Die Truxtun (Kennung: DLGN-35 / CGN-35) war ein Kriegsschiff der United States Navy. Das Schiff war der dritte Atomkreuzer der Navy. Die Truxtun wurde, noch als Zerstörer klassifiziert, 1967 in Dienst gestellt und fuhr Einsätze im Vietnamkrieg und im Zweiten Golfkrieg. Dabei wurde das Schiff überwiegend als Radarvorposten für Flugzeugträger genutzt.

Geschichte Baugeschichte Die Truxtun wurde 1962 vom US-Kongress genehmigt, eigentlich als siebte Einheit der konventionell angetriebenen Belknap-Klasse. Stattdessen wurde aber der Entwurf verändert, so dass ein Kernenergieantrieb verbaut wurde. Nach den beiden vorhergehenden Atomkreuzern Long Beach und Bainbridge war die Truxtun das dritte derartige Schiff der US Navy.

Die Kiellegung fand im Juni 1963 bei New York Shipbuilding in Camden, New Jersey statt. Stapellauf des Schiffes war nach 18 Monaten Bauzeit, dabei wurde das Schiff nach Thomas Truxtun getauft, dem Kommandanten der USS Constellation während des Quasi-Krieges (1798–1800) zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich. Die Indienststellung der Truxtun fand 1967 statt. Zu dieser Zeit war das Schiff als Zerstörerführer mit Lenkwaffen, nuklear getrieben (DLGN) klassifiziert. Alternativ wurden DLs auch als Large Frigates (dt.: Große Fregatten) bezeichnet.

Das Schiff verließ Camden am 3. Juni 1967 und lief nach mehreren Hafenbesuchen in südamerikanischen Städten am 10. Juli um Kap Hoorn und damit in den Pazifik ein. Am 29. Juli erreichte das Schiff seinen Heimathafen in Long Beach, Kalifornien. Bis Ende 1967 unternahm die Truxtun mehrere Funktionstests, die positiv verliefen.

Vietnamkrieg Der erste Einsatz mit der 7. Flotte begann für die Truxtun am 2. Januar 1968. Nach kurzem Stopp in Pearl Harbor, Hawaii erreichte die Truxtun am 19. Januar den Hafen von Sasebo, Japan. Fünf Tage später verließ eine Kampfgruppe um die Enterprise Japan, um in die Gewässer des Japanischen Meeres zu verlegen, wo Nordkorea gerade das Spionageschiff Pueblo aufgebracht hatte. Dort operierte die Truxtun bis zum 16. Februar. Dann verlegte sie über die United States Naval Base Subic Bay auf den Philippinen vor die Küste von Vietnam, wo sie auf der Yankee Station diente. Die Truxtun war Radarvorposten für die Träger Enterprise, Bon Homme Richard und Ticonderoga. Nach einem Zwischenstopp verließ die Truxtun am 6. Juli Subic Bay und erreichte am 19. Juli ihren Heimathafen in Long Beach. mini|links|Die Truxtun 1970 im Pazifischen Ozean Bis November 1968 führte die Truxtun Operationen in heimischen Gewässern durch: Während die Flugzeugträger Ranger, Kitty Hawk, Enterprise und Yorktown ihre Piloten die Trägerqualifikation erlangen ließen, diente die Truxtun als Radarvorposten. Ab Mitte November folgten einige Wochen als Schulschiff für die U-Jagd bis Anfang Dezember die ersten Vorbereitungen für eine Überholung begannen. Diese Werftliegezeit begann im Januar 1969 in der Puget Sound Naval Shipyard in Bremerton, Washington und dauerte bis April. Im Anschluss fuhr die Truxtun bis September vor der US-Westküste.

Wiederum mit Zwischenstopp in Pearl Harbor verlegte die Truxtun nach Subic Bay. Auch in dieser zweiten Einsatzfahrt diente das Schiff vor Vietnam und führte neben Radarüberwachung auch Combat-Search-and-Rescue-Einsätze durch. Später in diesem Einsatz befuhr die Truxtun das Japanische Meer sowie die Formosastraße und führte Übungen in den Gewässern vor Okinawa durch. Am 23. März 1970 erreichte sie dann ihren Heimathafen. Den Sommer des Jahres verbrachte das Schiff mit Übungsfahrten und als Trainingsschiff zwischen der US-Westküste und Hawaii, bis sie am 2. November für drei Monate in der Long Beach Naval Shipyard eindockte. Nach kleineren Überholungen verließ die Truxtun die Werft Mitte Januar 1971 und kehrte in den Hafen von Long Beach zurück.

