Rebecca ist ein Musical von Sylvester Levay (Musik) und Michael Kunze (Text) nach dem gleichnamigen Roman von Daphne du Maurier. Handlung und Texte nehmen jedoch zusätzlich große Anleihen vom Film von Alfred Hitchcock aus dem Jahre 1940. Rebecca gilt als eine der erfolgreichsten Eigenproduktionen der Vereinigten Bühnen Wien und wurde von diesen in 12 Länder exportiert.
Die Uraufführung fand am 28. September 2006 im Raimund Theater in Wien statt.
Handlung In Monte Carlo lernt der reiche Engländer Maxim de Winter die junge Gesellschafterin „Ich“ kennen, die dort für die Amerikanerin Mrs. van Hopper arbeitet. Er heiratet sie und nimmt sie mit auf sein Anwesen Manderley. Dort angekommen, muss „Ich“ einen langen Kampf gegen die Präsenz Maxims verstorbener erster Frau Rebecca führen. Diese ist in den Köpfen der Bewohner von Manderley, vor allem aber bei der Haushälterin Mrs. Danvers, noch allgegenwärtig. Mrs. Danvers macht es der neuen Ehefrau ihres Herrn nicht leicht. Beim großen Kostümball von Manderley rät sie ihr, ein Kleid nachschneidern zu lassen, das angeblich eine Vorfahrin auf einem Bild trägt. Als die neue Hausherrin vor der versammelten Gesellschaft auftaucht, ist Maxim zutiefst erschüttert, denn das gleiche Kleid trug Rebecca auf dem Ball im Vorjahr. Am nächsten Tag wird nach einem Sturm ein Bootswrack mit einer Leiche gefunden. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um die verstorbene Rebecca handelt. Maxim jedoch hatte bereits Monate zuvor eine andere Leiche als seine verstorbene Frau identifiziert. Er gesteht seiner neuen Frau, dass er ihr die Wahrheit über Rebeccas Tod verheimlicht hat. Bei einem Streit hat er sie fortgestoßen und sie dabei versehentlich getötet. „Ich“ steht jedoch zu ihm und gewinnt an Stärke. Sie entwickelt sich zu einer selbständigen Frau, die alles versucht, um ihren Mann vor dem nun bevorstehenden Mordprozess zu bewahren. Die Beziehung zwischen Maxim und ihr wird auf die Probe gestellt, denn Mrs. Danvers versucht weiterhin mit Geschichten Rebeccas Geist über Manderley herrschen zu lassen. Es stellt sich jedoch heraus, dass Rebecca todkrank war und diesen Streit provozierte, um sich vor einem elenden, langsamen Tod zu bewahren.
Szenen
1. Akt
Prolog: Ruine von Manderley Jahre nach den dramatischen Ereignissen träumt die Erzählerin „Ich“ von Manderley. In den nächtlichen Ruinen des ehemaligen Herrenhauses Manderley erwachen die Schatten der Vergangenheit. Die Erinnerung wird wieder lebendig (Ich hab geträumt von Manderley).
1. Szene: Lobby eines Hotels in Monte Carlo „Ich“, die Erzählerin, sieht sich wieder in einer Hotellobby in Monte Carlo. Es ist der 24. April 1926. Sie arbeitet als Gesellschafterin für eine reiche Amerikanerin namens Mrs. van Hopper. Durch diese lernt sie Maxim de Winter kennen, der wie sie aus England stammt. Mrs. van Hopper nimmt „Ich“ den letzten Rest an Selbstvertrauen (Du wirst niemals eine Lady).
2. Szene: Hotelterrasse Als am nächsten Morgen die junge Frau allein zum Frühstück erscheint, bittet Maxim de Winter sie an seinen Tisch. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Urlaubsromanze, die den Hotelgästen Stoff für Klatschgeschichten gibt. „Ich“ verliebt sich in Maxim, obwohl er zuweilen kalt und schroff wirkt. Mrs. van Hoppers Entschluss, Monte Carlo zu verlassen, bedeutet für „Ich“ das Ende ihres Traums (Er verlor unerwartet seine Frau Rebecca).
