mini|Junge parthenokarpe Früchte und sterile Blüten an Blütenständen der Cavendish-Bananenpflanze mini|Dessertbanane an der Staude

Die Dessertbanane (Musa × paradisiaca), kurz Banane, auch Obstbanane oder Pisang, ist eine Art aus der Gattung der Bananen; vor allem die Frucht vieler ihrer Sorten wird so genannt. Dessertbananen gehören im weltweiten Durchschnitt wie auch im deutschsprachigen Raum zu den am meisten verzehrten Früchten.

Geschichte Anbau und Handel Die Banane stammt ursprünglich aus der südostasiatischen Inselwelt. Ungefähr 600 vor Christus wurde sie in buddhistischen und indischen Schriften erwähnt. Nach Afrika kam die Banane wohl mit den austronesischen Einwanderern, die Madagaskar vom heutigen Indonesien aus besiedelten und die auch Reis nach Madagaskar brachten.

Arabische Seefahrer entdeckten sie in Indien und verbreiteten sie in ihrem Einflussbereich – aufgrund der hohen Ansprüche an Wasser, Nährstoffen und Frostfreiheit blieb die Verbreitung jedoch auf entsprechend günstige Zonen begrenzt. Eine davon, welche in der arabischen Welt besonders für die Qualität ihrer Bananen bekannt war, war das Kalifat von Córdoba auf der Iberischen Halbinsel, wo die Banane im 10. Jahrhundert so erstmals auf den europäischen Kontinent eingeführt wurde. Es spiegelte mit seiner Überlegenheit in Kultur und Wissenschaft, welche auch zu fortschrittlichen Bewässerungsmethoden führte und so den Bananenanbau ermöglichte, die Blütezeit von al-Andalus, den arabisch-muslimischen Gebieten der iberischen Halbinsel, wider; im Vergleich zum restlichen, christlichen Europa war der Lebensstandard und Reichtum viel höher. Die Anbaugebiete waren die fruchtbare Vega de Granada sowie der heute als Costa Tropical bekannte Küstenabschnitt mit besonders warmem Klima im heutigen Andalusien.

Von den Kanarischen Inseln, wo die Portugiesen und Spanier sie schon um 1400 auf Plantagen angepflanzt hatten, gelangte sie auf den amerikanischen Kontinent. 1502 gründeten portugiesische Siedler die ersten Plantagen in der Karibik und in Mittelamerika.

Als in Philadelphia 1876 ein Jahrhundert Unabhängigkeit der USA gefeiert wurde, wurden den Bürgern die ersten Bananen präsentiert – einzeln in Silberfolie gepackt und zu einem horrenden Preis. Durch die vorhandene Infrastruktur aus Schiffen und Eisenbahnen, die einen raschen Transport der verderblichen Ware gewährleistete, und den gleichzeitigen Ausbau der Plantagen in Lateinamerika stieg der Absatz rasch. Schon 1892 funktionierte in den USA der Gag mit dem Ausrutschen auf der BananenschaleSechs Zeichnungen in der satirischen Zeitschrift Puck, die von 1871 bis 1918 erschien: und wurde auch schon in Stummfilmen verwendet.

Durch die weiteren Transportwege etablierte sich die Banane in Europa erst in den 1920er Jahren. Anfangs wurde in der Werbung – als eine Art Betriebsanleitung – das Schälen der Frucht gezeigt. Nach Deutschland importierte 1895 der Hamburger Kolonialwarenhändler Richard Lehmann, von Madeira und den Kanarischen Inseln, erstmals ein zum Verkauf bestimmtes Kontingent von 40 Tonnen Dessertbananen. Der Konsum wuchs bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs stetig. Hauptimporthäfen waren Hamburg (1913: knapp 30.000 t) und Bremen (1913: 4200 t).Kerstin Wilke: „Die deutsche Banane.“ Wirtschafts- und Kulturgeschichte der Banane im Deutschen Reich 1900–1939. Von der Gemeinsamen Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Hannover zur Erlangung des Grades einer Doktorin der Philosophie (Dr. phil.) genehmigte Dissertation, Hannover, 2004, S. 68–74. Die Banane blieb in Deutschland auch in der Zwischenkriegszeit ein Luxusgut. In den 1950er Jahren wurde sie allmählich erschwinglich.Unsere Geschichte: Als die Banane in den Norden kam. NDR Fernsehen, 4. April 2018. Eine Zeitungsente ist, dass der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer damit gedroht hätte, die Gründungsverträge der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft nicht zu unterzeichnen, wenn Deutschland nicht zollfreie Bananenimporte garantiert würden. Richtig ist, dass ein Zusatzprotokoll zu den Römischen Verträgen von 1957 mit Rücksicht auf „besondere Bedürfnisse bei der Einfuhr von Bananen in die Bundesrepublik“ die unbegrenzte und praktisch zollfreie Bananeneinfuhr erlaubte.Adenauers Worte. In: Die Zeit, Nr. 17/1999.siehe auch Helmut Lorscheid: Adenauer und die Banane – oder wie der alte Kanzler zu einem neuen Zitat kam. In: Thomas Leif (Hrsg.): Leidenschaft: Recherche: Skandal-Geschichten und Enthüllungs-Berichte. 2., erw. Auflage. 1999, S. 222 ff. (online)Bernd Jürgen Warneken: Banane (PDF; S. 2)

