Dreitausender ist eine Bezeichnung für Berggipfel, die mindestens 3000, aber weniger als 4000 Meter über dem Meer hoch sind. Entsprechend gibt es auch Bezeichnungen wie Zweitausender oder Viertausender. Gemäß UIAA müssen diese Gipfel jeweils gewisse Kriterien wie eine Mindest-Schartenhöhe erfüllen. Graterhebungen, welche diese Standards nicht erfüllen, werden auch nicht als eigenständige Gipfel anerkannt.

Klimatologische Bedeutung In den gemäßigten Breiten spielen die Dreitausender eine bedeutende Rolle, da die Jahresmitteltemperatur auf unter dem Gefrierpunkt liegt. So bilden die Dreitausender-Ketten wichtige Klimascheiden und tragen Vergletscherung – in den Alpen etwa ist die 3000-Meter-Höhenlinie die allgemeine Grenze der Nival-Stufe; nur vereinzelte Gletscherberge sind weniger als hoch (z. B. der Dachstein als östlichster vergletscherter Berg der Alpen ist mit kein Dreitausender).

Im Mittelmeerraum hingegen sind auch die Dreitausender eisfrei. In den Tropen hat die 3000-Meter-Marke keine klimatologische Bedeutung: Hier liegt die Schneegrenze bei ca. 4500 bis , in den trockenen Kontinentalgebieten (Transhimalaya, Anden) bis .

Alpinismus Die Bezeichnung „Dreitausender“ wird aus Gründen des Tourismus gerne dort verwendet, wo nur einzelne Gipfel dieses Niveau überragen – z. B. in den Südalpen, im östlichen Teil Österreichs, in den Kalkalpen oder dem restlichen Europa. So ist die Parseierspitze in den Lechtaler Alpen mit der einzige Dreitausender der nördlichen Kalkalpen.

In den Alpen oder Pyrenäen etwa erfordert die Ersteigung dieses Höhenbereiches und seiner oft steilen Berghänge von den Bergsteigern bereits erhebliche Erfahrung und wetterfeste Ausrüstung, was sie – ebenso wie die Plötzlichkeit mancher Wetterumschwünge – von vielen Zweitausendertouren unterscheidet. Sie stellen durchwegs anspruchsvolle Hochtouren dar.

Der im Alpinismus geprägte Begriff des Leichten Dreitausendersvergl. etwa oder Wanderdreitausenders bezeichnet Berge oberhalb der Marke, die noch keine sonderlich anspruchsvollen Touren darstellen. Als typische „leichte“ Dreitausender gelten beispielsweise der Piz Boè () in Südtirol, der von der Pordoi-Seilbahn in einer Stunde erwanderbar ist, oder vom Umbrailpass auf den hohen Piz Umbrail. Zu den höchsten leichten Dreitausendern der Alpen gehören das Üsser Barrhorn () in den Walliser Alpen und der Monte Vioz (, südliche Ortlergruppe). Bei diesen Touren stellt die fehlende Akklimatisation an die schon enorme Höhe das Hauptrisiko dar. Die höchsten technisch erschlossenen 3000er der Alpen (und damit höchsten Seilbahnen Europas) sind das Klein Matterhorn () bei Zermatt und die Aiguille du Midi () am Mont Blanc. Als höchster 3000er der Alpen gilt der Piz Zupò () in der Berninagruppe. Der berühmteste 3000er weltweit dürfte, aufgrund der Besteigungsgeschichte seiner Nordwand, der Eiger () sein.

Alpen mini|650px|zentriert|Silvretta-Panorama mit Gipfeln zwischen 3000 und 3400 Meter

Die östlichsten Dreitausender der Alpen stehen in der Hafnergruppe im Osten der Hohen Tauern (von West nach Ost: Großer Hafner , Lanischhafner , Lanischeck , Großer oder Malteiner Sonnblick und Mittlerer Sonnblick ). Die nördlichsten 3000er befinden sich in den Nordkämmen der Hohen Tauern, Zillertaler, Ötztaler und Stubaier Alpen (sowie die Parseierspitze der Lechtaler Alpen). Die südlichsten 3000er finden sich im Hauptkamm der Meeralpen (Argentara-Gruppe), dem Mercantour und der Pelat-Gruppe mit etwa einem Dutzend von Hauptgipfeln über 3000 Meter Seehöhe.vergl. Zusammenstellung in Vanoise Groups und Haute Provence Groups, beide summitpost.org In den östlicheren Alpen liegt die Südgrenze in den Bergamasker Alpen (3 Hauptgipfel)vergl. Alpi Orobie: Vette, italienische Wikipedia, der Adamello–Presanella-Gruppe (etwa ein Dutzend)vergl. Gruppo dell'Adamello: Cime principali, italienische Wikipedia und den Dolomiten (64 Gipfel). Damit umfasst der Gebirgsraum der Alpen, in dem Gipfel die 3000er-Marke übersteigen, grob zwei Drittel der Fläche, wobei diese Zone in den Westalpen insgesamt wesentlich näher an den Alpenrand tritt, als in den Ostalpen mit ihren weitläufigen Vorgebirgssystemen: Der östlichste 3000er ist über 200 Kilometer vom pannonischen Alpenrand entfernt, der westlichste nur etwa 60 vom Rhonetal. Ein Gutteil dieses sensiblen hochalpinen Raumes ist durch Schutzgebiete abgesichert, er bildet aber auch den touristischen Kernraum der Alpen.

