mini|Foden-Schriftzug Foden war ein britischer Hersteller schwerer Lkw, der zuletzt Teil der PACCAR-Gruppe war.

Unternehmensgeschichte mini|Dampftraktor von Foden, Baujahr 1899 Der Namensgeber der Firma, Edwin Foden (1841–1911), begann 1856 seine Ausbildung beim Landmaschinenhersteller Plant and Hancock. Zu Ausbildungszwecken wechselte er zu den Crewe Railway Works, trat aber 1860 wieder bei Plant and Hancock ein und wurde nach kurzer Zeit Teilhaber des Unternehmens. Foden konstruierte eine Verbunddampfmaschine, die sich als effizient und praktisch brauchbar erwies. Die Konstruktion Fodens bildete die Grundlage für alle nachfolgend hergestellten Dampfmotoren des Unternehmens.

Um die Jahrhundertwende begann das Unternehmen mit der Fertigung von dampfgetriebenen Straßenfahrzeugen, nachdem Foden 1882 sein erstes derartiges Fahrzeug konstruiert hatte. Nachdem sich der Firmengründer, George Hancock, 1887 aus der Leitung des Unternehmens zurückgezogen hatte, wurde es in Edwin Foden Sons and Co Ltd. umbenannt. Das Unternehmen produzierte stationäre Dampfmaschinen und Lokomobile für den Einsatz in der Landwirtschaft. 1899 wurde in Windsor der erste dampfgetriebene Traktor vorgestellt, im Folgejahr die Produktion von dampfgetriebenen Lastkraftwagen aufgenommen, die bis 1932 fortgeführt wurde. Bereits 1901 hatte Foden mit einem derartigen Lastkraftwagen an den auf einer Ausschreibung des britischen Kriegsministeriums beruhenden War Office Trials teilgenommen, wo das Fahrzeug hinter einem Lkw von Thornycroft den zweiten Platz belegte. Obwohl die Teilnahme nicht zu Aufträgen des britischen Militärs führte, bildete die Konstruktion die Grundlage für eine erfolgreiche Reihe von dampfgetriebenen Lastkraftwagen. Der unmittelbar auf dem Wettbewerbsfahrzeug beruhende Lkw mit 5 Britischen Tonnen Nutzlast wurde 1902 in Produktion genommen.

Edwin Foden starb am 31. August 1911; die Nachfolge traten seine Söhne Edwin Richard und William an.

Erst 1931 wurde der erste Lkw mit Dieselmotor vorgestellt. Im Jahr davor wurde eine Dampflokomotive an die Palmer Mann and Co ausgeliefert, jedoch blieb der Vorstoß auf den Markt der Schienenfahrzeuge folgenlos. Der 1931 vorgestellte Lkw war mit einem Dieselmotor von L. Gardner and Sons ausgerüstet, später waren auch Motoren anderer Hersteller verfügbar. 1932 schied Edwin Richard Foden (einer der Söhne von Edwin Foden) aus dem Unternehmen Foden aus und gründete die Konkurrenzfirma ERF, weil er seine Partner nicht vom Dieselmotor überzeugen konnte.in verschiedenen Quellen wird dargestellt, dass zwar Edward Richard Foden zum genannten Zeitpunkt aus dem Unternehmen im Alter von 62 Jahren ausschied, ERF jedoch von dessen Sohn Dennis gegründet wurde, siehe u. a. Dawn Martin 1934 stellte schließlich Foden die erste Baureihe mit Dieselmotor vor. 1935 wurde das letzte dampfgetriebene Straßenfahrzeug ausgeliefert. Insgesamt wurden über 6.500 Straßenfahrzeuge mit Dampfantrieb gebaut.

mini|Kriegsproduktion bei Foden: mittlerer Panzer Crusader Während des Zweiten Weltkrieges stellte das Unternehmen Rüstungsgüter her. Insgesamt wurden 1.750 schwere Lkw mit der Radformel 6 × 4 sowie 770 Panzer vom Typ Crusader bzw. Centaur gefertigt. Außerdem war Foden noch an der Munitionsherstellung beteiligt, so produzierte man 7,5 Millionen 20-mm-Granaten.

