Der Deutsche Flutlichtpokal war ein 1957 und 1958 zwei Mal ausgetragener privater Einladungswettbewerb im Fußball, an dem Vereine mit Spielstätten mit damals neuartigem Flutlicht teilnahmen. Gestiftet von Ludwig Mohler, dem Präsidenten von Kickers Offenbach, sollten die Spiele als lukrative Einnahmequelle dienen, da Flutlichtspiele Mitte der 1950er Jahre bis zu 40.000 Zuschauern angezogen hatten. Nach zwei Ausgaben wurde der Wettbewerb, bei dem eine der Meisterschale ähnliche Silberschale als Trophäe ausgelobt war, aber mangels Zuschauerzuspruchs wieder eingestellt.Frankfurter Allgemeine Zeitung: 0:0 und 8:6 - unter Flutlicht entscheiden die Eckbälle (25. Oktober 2005, S. 64)

Im Juli 1956 wurde im Offenbacher Stadion am Bieberer Berg die erste moderne Flutlichtanlage eingeweiht. Zu dem Spiel der Offenbacher Kickers gegen den SC Wacker Wien (1:1) kamen über 20.000 Zuschauer. Um die Kosten der Lichtanlagen an Stahlmasten für alle, also auch den Offenbacher Pionieren folgenden Vereinen, wieder hereinzuholen, war eine Sommer-Toto-Runde „Flutlichtklasse“ in der Diskussion. Die milden Abendtemperaturen des Sommers wären für Zuschauer attraktiv gewesen und gleichzeitig hätte der Deutsche Totoblock in der Fußball-Sommerpause Spielpaarungen aus einem Wettbewerb anzubieten gehabt. Weil es nicht dazu kam, stiftete 1957 der damalige Präsident der Offenbacher Kickers einen Pokal. Acht Oberligavereine, deren Stadien über Flutlichtanlagen verfügten, sollten den Pokal untereinander ausspielen.

Flutlichtpokal 1957

Sieger: Eintracht Frankfurt

Teilnehmende Mannschaften: Eintracht Frankfurt FSV Frankfurt Kickers Offenbach FC Schalke 04 TSV 1860 München Preußen Münster Fortuna Düsseldorf Viktoria 89 Berlin Erste Runde Eintracht Frankfurt - Fortuna Düsseldorf (Hinspiel 3:1, Rückspiel 2:3)http://www.eintracht-archiv.de/1956.html TSV 1860 München - FC Schalke 04 (Hinspiel 4:1, Rückspiel 0:6)kicker 22/1957 vom 03.06.1957, S. 16

Halbfinale Preußen Münster – Eintracht Frankfurt (Hinspiel: 1:2 in Münster; Rückspiel: 3:6 in Offenbach) FSV Frankfurt – Schalke 04 (3:4 in Gelsenkirchen)

Finale Schalke 04 – Eintracht Frankfurt (Hinspiel: 3:3 in Gelsenkirchen; Rückspiel: 0:0 in Frankfurt)

Vor 18.000 Zuschauern beim Rückspiel standen die beiden Torhüter Egon Loy auf Frankfurter und Manfred Orzessek auf Schalker Seite im Mittelpunkt. Groteske Szenen spielten sich auf den Zuschauertribünen ab, als mit zunehmender Spieldauer die sich mehrenden Frankfurter Ecken bejubelt wurde, da das Eckenverhältnis als entscheidendes Kriterium zur Siegerermittlung herangezogen wurde.Frankfurter Allgemeine Zeitung: Eckenverhältnis entscheidet (9. Oktober 1957, S. 7)

Durch das bessere Eckenverhältnis von 8:6 gewann Eintracht Frankfurt den ersten Deutschen Flutlichtpokal.Eintracht Frankfurt (Archiv) aufgerufen am 24. Juli 2013

Flutlichtpokal 1958

Sieger: Kickers Offenbach (OFC)

Teilnehmende Mannschaften u. a.: Kickers Offenbach (OFC) Wuppertaler SV SC Concordia Hamburg Holstein Kiel Preußen Münster Eintracht Braunschweig Phönix Lübeck Eintracht Frankfurt Viktoria 89 Berlin

Vorrunde (Auszug): OFC – Wuppertaler SV 4:1 SC Concordia Hamburg – OFC 1:3 OFC – SC Concordia Hamburg 7:1 Wuppertaler SV – OFC 2:3

Holstein Kiel - Preußen Münster 3:1

28.05.1958 Eintracht Frankfurt –Eintracht Braunschweig 1:2 (1:1) 01.06.1958 Eintracht Braunschweig – Viktoria 89 Berlin 3:1 (0:0) 07.06.1958 Eintracht Frankfurt - Viktoria 89 Berlin 6:3 (2:1) 14.06.1958 Eintracht Braunschweig – Eintracht Frankfurt 0:3 (0:2) 17.06.1958 Viktoria 89 Berlin - Eintracht Frankfurt 4:3 (0:2) 28.06.1958 Viktoria 89 Berlin – Eintracht Braunschweig 3:4 (1:1) Abschlusstabelle Gruppe C 1. Eintracht Braunschweig 4 3 0 1 9:8 6:2 2. Eintracht Frankfurt 4 2 0 2 13:9 4:4 3. Viktoria 89 Berlin 4 1 0 3 11:16 2:6

Halbfinale: OFC – Holstein Kiel 4:2 01.08.1958 Eintracht Braunschweig – Phönix Lübeck 8:0

Finale: 08.08.1958 OFC – Eintracht Braunschweig 5:3 (3:0)

Die Offenbacher Kickers bestritten das Endspiel im heimischen Stadion am Bieberer Berg vor knapp 10.000 Zuschauern. Der Anpfiff verzögerte sich um eine halbe Stunde, da die Ausrüstung der Braunschweiger Gäste beim Umstieg am Bahnhof Kreiensen nicht in den nach Frankfurt fahrenden Zug umgeladen worden war. Daraufhin spielte die Mannschaft zunächst in von den Offenbachern geliehenen Trikots und Schuhen. Beim 0:3-Halbzeitstand wechselten die Braunschweiger in ihre mittlerweile angekommene Ausrüstung und egalisierten mit drei Toren zwischen der 56. und 66. Spielminute den Spielstand, ehe die Offenbacher durch Tore von Hermann Nuber und Engelbert Kraus den 5:3-Endstand herausschossen. Bei der Siegerehrung erhielten die siegreichen Kickers-Spieler aus den Händen von Hans Recker, dem Spielausschussvorsitzenden des Süddeutschen Fußball-Verbandes eine Silberschale als Trophäe.Frankfurter Allgemeine Zeitung: Kickers Offenbach Sieger im Flutlichtpokal (11. August 1958, S. 11)

Einzelnachweise

Kategorie:Fußballwettbewerb in Deutschland