mini|hochkant|Márta Sebestyén (2010) Márta Sebestyén [] (* 19. August 1957 in Budapest) ist eine ungarische Volksliedsängerin.
Leben Ihre Mutter, die Volksliedsammlerin Ilona Farkas, war Schülerin von Zoltán Kodály. Márta Sebestyén soll schon im frühen Kindesalter alles, was sie hörte, nachgesungen haben, bereits bevor sie sprechen konnte. Im Alter von sechs Jahren wurde schon eine Schallplatte mit ihr aufgenommen. Nach dem Abschluss eines Budapester Gymnasiums wurde sie an die Budapester Kunstakademie aufgenommen, sie gab das Studium aber 1975 auf, um mehr Zeit für das Singen zu haben.
Márta Sebestyén tritt regelmäßig mit dem Volksmusikensemble Muzsikás auf. Auf ihrem Repertoire sind Volkslieder aus fast allen ungarischsprachigen Regionen zu finden, unter anderem Lieder aus Somogy und Siebenbürgen (Transsilvanien, ungar. Erdély), sie singt aber auch jiddische, südslawische und Roma-Lieder.
In Ungarn ist sie allgemein sehr bekannt und aufgrund ihres unermüdlichen und engagierten Einsatzes um die Bewahrung des ungarischen Volksliedgutes hoch geachtet. Um die alten Lieder und Weisen ihrer Heimat vor dem Vergessen zu bewahren, unternahm sie zahlreiche Forschungsreisen, ließ sich von alten Leuten vorsingen, nahm dies auf oder schrieb es dann in Notenform nieder.
Zum Weltmusik-Projekt Big Blue Ball von Peter Gabriel und Karl Wallinger leistete Márta Sebestyén einen Beitrag mit dem auch von ihr komponierten Song River. Sie wirkte auch als Sängerin und Musikerin an den Aufnahmen des Kompilations-Albums mit, das in den Sommern der Jahre 1991, 1992 und 1995 in den Real World Studios aufgenommen wurde und 2008 erschien.
International bekannt wurde sie durch das Vokal-Lied Szerelem, szerelem („Liebe, Liebe“), ein ungarisches Volkslied, das sie im Titellied des Films Der englische Patient sang. Im Film kommt es als „historische“ Grammophonaufnahme vor, wofür das Stück mit künstlichen Kratzer-Geräuschen überdeckt wurde.
Auf dem mit einem Grammy preisgekrönte Album Bohème von Deep Forest ist sie mit der Ballade Marta’s Song zu hören.
Sie ist geschieden und hat zwei Söhne.
Preise 1984: Sängerin des Jahres 1994: Offizier des Verdienstordens der Republik Ungarn 1996: Grammy, mit der Gruppe Deep Forest für das Album Boheme 1999: Kossuth-Preis mit dem Ensemble Muzsikás 2003: Prima-primissima-Preis 2005: Komtur des Verdienstordens der Republik Ungarn 2005: Ritter des Verdienstordens der Italienischen Republik János-Déri-Preis
Diskografie – Auswahl Márta Sebestyén hat auf etwa 90 LPs oder CDs mitgewirkt oder aufgenommen (Stand Anfang 2009)
1978: Élő népzene – Living Hungarian Folk Music (mit Muzsikás együttes), Hungaroton 1986: The Prisoner’s Song (mit Muzsikás), Hannibal 1987: Muzsikás (mit Muzsikás), Hannibal 1988: The Prisoner’s Song (mit Muzsikás), Hannibal 1988: Vujicsics (mit Vujicsics), Hannibal 1988: Tündérkert. Erdélyi ballada (mit Hegedős együttes), Hungaroton 1992: Apocrypha, Hannibal 1992: Transylvanian Portraits (mit Ökrös Ensemble), Koch World 1995: Máramaros: The Lost Jewish Music of Transylvania (mit Muzsikás), Hannibal 1995: Kettő – Hungarian Folk Music (mit Muzsikás), Munich 1996: Kismet, Hannibal 1997: The Best of Márta Sebestyén: The Voice of „The English Patient,“ Hannibal 1997: Morning Star (mit Muzsikás), Hannibal 1999: The Bartók Album (mit Muzsikás), Hannibal 2000: Southern Slav Folk Music (mit Vujicsics), Hungaroton 2000: Dudoltam én, Hungaroton 2003: Ősz Az Idő (mit Muzsikás), Fono 2004: Live at Liszt Academy, Fono
Weblinks
Website von Márta Sebestyén (ungarisch) Website von Muzsikás (ungarisch/englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Musiker (Ungarn) Kategorie:Träger des Verdienstordens der Republik Ungarn (Komtur) Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Ritter) Kategorie:Kossuth-Preisträger Kategorie:Sänger Kategorie:Ungar Kategorie:Geboren 1957 Kategorie:Frau