Wilhelm Kürten (eigentlich Willi Johann Max Hinterthür; * 16. Juni 1901 in Duisburg; † 14. Oktober 1975 in Karlsruhe) war ein deutscher Schauspieler, Rundfunk-, Hörspiel- und Synchronsprecher.

Leben und Wirken Der Sohn des Handlungsgehilfen Friedrich Hinterthür und dessen Frau Josephine Margaretha, geb. Kürten,Stadtarchiv Duisburg, Geburtsregister Standesamt Duisburg, Nr. 2147/1901. nahm nach dem Abitur von 1927 bis 1928 Schauspielunterricht bei Mathias ClaudiusBundesarchiv, Akten der Reichstheaterkammer, Personalakte Wilhelm Kürten, R 9361-V/56040 (vgl. Eintrag im Archivportal-D). und Willem Haardt in Wuppertal. 1928 debütierte Willi Hinterthür, der als Künstlernamen den Mädchennamen seiner Mutter gewählt hatte, als „Franz von Sickingen“ in Goethes Götz von Berlichingen am Schauspielhaus Remscheid, wo er auch bis 1930 sein erstes Bühnenengagement erhielt. Weitere Theaterstationen waren das Stadttheater Halberstadt (1930–1932), die Städtischen Bühnen Lübeck (1932–1935), das Stadttheater Aachen (1935–1939), die Städtischen Bühnen Magdeburg (1939–1943), Hamburg (Deutsches Schauspielhaus 1943–1946, Hamburger Kammerspiele und bei Willy Maertens am Thalia Theater 1946–1949) sowie das Staatstheater Karlsruhe (1949–1950). Seit 1951 war er freiberuflich als Bühnenschauspieler tätig und gab u. a. Gastspiele in Baden-Baden und Hamburg. Eine von Kürtens Paraderollen war der „Mephisto“ in Goethes Faust I, den er das erste Mal 1932 im ungewöhnlichen Alter von 27 Jahren in Halberstadt verkörperte, sowie 1943 in Magdeburg und 1950 in Karlsruhe. In der deutschen Uraufführung von Georg Kaisers Bühnenstück Napoleon in New Orleans 1950 in Karlsruhe spielte Kürten die Rolle des „You-You“.

Daneben war Kürten ein vielbeschäftigter Rezitator und Sprecher beim Hörfunk und für Sprechplattenproduktionen (u. a. vom Label Ariola). Als Regisseur inszenierte er zudem zahlreiche kulturelle Sendungen und Hörspiele beim NWDR, SDR und bei Radio Bremen. Außerdem wirkte er als Synchronsprecher.

Nach Aufnahme des Sendebetriebs der ARD fand Kürten ein neues Betätigungsfeld als Fernsehschauspieler. In den ersten Sendejahren spielte er in zahlreichen Kriminalfilmen (Der Mann von draußen und Eine etwas sonderbare Dame, jeweils mit Lil Dagover), volkstümlichen Schwänken (Mein Sohn, der Herr Minister mit Willy Reichert), Literaturverfilmungen (Viktoria nach Knut Hamsun) sowie oft in Adaptionen von Bühnenstücken wie Jean Anouilhs Rendezvous von Senlis, Christian Dietrich Grabbes Der Teufel ist los und Friedrich Dürrenmatts Besuch der alten Dame (mit Elisabeth Flickenschildt in der Hauptrolle).

Wilhelm Kürten war ab 1923 mit Luzia Blitz verheiratet und hatte mit ihr zwei Kinder. Von 1951 bis zu seinem Tod lebte er in Baden-Baden. Er starb 1975 im Städtischen Klinikum Karlsruhe.Stadtarchiv Karlsruhe, Sterbebuch Standesamt Karlsruhe, Nr. 2883/1975.

Filmografie

Hörspiele (Auswahl) 1947: Max Frisch: Nun singen sie wieder – Regie: Otto Kurth 1950: C. W. Ceram: Götter, Gräber und Gelehrte – Regie: Gustav Burmester 1950: Martha Jochens: Johannes Brahms – Regie: Hans Freundt (Mundarthörspiel – NWDR Hamburg) 1951: Günter Eich: Träume – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1952: Gerhart Hauptmann: Der Biberpelz – Regie: Karl Peter Biltz 1955: Gottfried Benn: Die Stimme hinter dem Vorhang – Regie: Gert Westphal 1956: Ignazio Silone: Brot und Wein – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1958: Dieter Fuss: Das Lied der Drehorgel – Regie: Paul Land 1958: Fred Hoyle: Die schwarze Wolke – Regie: Marcel Wall (Science-Fiction-Hörspiel – SWF) 1959: Georges Simenon: Maigret und seine Skrupel – Regie: Gert Westphal 1959: Knut Hamsun: Mysterien – Regie: Gert Westphal 1961: Paul Buckingham: Der Wendepunkt – Regie: Heinz-Otto Müller 1962: Ephraim Kishon: Der Blaumilchkanal – Regie: Horst Loebe 1970: August von Kotzebue: Menschenhaß und Reue – Regie: Andreas Weber-Schäfer 1972: Werner Kließ: Der babylonische Turm – Regie: Andreas Weber-Schäfer

Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 403 f.

Weblinks

Einzelnachweise

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