1948 begann Foden mit der Produktion eigener Motoren, nachdem bereits 1944 die Fertigung angekündigt wurde. In diesem Jahr stellte das Unternehmen den FD6, seinen ersten Zweitakt-Dieselmotor mit 4,1 l Hubraum und einer Leistung von 126 bhp vor. Der Zweitakt-Dieselmotor blieb bis zur Produktionseinstellung 1977 kennzeichnend für die Lastkraftwagen des Unternehmens. Foden wurde zu einem führenden Hersteller von Muldenkippern, nachdem die Steel Company of Wales 1947 eine große Anzahl von Kippern mit großem Ladevolumen bestellt hatte. Bereits 1961 hatte Foden über 2.100 Mitarbeiter. 1974 wurde eine neue Produktionsstätte eröffnet, 1977 mit dem Fleetmaster mit Dieselmotoren von Cummins bzw. Rolls-Royce und dem Haulmaster, nur mit Motoren von Cummins erhältlich, eine neue Generation schwerer Lastkraftwagen eingeführt.

1979 führten größere Investitionen und schlechter Absatz das Unternehmen in Konkurs. Der Bau einer neuen Fertigungsstätte, die Entwicklung des letztendlich erfolglosen Doppeldeckerbusses Foden NC, verbunden mit der Einführung der neuen Lkw-Reihe 1977 während der durch die Ölkrise 1973 hervorgerufenen Depression, führten das Unternehmen in ökonomische Schwierigkeiten. Foden musste staatliche Hilfen in Anspruch nehmen. Erst 1978/79 wirtschaftete Foden dank 1973 akquirierter Rüstungsaufträge im Wert von ungefähr 10 Millionen £ wieder profitabel. 1980 wurde Foden von Paccar erworben und die Firma hieß fortan „Sandbach Engineering Company“. 1981 wurde die Lkw-Produktion auf niedrigem Niveau wieder begonnen. Man konzentrierte sich auf Vierachs-Modelle. Ab 1983 hieß die Firma „Foden Trucks“. Im Jahr 1998 wurden 423 Lastwagen produziert und im Jahr 1999 waren es 1123 Fahrzeuge.

1999 wurde die Produktion bei Foden eingestellt. Bis 2006 wurden Foden-Modelle im auch zu Paccar gehörenden Leyland-Werk hergestellt. Zuletzt handelte es sich bei den unter Foden angebotenen Fahrzeugen jedoch nur noch um per Badge-Engineering umbenannte DAF-Modelle. Wegen geringer Nachfrage wurde der Markenname Foden 2006 eingestellt.

Produktionszahlen Foden 1998 bis 2006

Jahr19941995199619971998199920002001200220032004200520064231.1231.1211.092972923831732264

Lkw Dampfgetriebene Traktoren und Lkw mini|Dampfgetriebener Lastkraftwagen von Foden, Baujahr 1930, Nutzlast 5 Britische Tonnen Der Einstieg von Foden in die Produktion von Lastkraftwagen begann 1896 mit dem Ende des Red Flag Act. Bis dahin war die Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge über 3 Tonnen Gesamtgewicht auf maximal 12 Meilen pro Stunde (~ 19,2 km/h) beschränkt. Das Ende dieses Gesetzes öffnete den Markt für schnell fahrende Lkw mit hoher Nutzlast. Da Foden durch die Konstruktion und den Bau von Lokomobilen und dampfgetriebenen Traktoren bereits über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz verfügte, konnte das Unternehmen sehr schnell entsprechende Lastkraftwagen anbieten. Für die War Office Trials konzipierte Foden 1901 einen Lkw mit einer Nutzlast von 3 Tonnen. Das Fahrzeug belegte im Wettbewerb den zweiten Platz hinter einem Lkw von Thornycroft; die Entscheidung war jedoch umstritten und für viele Kommentatoren galt Foden als eigentlicher Sieger des Wettbewerbes. Foden konnte sich mit dampfgetriebenen Fahrzeugen lange am Markt behaupten, in den 1920er Jahren wurde jedoch deutlich, dass die Zukunft dem Verbrennungsmotor gehörte. Die Kontroversen um den Einsatz des Dieselmotors führten zur Gründung des Unternehmens ERF.

Erste Diesel-Lkw mini|Foden F1, Baujahr 1931, erster Foden-Lkw mit Dieselmotor Der 1931 vorgestellte Lkw nutzte einen Fünfzylinder-Dieselmotor von Gardner, den 5L2, zusammen mit einem manuell zu schaltenden Vierganggetriebe.verschiedentlich wird auch ein 6L2 als Motor angegeben, siehe Foden Trucks Das Fahrzeug hatte eine Nutzlast von 6 Britischen Tonnen. Obwohl das Fahrzeug überzeugte, waren die Auseinandersetzungen im Unternehmen noch nicht beendet. Foden brachte eine Reihe von Lkw mit Nutzlasten zwischen zwei und sieben Tonnen auf den Markt, die sich jedoch nicht sonderlich gut verkauften. Motorisiert wurden die Fahrzeuge mit Triebwerken von Austin, Dorman, Meadows oder Perkins.

