Die südosthessische Stadt Bad Soden-Salmünster ist im Kinzigtal umgeben von den Naturparks Spessart und Hoher Vogelsberg. Die Gemeinde besteht aus den Kernstadtteilen Salmünster und Bad Soden sowie aus den Stadtteilen Ahl, Alsberg, Eckardroth, Hausen, Katholisch-Willenroth, Kerbersdorf, Mernes, Romsthal und Wahlert. Das dem Main-Kinzig-Kreis zugehörige Bad Soden-Salmünster ist Teil der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main.

Sie ist durch den direkten Autobahnanschluss an die Bundesautobahn 66 Fulda–Frankfurt und die Bahnstation Salmünster gut an das Ballungszentrum Rhein-Main angeschlossen, obwohl sie teilweise im Naturpark Spessart liegt. Im Stadtgebiet haben mehrere mittelständische Unternehmen und zahlreiche Dienstleister der Gesundheitsbranche ihren Sitz. Die Arbeitsplatzstruktur bietet überdurchschnittlich viele hoch qualifizierte Beschäftigungsverhältnisse, so etwa in der Medizin oder in der Forschung und Entwicklung im Automotive-Bereich.

Als Kur- und Gesundheitsstadt verfügt Bad Soden-Salmünster über vielfältige Gesundheitseinrichtungen, wie beispielsweise die 2005 errichtete Spessart-Therme oder die zahlreichen Fachkliniken. Seit 1928 trägt die Stadt das Prädikat Heilbad. Grundlage für die Prädikatisierung ist die äußerst starke Thermal-Sole. Quellenuntersuchungen belegen, dass die Quellen Bad Soden-Salmünsters den im chemischen Sinne für ein Heilwasser geforderten Mindestgehalt an gelösten und festen Bestandteilen in einem Kilogramm Wasser um ein Vielfaches überschreiten.

Die touristische Infrastruktur wurde sowohl im gewerblichen als auch im öffentlichen Bereich in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut und erweitert. Zuletzt verzeichnete die Stadt 405.377 Übernachtungen (31. Dezember 2009) und etwa ebenso viele Tagesgäste bei steigender Tendenz (2005–2009).

Geografie Geografische Lage Bad Soden-Salmünster liegt am Nordrand des Spessarts und am Südrand des Vogelsbergs. Die Kernstadtteile Bad Soden und Salmünster befinden sich im Kinzigtal. Die Stadt liegt an der Autobahn 66 und der Bahnstrecke zwischen Frankfurt am Main und Fulda.

Das Mittelzentrum Bad Soden-Salmünster ist Teil des Main-Kinzig-Kreises, des Regierungsbezirkes Darmstadt und des Landes Hessen (Bundesrepublik Deutschland).

Der topographisch höchste Punkt der gesamten Stadtgemarkung befindet sich mit auf dem Gipfel des Stackenberges, im Spessart, nordöstlich von Mernes. Die nächste Erhebung im Vogelsberg ist der Münsterberg, mit 351 m NHN.

Nachbargemeinden Bad Soden-Salmünster grenzt im Norden an die Gemeinde Birstein, im Osten an die Stadt Steinau an der Straße und das gemeindefreie Gebiet Gutsbezirk Spessart, der die Enklave Alsberg umgibt, im Süden an die Stadt Bad Orb, sowie im Westen an die Stadt Wächtersbach und die Gemeinde Brachttal. Der Stadtteil Mernes ist getrennt vom restlichen Stadtgebiet und grenzt im Westen und Norden an das gemeindefreie Gebiet Gutsbezirk Spessart, im Osten an das gemeindefreie Gebiet Forst Aura (Landkreis Main-Spessart) in Bayern sowie im Süden an die Gemeinde Jossgrund.

Stadtgliederung mini|Ehemaliges Franziskanerkloster mit der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Salmünster Nach den im Zuge der Gebietsreform in Hessen durchgeführten Zusammenschlüssen in den Jahren 1970, 1972 und 1974 besteht die Gesamtstadt Bad Soden-Salmünster aus folgenden elf Stadtteilen (in alphabetischer Reihenfolge): Ahl Alsberg Kernstadtteil Bad Soden (mit der Siedlung Salz) Hausen Eckardroth Katholisch-Willenroth (mit dem Weiler Schönhof) Kerbersdorf Mernes Romsthal Kernstadtteil Salmünster Wahlert

Geschichte Die Stadt Bad Soden-Salmünster besteht seit dem 1. Juli 1974. Sie entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den Zusammenschluss kraft Landesgesetz der Städte Bad Soden bei Salmünster und Salmünster sowie der Gemeinde Mernes.

