Top Gear ist ein Automagazin, das vom britischen Fernsehsender BBC Two ausgestrahlt wurde und 2020 zu BBC One wechselte. Es gilt als erfolgreichste Sendung der BBC.
Seit der Umgestaltung des Formats im Jahr 2002 liefen 27 Staffeln.BBC: (abgerufen am 28. Juli 2012). Die Sendung gewann 2005 den Internationalen Emmy für die beste Entertainmentshow. Top Gear hat weltweit bis zu 350 Millionen Zuschauer, 5 Millionen davon in Großbritannien.TV car show host wins online backing for British PM. Die Sendung wurde bis 2015 von Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May moderiert. Ein weiteres ständiges Teammitglied ist der Testfahrer The Stig. In der achten Staffel gab es außerdem den Top Gear Dog, einen Labradoodle; in der elften Staffel wurde der Top Gear Stuntman eingeführt, der jedoch nur zwei Auftritte hatte.
Ende September 2006 wurde die Ausstrahlung für vier Monate ausgesetzt, da sich Moderator Richard Hammond während der Dreharbeiten für die Sendung bei einem Unfall mit einem Dragster schwer verletzte. Die BBC gab zu diesem Zeitpunkt bekannt, Top Gear werde auf unbestimmte Zeit nicht weiter produziert; mit einer Entscheidung über die Zukunft der Sendung werde man bis zur Genesung von Richard Hammond warten. Nach seiner Genesung wurde die Sendung weiterproduziert, obwohl Hammond selbst in Interviews davon sprach, dass die Produktion für ihn selbst zu früh wiederaufgenommen wurde.
Das Top Gear magazine wird von BBC Magazines herausgegeben. Es erscheint monatlich und deckt sich teilweise inhaltlich mit der Fernsehsendung.
Gelegentlich fahren die Fahrzeuge der Sendung, z. B. in Staffel 15, auf deutschen Autobahnen, was deren Bekanntheit – in Verbindung mit dem Fehlen eines allgemeinen Tempolimits für Kraftfahrzeuge in Deutschland – beim internationalen Publikum fördert.
Am 25. März 2015 wurde bekannt, dass die BBC den Vertrag mit Jeremy Clarkson aufgrund einer Auseinandersetzung mit einem Produzenten nicht verlängern werde. Die Moderatoren Hammond und May sowie der Executive Producer Andy Wilman ließen ihre Verträge mit der BBC auslaufen.Jeremy Clarkson macht für "Top Gear Live" weiter Top Gear wurde mit der 23. Staffel im Mai 2016 in einem neuen Format mit einem neuen Moderatorenteam mit Chris Evans als Hauptmoderator fortgesetzt, der die Sendung aber bereits nach einer Staffel wegen stark fallender Quoten verließ.
Top Gear von 1977 bis 2001 Das Format Top Gear entstand 1977. Die ersten Moderatoren waren Angela Rippon, Tom Coyne, Noel Edmonds, William Woollard und Chris Goffey. Die Sendung war damals 30 Minuten lang.
Ursprünglich war Top Gear ein konventionelles Automagazin. Es stellte neue Automodelle und verwandte Themen wie Fahrsicherheit vor. Eine massive Zuschauerzunahme erreichte die Sendung in den frühen 1990er-Jahren, als die Produzenten dazu übergingen, sie humorvoller, kontroverser und mit mehr petrolhead talk („Gespräche unter Autonarren“) zu gestalten. Die Moderatoren dieses neuen Formats waren Frontmann Jeremy Clarkson gemeinsam mit Quentin Willson, einem ehemaligen Autoverkäufer, sowie die beiden Rennfahrer Tiff Needell und Vicki Butler-Henderson.
Trotz der Kritik, die Sendung sei zu machohaft, verleite zu einem unverantwortlichen Fahrstil und ignoriere die Umwelt sowie den Umweltschutz, war sie unter Clarkson erfolgreich. Moderator Jeremy Clarkson bedient erfolgreich das Image des britischen Humors; insbesondere Deutschland und dessen Geschichte sind oftmals Teil bildhafter Vergleiche. Aber auch andere Nationen (beispielsweise Frankreich, USA) werden häufig mit Scherzen bedacht. Top Gear erreichte bisweilen einen gewissen Einfluss auf die Autoindustrie. Kritik vom Top-Gear-Team konnte und kann sich negativ auf die Verkaufszahlen auswirken. Ein Beispiel war das britische Pendant zum Opel Vectra, der Vauxhall Vectra B. Clarkson sagte über dieses Modell: I know it's the replacement for the Vauxhall Cavalier. I know. But I'm telling you it's just a box on wheels. (Ich weiß, es ist der Ersatz für den Vauxhall Cavalier. Ich weiß. Aber ich sage dir, es ist nur ein Kasten auf Rädern.) Noch kritischere Äußerungen zum Toyota Corolla oder ein Lob des Renault Alpine GTA/A610 hatten dagegen keinen Effekt.
