Der Landkreis Usingen war ein Kreis in Hessen, der mit einer kurzen Unterbrechung in den 1930er Jahren zwischen dem 1. April 1886 und dem 1. August 1972 bestand. Seine Kreisstadt war Usingen.

Geographie Heutige Gemeinden Der Landkreis Usingen umfasste im Wesentlichen das Gebiet der heutigen Städte Neu-Anspach und Usingen sowie der heutigen Gemeinden Grävenwiesbach, Schmitten im Taunus, Waldems, Wehrheim und Weilrod.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzte Anfang 1972, im Nordwesten beginnend im Uhrzeigersinn, an den Oberlahnkreis, die Landkreise Wetzlar und Friedberg, den Obertaunuskreis, den Main-Taunus-Kreis, den Untertaunuskreis und den Landkreis Limburg.

Geschichte Vorgänger des Kreises Usingen war das Amt Usingen. Dieses erfuhr im Laufe der Zeit steigende Bedeutung. 1667 wurde das Amt Altweilnau, 1729 das Amt Stockheim in das Amt Usingen eingegliedert. 1810 kam Reifenberg hinzu, 1814 das Amt Cleeberg, das aus dem Amt Wehrheim und dem Amt Kransberg gebildet worden war. Das Amt Usingen umfasste um die Mitte des 19. Jahrhunderts alle zum späteren Kreis Usingen gehörenden Orte sowie Ober- und Niederreifenberg.

mini|Siegelmarke des Königlich Preußischen Landratsamtes

Der Kreis Usingen wurde durch die neue Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau zum 1. April 1886 gebildet.Anlage A, II., Nr. 13 zur Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 7. Juni 1885 (Gesetzsammlung für die Königlichen Preußischen Staaten, Nr. 25, S. 236)Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau 1886 (Digitalisat) Er war Teil des Regierungsbezirks Wiesbaden und setzte sich zusammen aus den 46 Gemeinden des Amtes Usingen, die seit 1867 zum Obertaunuskreis gehörten den beiden Gemeinden Niederreifenberg und Oberreifenberg aus dem Amt Königstein, die seit 1867 zum Obertaunuskreis gehörten sowie den fünf Gemeinden Niederems, Oberems, Reichenbach, Steinfischbach und Wüstems aus dem Amt Idstein, die seit 1867 zum Untertaunuskreis gehörten.

Der erste Landrat des Kreises Usingen war August Beckmann. 1918, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, entstand rund um Königstein der Kreis Königstein, dem aus dem Kreis Usingen die sechs Gemeinden Niederems, Oberems, Niederreifenberg, Oberreifenberg, Seelenberg und Wüstems zugeordnet wurden. Niederreifenberg, Oberems und Oberreifenberg kehrten im Rahmen der Neuordnung der Kreise im Rhein-Main-Gebiet am 1. Oktober 1928 nicht in den Kreis Usingen zurück, sondern kamen zum neuen Main-Taunus-Kreis.

Im Zuge einer preußischen Verwaltungsreform wurde der Kreis Usingen am 1. Oktober 1932 aufgelöst: Haintchen und Hasselbach kamen zum Landkreis Limburg. Emmershausen, Gemünden, Heinzenberg, Mönstadt und Winden kamen zum Oberlahnkreis. Niederems, Reichenbach, Steinfischbach und Wüstems kamen zum Untertaunuskreis. Brandoberndorf, Cleeberg, Espa, Hasselborn und Weiperfelden kamen zum Landkreis Wetzlar. Alle übrigen Gemeinden kamen zum Obertaunuskreis.

Aufgrund eines Wahlversprechens der NSDAP wurde der Landkreis Usingen nach Hitlers „Machtergreifung“ am 1. Oktober 1933 wiedererrichtet, allerdings nicht im alten Umfang. Die 1932 zu den Landkreisen Limburg und Wetzlar gelangten sieben Gemeinden kehrten nicht in den Landkreis Usingen zurück, dem nunmehr 43 Gemeinden angehörten.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde die Zahl der Gemeinden des Landkreises durch eine Reihe von Zusammenschlüssen zwischen Dezember 1970 und Juni 1972 auf 21 verringert.

Am 1. August 1972 ging der Landkreis Usingen bis auf die Gemeinden Niederems, Reichenbach, Steinfischbach und Wüstems, die zur Gemeinde Waldems im Untertaunuskreis kamen, im neuen Hochtaunuskreis auf. Zum Hochtaunuskreis kamen außerdem noch der größte Teil des Obertaunuskreises, die Gemeinden Ober-Eschbach, Ober-Erlenbach und Burgholzhausen vor der Höhe aus dem Landkreis Friedberg, die Gemeinden Glashütten und Reifenberg aus dem Main-Taunus-Kreis sowie die Gemeinde Hasselbach aus dem Landkreis Limburg. Gleichzeitig wurden am 1. August 1972 auch noch weitere Gemeinden zusammengeschlossen.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1890 21.534 1900 21.661 1910 23.648 1925 23.847 1933 19.474 1939 19.023 1950 27.268 1960 27.700 1970 32.200 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1971 33.900 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973

Politik Landratsamt Als Landratsamt wurde das Prinzenpalais in der Obergasse genutzt.

