Diese Liste gibt einen Überblick über alle Mitglieder der Volkskammer der DDR in der 9. Wahlperiode (1986–1990).
Zusammensetzung
Bei der Volkskammerwahl 1986 am 8. Juni 1986 stimmten nach offiziellen Angaben bei einer Wahlbeteiligung von 99,74 % insgesamt 99,94 % der Wähler für den Wahlvorschlag der Nationalen Front.
FraktionSitzenach Parteizugehörigkeit SED 127 276 DBD 52 52 CDU 52 54 LDPD 52 53 NDPD 52 53 FDGB 61 – FDJ 37 – DFD 32 – Kulturbund 21 – VdgB 14 – parteilos – 12 gesamt 500 500 Die Wahl hatte auf die Stärke der Fraktionen keinen Einfluss, ihre Größe wurde bereits vor der Wahl festgelegt. In der rechten Spalte der obigen Tabelle sind die Parteizugehörigkeiten der Mitglieder der Fraktionen des FDGB, des DFD, der FDJ, des Kulturbundes und der VdgB berücksichtigt. Mitglieder der SED hatten also in der Volkskammer die absolute Mehrheit.
Präsidium Präsidium (16. Juni 1986) Präsident der Volkskammer Horst Sindermann (SED) Stellvertreter des Präsidenten der Volkskammer Gerald Götting (CDU) Mitglieder des Präsidiums: Rudolf Agsten (LDPD) Heinz Eichler (SED) Günter Hartmann (NDPD) Werner Heilemann (FDGB) Wolfgang Heyl (CDU) Günther Maleuda (DBD) Erich Mückenberger (SED) Manfred Scheler (VdgB) Wilhelmine Schirmer-Pröscher (DFD) Karl-Heinz Schulmeister (Kulturbund) Volker Voigt (FDJ)
Das bisherige Präsidium trat zu Beginn der 11. Tagung der Volkskammer am 13. November 1989 geschlossen zurück. Somit konnte ein neues Präsidium gewählt werden. Die Wahl fand im Rahmen der erstmals im DDR-Fernsehen übertragenen Sitzung nach demokratischen Grundsätzen in geheimer Wahl statt.
Präsidium (13. November 1989)
Für die Wahl zum Präsidenten der Volkskammer der DDR bewarben sich folgende Kandidaten:
KandidatFraktionStimmenim ersten WahlgangStimmenim zweiten Wahlgang Günther Maleuda DBD 185 246 Manfred Gerlach LDPD 111 230 Christine Wieynk CDU 62 – Manfred Mühlmann NDPD 61 – Günther Drefahl Kulturbund 53 – ungültig 5 1 gesamt 477 477
Da keiner der Kandidaten nach dem ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit von 239 Stimmen erreicht hatte, kam es zu einer Stichwahl zwischen Maleuda und Gerlach, die der DBD-Vorsitzende Maleuda für sich entschied.
Präsident der VolkskammerGünther Maleuda (DBD)
Zum Stellvertreter des Volkskammerpräsidenten wurde der neue SED-Fraktionsvorsitzende Werner Jarowinsky gewählt. Er wurde am 11. Januar 1990 durch Käte Niederkirchner in beiden Funktionen ersetzt.
Stellvertreter des Präsidenten der VolkskammerWerner JarowinskyKäte Niederkirchner ab 11. Januar 1990
In das Präsidium wurden 11 Abgeordnete gewählt, wobei fünf davon bereits dem alten Präsidium angehörten. Mitglieder des Präsidiumsvgl. Andreas Herbst, Winfried Ranke, Jürgen Winkler: So funktionierte die DDR. Band 2: Lexikon der Organisationen und Institutionen M–Z. Rowohlt, Reinbek 1994. Heinz Eichler (SED)Günter Hartmann (NDPD)Wolfgang Heyl (CDU) am 16. November 1989 von seinen Funktionen entbundenAdolf Niggemeier (CDU) am 17. November 1989 als Nachfolger von Wolfgang Heyl gewähltMichael Koplanski (DBD)Käte Niederkirchner (SED) ab dem 11. Januar 1990 stellvertretende Volkskammerpräsidentin Heinz Albrecht (SED) als Nachfolger von Käte Niederkirchner am 11. Januar 1990 gewähltHans-Dieter Raspe (LDPD)Christel Bednareck (FDGB) am 11. Januar 1990 Mandatsaufhebung und damit Rücktritt aus dem PräsidiumSiegfried Hanusch (FDGB) am 11. Januar 1990 als Nachfolger von Christel Bednareck in das Präsidium gewähltEva Rohmann (DFD)Manfred Scheler (VdgB)Karl-Heinz Schulmeister (Kulturbund)Cornelia Wolfram (FDJ)
Fraktionsvorsitzende Fraktion der SED Erich Mückenberger bis 11. November 1989 Werner JarowinskyKäte Niederkirchner ab 12. Januar 1990 Fraktion der DBD Erwin Binder Fraktion der CDU Wolfgang Heyl Adolf Niggemeier ab 16. November 1989 Fraktion der LDPD Rudolf AgstenPaul Eberle ab 12. Januar 1990 Fraktion der NDPD Günter Hartmann Fraktion des FDGB Hans Jendretzky Fraktion des DFD Eva RohmannHannelore Hauschild ab 12. Januar 1990 Fraktion der FDJ Hans-Joachim Willerding bis 11. November 1989Lutz Ahnfeld Fraktion des Kulturbundes Karl-Heinz Schulmeister Fraktion der VdgB Manfred Scheler
Abgeordnete