Östlichster Dreitausender der Alpen: Mittlerer Sonnblick Österreich Westlichster Dreitausender der Alpen: Le Rochail Frankreich Nördlichster Dreitausender der Alpen: Bauernbrachkopf Österreich Südlichster Dreitausender der Alpen: Mont Clapier Italien/Frankreich

Die Schweiz, Frankreich, Österreich und Italien haben viele hundert Alpengipfel über 3000 Meter. Deutschlands Zugspitze mit verfehlt die runde Marke knapp, Sloweniens Triglav bleibt schon deutlich unter der Marke. Liechtenstein, obwohl es das einzige Land ist, das vollständig in den Alpen liegt, hat keinen 3000er auf seinem Landesgebiet.

Sonstiges Europa Neben den Alpen, dem dominanten Gebirge – wenn man vom Kaukasus absieht, der eine mögliche Grenze Europas bildet, und mit dem Elbrus () so den höchsten Berg Europas stellte – kulminieren nur folgende Großgebirgssysteme in Dreitausendern:

Pyrenäen: Pico de Aneto (); mehr als zweihundert DreitausenderPyrenäen, Vuelta Rad- und Wandertouren (www.vuelta.de) Sierra Nevada: Mulhacén (, höchster Berg Südwesteuropas), mit einem guten Dutzend Dreitausender-Stöcken.Ski-Durchquerung Sierra Nevada-Nationalpark, Abanico Individuell Reisen (www.abanico-reisen.de)

Spanien ist damit neben den vier wichtigsten Alpenstaaten – und abgesehen von Russland und der Türkei sowie den Staaten mit außereuropäischen Kolonien – das einzige weitere Land Europas mit Dreitausendern.

Ein weiterer Dreitausender ist der höchste aktive Vulkan Europas, der hohe Ätna auf Sizilien.

Die höchsten Berge Südosteuropas erreichen die 3000er Marke knapp nicht. In Bulgarien befindet sich im Rila-Gebirge der hohe Musala und im Pirin-Gebirge der hohe Wichren. Auch der höchste Berg Griechenlands, der Olymp, bleibt mit unter der 3000er Marke. Der Gran Sasso d’Italia, das höchste Gebirgsmassiv der Apenninen, erreicht eine maximale Höhe von . Alle anderen Gebirge Europas bleiben unter .

Dreitausender auf der Arabischen Platte Im geologisch bzw. tektonisch definierten Bereich der Arabischen Platte liegen drei Gebirge mit einer Höhe über dreitausend Metern. Das südwestliche Randgebirge der Arabischen Halbinsel, das sich topografisch als Einheit darstellt, im Territorium des Jemen jedoch als Jemenitische Bergland und auf saudi-arabischem Territorium als Asir-Gebirge bezeichnet wird, hat seinen höchsten Punkt im Dschabal an-Nabi Schuʿaib () westlich der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Im Bereich des Asir-Gebirges sind der Dschabal Ferwaʿ () und der Dschabal Sauda () die höchsten Berge. Das Libanongebirge erreicht im al-Qurnat as-Sauda eine Höhe von . Die höchsten Berge des Hadschar-Gebirges im Südosten der Arabischen Platte liegen im Oman. Die höchste Höhe erreicht das Hadschar-Gebirge im Dschabal Schams ().