Seit 1980 veranstaltet Top Gear das Top 100 Survey, eine statistische Erhebung, bei der mit Hilfe tausender britischer Autobesitzer deren Zufriedenheit mit ihren Fahrzeugen ermittelt wird. Da die BBC keine Produktplatzierung gestattet, werden die Ergebnisse in der Fernsehsendung lediglich in Auszügen präsentiert und ausführlich im Top Gear Magazine veröffentlicht.
Nach dem Ausscheiden von Jeremy Clarkson im Jahr 1999 fielen die Zuschauerzahlen von sechs Millionen auf unter drei Millionen, was 2001 zur Einstellung der Sendung führte. Tiff Needell und Vicki Butler-Henderson starteten 2002 beim Sender Channel 5 das Automagazin Fifth Gear.
Top Gear von 2002 bis 2015 mini|V. l.: Richard Hammond, James May und Jeremy Clarkson
Jeremy Clarkson begann 2002 zusammen mit dem Produzenten Andy Wilman, der BBC ein neues Top-Gear-Format zu präsentieren. Dieses neue Format brachte einige grundlegende Änderungen. Die Sendung war nun eine volle Stunde lang und es wurden zwei neue Co-Moderatoren vorgestellt: Richard Hammond und Jason Dawe. Dawe wurde allerdings schon nach der ersten Staffel durch James May ersetzt. Außerdem bekam das Team einen stets anonymen und durch seinen Helm mit getöntem Visier und schwarzem, später weißem neutralem Rennoverall unkenntlich gemachten Testfahrer: The Stig. Die Titelmusik ist eine modernisierte Version des Instrumentaltitels „Jessica“ von den Allman Brothers aus dem Jahre 1973. Laut einem Interview mit dem amerikanischen TV Magazin 60 Minutes hat Top Gear ca. 350 Millionen Zuschauer.
Richard Hammonds Unfall Im September 2006 verunglückte Richard Hammond bei Dreharbeiten zur neunten Staffel mit einem Jet-Dragster schwer. Bei etwa 460 km/h platzte ein Reifen, der Wagen kam von der Strecke ab und überschlug sich. Hammond wurde mit schweren Kopfverletzungen in die Intensivstation eingeliefert. Er erholte sich von dem Unfall und war in der neunten Staffel, die von Januar bis März 2007 ausgestrahlt wurde, bereits wieder als Co-Moderator tätig.
Trennung von Clarkson Am 10. März 2015 teilte die BBC mit, Moderator Jeremy Clarkson sei nach einer (auch handgreiflichen) Auseinandersetzung mit einem Produzenten suspendiert worden. Die für den 15. März geplante Folge wurde nicht ausgestrahlt. James May und Richard Hammond waren hingegen von der Suspendierung nicht betroffen. Am 25. März 2015 teilte die BBC mit, dass der auslaufende Vertrag mit Jeremy Clarkson nicht verlängert werde, die verbleibenden drei Folgen der 22. Staffel aber noch ausgestrahlt werden sollen. Dabei blieb unklar, ob James May und Richard Hammond die Sendung fortsetzen würden. Mit der Äußerung von James May, dass er seinen Ferrari nun auf eBay verkaufen werde, regte er eine Diskussion der Gerüchte über dieses Thema weiter an. Er erklärte kurz darauf in einem Zeitungsinterview, dass er ausschließe, mit einem anderen Moderator als Clarkson bei Top Gear aufzutreten.Top Gear: James May rules out returning without Jeremy Clarkson in: The Guardian, 23. April 2015, abgerufen am 19. Juni 2015.