Ahl Die ehemalige Gemeinde Ahl liegt an der ehemaligen Bundesstraße 40, die bis zur Fertigstellung der A 66 die Hauptverbindung von Frankfurt nach Fulda war. Die Bewohner des Ortes Ahl waren seit jeher Reisende und Verkehr gewohnt, denn Ahl lag schon immer an der Durchgangsstraße zwischen Frankfurt und Leipzig, des Reiches Straße. Großes Leid haben die durchziehenden Heere im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648), im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) und in den napoleonischen Kriegen (1805–1813) durch Einquartierungen und Plünderungen verursacht.

Die erste urkundliche Erwähnung Ahls stammt aus dem Jahre 1326. 1866 kam die Gemeinde Ahl im Kreis Schlüchtern zu Preußen. Da Preußen nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelöst wurde, wurde der Landkreis Schlüchtern 1945 auf Beschluss der amerikanischen Militärregierung dem Land Hessen zugeordnet.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges geriet das Dorf in große Gefahr. Von Salmünster und Bad Soden heranziehende amerikanische Panzerverbände hatten das Dorf eingenommen. Versprengte deutsche Soldaten beschossen außerhalb des Dorfes Richtung Steinau die Panzer. Dabei wurde ein amerikanischer Soldat erschossen. Da die Amerikaner annahmen, die Beschießung sei aus den Reihen der Bevölkerung von Ahl gekommen, sollte das Dorf dem Erdboden gleichgemacht werden. Die Zerstörung Ahls war für Ostersonntag, 18 Uhr, vorgesehen. Die Bewohner wurden mit Hab und Gut und Vieh in die Nachbargemeinden evakuiert. Vor allem durch die Fürsprache des englischen Majors Bedding, der sich in Kriegsgefangenschaft in Bad Soden befand, konnte die Zerstörung des Dorfes abgewendet werden. Zum Gedenken an die Rettung des Dorfes legte die Bevölkerung am 10. März 1946 ein feierliches Gelöbnis ab, künftig jedes Jahr den 1. April als Verlobten Tag zu begehen, was heute noch geschieht.

Am 1. April 1972 wurde Ahl in die Stadt Bad Soden bei Salmünster eingegliedert.Gemeindeverzeichnis1970bis1982"

Alsberg Alsberg ist mit ca. 170 Einwohnern der kleinste und mit 415 m über NN der am höchsten gelegene Stadtteil. Das Dorf liegt am Eselsweg von Schlüchtern nach Großheubach am Main und ist umgeben vom Gutsbezirk Spessart. Als Eilersberg erstmals 1313 urkundlich erwähnt,Hess. Staatsarchiv Marburg, Urk. 72, Nr. 263 = alte Signatur: Urk. O II e, von Küchenmeister, 1313-01-10. muss die Stelle bereits früher besiedelt gewesen sein. Das Dorf ist eine der wenigen Höhensiedlungen im Spessart. Von hier bietet sich ein imposanter Blick über Nord- und Vorspessart ins mittlere Kinzigtal, in den Taunus und zum benachbarten Vogelsberg.

Bis 1345 gelangte Alsberg in den alleinigen Besitz der Herren von Hutten, die in Alsberg eine erste Kapelle, vermutlich als Grablege, errichten ließen. Im Jahr 1513, am Donnerstag nach Mariä Heimsuchung (2. Juli), weihte der Mainzer Weihbischof Johannes Münster an ihrer Stelle eine zweite Kapelle. Seit dem Anbau des Kirchenschiffs zur Blütezeit der Alsberger Wallfahrt 1707 bildet dieser Bau den Chorraum der Hl. Kreuz-Kirche. Aktuell finden Anfang Mai zu Kreuzauffindung und am dritten Sonntag im September zu Kreuzerhöhung Wallfahrten nach Alsberg statt. Am dritten Septemberwochenende ist damit die Alsberger Kirchweih verbunden, die seit 1976 im Festzelt auf dem Schulhof gefeiert wird.

Die Herrn von Hutten mussten 1540 Alsberg an Kurmainz verkaufen. Bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 blieb Alsberg mainzisch. Auf dem Wiener Kongress wurde der Ort als Teil des Fürstentums Aschaffenburg bzw. Departements Aschaffenburg im Großherzogtum Frankfurt zum Königreich Bayern geschlagen. Nach dem verlorenen Deutschen Krieg 1866 musste Bayern Alsberg mit Hausen an das Königreich Preußen abtreten. Für 104 Jahre gehörte die Gemeinde von nun an zum Kreis Gelnhausen. Am 1. Januar 1970 erfolgte die Eingliederung der bis dahin selbstständigen Gemeinde Alsberg in die Stadt Salmünster im Kreis Schlüchtern.Erlass des Hessischen Ministers des Innern vom 17. Dezember 1969–IV A 22–3 k 08/05–3/69–Betrifft: Eingliederung der Gemeinde Alsberg, Landkreis Gelnhausen, in die Stadt Salmünster, Landkreis Schlüchtern

