Heinrich Wilhelm Hermann Otto Nicodemus (* 21. Juni 1886 in Biebrich, heute zu Wiesbaden; † 29. November 1966 in Bad Soden am TaunusSterbebuch Bad Soden am Taunus, 1966, Eintrag Nr. 68.) war ein deutscher Chemiker, Fußballspieler, Hockeyfunktionär und Philatelist. Als Fußballspieler bestritt er 1909 ein Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft. Er war außerdem an der Gründung des Höchster Hockey Clubs beteiligt. In der Philatelie erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter die Hans-Wagner-Medaille. 1933 trat er der NSDAP bei.

Leben, Ausbildung und Beruf Nicodemus stammte aus Biebrich bei Wiesbaden. 1907 legte er in Freiburg im Breisgau seine Inaugural-Dissertation mit dem Titel Untersuchungen über meta-Amidochinolin und meta-Oxyalkylchinolone vor.

Später war Nicodemus als Chemiker in Frankfurt-Höchst tätig. Die Vereinsgeschichte des Höchster Tennis- und Hockey-Clubs nennt ihn im Zusammenhang mit der Gründung des Höchster Hockey Clubs als Chemiker aus dem Umfeld der Farbwerke. In den 1930er Jahren erschien Nicodemus in Patent- und Fachnachweisen als Erfinder aus Frankfurt-Höchst im Zusammenhang mit der I.G. Farben.Chemisches Zentralblatt. 1935, Band II, Nr. 10, Patentnachweis zu I. G. Farbenindustrie Akt.-Ges., Frankfurt a. M.; Erfinder: Otto Nicodemus u. a., Frankfurt a. M.-Höchst ().

Sportliche Laufbahn

Fußball Nicodemus spielte als Abwehrspieler für den SV Wiesbaden und in der Saison 1914/15 für den Freiburger FC. Der SV Wiesbaden ging aus der Fußballabteilung der Wiesbadener Turngesellschaft hervor; die Stadt Wiesbaden nennt Nicodemus als ersten und bislang einzigen Nationalspieler des Vereins.

Sein einziges Länderspiel bestritt Nicodemus am 4. April 1909 in Karlsruhe beim 1:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz.

Hockey Neben dem Fußball war Nicodemus im Hockey aktiv. Nach Darstellung des Höchster Tennis- und Hockey-Clubs hatte er den Hockeysport während seiner Studienzeit in Heidelberg kennengelernt. 1913 gehörte er zu den Initiatoren des Höchster Hockey Clubs, der aus dem Umfeld von Angehörigen der Farbwerke entstand. Die Gründungsversammlung fand am 30. Mai 1913 im Höchster Brauhaus statt; als Gründungstag wurde der 1. April 1913 festgelegt. Nicodemus übernahm im jungen Verein die Funktion des Spielwarts. Nach kriegsbedingter Unterbrechung begann er im Herbst 1921 gemeinsam mit zwei weiteren früheren Mitgliedern mit dem Wiederaufbau des Clubs.

Zeit des Nationalsozialismus Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.399.680).Bundesarchiv R 9361-IX/30511653Stephan H. Lindner: Hoechst - ein I.G. Farben Werk im Dritten Reich. München 2005. S. 140

Philatelie Nicodemus war auch als Philatelist aktiv und wurde mehrfach mit philatelistischen Auszeichnungen geehrt. Der Bund Deutscher Philatelisten verlieh ihm 1953 die Verdienstnadel in Gold; der Verband bezeichnet diese Auszeichnung als höchste Auszeichnung, die er an Mitglieder in Vereinen oder Arbeitsgemeinschaften vergibt., S. 8. 1956 erhielt Nicodemus die Hans-Wagner-Medaille.Carlrichard Brühl: Geschichte der Philatelie. Band 2, Olms, Hildesheim 1985, ISBN 3-487-07618-7, S. 1130 f. 1964 wurde er außerdem mit der Richard-Renner-Medaille des Bundes Deutscher Philatelisten ausgezeichnet., S. 5.

Auszeichnungen 1953: Verdienstnadel in Gold des Bundes Deutscher Philatelisten 1956: Hans-Wagner-Medaille 1964: Richard-Renner-Medaille des Bundes Deutscher Philatelisten

Schriften Otto Nicodemus: Untersuchungen über meta-Amidochinolin und meta-Oxyalkylchinolone. Speyer & Kaerner, Freiburg im Breisgau 1907. O. Nicodemus: Technischer Acetylenbaum. 1950.

Literatur Carlrichard Brühl: Geschichte der Philatelie. Band 2, Olms, Hildesheim 1985, ISBN 3-487-07618-7.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Fußballnationalspieler (Deutschland) Kategorie:Fußballspieler (SV Wiesbaden) Kategorie:Fußballspieler (Freiburger FC) Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hockeyfunktionär (Deutschland) Kategorie:Philatelist Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1886 Kategorie:Gestorben 1966 Kategorie:Mann