Die Sigmund-Freud-Privatuniversität (Eigenschreibweise Sigmund Freud PrivatUniversität) (SFU) wurde im Jahr 2005 in Wien gegründet. Gemessen an der Zahl der Studierenden ist sie die größte Privatuniversität Österreichs. Sie ist benannt nach dem Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud.

Ausgehend von der Psychotherapiewissenschaft erweiterte die Universität ihr fachliches Profil um Psychologie, Medizin und Rechtswissenschaften.

Trägerin ist die Sigmund Freud PrivatUniversität GmbH.Leitung – Webseite der SFU

Der Hauptstandort der SFU befindet sich am Freudplatz in Wien. Weitere Niederlassungen bestehen in Linz, Berlin, Paris, Ljubljana und Mailand.Niederlassungen – Webseite der SFU

Geschichte Gründung und Aufbau Die Hochschule geht auf eine 2003 gegründete Initiative zurück und wurde 2005 als Privatuniversität akkreditiert. Der Antrag auf Akkreditierung wurde von Alfred Pritz, Elisabeth Vykoukal, Jutta Fiegl und Heinz Laubreuter eingereicht. Man beabsichtige, ein praxisbezogenes und akademisches Studium der Psychotherapiewissenschaft anzubieten.Gründungsabsicht der Sigmund Freud-Privatuniversität Wien - SFU, Presseaussendung am 2. Dezember 2003, ots.at Abgerufen am 4. März 2020 Dieses Vorhaben wurde damit begründet, dass die Psychotherapie zwar schon lange ein wichtiger Teil des Gesundheitswesens sei, es bisher aber kein ordentliches Hochschulstudium für diese Disziplin gebe.Ministerium erteilt positiven Bescheid für Sigmund Freud Privatuniversität Wien, Presseaussendung, 5. September 2005, ots.at, abgerufen am 4. März 2020. Im Jahr 2005 wurde die SFU vom österreichischen Akkreditierungsrat als Privatuniversität akkreditiert.

Ausbau der Universität Nach fünfjähriger Planungszeit wurde im Jahr 2013 mit dem Bau des neuen Hauptgebäudes der SFU begonnen.Gleichenfeier der Sigmund Freud Privatuniversität, der Wirtschaftsuniversität Wien und der Akademikerhilfe, Presseaussendung am 12. Juni 2014, ots.at. Abgerufen am 4. März 2020 Im Februar 2015 bezog die Universität das Gebäude am Freudplatz 1 im 2. Wiener Gemeindebezirk Leopoldstadt.SFU hat neuen Campus im Prater bezogen, Presseaussendung am 10. Februar 2015, ots.at. Abgerufen am 4. März 2020. Davor befand sie sich mit ihren Instituten in einem ehemaligen Finanzgebäude in der Schnirchgasse im 3. Bezirk, Landstraße.

Im Jahr 2016 war die SFU die erste österreichische Privatuniversität, an der ein rechtswissenschaftliches Studium akkreditiert wurde (Bachelor der Rechtswissenschaften).Rechtswissenschaftliches Studium erstmals an einer Privatuniversität, Presseaussendung am 28. April 2016, ots.at. Abgerufen am 4. März 2020 Im selben Jahr wurde auch der Masterstudiengang der Rechtswissenschaften akkreditiertJus an der SFU – Ja zum Masterstudium, Presseaussendung am 30. Juni 2016, ots.at. Abgerufen am 4. März 2020. und mit dem Bau eines neuen Fakultätsgebäudes gegenüber dem SFU-Hauptgebäude begonnen. Der Neubau am Freudplatz 3 für die Medizinische und die Juristische Fakultät wurde im März 2019 eröffnet.Die Sigmund Freud PrivatUniversität eröffnet hochmodernes Fakultätsgebäude für 1400 Studierende, Presseaussendung am 7. März 2019, ots.at. Abgerufen am 4. März 2020.

Leitungs- und Eigentümerwechsel Im August 2024 wurde bekanntgegeben, dass Johannes Pollak, der bisherige Rektor der Webster Vienna Private University, Alfred Pritz als Rektor der Sigmund Freud Privatuniversität nachfolgen soll. Der Wechsel erfolgte im August 2025. Auch der langjährige Kanzler Heinz Laubreuter zog sich aus der operativen Leitung zurück. Ihm folgte Christian Arthaber nach.

