Die Familie von Hohenberg mit Stammsitz auf Burg Hohenberg ist ein fränkisches Adelsgeschlecht. Es ist nicht zu verwechseln mit dem Geschlecht der schwäbischen Grafen von Hohenberg oder dem aus der Dynastie Habsburg-Lothringen hervorgegangenen Geschlecht der österreichischen Herzöge und Fürsten von Hohenberg.

Stammsitz Burg Hohenberg mini|hochkant|Turm und Befestigungsanlage der Burg Hohenberg an der EgerHauptartikel: Burg Hohenberg

Die Stammburg Hohenberg befindet sich in Hohenberg an der Eger im Osten des Landkreises Wunsiedel im Fichtelgebirge in Oberfranken in Bayern.

Sie ist die besterhaltene Burg im Fichtelgebirge. Sie steht auf einem steil zur Eger abfallenden Fels und bildet ein Sechseck mit drei runden und zwei eckigen Türmen und der Vorburg. Auch der Wehrgang ist teilweise erhalten. Im Burghof stehen das Fürstenhaus von 1666 (ehemaliges markgräfliches Jagdschloss), Geleitsäulen und ein steinerner Getreidemetzen aus staufischer Zeit.

Geschichte links|mini|hochkant|Turm der Burg Hohenberg an der Eger

Erste urkundliche Erwähnung Der genaue Zeitpunkt der Hohenberger Burggründung ist nicht bekannt. Die Burg muss um 1222 schon bestanden haben. In einer Verkaufsurkunde dieses Jahres erscheint als ritterlicher Zeuge erstmals „Berchtoldus von Hohenberg“, der sich, der damaligen Zeit entsprechend, nach seiner Hauptburg nannte. In der Urkunde übereignete „Gothefridus de Valkenberc“ dem Kloster Waldsassen das südwestlich davon gelegene Dorf Pleissen.Heinrich Gradl: Monumenta Egrana. Denkmäler des Egerlandes als Quelle für dessen Geschichte, Bd. 1: 805-1322, Eger: Witz, 1886, S. 158. Das Kloster Waldsassen, nur 15 Kilometer südöstlich von Hohenberg gelegen, hatte 90 Jahre vorher (1133) Diepold III. von Vohburg gestiftet. Die Diepoldinger-Rapotonen oder Vohburger förderten als Markgrafen auf dem bayerischen Nordgau um diese Zeit mit Ausdauer und Erfolg Rodung, Inbesitznahme und Christianisierung der Gegend unter Einbeziehung westslawischer Orte. Mittelpunkt dieser Bestrebungen war die um 1061 erstmals genannte Burg Eger, errichtet auf einer älteren slawischen Burganlage, und die Ansiedlung von Kaufleuten. Als Rodungsführer setzten die Markgrafen und das Kloster Waldsassen vor allem Ministeriale, Angehörige des mittelalterlichen Dienstadels ein.

Nach Heinrich Gradl lässt sich die Erbauung der Burg Hohenberg in den Zeitraum zwischen 1170 und 1222 verlegen. In einer Urkunde von 1170ME 82 wird als Dienstmann der Egerer Burg ein „Pertholdus de Egere“, 1222 „Berchtoldus de Honberg“ genannt.

Spuren einer älteren Wehranlage Es wird vermutet, dass die Hohenberger Burganlage auf den Resten einer älteren Wehranlage aus dem 10. Jahrhundert steht, die bereits zur Zeit der Heerzüge der Ungarn nach Mitteldeutschland errichtet wurde. 1941 wurde am nördlichen Fuße des Burgberges eine spätkarolingische Goldbrosche gefunden und in das frühe 10. Jahrhundert datiert. Nach Meinung des Nürnberger Archäologen Georg Raschke war das im 10. Jahrhundert mit halbkreisförmigen Holzerdemauern und Gräben umschlossene Areal ein Stützpunkt der Ungarn.Archiv für Geschichte von Oberfranken Bd. 79, S. 13. Zu denken wäre aber auch an einen Ansässigkeitsort der von den Babenbergern abstammenden Grafen von Schweinfurt.

Nach toponomastischen Untersuchungen des Germanisten und Historikers Adolf Gütter ist ein „Grenzverlauf, besser noch ein Grenzraum“ in dem Gebiet des nördlichen Nordgaus aus dem Jahr 805, also noch in karolingischer Zeit, denkbar. Für Gütter sind die Häufigkeit der Ortsnamen mit Endungen auf -hausen, -ingen, -heim sowie mit den Vorsilben Lengen- und Längen- in Verbindung mit alten Flurnamen kennzeichnend spätestens für die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts, die im Zusammenhang mit Siedlungs- und Sicherungsmaßnahmen der Franken standen. Adolf Gütter vermutet das Kerngebiet der Entstehung des Egerlandes um Schirnding, Arzberg und Thiersheim.