Bis in die 1960er Jahre war die Hauptsorte für den Export die Gros Michel. Die Früchte sind größer und gelten als geschmackvoller als die heutigen handelsüblichen Bananen. Der Anbau dieser Sorte in Monokulturen wurde durch die Fusarium-Welke, auch Panama-Krankheit, derart erschwert, dass sie heute kaum noch für den Export kultiviert wird. Derzeit ist die Hauptsorte für den Export die Cavendish. Seit Anfang der 1990er Jahre ist mit dem Pilz (TR4) eine Form von Fusarium oxysporum f. sp. cubense bekannt, die auch diese Sorte angreift. Geschmacklich ähnliche Alternativen beziehungsweise resistente Pflanzen gibt es bislang nicht, und möglicherweise kann eines Tages auch die Cavendish nicht mehr in Monokulturen angebaut werden. Das Einkreuzen von Resistenzgenen in die Sorte Cavendish war bisher nicht erfolgreich, daher wird derzeit intensiv an transgenen Bananenlinien geforscht. Ein Einkreuzen ist generell bei den meisten Bananensorten nicht möglich, denn seit die Banane in Kultur genommen wurde, sind die meisten Bananensorten steril geworden, das heißt, die Früchte werden ohne eine Bestäubung und Befruchtung gebildet. Werden keine Samen gebildet, so ist keine generative Vermehrung möglich, also auch keine Kreuzung. Die meisten Bananensorten sind Klone, das heißt, sie werden rein vegetativ vermehrt. Neue Sorten entstehen aus diesen Klonen in der Regel nur durch Mutation, entweder bewusst herbeigeführt (Mutationszüchtung) oder zufällig.

Begriffsgeschichte Die ursprüngliche Herkunft der Bezeichnung „Banane“ ist nicht genau bekannt, wird aber in Westafrika vermutet. Über das portugiesische bananas (Einzahl, später banana) breitete sie sich in Europa aus, die heute im Deutschen übliche Form Banane ist seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts nachgewiesenWolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch. Online-Ausgabe, Version 1.0.78, (Heyse führt sie in seinem Fremdwörterbuch seit der ersten Auflage 1804). Ältere Bezeichnungen waren „Paradiesfeige“ und „Adamsfeige“ (zweiteres steht auch für die Maulbeerfeige), die wohl auf die Vorstellung zurückgehen, es handele sich bei der Banane um die verbotene Frucht der biblischen Paradieserzählung. Diese Ausdrücke sind noch bei Adelung, Campe und Krünitz genannt, seitdem aber völlig außer Gebrauch gekommen.

Anbau Bananen werden für den Export in Monokulturen auf Plantagen angebaut, die häufig intensiv mit Pflanzenschutzmitteln versehen werden. Monokultur, Herbizide und Pestizide führen zu ökologischen Schäden öko-fair.de; abgerufen am 10. Mai 2025. in den Anbauregionen und zu gesundheitlichen Schäden bei den Angestellten. öko-fair.de; abgerufen am 10. Mai 2025 Ein typisches Beispiel ist das bereits Ende der 1970er Jahre in den USA verbotene Nematizid DBCP, das auch danach in Bananenerzeugerländer exportiert wurde und bis heute Gesundheitsschäden verursacht.Pestizid-Skandal: Millionen-Entschädigung für impotente Bananenarbeiter, spiegel.de, 21. Dezember 2007. 18. Februar 2010.

Die Pflanze benötigt große Mengen an Wasser. Die Bananenstauden wachsen auf den Plantagen in der Regel zwei Jahre, sie tragen nur einmal Früchte. In den Ländern, in denen Bananen für den Export angebaut werden, wachsen diese auch meist wild. Ein Anbau im Wald unter schattigen oder halbschattigen Bedingungen ist dabei genauso möglich wie ein Anbau unter direkter Sonneneinstrahlung.

Ökologisch nachhaltiger Anbau setzt daher auf Mischkulturen, erlaubte chemische Mittel im ökologischen Anbau sind zum Beispiel Essig und Kalialaun.

