André Schinkel (* 27. April 1972 in Eilenburg) ist ein deutscher Schriftsteller und Archäologe. Er verfasst Lyrik sowie Prosa und Essays.

Leben André Schinkel wuchs in Bad Düben und Holzweißig (heute Ortsteil von Bitterfeld-Wolfen) auf. Nach der Ausbildung zum Rinderzüchter mit Abitur und einer abgebrochenen Ausbildung zum Umweltschutztechniker studierte André Schinkel an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Germanistische Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Prähistorische Archäologie. Schon während dieser Zeit erschienen seine ersten Bücher, für die er mit dem Georg-Kaiser-Förderpreis des Landes Sachsen-Anhalt 1998 geehrt wurde. Er lebt in Halle (Saale) und ist derzeit als Autor, Lektor und Redakteur tätig. Seit 2005 leitet er die Redaktion der Literaturzeitschrift oda – Ort der Augen, seit 2017 ist er Redaktionsmitglied von Marginalien, Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie.Wer betreut die „Marginalien“?. Abgerufen am 24. März 2020 Seit Juli 2022 betreut und redigiert er den Blog der Pirckheimer-Gesellschaft. Darüber hinaus beschäftigen ihn auf wissenschaftlichem Gebiet die Annäherungen von Literatur und Archäologie sowie spezielle Probleme der Neolithisierung Mitteleuropas.

2006 erhielt er, nominiert durch den Hauptpreisträger Wolf Biermann, den Förderpreis der Ringelnatz-Stiftung, 2012 den Walter-Bauer-Preis. Er war Stadtschreiber in Halle, in der Burgstadt Ranis und in Jena. Er arbeitete wiederholt als Stipendiat in diversen Künstlerhäusern, nahm an Autorentreffen und Poesiefestivals in Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Armenien und Italien teil. Seine Texte wurden in zwanzig Sprachen übersetzt, er dichtet u. a. aus dem Bosnischen, Serbischen, Kroatischen, Bulgarischen, Armenischen, Englischen und Altägyptischen nach. 2016 übernahm André Schinkel die Herausgabe der Edition Muschelkalk im Weimarer Wartburg Verlag und überführte sie 2024 ab Band 56 in den Mitteldeutschen Verlag in Halle.

Schinkel arbeitet auch als Autorenpate und Workshopleiter an Schulen und in Bibliotheken. Er ist Vater zweier Töchter, die seit Mitte der 2010er Jahre zu den Basketball-Bundesligakadern der SV Halle Lions, der BG Rotenburg/Scheeßel bzw. der BG Donau-Ries gehören. Er ist Mitglied des Deutschen PEN-Zentrums und Gründungsmitglied der Akademie der Künste Sachsen-Anhalt. 2018 wurde er in die Sächsische Akademie der Künste gewählt.

