mini|hochkant|Ehemalige StiftskircheSt. Étienne mini|Katharinenkapelle

Hombourg-Haut [] (, lothringisch Humerich) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2016 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle.

Geographie Die Stadt liegt in Lothringen am Rande des grenzübergreifenden Warndt zwischen Saint-Avold (deutsch Sankt Avold) und Freyming-Merlebach (Freimengen-Merlenbach), nahe der Grenze zum Saarland. Die Gemeinde ist von Wäldern umgeben (Forêt de Zang, Forêt de Steinberg). Der alte Ortskern liegt auf einem Felsvorsprung über dem Tal der Rossel.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Hombourg-Bas (Niederhomburg) und Hellering (Helleringen).

Nachbargemeinden von Hombourg-Haut sind Freyming-Merlebach im Nordosten, Betting (Bettingen) im Osten, Guenviller (Genweiler) im Südosten, Macheren (Machern) im Süden sowie Saint-Avold (Sankt Avold) im Westen und Nordwesten.

Geschichte Die Region gehörte früher zum Hochstift Metz,Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 399–400 (books.google.de). einem Fürstbistum des Heiligen Römischen Reichs. Die Ortschaft geht auf eine im 10. Jahrhundert zum Schutz der Abtei Saint-Nabor erbaute Burg zurück („Altburg“ bei Niederhomburg). 1254 gründete Bischof Jakob von Metz auf der gegenüberliegenden Talseite eine neue Burg nebst Stiftskirche, die Keimzelle des heutigen Ortes Hombourg-Haut. Die Burgsiedlung wurde zeitnah befestigt und erhielt 1283 Stadtrecht. 1581 fiel Hombourg-Haut an das Herzogtum Lothringen und mit diesem 1766 an Frankreich. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg durch französische Truppen geschleift.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Kreis Forbach im Bezirk Lothringen zugeordnet. Auf der Gemarkung des Dorfs gab es Eisenwerke, Anlagen der Schwerindustrie, Fabriken und Steinbrüche. Die Landwirte des Dorfs betrieben Getreide-, Obst- und Gemüsebau. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden und wurde Teil des Département Moselle. Von 1940 bis 1944 gehörte die Region zum CdZ-Gebiet Lothringen.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019Einwohner 10.111 10.571 10.401 10.055 9580 9486 8048 6283

Sehenswürdigkeiten Ehemalige Stiftskirche Saint-Étienne aus dem 14. Jahrhundert, steht unter Denkmalschutz (Monument historique) Chapelle Sainte-Catherine (Katharinenkapelle), ehem. Burgkapelle, aus dem 13. Jahrhundert, steht unter Denkmalschutz (Monument historique). Reste der Burg und der Stadtmauern Franziskaner-Rekollektenkloster, aus dem 18. Jahrhundert Schloss Hausen, aus dem 18. Jahrhundert, steht unter Denkmalschutz (Monument historique).

Kultur Musik In Hombourg-Haut finden seit 1989 jährlich die Rencontres Musicales des Festival International Théodore Gouvy statt. Fünf der sechs Konzerte werden in der Kollegiatskirche St-Étienne aufgeführt, das Neujahrskonzert in der Stadthalle. Chœur d’hommes de Hombourg-Haut (gegründet in 1865) ist der älteste Männerchor in der ehemaligen Region Lothringen (aufgelöst 2015).

Veranstaltungen Karneval mit einem großen Straßenumzug durch die Innenstadt. Orgelkonzerte in der ehemaligen Stiftskirche St-Etienne. Die ehemalige Kirchenorgel wurde 1906 vom Orgelbauer Dalstein-Haerpfer restauriert.

Partnerschaft Seit 1976 besteht eine Partnerschaft mit der italienischen Gemeinde San Giorgio di Pesaro in den Marken.

Verkehrsanbindung mini|Bahnstation Hombourg-Haut Hombourg-Haut liegt an der Nationalstraße 3 von Paris über Metz nach Saarbrücken. Auch die Autobahn und die Bahnstrecke parallel zur RN3 verlaufen durch Hombourg-Haut.

Persönlichkeiten Simon Batz, genannt Simon von Homburg (1420–1464), Ratssyndikus in Lübeck Anton Gapp (1766–1833), französischer katholischer Priester und Gründer eines Schwesternordens, Pfarrer in Hombourg von 1821 bis 1833 Théodore Gouvy (1819–1898), Komponist Fritz Münch (1906–1995), deutscher Völkerrechtler

Trivia Manche Einwohner nennen sich auf Französisch Hombourgeois. Ihre Spitznamen sind „Die Humeriche Eicherte“ und „Bachwasser“.Passé-Présent, La Moselle dévoilée, n°4, Novembre-Décembre 2011.

Literatur Friedrich Toepfer: Beilagen II. Hombourg und Saint-Avold In: ders. (Bearb.): Urkundenbuch für die Geschichte des graeflichen und freiherrlichen Hauses der Voegte von Hunolstein, Bd. III. Fr. Campe, Nürnberg 1872, S. 220–224 (books.google.de)

Weblinks

Offizielle Website von Hombourg-Haut Die Internationalen Théodore Gouvy-Festspiele Hombourg-Haut in der Stiftskirche Sankt Stephanus (Collégiale Saint-Étienne): Männerchor des Alexander-Newski-Klosters in St. Petersburg (2013)

Einzelnachweise

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