Afrika In den verschiedenen Ketten des Atlasgebirges und im Hochland von Abessinien liegen neben den Viertausendern eine Vielzahl von Dreitausendern. Im Grenzgebiet von Libyen und Tschad liegen im Tibesti-Gebirge einige Vulkane mit einer Höhe über 3000 m: im Südosten des Tibesti der Emi Koussi () und nördlich von diesem der Tarso Ahon (), im Nordosten des Gebirges der Mouskorbé (), im Zentrum der Tarso Kobour () und im Westen des Tibesti der Tarso Toussidé () und der Ehi Timi Ouli (). Im Westen des Sudan liegt das Marragebirge (Marra: ; Uwo: ) und im Bamenda-Hochland in Kamerun der Oku (). Im Süden des afrikanischen Kontinents liegt im Grenzgebiet der Republik Südafrika und Lesotho die weit ausgreifende Bergkette der Drakensberge (). Region des Großen Afrikanischen Grabenbruchs (ohne Hochland von Abessinien) Im Gebiet des Großen Afrikanischer Grabenbruchs im Osten Afrikas liegen viele Dreitausender vulkanischen Ursprungs, aber auch Dreitausender in verschiedenen Faltengebirgen. Die westliche Bergkette des Kilimanjaro, die Shira Ridge (), der Ithanguni () im Nordosten des Mount Kenya-Massivs, und im Aberdare-Nationalpark Mount Kinangop () und Mount Kipipiri () sind prominente Dreitausender in Gebirgen, deren höchste Gipfel Fünftausender bzw. Viertausender sind. Der südlichste Dreitausender der Region des Großen Afrikanischen Grabenbruchs ist der Sapitwa im Mulanje-Massiv () südlich des Malawisees. Im zentralen Norden Tansanias liegt der Hanang (), und noch etwas weiter nördlich, in den Crater Highlands im Naturschutzgebiet Ngorongoro, liegen die Vulkane Loolmalasin (), Empakaai (), Oldeani (), Lemagrut () und Olmoti (). In Kenia, nordwestlich von Nakuru, liegt der Mount Londiani (), und südlich daran anschließend das Mau Escarpment (). Östlich des Mount Elgon liegen die Cherangani-Hills () und der Mtelo (). Nördlich des Mount Elgon, auf ugandischem Staatsgebiet, befinden sich die Vulkane Kadam () und Mount Moroto (). Weiter nordwestlich im Grenzgebiet von Uganda und dem Südsudan liegen im Imatong-Gebirge () die nördlichsten Dreitausender Ostafrikas außerhalb des Hochlands von Abessinien.

Der Zentralafrikanische Graben ist der westliche Zweig des Großen Afrikanischer Grabenbruchs. Er zweigt nördlich des Malawisees nach Nordwesten in Richtung Tanganjikasee ab. Nordwestlich des Tanganjikasees liegen die Itombwe Mountains (; Mont Mohi), weiter nördlich, im Südwesten des Kiwusees, folgt der Kahuzi (). Nördlich des Kiwusees liegen die Virunga-Vulkane, die neben drei Viertausendern je nach Zählweise sechs bis acht Dreitausender aufweisen, deren bedeutendste der Visoke (), der Sabinyo (), der Gahinga (), der Nyiragongo () und der Nyamuragira () sind. Im Nordosten des Eduardsees liegt der Wuhevi (auch Tshiaberimu, ), und nördlich des Eduardsees das Ruwenzori-Gebirge mit einigen Vorbergen zwischen 3000 und 4000 Metern.

Japan Siehe: Liste der Berge oder Erhebungen in Japan In Japan gibt es 13 Dreitausender mit einer Schartenhöhe über 300 mDreitausender in Japan, peakbagger, die alle auf der japanischen Hauptinsel Honshū liegen. 12 der Dreitausender zählen zur Gebirgsregion der Japanischen Alpen. Der Fuji (), mit der höchste Berg Japans, ist den Japanischen Alpen südöstlich vorgelagert.

Neuseeland Siehe: Liste der Berge oder Erhebungen in Neuseeland In Neuseeland gibt es 10 Dreitausender mit einer Schartenhöhe über 300 mDreitausender in Neuseeland, peakbagger, die sich alle in den Neuseeländischen Alpen auf der neuseeländischen Südinsel befinden. Der Mount Cook ist mit der höchste Berg Neuseelands.

Dreitausender auf Inseln Siehe: Liste der höchsten Inseln der Erde Neben Neuguinea, wo der eigenständigste Dreitausender der Mount Suckling (3676 m) im äußersten Südosten der Insel ist, gibt es auf weiteren achtzehn Inseln Dreitausender: Taiwan (3952 m), Sumatra (3805 m), Ross-Insel (3794 m), Honshū (3776 m), Lombok (3726 m), Neuseeland, Südinsel (3724 m), Teneriffa (3715 m), Grönland (3694 m), Java (3676 m), Sulawesi (3478 m), Sizilien (3403 m), Siple-Insel (3110 m), Hispaniola (3098 m), Réunion (3070 m), Maui (3055 m), Bali (3031 m), Seram (3027 m) und Bioko (3011 m).

Grönland, Nordamerika, Zentralamerika, Bergland von Guayana, Patagonische Anden Grönland In Grönland erreichen folgende Gebirge und Gebirgsgruppen (die allesamt an der Südostküste der Insel liegen) Höhen über 3000 m: Watkins-Gebirge (3694 m), Schweizerland (3377 m), Borgtinderne (3296 m), Ejnar Mikkelsen Fjeld (3263 m), Lindbergh Fjelde (3181 m) und Rasmussens Bjerge (3075 m). Nordamerika