Publikationen durch ödland nachts, 1994, Halle/Zürich: Verlag Janos Stekovics tage in wirrschraffur, 1996, Halle/Zürich: Verlag Janos Stekovics Sog, 1997, Halle: Mitteldeutscher Verlag Verwolfung der Herzen, mit Handzeichnungen von Gerald Titius, 1997, Berlin: Edition Maldoror pathetischer morgen, mit Radierungen von Holger Zachau, 1998, Halle: HKD Burg Giebichenstein Karawane des Schlafs, mit Serigrafien von Pontus Carle, 1998, Berlin: Edition Maldoror Die Spur der Vogelmenschen, 1998, Halle: Mitteldeutscher Verlag Herzmondlegenden, mit Holzschnitten von Ulrich Tarlatt, 1999, Bernburg: Edition Augenweide Abgesteckte Paradiese. Textauswahl, 2000, Halle: Förderkreis der Schriftsteller in Sachsen-Anhalt Sommerserife. Ein Gedicht und ein Nachsatz, 2000, Halle: Verlag Janos Stekovics Selbstung, mit Grafiken von Ergon, Gerald Nigl und Ulrich Tarlatt, 2001, Bernburg: Edition Augenweide Nachricht vom Fleisch der Götter, 2003, Halle: Projekte-Verlag Unwetterwarnung. Raniser Texte, 2007, Ranis: Edition Ranis Löwenpanneau, 2007, Halle: Mitteldeutscher Verlag, ISBN 978-3-89812-507-9 Gedächtnisschutt, 2008, Aschersleben: Edition Zeitzeichen im Un Art Ig Verlag Apfel und Szepter, 2010, Klingenberg: Verlag im Proberaum 3 Das Meerschweinchen im Kartoffelsalat. Geschichten aus der Schulschreiberei, 2010, Halle: Mitteldeutscher Verlag Parlando, 2012, Bucha b. Jena: Edition Ornament im quartus-Verlag In Sina Gumpert war ich jung verliebt, 2012, Halle: Mitteldeutscher Verlag, ISBN 978-3-89812-924-4 Das Licht auf der Mauer, 2015, Halle: Mitteldeutscher Verlag, ISBN 978-3-95462-468-3 Hasenberg. Vier Gedichte, 2015, Wünschendorf: Kloster Mildenfurth Stadt meiner Kindheit, mit Radierungen von Susanne Theumer, 2015, Höhnstedt: Susanne Theumer Über dem Fluß, mit Radierungen von Andrea Ackermann, 2015, Halle: Andrea Ackermann Blick auf die Stadt, mit Radierungen von Susanne Theumer und Fotografien von Gerald Große, 2016, Höhnstedt: Susanne Theumer Bodenkunde, 2017, Halle: Mitteldeutscher Verlag, ISBN 978-3-95462-902-2 Das innere Delta, mit Radierungen von Andrea Ackermann, 2017, Halle: Andrea Ackermann An der Hafenbahn, mit Radierungen von Susanne Theumer, 2018, Höhnstedt: Susanne Theumer Die Anna-Hood-Gang erobert das Geiseltal, 2018, Halle: Mitteldeutscher Verlag Poesien am Wegesrand, mit Fotogravuren von Claudia Richter, 2019, Halle: Claudia Richter Das Paradies und der Dämon / Raj i demon, 2019, dt.-serb., Belgrad: Treći Trg Anna Hood und das Mammut von Pfännerhall, 2019, Halle: Mitteldeutscher Verlag Im Park, mit Radierungen von Andrea Ackermann, 2019, Halle: Andrea Ackermann Der Goldberg, zu Radierungen von Susanne Theumer, 2020, Höhnstedt: Susanne Theumer Schwanengesträuch, mit Vignetten von Cornelius Brändle, 2020, Chemnitz/Kemberg: Sonnenberg-Presse (LyrikHeft Nr. 28) Anna Hood und das Wunder vom Crostigall, 2021, Halle: Mitteldeutscher Verlag Tulipa praestans, zu Fotogrammen von Uwe Klos, 2021, Cossengrün: edition duplici Lost Playgrounds, zu Radierungen von Susanne Theumer, 2022, Höhnstedt: Susanne Theumer Die Schönheit der Stadt, die ich verlasse, 2022, Halle: Mitteldeutscher Verlag Saale-Licht, zu Radierungen von Andrea Ackermann, 2023, Halle: Andrea Ackermann An der Mulde, mit Farbholzschnitten von Frank Eißner, 2024, Aschaffenburg: Frank Eißner Handpresse Mondlabyrinth, 2024, Halle: Mitteldeutscher Verlag Tefaha osuljan (Apfel und Szepter), 2025, arab., Paris/Istanbul: Maysaloun

Auszeichnungen 1995: Arbeitsstipendium des Landes Sachsen-Anhalt 1998: Georg-Kaiser-Förderpreis des Landes Sachsen-Anhalt 1998: Stadtschreiber von Halle (Saale) 2002: Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds 2002: Arbeitsstipendium des Landes Sachsen-Anhalt 2005: Arbeitsstipendium der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt 2006: Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreis für Lyrik 2006: Stadtschreiber von Ranis 2009: Aufenthaltsstipendium Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf 2009: Schulschreiber von Laucha 2011: Aufenthaltsstipendium Kunstverein Röderhof 2011: Aufenthaltsstipendium Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop 2012: Walter-Bauer-Preis der Städte Leuna und MerseburgTopographie eines verregneten Sommers. Dankrede zum Walter-Bauer-Preis. In: Sinn und Form 2/2014, S. 275–277 2014: Stadtschreiber von Jena (Villa-Rosenthal-Stipendium) 2016: Arbeitsstipendium der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt 2016: Thüringer Literaturstipendium Harald Gerlach 2021: Dr. Manfred Jahrmarkt-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung 2026: Kantegh-Preis der Writers Union of Armenia und des Katholikats von Etschmiadsin

Weblinks

André Schinkel im Poetenladen.de

Beitrag beim Deutschlandradio Kultur anlässlich der Ringelnatz-Preisverleihung André Schinkel im Forum poetischer Kulturen Interview mit André Schinkel, u. a. zur mitteldeutschen Literaturszene

Einzelnachweise

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