Am 9. Februar 1971 begann der dritte Einsatz der Truxtun, der sie über Hawaii nach Subic Bay führte. An der grundsätzlichen Routine änderte sich nichts: Auch 1971 standen Fahrten vor der Küste von Vietnam an, außerdem eine Patrouille in der Formosastraße. Am 10. Juli ließ die Truxtun die südchinesische See hinter sich und fuhr nach Fremantle in Australien, wo sie eine Woche im Hafen lag. Danach lief die Truxtun durch die Südsee, mit Liegezeit in Pago Pago, Amerikanisch-Samoa, zurück an die US-Westküste, wo sie am 17. August eintraf. Nach einigen Monaten Übungen wurde der Hangar für die Helikoptergeneration Light Airborne Multi-purpose System erweitert. Mitte November folgten Tests der Neueinbauten. Bis Mitte 1972 fanden Manöver in heimischen Gewässern statt.

Am 13. Juli verließ die Truxtun Long Beach und fuhr über Pearl Harbor nach Subic Bay. Im Verlaufe des Einsatzes als Radarvorposten wetterte das Schiff drei Taifune ab. Durch ihre Radaroperatoren wurden während dieses Einsatzes Kampfflugzeuge an vietnamesische Kampfflugzeuge herangeführt. Dadurch war die Truxtun an elf Abschüssen beteiligt. Nachdem dieser Einsatz am 12. Februar 1973 beendet war, war die Truxtun im Frühling und Sommer des Jahres für Übungen und als Plattform für Trainingsfahrten im Seeeinsatz.

Die fünfte Einsatzfahrt der Truxtun begann am 17. August 1973. Wiederum lagen CSAR und Radarvorposten-Dienste an, die Fahrt endete zu Weihnachten des Jahres. Ab Januar 1974 begann die erste große Überholung des Schiffes, die in der Puget Sound Naval Shipyard stattfand und 18 Monate in Anspruch nahm. Unter anderem wurden hierbei die Reaktoren mit neuem nuklearen Brennstoff befüllt. Diese Liegezeit endete am 31. Juli 1975. Im Zeitraum der Überholung löste die US Navy die Klassifizierung DL auf. Die Truxtun wurde dabei zum Lenkwaffenkreuzer () umklassifiziert. Nach dem Ausdocken wechselte die Truxtun ihren Heimathafen und lag ab diesem Zeitpunkt in der Naval Base San Diego, Kalifornien. Im folgenden Jahr wurden mit dem Kreuzer Routineoperationen vor Kalifornien durchgeführt.

Einsätze in Pazifik und Indischem Ozean in Friedenszeiten Am 30. Juli 1976 verließ die Truxtun ihre Basis in San Diego. Nach zweiwöchigen Trainingsfahrten in den Gewässern um die hawaiischen Inseln setzte das Schiff Kurs westwärts, legte Hafenliegezeiten in Wellington, Neuseeland und Melbourne ein und begab sich dann nach Subic Bay, wo sie am 25. September ankam. Nach einem Monat Manöverfahrten in den Regionen um Subic Bay fuhr die Truxtun am 28. Oktober weiter westwärts in den Indischen Ozean. Dort nahm sie an Operation Midlink 76 teil, einem multinationalen Manöver in pakistanischen Gewässern. Nach dem Manöver und einem Besuch der Stadt Karatschi fuhr der Kreuzer am 24. November zurück nach Subic Bay. Neben weiteren lokalen Operationen besuchte die Truxtun im Januar 1977 Hongkong und fuhr danach mit Enterprise und Long Beach zurück in den Indischen Ozean, wo Übungen mit der Marine von Singapur durchgeführt wurden. Außerdem wurde „Operation Houdini“ durchgeführt. Dabei fuhren die drei nuklear getriebenen Schiffe lange Zeit mit hoher Geschwindigkeit, um einem sowjetischen Kreuzer der Kynda-Klasse davonzulaufen, der die Gruppe beschatten sollte. Nachdem dies gelungen war, besuchte die Truxtun unter anderem Port Victoria auf den Seychellen und kehrte am 13. März nach Subic Bay zurück, vier Tage später begannen die drei Schiffe die Heimfahrt an die US-Westküste, die sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 24 Knoten in elf Tagen durchführten.