Schon die vor den Schweinfurter Grafen regierenden Babenberger hatten vermutlich in der Zeit vor 1000 eine bedeutende Rolle bei der Erschließung des Raumes durch Ansiedlungen erbuntertäniger Dörfer mit ihrem Abgabe- und Dienstleistungssystem. Beweisführend sind die 1219 abgelösten Zehnte in Haslau, Steingrün und Rommersreuth aus dem früheren Lehnsbesitz des babenbergischen Herzogs von Österreich, die dem Kloster Waldsassen übertragen wurden.ME 162

Altstraßen nutzten den wichtigen Schirndinger Pass unterhalb von Hohenberg als Zielpunkt, um in den böhmischen Kessel zu gelangen. Eine davon, am Ende des 20. Jahrhunderts von Elisabeth Jäger gefunden, umging nördlich den Hohenberger Burgberg, kreuzte bei der Hammermühle (Confinhaus) die Eger und führte über Böhmisch Fischern, Markhausen und Zettendorf nach Eger.Archiv für Geschichte von Oberfranken Bd. 76, S. 61 ff., 1996. Noch 1587 wurde „…über den Steig von Hohenberg nach Eger…“ bei der Stellungnahme der Ämter Wunsiedel, Selb und Hohenberg zum Egerer Vertrag von 1561 gesprochen. „Die Freistatt“, Bd. XV Teil II, S. 176.

Ein weiteres Altstraßenstück auf der Linie Frankfurt – Gefrees – Eger führte südlich zwischen Hohenberg und Schirnding ebenfalls in Richtung Eger und weiter in den böhmischen Kessel.Friedrich Wilhelm Singer in: Archiv für Geschichte von Oberfranken Bd. 43, S. 77ff, 1963. Der langsam, aber stetig wachsende Handelsverkehr mit der Reichsstadt Eger und mit Prag verlangte nach gut bewachten Handelsstraßen, eine wichtige und finanziell einträgliche Aufgabe für die Amtsleute von Hohenberg, die für Straßengeleit und -sicherung zu sorgen hatten.

Die Hohenberger als Ministerialen Nach dem Tod des Markgrafen Diepold III. 1146 zogen die Staufer das Egerland als Reichsland ein. Besonders Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1152–1190) – er hatte auch die Markgrafenburg Eger zur einzigen später auf böhmischem Boden gelegenen Kaiserpfalz ausbauen lassen – intensivierte den unter Diepold III. begonnenen Landesausbau; der Burgenkranz um die Reichsburg Eger verdichtete sich. In diese Zeit fiel sicher auch die Gründung der Burg Hohenberg, deren erster urkundlich nachweisbarer Besitzer, Berchtoldus de Hohenberg, 1222 erschien.

Die Hohenberger und der selige Hroznata Die nächste Nennung eines Hohenberger Ministerialen erfolgte 1242.ME 197 Konrad von Hohenberg stritt mit dem Stift Tepl über Güter im Dorfe Sandau, südöstlich der Stadt Eger (Cheb) gelegen. In einem Vergleich vom 21. August 1241 wurde eine jahrelange Auseinandersetzung seines Vaters Berchtholdus mit dem Stift Tepl beendet.

Der Reichsministeriale Konrad von Hohenberg hatte in und bei Sandau im Egerland Höfe und Grundstücke als Reichslehen in Besitz, darunter auch das Waldgebiet, in dem er oder sein Nachfolger die Burg Königwart erbaute. Es kam deswegen zwischen 1210 und 1220 zu einer heftigen Fehde mit dem reichen Vladyken (Gaugraf) Hroznata von Ovenec aus einem altadeligen Geschlecht in Mittelböhmen, der keine Möglichkeit versäumte, den Grundbesitz des von ihm im Jahre 1193 gegründeten Stift Tepl des Ordens der Prämonstratenser zu vermehren. In der Geschichte der Städte Königswart und Sandau bei dem Historiker Michael Urban heißt es in etwa:

Hroznata soll im Laufe des Zwistes von Egerländer Adeligen gefangen und auf eine Burg (in der Sage Kiensberg, in Wahrheit eher Hohenberg) geschleppt worden sein, wo er am 14. Juli 1217 der Kerkerhaft erlag. Eine Legende des Stiftes Tepl überliefert in lateinischer Sprache weder die Feinde, noch den Kerker, es heißt einfach: er (Hroznata) sei nach Deutschland (in Teutoniam, „zu den Deutschen“) geschleppt worden, zu welchem das egerische Gebiet im Nordgau (Bayern) gehörte, ehe es an die Krone von Böhmen verpfändet wurde. Die Tepler Legende Vita fratris Rhoznatae wurde um das Jahr 1259 verfasst, gilt als verschollen, und hatte zahlreiche nachfolgende Veröffentlichungen.

