mini|hochkant|Faunmaske am Libellenbrunnen in Stuttgart (ein Libellenfräulein kitzelt den Faun am Ohr)

Emil Kiemlen (* 15. Januar 1869 in Cannstatt; † 15. August 1956 in Stuttgart) war ein deutscher Bildhauer und Maler, der in Stuttgart lebte und arbeitete.

In klassizistischer Formensprache, bisweilen mit Jugendstil-Elementen belebt, schuf er zahlreiche Kleinskulpturen, darunter eine Statuette der Tänzerin Saharet und den Tafelaufsatz „Siegfried“, sowie großenteils erhalten gebliebene profane und sakrale Plastik. Volkstümliche Brunnen in Stuttgart (Junobrunnen, Libellenbrunnen, Froschbrunnen) zeigen den Künstler von seiner heiteren Seite.

Leben Emil Kiemlen war Sohn des Tabakwarenhändlers Friedrich Kiemlen. Er wurde im Haus Marktstraße 51 in Stuttgart Bad-Cannstatt geboren.Historischer Pfad Bad Cannstatt, 5. überarbeitete und erweiterte Auflage. Pro Alt-Cannstatt e. V., Stuttgart Bad-Cannstatt 2023, S. 30. Kiemlen besuchte die Realschule in Stuttgart und genoss seine erste Ausbildung als Ziseleur unter dem Medailleur Rudolf Mayer, der von 1874 bis 1886 als Lehrer an der Kunstgewerbeschule Stuttgart wirkte, dann in München unter dem Goldschmied und Ziseleur Adolf Halbreiter.#Deutsche Kunst und Dekoration 1900, Seite 124. Von 1891 bis 1894 studierte er Bildhauerei bei Adolf von Donndorf an der Stuttgarter Kunstakademie und 1897 an der Académie Julian in Paris unter Denys Puech. Ab 1898 war er als freischaffender Bildhauer in Stuttgart und Umgebung tätig.#Ruck 2014.

Emil Kiemlen starb am 15. August 1956 im Alter von 87 Jahren in Stuttgart. Seine Urne wurde auf dem Uff-Kirchhof in Stuttgart-Bad Cannstatt bestattet.Grabstelle: Abteilung 13, Reihe 2, Grabfolge 10. Der Liegestein ist neueren Datums. → Foto. Die Nachwelt hat Kiemlen fast vergessen, obwohl sich viele seiner Werke in Stuttgart und Umgebung erhalten haben, allerdings ist der Name ihres Schöpfers weitgehend unbekannt.

Werk Nach seiner Rückkehr aus Paris schuf Kiemlen ab 1898 in kurzer Zeit eine Reihe von Kleinplastiken, die „auf allen grösseren Kunstausstellungen berechtigte Anerkennung fanden“.#Deutsche Kunst und Dekoration 1900, S. 124. Er „übernimmt die klassizistische Formensprache seines Lehrers Adolf von Donndorf, die er ab ca. 1900 gelegentlich mit Jugendstil-Elementen belebt“.#Ruck 2014. Auf der Pariser Weltausstellung 1900, den Großen Berliner Kunstausstellungen und den Jahresausstellungen im Münchner Glaspalast war er mit den Statuetten Saharet, Elegie, Reue, Flucht, Hexe und Kugelspieler vertreten. Die grazile Bronzefigur der berühmten Tänzerin Saharet zeigt diese mit flatterndem Gewand und auf einer Fußspitze schwebend. Der Tafelaufsatz „Siegfried“, gefertigt in der Heilbronner Silberwarenfabrik Peter Bruckmann, zeigt den triumphierenden Siegfried als siegreichen Drachentöter auf einem Drachen mit weit ausgebreiteten Flügeln.#Fuchs 2001.

Bis in die 1920er Jahre schuf Kiemlen im öffentlichen Raum profane und sakrale Bauplastik, darunter zahlreiche Standbilder, Porträtbüsten und Reliefs für Gebäude, Brunnen, Grabmale und Denkmäler, nach dem Ersten Weltkrieg auch Kriegerdenkmäler. Der Junobrunnen, der Libellenbrunnen und der Froschbrunnen in Stuttgart zeigen Kiemlen auch von seiner heiteren Seite. Ab 1930 entstanden nur noch wenige Werke im öffentlichen Raum.

Werkliste

→ Spaltenlegende und -sortierung   Standort 16px = Standortkarte Sortierung Eine Spalte sortieren: das Symbol Datei:Sort both small.svg im Spaltenkopf anklicken. Spalte Grab/Künstler: Sortierung nach dem Familiennamen. Nach einer weiteren Spalte sortieren: Umschalttaste gedrückt halten und das Symbol Datei:Sort both small.svg anklicken.

Bild Jahr Ort Standort Objekt rahmenlos|zentriert|x200px ? Stuttgart-West Städtisches Lapidarium, Mörikestraße 24 Standbild des Ulmer Münsterbaumeisters Matthäus Böblinger, ursprünglich am Eckhaus Breitscheidstraße und Büchsenstraße in Stuttgart, nach dem Zweiten Weltkrieg im Städtischen Lapidarium (Inventarnummer 110). rahmenlos|zentriert|200px 1895? Heilbronn Hauptfriedhof Grabmal der Industriellenfamilie Knorr mit dem Standbild eines trauernden, weiblichen Engels mit ausgebreiteten Schwingen und nach unten gerichteter Fackel. rahmenlos|zentriert|x200px 1897 Wolpertswende-Mochenwangen Evangelische Kirche