Steimke ist ein Ortsteil der Gemeinde Obernholz, im Norden des Landkreises Gifhorn in Niedersachsen.

Geografie Geografische Lage Steimke liegt im Osten der Südheide. Steimke befindet sich etwa 30 km südlich der Stadt Uelzen, gehört verwaltungstechnisch aber zum Landkreis Gifhorn. Der Ort liegt zwischen dem Naturpark Südheide und dem Naturpark Wendland.Elbe. Steimke ist Teil der Gemeinde Obernholz und befindet sich im Zentrum der Gemeinde. Nächstgelegene Mittelzentren sind Gifhorn, Celle und Uelzen.

Ortsname Im Mittelalter entsprang in Steimke eine in Stein gefasste Quelle, die möglicherweise zur Namensgebung geführt hat. Das hochdeutsche Wort Steinbach entspricht im Plattdeutschen dem Wort Steenbeeke, aus welchem sich der heutige Ortsname Steimke entwickelt hat.

Geschichte mini|Gedenktafel an das 800-jährige Ortsjubiläum Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung von Steimke (Stembeke) steht im Güterverzeichnis von 1196/97 des Braunschweiger Stifts Sankt Cyriakus.Vgl. Himmelmann, Gerhard: Das Stift St. Cyriacus zu Braunschweig 1196/97 und die Ersterwähnung von Ortschaften im Landkreis Gifhorn 1996, Landkreis Gifhorn 1996, ISBN 978-3-929632-28-6.

In der Franzosenzeit gehörte Steimke zum Distrikt Uelzen im Departement der Aller des Königreichs Westphalen. 1885 wurde der Kreis Isenhagen gegründet, dem Steimke angehörte. Zuvor gehörte Steimke zum Amt Isenhagen. 1932 wurde der Kreis Isenhagen aufgelöst, seitdem gehört Steimke zum Landkreis Gifhorn.

Steinkreuz des Junkers Georg von Blankenburg mini|hochkant|Reiterkreuz Beim Ritt zur Wallfahrtskapelle in Steimke soll der Junker Georg von Blankenburg aus Steinhorst durch einen Sturz vom Pferd tödlich verunglückt sein. Sein Vater setzte im Jahre 1244 ein Steinkreuz zur Erinnerung an dieses Ereignis und stiftete außerdem die Kirche in Steinhorst. Das Reiterkreuz steht heute noch mitten im Ort.

Marienkapelle Im Jahre 1385 errichtete das Kloster Isenhagen eine Marienkapelle, mit der sich der Ort Anfang des 15. Jahrhunderts zu einem Wallfahrtsort entwickelte.

Der zur Kapelle gehörende Clausbrunnen soll Wasser mit besonderer Heilkraft geführt haben. Er lag an der Südseite des Geländes und ist heute zugemauert.

Nachdem das Kloster Isenhagen im Sächsischen Erbfolgekrieg großen Schaden erlitten hatte, versuchten Probst Hermann und Äbtissin Mechthild 1385 mit Hilfe eines Bettel- und Ablassbriefes, Mittel zum Wiederaufbau des Klosters zu beschaffen. 1392 wurde festgelegt, dass die Einkünfte der Kapelle in Steimke für Leibrente und Kleidung der Klosterfrauen verwendet werden sollten. Bis 1450 hatten sich die Einnahmen soweit stabilisiert, dass eine eigene Vikarie errichtet wurde.

Im Zuge der Reformation wurde die Kapelle im Auftrags des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg Ernst I. 1532 entweiht und zerstört. 1818 wurden die letzten Überreste der Kapelle beseitigt.

Da bei Ausschachtarbeiten der Hausbauten mehrfach Skelettstücke zutage kamen, darf man annehmen, dass die Kapelle von einem Friedhof umgeben war.

Schule Die Dorfschule in Steimke bestand von 1770 bis 1965. Vor der Gründung der Schule wurden die Schüler von den Einwohnern des Dorfes unterrichtet. Seit 1959 wurde ab der 5. Klassenstufe in Hankensbüttel unterrichtet. 1964 wurde der Schulbetrieb ganz nach Hankensbüttel verlagert.

Schülerzahlen: Jahr 1908 1925 1950 1963 Einwohner 39 25 79 20

Eingemeindung Am 1. März 1974 wurde Steimke in die neue Gemeinde Obernholz eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1910 1925 1933 1939 2008 2016 Einwohner 214 232 217 206 236 229

Religion Steimke ist seit der Reformation protestantisch geprägt, verfügt jedoch über keine Kirche.

Evangelisch-lutherische Einwohner gehören zur Kirchengemeinde Hankensbüttel mit der St.-Pankratius-Kirche in Hankensbüttel, Katholiken gehören zur Pfarrei Wittingen mit der St.-Marien-Kirche in Wittingen.

Politik Ortsvorsteher ist zurzeit Ingo Lilje.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Kriegerdenkmal Das Kriegerdenkmal erinnert an die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege aus Steimke.

Westlich von Steimke befinden sich zwei Windkraftanlagen. Am 4. Februar 2011 wurde eine Anlage bei einem Brand beschädigt.https://www.az-online.de/isenhagener-land/wittingen/steimke-windrad-brennt-1110908.html

Regelmäßige Veranstaltungen Schützenfest, am letzten Wochenende im Mai Sommerfest; Stiefelparty, am 4. Wochenende im Juli

Bräuche Wurstsuchen, am 3. Wochenende im Januar Osterfeuer, am Ostersonntag Maibaum aufstellen, am 30. April

Vereine und Verbände Stiefel-Club-Steimke von 1979 e. V. Schützenverein Steimke von 1926 e. V. Schießsportgruppe Blaskapelle Die Wiesentaler

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen mini|Traktoren bei einem Landmaschinenhändler in Steimke Steimke ist landwirtschaftlich geprägt. Die Poststelle Steimke wurde geschlossen, in Steimke steht heute nur noch ein Postbriefkasten zur Verfügung.

Auch die Gaststätte Max Dolezych, der auch das Gemischtwarengeschäft angeschlossen war, wurde geschlossen. Einkaufsmöglichkeiten des täglichen Bedarfs und Gastronomie sind in Steimke nicht mehr vorhanden.

Öffentliche Einrichtungen Den Kindern steht ein Spielplatz zur Verfügung.

Bildung Die Schule wurde 1964 geschlossen, eine Kindertagesstätte ist in Steimke nicht vorhanden.

Verkehr mini|Ortseingang mit Kreisstraße 12 Durch Steimke verläuft die Kreisstraße 12, die in der Ortslage von Steimke die Bezeichnung Rosenstraße trägt. Im Norden führt die Kreisstraße 12 bis nach Schweimke und im Süden endet sie nahe dem Ortseingang von Hankensbüttel an Kreisstraße 11, die von Wierstorf kommend bis zur Bundesstraße 244 in Hankensbüttel verläuft. Die Kreisstraße 13, in der Ortslage von Steimke als Wohlweg bezeichnet, beginnt in Schweimke und verläuft in nordwestlicher Richtung über Wettendorf und Bottendorf bis nach Schweimke.

Linienbusse fahren von Steimke bis nach Hankensbüttel und Schweimke.

Literatur Arbeitskreis „Dorfbuch“: 800 Jahre Steimke – Ein Dorfbuch. Steimke 1996

Weblinks

Samtgemeinde Hankensbüttel

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Gifhorn Kategorie:Obernholz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Gifhorn) Kategorie:Ersterwähnung 1196 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974