Auf den Einsatz folgte wiederum eine Phase von Übungen, unter anderem wurden Geschützübungen und U-Jagd-Übungen durchgeführt. Ab November wurden in der Puget Sound Naval Shipyard kleinere Reparaturen durchgeführt, ab Dezember bis April 1978 folgten lokale Operationen von San Diego aus. Der siebte Einsatz fand ab dem 4. April statt. Mit der 7. Flotte, wiederum als Kampfgruppe mit Enterprise und Long Beach, wurden mehrere Übungen mit Anrainerstaaten des Indischen Ozeans durchgeführt. Unter anderem legte die Truxtun in Colombo, Sri Lanka und Perth in Australien an. Der Kreuzer kehrte am 27. Oktober nach San Diego zurück und verbrachte den Rest des Jahres 1978 mit kleineren Überholungen und lokalen Operationen. mini|Die Truxtun 1984 im Hafen von San Diego Ihre nächste Einsatzfahrt begann die Truxtun Anfang 1980, da sich der Atomträger Enterprise seit 1979 im Trockendock befand, mit der konventionell getriebenen Constellation. Im Rahmen der Geiselnahme von Teheran löste die Gruppe die Dwight D. Eisenhower im Arabischen Meer ab. In drei Monaten dort ankerte die Truxtun nur kurz im Hafen von Diego Garcia. Erst auf dem Rückweg wurden wieder Freundschaftsbesuche in ausländischen Häfen, unter anderem Sattahip in Thailand, eingelegt. Von Neuseeland aus begab sich die Gruppe durch den Ironbottom Sound zurück zu Richtung USA, wo sie im Oktober ankamen.

Die neunte Einsatzfahrt, von Oktober 1981 bis April 1982, führte die Truxtun wiederum mit der Constellation in den Indischen Ozean. Unter anderem legte der Kreuzer Besuche in Australien und Mombasa, Kenia ein. Im Anschluss an diese Fahrt, ab Oktober 1982, wurde die Truxtun einer gründlichen Überholung, Nachfüllung des Brennstoffes und Aktualisierung ihrer Bewaffnung unterzogen. Diese Liegezeit in der Puget Sound Navy Shipyard dauerte bis Juli 1984. Nach einigen Testfahrten im Jahr 1985 folgte Anfang 1986 die nächste Verlegung.

Am 15. Januar 1986 verließ der Kreuzer mit Enterprise und USS Arkansas San Diego. Im April lief die Kampfgruppe durch den Sueskanal ins Mittelmeer ein, wo sie vor der Küste von Libyen in der Großen Syrte eingesetzt wurde. Nach zwei Monaten dort fuhr die Gruppe durch die Straße von Gibraltar, um das Kap der Guten Hoffnung und nach Australien, von dort über Subic Bay und Hawaii nach San Diego, wo sie am 13. August ankam. Dabei legte die Gruppe über 65.000 Meilen zurück.

Einsätze im Persischen Golf Die elfte Einsatzfahrt, ab Oktober 1987, der Truxtun, wiederum mit Enterprise und Arkansas, führte die Gruppe in den Persischen Golf, wo sie an der Bewachung kuwaitischer Supertanker im Rahmen der Operation Earnest Will beteiligt war. Nachdem die Samuel B. Roberts auf eine iranische Seemine gelaufen war, startete die US Navy einen Gegenangriff, genannt Operation Praying Mantis, während dessen die Truxtun Luftabwehr für die Enterprise leistete. Die Gruppe kehrte im Juni 1988 zurück nach San Diego, woraufhin eine neunmonatige Werftliegezeit in der Puget Sound Naval Shipyard folgte. Nach einigen Testfahrten wurde die Truxtun zum 1. Oktober 1989 nach Bremerton verlegt.

Die erste Fahrt aus diesem Hafen fand ab Februar 1990 mit Carl Vinson statt. Das Ziel war der Indische Ozean, die Fahrt endete weitgehend ereignislos im Juli des Jahres. Danach folgten über 12 Monate lokale Operationen.

Ab dem 13. August fuhr die Truxtun wiederum in den Persischen Golf, wo sie als Kommandoschiff für Luftabwehr während der Operation Desert Storm diente und außerdem als Flaggschiff einer Gruppe Minensuchboote fungierte, die in kuwaitischen Gewässern nach Seeminen suchten. Ab April 1992 folgte eine zweimonatige Operation im Rahmen der Bekämpfung des Drogenschmuggels in Mittelamerika.

Ihre letzte Einsatzfahrt ab dem 12. Februar 1993 führte den Kreuzer noch einmal in den Golf, wo sie mit der Nimitz Manöver durchführte. Am 22. April wurde die Truxtun aus der Gruppe abgezogen und ins Rote Meer beordert, wo sie Durchsuchungen von Schiffen in Übereinstimmung mit den Waffensanktionen gegen den Irak durchführte. Insgesamt gingen Boarding-Teams von der Truxtun an Bord von 73 Frachtern, 53 weitere wurden sichtüberprüft oder angefunkt. Alle Schiffe waren unterwegs nach Aqaba in Jordanien. Zum 1. August 1993 endete die Fahrt in Bremerton.