Der Kamow Ka-226 Sergei () ist ein leichter Mehrzweckhubschrauber, der seit 1997 in Russland von der Firma Kamow gefertigt wird.

Geschichte Die im Jahr 1990 angekündigte Ka-226 wurde konzipiert, um die alternde Flotte der Vorgängerversion Kamow Ka-26 zu ersetzen, die noch mit Kolbenmotoren angetrieben wird. Der neue Typ hat dagegen zwei Allison-250-Turbinen. Der Bedarf an solchen universellen Hubschraubern ist in Russland hoch, zum Beispiel für die Wartung der Energieversorgungs-Infrastruktur, für den Katastrophenschutz, die Luftüberwachung oder die Versorgung abgelegener Siedlungen in Sibirien.

Der Hubschrauber hatte seinen Erstflug am 4. September 1997 und erhielt am 31. Oktober 2003 seine russische Zulassung. Seit 2009 ist die Version Ka-226T mit stärkeren Turbomeca Arrius 2G1 in der Erprobung. Die Serienproduktion startete im Jahr 2011.

2018 wurde ein eingelagerter Ka-226 den ukrainischen Marinefliegerstreitkräften in einsatzbereitem Zustand übergeben.

Seit 2015 war bekannt, dass 200 Ka-226T an die indischen Streitkräfte geliefert werden sollten (laut Angaben 2017 schon im Jahr 2019). Im Herbst 2021 begann die Flugerprobung einer aerodynamisch überarbeiteten Version der Ka-226T mit neuem Rotorkopf, Rotorblättern und Hauptgetriebe für Flüge in größerer Höhe. Bis 2024 konnten sich Kamow und HAL nicht über Technologietransfer und Kosten einigen und nach der russischen Invasion der Ukraine war das französische Triebwerk nicht mehr erhältlich. Ein russisches Triebwerk war 2024 in Entwicklung.

Konstruktion Der Hubschrauber hat wie seine Vorgängermodelle den für Kamow typischen Koaxialrotor. Vom 26er Modell erbte er auch das Prinzip des modularen Aufbaus, bei dem die Passagierkabine hinter der Pilotenkanzel als Ganzes ausgebaut werden kann. Stattdessen können Modul-Container mit medizinischer Ausrüstung montiert werden oder auch Behälter für Agrarchemikalien mit Sprühvorrichtung für den landwirtschaftlichen Einsatz. Ohne jedes Modul, stattdessen mit einer Winde ausgerüstet, wird der Ka-226 auch für den Transport von Außenlasten eingesetzt.

Versionen Ka-226 – Basisversion mit Turbinen von Allison oder Rolls-Royce. Wird beim Kumertau Aviation Production Enterprise (KumAPP) in Kumertau hergestellt. Ka-226.80 – Eine der frühen Bezeichnungen lautet Ka-226W. Es handelt sich um eine für das russische Verteidigungsministerium entwickelte Version des Hubschraubers auf Basis des Basismodells Ka-226. Sie wurde 2010 entwickelt und wird seit 2011 bei der KumAPP hergestellt. Ka-226A – Die Bezeichnung der ersten Version des Hubschraubers, die im Auftrag des russischen Katastrophenschutzministeriums entwickelt wurde. Es wurde ein Prototyp gebaut. Da das russische Katastrophenschutzministerium den Kauf des Hubschraubers ablehnte, wurde das Programm später eingestellt. Der Prototyp diente als Grundlage für die Erprobung und die Zulassungsprüfungen des Basismodells Ka-226. Ka-226AG – für Gazprom bestimmte Version, die zur Überwachung von Pipelines eingesetzt werden sollte. Es wurde ein Prototyp hergestellt. Später verzichtete man auf die Versionsbezeichnung, und dem Betreiber wurde die Basisversion des Hubschraubers übergeben. Die Produktion war im Werk „Strela“ in Orenburg geplant. Ka-226T – Version mit Turbomeca Arrius 2G1-Triebwerken von Safran Helicopter Engines und einem neuen Getriebe. Im Jahr 2010 nahm ein Prototyp dieser Version an einer Ausschreibung der indischen Streitkräfte teil. Im Jahr 2012 wurden im Auftrag des russischen Katastrophenschutzministeriums Arbeiten zur Modernisierung dieser Hubschrauberversion aufgenommen. Die neue Version des Hubschraubers verfügt über eine neue Bordausrüstung mit einem elektronischen Anzeigesystem und einem Bordanzeige- und Kontrollsystem mit MFI, einem automatischen Steuerungssystem, einem Navigationssystem sowie einem Wetterradar. Sie ist mit Arrius-2G1-Triebwerken, einem neuen Hauptgetriebe und einem neuen Antriebsstrang ausgestattet. Der Hubschrauber bietet die Möglichkeit, einen externen Zusatztank, eine Winde, eine externe Lastvorrichtung und einen Suchscheinwerfer anzubringen. Für medizinische Evakuierungsaufgaben wird in der Frachtraumkabine des Hubschraubers ein medizinisches Modul installiert. Der Einbau eines Systems zum Einklappen der Hauptrotorblätter ist vorgesehen. Durch den Ukrainekrieg und den damit einher gehenden Sanktionen, kann man nicht mehr die Turbomeca Turbinen kaufen. Man begann damit eine eigene Turbine zu entwickeln. Im Mai 2026 flog der Prototyp, mit der in Russland entwickelten Turbine WK-650W in Tomilino bei Moskau zum ersten Mal. Die Bezeichnung für die Hubschrauber-Variante bleib gleich. Ka-226TG – Bezeichnung des Modifikationsprojekts für den Hubschrauber Ka-226, das im Auftrag von „Gazprom“ entwickelt wird. Eine Besonderheit des Hubschraubers ist seine Eignung für den Einsatz unter den Bedingungen des hohen Nordens. Konstruktiv ähnelt er dem Modell Ka-226T. Ka-226TM – Bezeichnung des Projekts zur Modifizierung der Ka-226T für den Einsatz auf Schiffen der Küstenwache des Grenzschutzdienstes des FSB der Russischen Föderation – für den Zeitraum 2015–2020 ist die Anschaffung von 10 Hubschraubern des Typs Ka-226TM geplant. Ka-226-50 – modernisierte Version Ka-226U – Schulungsversion des Hubschraubers

