Obernburg (amtlich: Obernburg a.MainStatistisches Bundesamt, Gebietsänderungen vom 1.1.-31.12.1961 (Gemeindename seit 17. Juli 1961), untermainländisch: Omborsch) ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Miltenberg und liegt an der Mündung der Mümling, die im unteren Lauf auch Mömling genannt wird, in den Main am östlichen Fuße des Odenwalds.
Geographie Gelände Obernburg ist durch zwei Höhenzüge im Süden und im Nordwesten des Stadtgebiets begrenzt. Der südliche Höhenzug, der sogenannte „Obernburger Stadtwald“ wird forstwirtschaftlich genutzt. In Richtung des Gemeindeteils Eisenbach geht die Nutzung – bei langsam flacher werdender Topographie – in landwirtschaftliche Nutzfläche über. Die Ufer der Mümling und des Mains werden hauptsächlich als Siedlungsgebiet genutzt. Der nordwestliche Höhenzug ist nur noch teilweise bewaldet. Auf diesem Höhenzug hat sich eine landwirtschaftliche Nutzung etabliert.
Der topographisch höchste Punkt des Stadtgebiets ist der sogenannte Querberg mit , der niedrigste liegt am Main auf .
Lage der Stadt Obernburg liegt auf der linken Mainseite, an der Mündung der Mümling in den Main, ungefähr auf halbem Weg zwischen der Kreisstadt Miltenberg und der kreisfreien Stadt Aschaffenburg.
Die Stadt grenzt im Norden an die Gemeinde Großwallstadt. Im Süden der Stadt liegt die Stadt Wörth a. Main. Im Südwesten und Westen grenzen die hessischen Gemeinden im östlichen Odenwaldkreis – Lützelbach und Breuberg – an die Kommune an. Die nordwestliche Nachbargemeinde Mömlingen bezeichnet sich als „das Tor zum Odenwald“. Über dem Main, im Osten, liegt der Markt Elsenfeld und südlich davon die Stadt Erlenbach a. Main.
Gemeindegliederung Es gibt vier Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Eisenbach (Pfarrdorf) Lauterhof (Einöde) Neustädterhof (Einöde) Obernburg (Hauptort)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Obernburg a.Main und Eisenbach. Die Gemarkung Obernburg a.Main hat eine Fläche von 16,290 km². Sie ist in 6943 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2346,24 m² haben.
Name Etymologie Der Name Obernburg setzt sich zusammen aus den althochdeutschen Wörtern oboro, im Sinne von höher oder weiter oben gelegen, und burc für einen befestigten Ort. Als Erklärung ergibt sich daraus weiter talaufwärts (als Niedernburg, heute Niedernberg) gelegener, befestigter Ort.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1183 Ouerenburch 1184 Obirinburc 1259 Oberenburg 1279 Obernburg
Ortsnecknamen Die Obernburger wurden von der ländlichen Umgebung Stadtbauern genannt. Sie wurden aber auch Handumme genannt. Wie andernorts aus einem Johann Adam ein Handam wurde, so wurde im Obernburger Dialekt aus einem Hans Thomas ein Handumme. Johann Thomas war früher sehr oft eine Namensgebung in Obernburg, auch der berühmte Sohn der Stadt Johann Thomas Schmid, der sich Johannes Obernburger (1500–1552) nannte und als Doktor der Rechte, Geheimsekretär Kaiser Karl V. war.Werner Trost: Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer. Landkreis Miltenberg 2003.
Geschichte mini|Obernburg und Eisenbach in der Spessartkarte von Paul Pfinzing von 1594 (Norden ist rechts)
Römische Besiedelung Um 107/110 n. Chr.Bernd Steidl: Welterbe Limes: Roms Grenze am Main. Logo, Obernburg am Main 2008, ISBN 978-3-939462-06-4, S. 109. wurde von den Römern das Kastell Obernburg als Außenposten und zur Grenzsicherung des Nassen Limes errichtet. Nach einer Spekulation der Lokalforschung wurde die Befestigungsanlage auch NemaningaDass der Name des Kastells Nemaninga lautete, ist eine Spekulation der Lokalforschung. Die Annahme stützt sich lediglich auf den Umstand, dass im Raum Obernburg über die Besatzung des Kohortenkastells hinaus noch ein Numerus Brittonum Nemaningensium vermutet wird. Das Nemaningensium bezieht sich auf den Bach Mömling wurde aber wohl als Kastellname missgedeutet. Über den tatsächlichen antiken Kastellnamen ist nichts bekannt. genannt. Im Weichbild der Altstadt Obernburgs zeichnen sich noch heute die wichtigsten Lagerstraßen des Kastells ab. Die römischen Truppen blieben bis um 260/275 n. Chr.Egon Schallmayer: Der Odenwaldlimes. Entlang der römischen Grenze zwischen Main und Neckar. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2309-5, S. 70. Anschließend besiedelten im Zuge der Völkerwanderung germanische Stämme, insbesondere Alemannen, den Platz.