Landräte Von Bis Name 1886 1914 August Beckmann 1914 1915 Georg Albert Bacmeister 1915 1921 Oskar von Bezold 1921 1929 Siegfried von Campe 1929 1932 Hans Otto Glahn 1933 1937 Hans Lommel 1937 1940 Wolfgang von Hessen 1940 1945 Walter Heyse 1945 1946 Heinrich Schneider 1946 1948Heinrich Müller 1948 1952 August Roesener 1952 1966 Heinrich Müller 1966 1972 Rudolf Thierbach Der letzte Landrat vor der Vereinigung zum Hochtaunuskreis war Rudolf Thierbach. Nach der Kreisreform wurde Werner Herr, der letzte Landrat des Obertaunuskreises, erster Landrat des Hochtaunuskreises.

Wappen Im August 1951 wurde dem Landkreis Usingen durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung eines Wappens verliehen.

Gemeinden Die folgende Liste enthält alle Gemeinden, die dem Landkreis Usingen angehörten, sowie die Daten aller Eingemeindungen und Kreiswechsel. Gemeinde eingemeindetnach Datum derEingemeindung Anmerkung Altweilnau Weilnau 1. Dezember 1970 Anspach Neu-Anspach 1. Dezember 1970 Arnoldshain Schmitten im Taunus 1. August 1972 Brandoberndorf Zum Landkreis Wetzlar 1. Oktober 1932 Brombach Schmitten im Taunus 1. April 1972 Cleeberg Zum Landkreis Wetzlar 1. Oktober 1932 Cratzenbach Rod an der Weil 31. Dezember 1971 Dorfweil Schmitten im Taunus 1. August 1972 Emmershausen Weilrod 1. August 1972 1932/33 im Oberlahnkreis Eschbach Usingen 1. August 1972 Espa Zum Landkreis Wetzlar 1. Oktober 1932 Finsternthal Weilnau 1. Dezember 1970 Gemünden Rod an der Weil 31. Dezember 1971 1932/33 im Oberlahnkreis Grävenwiesbach Haintchen Zum Landkreis Limburg 1. Oktober 1932 Hasselbach Zum Landkreis Limburg 1. Oktober 1932 Hasselborn Zum Landkreis Wetzlar 1. Oktober 1932 Hausen-Arnsbach Neu-Anspach 1. Dezember 1970 Heinzenberg Grävenwiesbach 31. Dezember 1971 1932/33 im Oberlahnkreis Hundstadt Grävenwiesbach 31. Dezember 1971 Hunoldstal Schmitten im Taunus 1. April 1972 Kransberg Usingen 31. Dezember 1971 Laubach Grävenwiesbach 31. Dezember 1971 Mauloff Weilnau 1. Dezember 1970 Merzhausen Usingen 1. August 1972 Michelbach Usingen 31. Dezember 1971 Mönstadt Grävenwiesbach 31. Dezember 1971 1932/33 im Oberlahnkreis Naunstadt Grävenwiesbach 31. Dezember 1971 Neu-Anspach Gründung am 1. Dezember 1970 Neuweilnau Weilnau 1. Dezember 1970 Niederems Waldems (Untertaunuskreis) 1. August 1972 1932/33 im Untertaunuskreis Niederlauken Weilrod 1. August 1972 Niederreifenberg Zum Main-Taunus-Kreis 1. Oktober 1928 Oberems Zum Main-Taunus-Kreis 1. Oktober 1928 Oberlauken Weilrod 1. August 1972 Obernhain Wehrheim 1. August 1972 Oberreifenberg Zum Main-Taunus-Kreis 1. Oktober 1928 Pfaffenwiesbach Wehrheim 31. Dezember 1971 Reichenbach Waldems (Untertaunuskreis) 1. August 1972 1932/33 im Untertaunuskreis Riedelbach Weilnau 1. Dezember 1970 Rod am Berg Neu-Anspach 1. Dezember 1970 Rod an der Weil Weilrod 1. August 1972 Schmitten im Taunus Seelenberg Schmitten im Taunus 1. April 1972 Steinfischbach Waldems (Untertaunuskreis) 1. August 1972 1932/33 im Untertaunuskreis Treisberg Schmitten im Taunus 1. August 1972 Usingen Wehrheim Weilnau Weilrod 1. August 1972 Gründung am 1. Dezember 1970 Weiperfelden Zum Landkreis Wetzlar 1. Oktober 1932 Wernborn Usingen 31. Dezember 1971 Westerfeld Neu-Anspach 31. Dezember 1971 Wilhelmsdorf Usingen 1. August 1972 Winden Rod an der Weil 31. Dezember 1971 1932/33 im Oberlahnkreis Wüstems Waldems (Untertaunuskreis) 1. August 1972 1932/33 im Untertaunuskreis

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen USI zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Juli 1972 ausgegeben. Seit dem 2. Januar 2013 ist es im Hochtaunuskreis wieder erhältlich.

Weblinks

Einzelnachweise

Usingen Usingen Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1886 Kategorie:Aufgelöst 1932 Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1933 Kategorie:Aufgelöst 1972