Technische Daten mini|Ka-226T mit beigeklappten Rotoren, MAKS 2019

Kenngröße Daten Ka-226 Daten Ka-226T Konstrukteur Leonid Schirjajew Besatzung 1–2 Passagiere max. 8 6–7 Rotordurchmesser 13,00 m 13,24 m Länge 8,10 m 8,61 m Breite 3,23 m Höhe (mit Rotorkopf) 4,25 m 4,19 m Leermasse 1952 kg Nutzlast 785 kg max. Startmasse 3400 kg 3600 kg Höchstgeschwindigkeit 210 km/h 220 km/h Reisegeschwindigkeit 185 km/h 190 km/h Dienstgipfelhöhe 3500 m 6100 m Steigrate 10,1 m/s 12,5 m/s Reichweite 600 km 475 km, 3,5 h Triebwerke zwei Rolls-Royce Allison 250-C20B zwei Turbomeca Arrius 2G1 Leistung je 313 kW (420 WPS) je 500 kW (670 WPS)

Nutzer mini|Ka-226AG der Gazpromavia auf der MAKS 2007

Russische Luftstreitkräfte: 19 Ka-226 Föderaler Dienst für Sicherheit: 6 Ka-226, 1 Ka-226T Russische Marine: 6 Ka-226T FSB: 4 Ka-226 Gazprom Avia: 2 Ka-226 Katastrophenschutzministerium: 8 Ka-226T Moskauer Polizei: 5 Ka-226 Krankenhaus Orenburg: 2 Ka-226 Polizei der Region Woronesch: 1 Ka-226 Ukraine

eine Maschine, ursprünglich für den Katastrophenschutzdienst vorgesehen. Wurde dann aber der Marine, aus administrativen Gründen, übergeben. Wird dort als VIP Transport eingesetzt

Indien

wollte ursprünglich 200 Ka-226T kaufen für ungefähr $1 Milliarde ab 2014 kaufen. Da Indien einen großen Teil dieser Hubschrauber in Indien produzieren möchte. Mussten Kamow und Hindustan Aeronautics Limited die Vertragbedingungen für den Technologie Transfer aushandeln. Dabei gab es meinungsverschiedenheiten, die dafür sorgten das 2024 man in Indien sich mehr in Richtung des HAL Light Utility Helicopter (LUH) orientierte. Die Verhandlungen laufen aber noch.

China

in China ist man an einer unbekannten Anzahl an Zivilen Versionen der Ka-226T interessiert.

Syrien

die syrische Luftwaffe hatte mindesten zwei Ka-226. Durch den Bürgerkrieg und die israelischen Angriffe im Dezember 2024 wurden große Teile der syrischen Luftwaffe zerstört. Dadurch ist der Status dieser Maschinen unbekannt.

Zwischenfälle Am 7. November 2025 ist ein Ka-226 in der russischen Republik Dagestan nahe der Ortschaft Atschi-Su, rund 50 Kilometer westlich des Kaspischen Meeres abgestürzt. Laut mehreren Medienberichten kamen dabei fünf Menschen ums Leben, darunter vier Mitarbeiter des Rüstungsunternehmens Kovrov Electromechanical Plant (KEMZ).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Mehrzweckhubschrauber #:::226 Kategorie:Erstflug 1997