1905, S. 1242. Ruhmeshalle unserer Alten Armee. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials des Reichsarchivs, Militär-Verlag, Berlin 1927, S. 60, 86–87. Histories of Two Hundred and Fifty-One Divisions of the German Army Which Participated in the War (1914–1918). United States War Office as War Department Dokument Nr. 905, Office of the Adjutant, 1920, S. 64–67. Konrad Krafft von Dellmensingen, Friedrichfranz Feeser: Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914–1918. Chr. Belser AG, Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1930.

Einzelnachweise

#:2 Kategorie:Augsburger Militärgeschichte Division, Bayerische #:2 Division, Bayerische #:2 Kategorie:Gegründet 1815 Kategorie:Aufgelöst 1919 Kategorie:Historische Organisation (Augsburg)