2026 erwarb das auf Beteiligungen im Hochschul-, Bildungs- und Technologiesektor spezialisierte, britische Unternehmen Oakley Capital die Betriebsgesellschaft der SFU. Für den Erwerb der SFU wurde eine österreichische Beteiligungsgesellschaft (OCG Skilled Education Holding GmbH / „Skilled Education“) gegründet. Umgesetzt wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit einer Gruppe internationaler Bildungs- und Hochschul-Experten unter der Leitung von Kevin Lynch. Stand 2026 waren ein weiterer Ausbau des Studienangebots am Standort Wien, Kooperationen mit anderen Hochschulen sowie Investitionen in Digitalisierung, Forschung und innovative Lehrformate geplant. Die akademische Autonomie der SFU sollte dabei nach Angaben der SFU vollständig gewahrt bleiben.

Institutionelle Akkreditierung Privatuniversitäten in Österreich benötigen eine institutionelle Akkreditierung durch die AQ Austria. Im Verfahren 2022 verlängerte die Agentur die institutionelle Akkreditierung der SFU für sechs Jahre. Der Ergebnisbericht erfasste damals 37 akkreditierte Studiengänge, darunter 15 Bachelor-, 17 Master- und fünf Doktoratsstudiengänge. Die AQ Austria stellte 2025 fest, dass die innerhalb von 24 Monaten zu erfüllenden institutionellen Auflagen umgesetzt worden waren.

Innerhalb der Universität begleitet eine Stabsstelle für Qualitätsmanagement Entwicklungsplanung, Akkreditierungsverfahren, Prozessmanagement sowie Qualitätsinstrumente in Studium, Lehre und Forschung.

Organisation Die akademischen Leitungsorgane sind Universitätsrat, Rektorat und Senat. Wissenschaftliche Organisationseinheiten sind Fakultäten, Departments, Abteilungen, Institute und Zentren. Fakultäten tragen Forschungs- und Lehraufgaben. Ihnen können weitere Einheiten zu- oder untergeordnet sein.

Rektorat und Senat Seit 1. August 2025 ist Johannes Pollak Rektor. Dem Rektorat gehören außerdem Kanzler Christian Arthaber, Vizerektor Stefan Hampl für Lehre, Vizerektorin Marion Garaus für Forschung und Vizerektorin Teresa Schön für Recht und Organisationsentwicklung an.

Der Senat ist neben Universitätsrat und Rektorat eines der obersten akademischen Leitungsorgane. Nach der veröffentlichten Zusammensetzung entsendet jede Fakultät jeweils eine Person aus der Professorenkurie, aus dem Mittelbau und aus der Studierendenschaft. Weitere Gruppen sind nach der Universitätsverfassung beteiligt. Der Senat wirkt insbesondere an akademischen Regelungen, Curricula und universitären Kommissionen mit.

Fakultäten und Studium Die SFU gliedert sich in vier Fakultäten: Psychotherapiewissenschaft, Psychologie, Medizin und Rechtswissenschaft. Daneben bündelt die SFU Academy Universitätslehrgänge sowie Fort- und Weiterbildungsangebote.

Psychotherapiewissenschaft Die Fakultät für Psychotherapiewissenschaft beherbergt aktuell zehn Institute. Sie bildet den historischen Kern der Universität.

Seit 2007 bietet die SFU neben den Studiengängen Bakkalaureat und Magisterium auch ein Doktoratsstudium für Psychotherapiewissenschaft in deutscher und englischer Sprache an.

An der Fakultät für Psychotherapiewissenschaft sind folgende sechs Fachspezifika direkt an der SFU verortet: Individualpsychologie, Integrative Gestalttherapie, Psychoanalyse, Psychodrama, Systemische Familientherapie und Verhaltenstherapie.

Darüber hinaus werden weiterführende Studien zur wissenschaftlichen Untersuchung psychotherapeutischer Theorien, Methoden, Prozesse und Anwendungsfelder angeboten.

Die Fakultät betreibt zwei psychotherapeutische Ambulanzen in Wien sowie weitere in Berlin, Paris und Ljubljana.

Die Fakultät für Psychotherapiewissenschaft wird von Andrea Jesser als Dekanin geleitet.

Psychologie An der Fakultät für Psychologie werden ein Bachelor- und Masterstudiengang sowie ein PhD-Programm in Psychologie angeboten. Im Wintersemester 2019/20 startete zusätzlich der Bachelor- und Master-Studiengang Psychologie in englischer Sprache. Als postgradualer Universitätslehrgang bietet die SFU Ausbildungsmodule im Bereich Onlineberatung an.