Mittelalter und Erhebung zur Stadt Aus dem frühen Mittelalter finden sich keine Überlieferungen, erst ab 1183 tauchen wieder Schriften über das Dorf Ouerenburch auf. In diesem Jahr schenkte ein gewisser Pfarrer Heinrich dem Stift Aschaffenburg Revenuen an Obernburger Weinbergen. 1184 werden dem Stift Aschaffenburg und dessen Propst Wortwin Besitzungen (Hof, Kirche und Zehnt) in Obernburg (Obirinburc) durch Papst Lucius III. bestätigt. Insbesondere durch einen 1282 ausgetragenen Streit zwischen den Herren von Klingenberg und dem Collegiatsstift Aschaffenburg, welche beide große Besitzungen in Obernburg innehatten, fand der ansonsten bis dahin eher unbedeutende Ort Eingang in die Geschichtsschreibung.
Am 25. März 1313 wurde Obernburg durch den Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt zur Stadt erhoben. Die Bestätigung der Stadtrechte durch König Ludwig den Bayern erfolgte am 27. Juli 1317 in einer in Aschaffenburg ausgestellten Urkunde. Die Erhebung zur Stadt durch den Mainzer Erzbischof erfolgte wohl aus taktischen Überlegungen um die Besitzungen der Kurmainzer am Untermain zu sichern und deren Macht und Reichtum auszubauen.
Obernburg kommt zu Bayern Bis zum Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 gehörte Obernburg zum Mainzer Kurfürstentum, im Anschluss daran zum neu gegründeten Fürstentum Aschaffenburg, welches 1810 im Großherzogtum Frankfurt aufging. Im Jahr 1814 kam Obernburg zum Königreich Bayern. Im Jahr 1861 wird die Stadt Sitz des Bezirksamtes und des Amtsgerichts Obernburg.
20. Jahrhundert Während der Revolution 1918 wird auch in Obernburg ein Arbeiter- und Bauernrat gebildet. Dessen Vorsitzender wird der Gastwirt Johann Elbert (USPD). Von Februar bis März 1919 übernimmt ein revolutionärer Aktionsausschuss unter Elberts Leitung die Macht im Bezirksamt. Elberts Versuch, Anfang April 1919 auch in Obernburg die Räterepublik auszurufen, misslingt.Hubert Zöller: Kirchenglocken läuten für Räterepublik, in: Main-Echo, 1. November 2018 (abgerufen am 3. November 2018)
1939 wurden die bayerischen Bezirke in Landkreis, die Bezirksämter in Landratsamt umbenannt. Obernburg war nun Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises Obernburg. Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Obernburg 1945 von amerikanischen Truppen besetzt und gehörte nun zur amerikanischen Besatzungszone. Die Amerikaner richteten in Obernburg ihre Militärregierung für den Landkreis ein, deren Chef Captain B. H. Logan wurde.Christoph Weisz (Hg.): OMGUS-Handbuch. Die amerikanische Militärregierung in Deutschland 1945–1949. München 1994, ISBN 3-486-55821-8, S. 162–165.(google.de, abgerufen am 3. November 2018)
Der Gemeindename lautet seit dem 17. Juli 1961 Obernburg am Main.Statistisches Bundesamt, Gebietsänderungen vom 1.1.-31.12.1961 (eingesehen am 12. Dezember 2023)
Der Landkreis Obernburg wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern zum 30. Juni 1972 aufgelöst und ging in den neu gebildeten Landkreis Miltenberg über.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Eisenbach eingemeindet.
Demographie Bevölkerungsentwicklung mini|Bevölkerungsentwicklung von Obernburg am Main Obernburgs Bevölkerung lag bei der ersten offiziellen Aufzeichnung, dem Zensus vom 1. Dezember 1840, bei 2534 Einwohnern. Im Laufe des 19. Jahrhunderts stagnierte die Einwohnerzahl – trotz des Status der Stadt als königlich bayerisches Amtsgericht – auf diesem Niveau. Erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts stiegen Einwohnerzahlen stetig an. Hatte die Stadt 1900 noch 2568 Bewohner, waren es 1925 schon 2992 und 1939 lebten schon 3651 Menschen in Obernburg. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges stieg die Bevölkerungszahl erneut. Insbesondere geschah dies, da Kriegsvertriebene in Obernburg angesiedelt wurden. Die Benennung zweier Straßen im damaligen Neubaugebiet in Sudetenstraße und der Schlesierstraße belegen diesen Anstieg der Einwohnerzahlen auf nunmehr 4899 Einwohner 1950. Der Babyboom der 1950er und 60er Jahre bescherte Obernburg einen weiteren Anstieg der Bevölkerung, so dass am 27. Mai 1970 – dem letzten Zensus vor der Eingemeindung Eisenbachs – 6124 Menschen in Obernburg lebten. Bei der nächsten Zählung im Jahr 1987 lag die gemeinsame Bevölkerungszahl bei 7405 Bewohnern.