Am 16. Juni 2015 wurde bekanntgegeben, dass die letzte Episode der 22. Staffel, die nach den Auseinandersetzungen um Clarksons Verhalten nicht mehr ausgestrahlt wurde, am 28. Juni auf BBC Two gezeigt würde. Die drei Moderatoren hatten dafür als Verpflichtung aus ihrem ausgelaufenen Vertrag noch einmal Kommentare und Überleitungen aufgenommen.Top Gear: BBC to air final Jeremy Clarkson episode on 28 June in: The Guardian 16. Juni 2015, abgerufen am 17. Juni 2015. Am gleichen Tag wurde von der BBC bekanntgegeben, dass Chris Evans einen drei Jahre laufenden Vertrag für die Moderation von Top Gear erhalten habe und dass die Produktion der nächsten Staffel bald beginnen werde. Aussagen zu möglichen Co-Kommentatoren wurden dabei vermieden.Chris Evans to be new Top Gear presenter auf: BBC News, 16. Juni 2015, abgerufen am 17. Juni 2015. Das Scheitern von Verhandlungen der BBC zur Zusammenarbeit mit James May und Richard Hammond gilt dabei aber als der Auslöser für den Vertrag mit Evans.Top Gear deal set to make Chris Evans the BBC's highest-paid star in: The Guardian vom 17. Juni 2015, abgerufen am 17. Juni 2015. In einem Interview mit der Zeitung The Sun, für die Clarkson regelmäßig schreibt, behauptete Clarkson, dass er mit einem nicht namentlich genannten Mitarbeiter der BBC gesprochen habe, der ihm seine Position als Moderator von Top Gear anbot. Die BBC sagte, dass es ein solches Angebot nicht gegeben habe. Clarkson selbst sagte dazu, dass er zu sehr unter Beobachtung stehen würde, sollte er die Stelle wieder annehmen, und es sei dann nicht mehr die Show, die er machen wolle, weshalb er die Idee auch abgelehnt habe.BBC denies Clarkson invited back to Top Gear auf BBC News, 19. Juni 2015, abgerufen am 19. Juni 2015Top Gear: Jeremy Clarkson claims BBC offered him comeback in: The Guardian, 19. Juni 2015, abgerufen am 19. Juni 2015 Im Februar 2016 verkündete die BBC, dass Matt LeBlanc ebenfalls Moderator von Top Gear werde.
Im Juli 2015 wurde bekannt, dass das bisherige Team (Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May) zu Amazon Prime Video wechselt, um dort die neue Serie The Grand Tour zu moderieren. Die Rechte für die Marke Top Gear bleiben bei der BBC.
Wiederkehrende Elemente Neue Bestandteile sind der zu einem Interview mit Clarkson eingeladene Stargast der Sendung, der in a reasonably priced car – in einem preisgünstigen Wagen der Kompaktklasse – eine gezeitete Runde auf dem hauseigenen Rundkurs drehen muss. Clarkson fragt das Publikum, ob es sich die Runde ansehen will (Who would like to see the lap?), und nach der von ihm jeweils dramatisch kommentierten Abspielung des Videos wird die Rundenzeit mit magnetischen, handbeschriebenen Schildchen auf einer Metalltafel eingeordnet. Diese reasonably priced cars sind in keiner Weise sportlich, was den besonderen Reiz dieser Zeitenjagd ausmacht: Zunächst wurde ein Suzuki Liana verwendet; ab der achten Staffel benutzte man einen Chevrolet Lacetti, der 2006 bei der Sprengung zweier 65 Meter hoher Schornsteine unter ihnen „würdig begraben“ wurde; von Staffel 15 bis Staffel 19 war ein Kia cee’d in Aktion zu sehen. Seit Juni 2013 wird mit dem Start der 20. Staffel ein Vauxhall Astra Techline eingesetzt, der im englischen Vauxhall-Werk in Ellesmere Port gebaut wurde. Handelt es sich beim Gast um einen (ehemaligen) Formel-1-Fahrer, wird weiterhin der Suzuki verwendet.
Bei den zu einer kurzweiligen Unterhaltung eingeladenen Gästen handelt es sich oft um in Großbritannien bekannte Persönlichkeiten, aber auch weltweit bekannte Stars, wie Rowan Atkinson, Tom Cruise, Roger Daltrey, Cameron Diaz, Geri Halliwell, Brian Johnson, Tom Jones, Rick Parfitt, Cliff Richard, Lionel Richie, Christian Slater, David Soul, Patrick Stewart oder Mark Wahlberg. Auch deutsche Stars wie Boris Becker, Michael Schumacher und Sebastian Vettel waren bei Top Gear zu Gast.
Weitere Elemente sind die Cool Wall (welche Fahrzeuge sind „cool“ oder gar „sub-zero“ – also unter Null Grad „cool“ –, welche sind „uncool“ oder „seriously uncool“?) Car News, Power Laps (Sportwagen von The Stig gefahren) und eine Formel-1-Tafel, auf der sich bekannte Formel-1-Fahrer wie Rubens Barrichello, Lewis Hamilton, Damon Hill, Nigel Mansell, Kimi Räikkönen, Sebastian Vettel und Mark Webber eintrugen. Umgekehrt fuhr Hammond selbst einmal ein Formel-1-Auto, einen Renault R25.