Psychologiestudien werden außerdem an einzelnen internationalen Orten angeboten. Sprache, Abschluss und rechtlicher Status richten sich nach dem jeweils akkreditierten Programm.

Die Fakultät für Psychologie betreibt Ambulanzen in Wien und Mailand. Darüber hinaus ist sie wissenschaftliche Partnerin des kommerziellen Dienstleistungsanbieter Instahelp, der psychologische Onlineberatung anbietet.

Die Fakultät für Psychologie wird von Gerhard Benetka als Dekan geleitet.

Medizin mini|Das Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler – Fakultätsklinikum der SFU Die Fakultät für Medizin bietet die Studien der Human- und Zahnmedizin in Bachelor- und Master-Studiengängen an, Absolventen sind Doktor der gesamten Heilkunde (Dr. med. univ.) bzw. Doktor der Zahnmedizin (Dr. med. dent.).

Zur Fakultät gehören beziehungsweise mit ihr verbunden sind medizinische Lehr- und Forschungseinrichtungen, ein Clinical Competence Center, Labore und die Zahnklinik. Im 2024 abgeschlossenen Prüfverfahren beschrieb die AQ Austria einen Ausbau der Kooperationen und Infrastruktur.

Das AUVA-Traumazentrum Wien Meidling (12. Bezirk) und das Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler (20. Bezirk) zählen zu den Fakultätskiniken der SFU.

Seit 2024 arbeitet die Fakultät für Medizin in enger Zusammenarbeit mit dem Wiener Gesundheitsverbund. Dieser unterstützt bei der praktischen Ausbildung und in der Forschung. Seit dem Wintersemester 2024/25 werden jährlich zehn Studienplätze für Studierende reserviert, die sich verpflichten, nach dem Studium mehrere Jahre ärztlich für den Wiener Gesundheitsverbund tätig zu sein.

Die AQ Austria bescheinigte der Universität dabei durch die Kooperation mit dem Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) einen „sehr starken Qualitätsentwicklungsschub“. Damit verbunden war eine Erhöhung auf 220 Studienplätze pro Jahr.

In den Jahren 2022 bis 2024 vergab die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft in Kooperation mit der SFU jährlich 20 Stipendien, um die ärztliche Versorgung der Steiermark zu sichern. Die Stipendien waren mit der Verpflichtung zu einer zehnjährigen ärztlichen Tätigkeit in Einrichtungen der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft verbunden.

Die Fakultät für Medizin wird von Katarzyna Krzyzanowska-Mittermayer als Dekanin geleitet.

In einem von der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) bestellten Gutachten wurden 2022 zahlreiche Mängel im Masterstudiengang Humanmedizin festgestellt, vor allem zu wenig Personal, schlechte Betreuungsverhältnisse für die Studierenden, das Fehlen einer Universitätsklinik, mangelnder Kleingruppenunterricht am Krankenbett, eine zu kleine Laborfläche und eine dürftige Forschungsleistung der Fakultät. Die Gutachter vertraten die Meinung, dass die Universität nicht alle Auflagen innerhalb der gesetzlichen Frist von zwei Jahren umsetzen könne und empfahlen keine weitere Akkreditierung für das Studium. Die AQ Austria folgte der Empfehlung im November 2022 und entzog der Hochschule die Akkreditierung.Aus für Medizin-MA an Freud-Privatuni. Auf: wien.orf.at vom 23. November 2022.Wiener Privat-Uni verliert Zulassung für Medizin-Master. Der Standard vom 23. November 2022. Im Februar 2023 wies das Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde der Privatuniversität gegen die sofortige Wirkung der entzogenen Akkreditierung ab. Im Juli 2023 wurde der Bescheid der AQ Austria nach einer Beschwerde der Hochschule vom Bundesverwaltungsgericht aufgehoben, weshalb der Masterstudiengang Humanmedizin trotz der Mängel weiterhin angeboten werden konnte.Sigmund-Freud-Uni gewinnt bei Gericht: Medizin-Masterstudium geht weiter, kurier.at am 18. Juli 2023. In der Begründung führt das Gericht aus, dass wichtige Unterlagen – konkret die Stellungnahme der SFU vom 5. Oktober 2022 – im Akkreditierungsverfahren nicht ausreichend berücksichtigt worden sind. Im Dezember 2024 erfüllte der Masterstudiengang Humanmedizin nach Behebung der Mängel erneut die Voraussetzungen für die Akkreditierung.

Neues Curriculum im Masterstudium Humanmedizin