Bereits seit 1966 besuchten die Alsberger Kinder die Schule in Salmünster. In diesem Jahr schloss die Alsberger Volksschule, die seit der Einweihung am 31. Juli 1928 in einem eigenen Schulhaus gehalten worden war. Seit 1984 wird das Gebäude als Dorfgemeinschaftshaus genutzt. Gefordert und gefördert hatte den Bau der Alsberger Volksschullehrer Josef Paul (1896–1960). Auf ihn als Autor gehen zahlreiche heimatkundliche Aufsätze und ein BauernromanJosef Paul: Die Salzschwärzer von Alsberg. Verl. Orbensien, Bad Orb 2012, ISBN 978-3-927176-31-7 zurück. Zuvor hatte lange Zeit das von 1816 bis 1819 erbaute Pfarrhaus – das heutige Café Waidmannsruh – als Schule gedient.

Heute wird das Dorfleben durch die Katholische Kirchengemeinde Hl. Kreuz, die Freiwillige Feuerwehr Alsberg e. V. und den Alsberger Dorfverein e. V. geprägt. 1974 hat sich der Golf-Club Spessart e. V. in Alsberg angesiedelt und eine 18-Loch-Anlage entstehen lassen.

Im Jahr 2013 beging der Ort zwei große Jubiläen: 500 Jahre Kirchweih und 700 Jahre Ersterwähnung„700 Jahre Alsberg“ im Internetauftritt der Stadt.

Auch Ausgangspunkt und Ziel eines Europäischen Kulturweges ist Alsberg geworden„Kulturweg im zweiten Anlauf realisiert“, Gelnhäuser Neue Zeitung, 5. Mai 2021. Im Sommer 2021 eröffnet das Archäologische Spessartprojekt einen neuen Wanderweg, der mit vielen informativen Tafeln ausgestattet ist, die für derartige Wege charakteristisch sindÜbersicht über die Kulturwege.

Bad Soden Hauptwirtschaftsgut der Siedlung war seit dem frühen Mittelalter das Salz; insoweit ist ihre Geschichte parallel zu derjenigen des nur wenige Kilometer südlich gelegenen Bad Orb zu betrachten, unterscheidet sich jedoch erheblich von dieser.

Bereits um 900 wurden in der Umgebung salzhaltige Quellen gefunden, die in den Besitz des Klosters Fulda gelangten. Um 1190 wurde in einer Urkunde des Abtes Konrad II. von Fulda (1177–1192) Sodin erwähnt. 1296 wurde die unterhalb der Burg Stolzenberg gelegene Siedlung durch Adolf von Nassau unter dem Namen „Stolzental“ zur Stadt erhoben; das Dorf der Salzsieder wurde diesem eingemeindet und setzte sich namensetymologisch am Ende durch. Ob die Burg Stolzenberg eine Schutzfunktion für die Solequellen wahrnahm, ist historisch nicht gesichert.

Die Burg war im 14. und 15. Jahrhundert auch Sitz der Herren von Hutten, die die Stadt als Pfandbesitz Fuldas verwalteten. Nachdem Philipp der Großmütige 1522 die Burg Stolzenberg eingenommen und zerstört hatte, entstand in der Siedlung im Tal 1536 eine neue Residenz der Herren von Hutten, die als „Huttenschloss“ erhalten ist.

Anders als in Orb wurden im 16. Jahrhundert die Salzquellen verschüttet und die Salinen stillgelegt. Soden war zeitweise verpfändet an Kurmainz, wurde jedoch 1734 von Fulda zurückgekauft, indes mit der Maßgabe, die Solequellen nicht zu reaktivieren, solange die unter Kurmainzer Regie, mit 10 Gradierwerken in Orb arbeitende Saline in Produktion war; ein Konkurrenzbetrieb sollte auf diese Weise ausgeschlossen werden.

Die Säkularisation des Hochstifts Fulda 1803 führte zu einer Besitzübernahme durch das Kurfürstentum Hessen, nach der Neuordnung im Wiener Kongress 1815. Da es Kurmainz im neu geordneten Deutschen Bund nun auch nicht mehr gab, wurde die Verpflichtung, die Salzquellen nicht zu nutzen, hinfällig. Trotzdem hat Kurhessen die Neuerrichtung einer Saline als wirtschaftlich unrentabel verworfen. Parallel vollzog sich auch der Niedergang der Orber Saline, die im Wettbewerb mit wirtschaftlicher arbeitenden bayerischen Salinen, etwa in Bad Reichenhall stand.