__NOTOC__ 300px|right|mini|Tanz um den Pfingstenkranz vor der St. Josephs-Kirche Der Tanz um den Oelder Pfingstenkranz ist ein Pfingstbrauchtum in Oelde. Jedes Jahr tanzen an Pfingstsonntag und Pfingstmontag Menschen um gemeinsam aufgestellte Pfingstbäume.
Wie der Brauch in Oelde, der einige Jahrhunderte alt ist, entstanden sein könnte, sich entwickelt hat und erhalten blieb, ist unklar. Im Oelder Pfingstenkranzheftchen, 1950 herausgegeben, wird das Brauchtum so erklärt:
Niemand hat bisher eindeutig klären können, ob hier oder wo die Ursprünge des Pfingstenkranzes zu finden sind. In Oelde hat sich dieses uralte Brauchtum erhalten; weit und breit im Umkreis kennt man den Pfingstenkranz sonst nicht. Auffallende Ähnlichkeiten sind jedoch mit den Lambertifeiern festzustellen, die alljährlich Mitte September in Münster und im Münsterland stattfinden.
Für Oelder sind Pfingsten und der Pfingstenkranz von jeher ein Begriff. Insbesondere die Jugend hat sich diesem Brauchtum stets leicht getan, ist sie es doch, die hier ihrer Lebensfreude übermütig Ausdruck geben kann. Die ältere Generation verhält sich etwas reservierter, zumeist dann, wenn jugendlicher Überschwang das alte Brauchtum auf seine, auf heutige Weise interpretieren möchte. Heutzutage ist das in Oelde selbstverständlich alles anders. Nur der Pfingstenkranz ist weiterhin jener pyramidenförmige, vielleicht zwei bis drei Meter hohe, aus drei Fitzebohnenstangen oder Holzbalken gebildete Dreifuß geblieben, der in der Spitze zusammengebunden und durch Querbalken Standfestigkeit bekommt. So oder ähnlich wird das Holzgestell seit alten Zeiten gezimmert, bevor es mit Birkengrün (heute meist Tannengrün) umwickelt, mit Fähnchen besteckt und mit Fackeln behängt wird, die den Pfingstenkranz am Abend beleuchten.
Alles ist von einem Geheimnis umgeben, denn niemand weiß sicher, wie dieses Gebilde entstanden ist und welche Aussage es trifft. Nachmittags tanzen vor allem die Kinder (im Reigen) um den Pfingstenkranz und singen Lieder, die sonst weithin unbekannt sind. Oelder Kinder lernen diese Lieder bereits in Kindergarten und Grundschule, sofern Erzieher und Lehrer brauchtumsfest sind. Abends beteiligen sich an den Spielen alle, die sich jung genug dazu fühlen.
300px|right|mini|De Uelske Pinxenkranz
Die Pfingstenkranzlieder O Buer, wat kost’ ju Hei? O Bauer, hast du Geld? Schönhannchen in der Mühle Wir öffnen jetzt das Taubenhaus Wer im Januar geboren ist… Guter Freund ich frage dir Die Tiroler sind lustig Kroup, Füörsken, düör den Toun Laot us sing’n dat niee Leed Ich bin der Fürst von Thoren Mädel, flink auf den Kranz Drei Lilien, drei Lilien Das Oelder Lied (In einem weiten Tale)
Literatur Geschichte von Oelde: Pfingstenkranzlieder; Volkslieder. Bearbeitet und herausgegeben von Christoph Rose. Holterdorf, Oelde 1950. Hans Rochol: Der Pfingstenkranz – ein Fest: seine Geschichte – seine Lieder. Heimatverein, Oelde 1986. Hans Rochol: Gibt es denn den Pfingstenkranz nicht mehr? Über ein altes Oelder Brauchtum. In: Heimatkalender des Kreises Warendorf, 1991, , S. 61–63.
Tonträger O Buer, wat kost’ ju Hei? – Pfingstenkranzlieder; Aufnahmeleitung: Wolfgang König, 2009.
Weblinks Oelder Pfingstenkranz Informationen zum Pfingstenkranz Das Oelder Lied Ruprecht Frieling: Pfingstenkranz: Wotanskult in Oelde. Bericht zum Oelder Pfingstenkranz vom 6. Juni 2014 auf Oelder-Anzeiger.de
Kategorie:Pfingsten Kategorie:Religion (Oelde) Kategorie:Christentum im Kreis Warendorf