Wirtschaftliche Bedeutung Weltproduktion Bananen wachsen in tropischen und subtropischen Regionen, bevorzugt im so genannten Bananengürtel um den 30. Breitengrad. Im Jahr 2023 wurden weltweit 139.277.895 Tonnen (2000: 67,2 Mio. t) Bananen auf einer Anbaufläche von 6 Mio. ha (2000: 4,6) geerntet.

2023 brachten zehn Staaten 70 % der Weltbananenernte ein. Der weltweit größte Produzent war Indien mit 36,6 Millionen Tonnen, entsprechend 25,6 %.

+ Größte Bananenproduzenten (2023) Rang Land Menge(in t) 1 36.614.000 2 11.702.800 3 9.335.232 4 7.308.103 5 7.198.482 6 6.825.724 7 5.871.408 8 4.893.686 9 4.390.554 10 3.673.671 Top Ten 97.813.661 restliche Länder 41.464.234

Handel Nicht alle Hauptanbauländer für Obstbananen spielen auch für den Export eine Rolle. So wird zum Beispiel in Brasilien, China, Indien und Thailand im Wesentlichen für den Eigenbedarf produziert.

Die drei Hauptexportländer waren 2023 Ecuador (4,0 Mio. t), Guatemala (2,8 Mio. t) und Costa Rica (2,2 Mio. t).

Die weltweit größten Importeure waren 2023 die USA (4,7 Mio. t), China (1,8 Mio. t), Russische Föderation (1,5 Mio. t), Deutschland (1,4 Mio. t), die Niederlande (1,3 Mio. t) und Japan (1,0 Mio. t). Zum Vergleich: Österreich importierte im gleichen Jahr 149.110 t und die Schweiz 101.799 t Bananen.

Versorgung mit Bananen + Versorgung mit Bananen (2019)Supply Utilization Accounts: Food supply quantity (kg/capita/year) Menge der Nahrungsmittelversorgung, faostat auf FAO.org, abgerufen am 19. März 2022 Rang Land Menge(in kg/Kopf/Jahr) 1 139,1 2 106,2 3 92,0 4 77,4 5 69,0 Durchschnitt aller Länder 14,8

Die Versorgung sagt noch nichts über den Verzehr pro Kopf aus. Sie bedeutet nur, wie viele Kilogramm statistisch gesehen pro Kopf in einem Land zur Verfügung stehen.

Versorgung 2019 in den DACH-Ländern in kg pro Kopf und Jahr: – Österreich: 13,5 – Deutschland: 11,7 – Schweiz: 11,0

Pflanzenschutz bei Bananen In dem tropischen Klima, in dem Bananen wachsen, leben viele Insekten. Einige davon stechen in die Schalen der reifenden Bananen und saugen Saft heraus. Wenn es nicht zu viele Einstiche werden, hat das auf den Geschmack oder die Bekömmlichkeit der Banane keinen Einfluss. Trotzdem haben diese Einstiche Folgen: Die Banane bekommt später an den Einstichstellen kleine kreisrunde, braune Punkte. Eine größere Anzahl von Einstichen beschleunigt die Reifung der Banane und lässt sie schneller verderben.

Um die Insekteneinstiche zu vermeiden, wird über die Staude beziehungsweise den Fruchtkolben eine Kunststofftüte gestülpt. Da aber die Tüte nicht vollkommen dicht abschließt, finden immer noch einige Insekten den Weg hinein. Deshalb wird die Tüte in der Regel innen mit Pflanzenschutzmitteln besprüht, die eingedrungene Insekten töten. Man kann davon ausgehen, dass Bananen mit glatter, unbefleckter Oberfläche während ihres Wachstums einer hohen Dosis Insektiziden ausgesetzt waren. Kleine braune, kreisrunde Punkte deuten hingegen auf einen geringeren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hin. Bananen, die in Europa ankommen, sind in der Regel mit dem Fungizid Thiabendazol und/oder Imazalil behandelt, was auch auf Bananenschachteln vermerkt ist. Die Bananen werden üblicherweise vor dem Verpacken in ein Fungizid-Bad getaucht und tropfnass in die Schachteln eingelegt.Steve Striffler: Banana Wars. Duke University Press, 2003, ISBN 978-0-8223-8528-8, S. 36 () Das Schachtelmaterial enthält darum Spuren von Fungiziden.Joachim Huber: Handhabung und Lagerung von mobilem Kulturgut. transcript Verlag, 2015, ISBN 978-3-8394-0140-8, S. 53 () Thiabendazol wird aber bei oraler Aufnahme schnell resorbiert und unterliegt innerhalb von 24 Stunden einer vollständigen Metabolisierung mit Ausscheidung über den Urin.Thiabendazol bei symptomat.de