Erst mit der Rückkehr William Fodens aus Australien vollzog das Unternehmen 1935 die endgültige Wende zum Einsatz von Dieselmotoren. Zunächst wurden schwere, sechsrädrige Lkw mit einer Nutzlast von zehn bzw. zwölf Tonnen in Produktion genommen. Nach den damaligen britischen Zulassungsvorschriften war dies die maximale Nutzlast für dreiachsige Lkw. Verbaut wurden Dieselmotoren von Gardner. Gegen Ende des Jahres erschien ein kleinerer Lkw mit einer Nutzlast von vier Tonnen, bei dem der LK4, ein Vierzylinder-Dieselmotor von Gardner, zum Einsatz kam. Auch diese Modelle waren am Markt nicht sonderlich erfolgreich. Als erfolgreichstes Modell erwies sich ein schwerer vierachsiger Lkw mit einer Nutzlast von 15 Tonnen, der 1937 durch einen Zehntonner mit doppelter, lenkbarer Vorderachse ergänzt wurde. Zum Ende der 1930er Jahre wurden die Lkw mit Dieselmotoren als Serie DG vermarktet.

Serie DG Mit dem DG wurde eine erfolgreiche Konstruktion entwickelt, die bis zum Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Traditionell steht der zweite Buchstabe in der Typenbezeichnung für die Motorvariante, da lange Zeit nur Triebwerke von Gardner verbaut wurden, lautet er bis zum Beginn der 1950er Jahre stets G. Auf Grundlage des DG entstand eine militärische Version, die während des Krieges gebaut wurde. Foden baute das Sortiment bis zu Fahrzeugen mit 15,5 Britischen Tonnen Nutzlast systematisch aus. Die Serie umfasste zwei-, drei- und vierachsige Fahrzeuge. Motorisiert waren die Fahrzeuge mit dem LW6, einem Sechszylinder-Dieselmotor von Gardner. Für die kleineren Fahrzeuge waren Vier- und Fünfzylindermotoren, ebenfalls von Gardner, erhältlich. Im Jahr 1938 wurden folgende Modelle angeboten: ModellAnzahl AchsenNutzlastMotorLeermasseDG4/7 1/227,5 Britische Tonnen, 10 Tonnen mit AnhängerLK4, Vierzylinder-Dieselmotor4 Britische TonnenDG5/7 1/227,5 Britische Tonnen5L2, Fünfzylinder-Dieselmotor4 Britische TonnenDG6/7214,0 Britische Tonnen mit AnhängerLW6, Sechszylinder-Dieselmotor5 Britische TonnenDG5/10310,0 Britische Tonnen5L2, Fünfzylinder-Dieselmotor5 Britische TonnenDG6/12 1/2312,5 Britische TonnenLW6, Sechszylinder-Dieselmotor6 Britische TonnenDG6/15 1/2415,5 Britische TonnenLW6, Sechszylinder-Dieselmotor7 Britische Tonnen

Serie OG mini|Foden OG4/4, Baujahr 1935 Ergänzt wurde die Produktionspalette durch den kleineren Typ OG, der für Nutzlasten von 4 (ca. 4060 kg) bzw. 6 Britischen Tonnen (ca. 6100 kg) ausgelegt war. Der OG4/4 hatte einen Radstand von 3048 mm. Während das kleinste Fahrzeug der Baureihe nur mit dem Vierzylinder-Dieselmotor von Gardner geliefert wurde, standen für das größere Modell die auch in der Serie DG verbauten Fünf- und Sechszylinder des Motorenherstellers zur Verfügung. Der LK4-Motor hatte eine Bohrung von 95,25 mm und einen Hub von 135,35 mm, somit einen Hubraum von 3858 cm³. Er leistete 53 b.h.p. (40 kW) bei 2000/min. Das maximale Drehmoment lag bei 147 lbf·ft (199 N·m) bei 1200/min. Das Fahrzeug hatte einen Wendekreis von 12,8 m. Im Jahr 1938 wurden folgende Modelle angeboten: ModellAnzahl AchsenNutzlastMotorLeermasseOG4/424 Britische TonnenLK4, Vierzylinder-Dieselmotor50 cwtOG4/526 Britische Tonnen5L2, Fünfzylinder-Dieselmotor3 Britische TonnenOG4/626 Britische TonnenLW6, Sechszylinder-Dieselmotor3 Britische Tonnen

Serie F mini|Foden FG6, Baujahr 1947