Nach Berthold von Hohenbergs Tod führte vermutlich dessen Sohn Konrad den Streit fort. Nach langen Jahren soll es zu einer Verständigung zwischen den Fehdeparteien gekommen sein. Konrad von Hohenberg verglich sich mit Abt Gerhard und dem Konvent von Stift Tepl am 21. August 1242 zu Eger über die strittigen Güter bei Sandau und gelobte, dem Abt Gerhard und dem Tepler Konvent für das Sandauer Gebiet von den Zinsungen und den zeitweiligen Nutzungen anderer zufälliger Einkünfte alljährlich ein Drittel abzuführen. Falls er jedoch, den Ausgleich verletzend, innerhalb sechs Wochen dem Konvent nicht gerecht werden würde, sollte auch er alles Recht auf Grundbesitz, Zins- und Robotleistungen der erbuntertänigen Bauern in Sandau verlieren und dasselbe als freies Eigentum dem Kloster zufallen. Das Besitzrecht der Ministerialen der Staufer, derer von Hohenberg auf das Sandauer Gebiet wurde hierdurch historisch und rechtlich anerkannt, somit auch, dass es Boden des Heiligen Römischen Reiches war und zum Egerland gehörig ist. Dieser Vergleich erfolgte vor dem Landgericht in Eger.

Auch der Historiker und Stadtarchivar von Eger Heinrich Gradl vermutete,ME 721 dass der böhmische Edle Hroznata im Kerker zu Hohenberg und nicht „zu Kiensberg“ an Hunger verstorben ist, weil nur die Herren von Hohenberg Nachbarn des Tepler Stiftsgebietes waren und tatsächlich im Streite mit Stift Tepl standen.

Es ist nach dem Urteil zweier weiterer Historiker sehr wahrscheinlich, dass der böhmische Gaugraf (Comes) Hroznata von Ovenec im Jahre 1217 in einem der Gefängnistürme der Burg Hohenberg starb. Dem wurde in späteren, von weiteren Historikern in deren Veröffentlichungen widersprochen und die Burg Kinsberg am Muglbach oder die Burg Kynsperk nad Ohri (Königsberg an der Eger) in Erwägung gezogen.

Konrad als Leitname der Familie Cnevzellinus de Hohenberch wurde im Jahre 1257ME 229 als Zeuge anlässlich der Schenkung von Hörsin samt Wald an das Kloster Waldsassen in einer Urkunde als nächstes Mitglied derer von Hohenberg bekannt. Nach einer weiteren Waldsassener Verkaufsurkunde vom gleichen JahrME 231 trat genannter Knevzellino de hohenberc, als Sohn des Konrad von Hohenberg wiederum als Zeuge auf.

Sein Vater Chunradus de Hohenwerch erschien im Jahre 1259ME 236 als Urkundenzeuge anlässlich der Übereignung der Dörfer Wondreb, Beidl und Gründlbach durch den Staufer Konradin an das Kloster Waldsassen. Gradl führte den Namen Kneusslin von Hohenberg (Knuzelin), der aus Kunzelin, das ist Künzlein, Konradchen entstanden war, zurück.

Nach dem Tod von König Konrad IV. (1254) schloss Markgraf Heinrich von Meißen mit den Vögten von Weida, Plauen und Gera ein Schutz- und Trutzbündnis ab, wobei sie sich für den Fall einer Besetzung von Eger gegenseitiges freundschaftliches Einvernehmen zusicherten.ME 226

Herzog Ludwig der Strenge von Bayern, als Vormund des künftigen Königs Konradin, erkannte die Gefahr einer Annexion von Eger und begegnete ihr damit, dass er den Vögten die Burgen Kiensberg und Wogau sowie die Burghut Eger auf Zeit verpfändete und Heinrich von Plauen als Judex provincialis 1257 einsetzte,ME 230 die Vögte also selbst für das Egerland interessierte und gegen Erstattung der Pfandsumme 1261 diese Pfandschaft bei Zusicherung der Vögte, infra terminos, quod dicitur Egerlandt, keine neuen Burgen anzulegen, sogleich wieder zurücklöste.

Die Hohenberger und das Burglehen zu Eger Nach dem Tode von Heinrich (II.) von Künsberg, im Jahre 1260 im Kloster Waldsassen zu Grabe gelegt, fielen Burg und Burgbezirk Königsberg an der Eger (tschechisch Kynsperg nad Ohri) als erledigtes Reichslehen an das Reich zurück. Kiensberg (Kynsperg) wurde noch im gleichen Jahr 1260 an die Vögte Heinrich von Weida, Heinrich von Plauen und Heinrich von Gera verpfändet, jedoch bereits ein Jahr später (1261) zugleich mit dem Ministerialensitz Wogau sowie der Burg Eger, die über Konrad von Hohenberg den Vögten eingeräumt worden war („arces castrum in Egra, quondam Conradi de Hoinberch licet ex concessione Regali nobis conpeteret…“ME 243), wieder ausgelöst und an Herzog Ludwig den Strengen in Baiern für dessen Mündel, den letzten Staufer Konradin, abgetreten.Distr. Egranus, S. 203.