Der Zensus 2011 stellte einen Bevölkerungsstand von 8571 Einwohnern fest. Seit diesem Zeitpunkt wuchs die Stadt nur noch leicht auf 8647 Einwohner 2016.
Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 7486 auf 8712 um 1226 Einwohner bzw. um 16,4 %. Quelle: BayLfStat
Religionen Die Bevölkerung der Stadt Obernburg ist traditionell christlich geprägt. Dies belegen die Zahlen zur Religionszugehörigkeit in 2011. Dort gaben von 8571 Einwohnern 5124 Menschen oder 59,8 Prozent der Einwohner an, der katholischen Konfession anzugehören und weitere 1158 Menschen, entspricht 13,5 Prozent der Einwohner, bekannten sich zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinschaft. Erwähnenswert ist jedoch, dass der Anteil der katholischen Bevölkerung sowohl prozentual als auch nominal abgenommen hat und der Anteil der evangelischen Christen nominell stieg. So waren 1987 noch 5757 Menschen (entsprach damals 77,7 Prozent der Einwohner) Mitglied der katholischen Kirche und nur 992 (entsprach 13,4 Prozent der Einwohner) waren Mitglied der evangelischen Gemeinde.
Bevölkerungsstruktur Obernburg verzeichnete beim letzten Zensus 2011 einen Ausländeranteil (Bevölkerung ohne deutsche Staatsangehörigkeit) von 7,9 Prozent oder 676 Einwohnern. Dies deckt sich mit dem bundesdeutschen Schnitt im selben Jahr, der ebenfalls bei 7,9 Prozent der Einwohner lag und war damit geringfügig unter dem bayerischen Landesdurchschnitt von 8,5 Prozent der Bevölkerung.
Obernburg kann mit einer hohen Kaufkraft im Vergleich zu seiner Umgebung aufwarten. So weist die Obernburger Bevölkerung eine um rund 15 Indexpunkte höhere Kaufkraftkennziffer als die beiden in etwa gleich großen Nachbarorte Elsenfeld und Erlenbach auf. Die Kaufkraft Obernburgs ist ebenfalls höher als die des gesamten Landkreises Miltenberg und ist sogar etwas höher als die Kaufkraft der Stadt Aschaffenburg und bewegt sich etwa auf dem Niveau des Landesdurchschnitts in Bayern.
Politik Stadtrat Die Kommunalwahl vom 8. März 2026 führten zu folgendem Ergebnis:Wahl des Stadtrates Obernburg a.Main 2020, Gesamtergebnis, abgerufen am 14. Juni 2020 mini|Rathaus Obernburg am Main
Die Ergebnisse der Wahlen 2020, 2014 und 2008 sind in dieser Tabelle dargestellt: Parteien und Wählergemeinschaften %2020 Sitze2020 %2014 Sitze2014 %2008 Sitze2008 CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 37,3 7 44,2 9 38,4 8 FW Freie Wähler 24,1 5 16,1 3 13,8 3 Grüne Bündnis 90/Die Grünen 18,6 4 — — 9,1 2 AL Aktive Liste 13,6 3 17,6 4 21,3 4 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 6,4 1 — — 17,3 3 SPD/Grüne Sozialdemokratische Partei Deutschland/Die Grünen — — 22,1 4 — —Gesamt 100 % 20 100 % 20 100 % 20Wahlbeteiligung60,2 %59,2 %62,4 %
Bürgermeister 1869–1887: Peter Kreß 1887–1894: Eduard Deckelmann 1894–1919: Eduard Deckelmann 1919–1933: Heinrich Wörn 1933–1937: Hans Bräunig 1938–1945: Heinrich Störrlein (NSDAP) 1945–1945: Anton Reis 1945–1964: Willy Nees 1964–1975: Valentin Ballmann (FDP) 1975–2002: Wendelin Imhof (CSU)Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 566. 2002–2014: Walter Berninger (CSU) 2014–2026: Dietmar Fieger (CSU)