Klippe: Am Abgrund Zauberhaft natürlich (an dieser Stelle eingefügt 2011 für St. Gallen und Korea Premiere 2012)
3. Szene: Mrs. van Hoppers Suite im Hotel Alles ist zur Abreise bereit. Wehmütig erinnert sich „Ich“ noch einmal an die herrlichen Tage mit Maxim. (Zeit in einer Flasche) Er tritt ein und als er hört, dass „Ich“ mit der Amerikanerin abreisen soll, bittet er sie, ihn als seine Frau nach Manderley zu begleiten. Sie heiraten und verleben heitere Tage in Venedig (Zauberhaft natürlich).
Italien: Hochzeit Zauberhaft natürlich (an dieser Stelle eingefügt 2011 für Stuttgart)
4. Szene: Halle von Manderley Sieben Wochen später kommt das Paar in Manderley an. In dem großen Herrenhaus ist das Personal zum Empfang angetreten. „Ich“ lernt den freundlichen und hilfsbereiten Gutsverwalter Frank Crawley kennen. Mrs. Danvers, die Haushälterin, ist eine schwarzgekleidete Frau mit strengen Gesichtszügen. Sie macht aus ihrer Verachtung für die „neue“ Mrs. de Winter keinen Hehl. Ihre Loyalität gehört nach wie vor der verstorbenen Rebecca (Die „alte“ Mrs. de Winter).
5. Szene: Morgenzimmer Mrs. Danvers denkt bei der Pflege der Orchideen an ihre frühere Herrin Rebecca. Als „Ich“ das Zimmer betritt, zeigt die Haushälterin ihr den Sekretär der Verstorbenen und eine Porzellanfigur, die einen Amor darstellt. Mrs. Danvers verlässt den Raum, und „Ich“ lässt, als sie Stimmen im Flur hört, aus Ungeschick den Amor zu Boden fallen. Sie ist dabei, die Scherben in einer Schubladen zu verstecken, als Maxims Schwester Beatrice mit ihrem Mann Giles erscheint. Die beiden wohnen in der Nähe und sind gekommen, die neue Mrs. de Winter in Augenschein zu nehmen und zu begrüßen. Beatrice akzeptiert „Ich“ sofort und nimmt sie schwesterlich in die Arme (Sie ergibt sich nicht, Die lieben Verwandten).
6. Szene: Bibliothek Maxim und „Ich“ beschließen einen Kostümball zu geben. Mrs. Danvers stört ihre heitere Unterhaltung, um das Verschwinden der wertvollen Porzellanfigur zu melden. Zerknirscht gesteht die junge Hausherrin, dass sie die Figur zerbrochen hat. Nach Mrs. Danvers' Abgang ist Maxims Stimmung verdüstert, bis hin zu einem Zornesausbruch (Bist du glücklich? Bist du böse?).
7. Szene: Suite im Ostflügel Entsprechend den Gepflogenheiten adeligen Lebensstils schlafen Maxim und „Ich“ in getrennten Räumen des renovierten Ostflügels von Manderley. In der Nacht allerdings beschleicht beide ein beklemmendes Gefühl der Angst. Sie fassen Mut im Gefühl, die Schatten der Vergangenheit gemeinsam besiegen zu können (Hilf mir durch die Nacht).
8. Szene: Haus von Beatrice Nach einem Telefonat mit „Ich“ macht Beatrice sich Sorgen um ihren Bruder. Maxim ist ihrer Erfahrung nach nur dann hart und ungerecht, wenn er sehr verzweifelt ist (Was ist nur los mit ihm?).
9. Szene: Rebeccas Zimmer Bei ihren Streifzügen durch das Haus gerät „Ich“ im Westflügel in Rebeccas ehemaliges Schlafzimmer. Dort trifft sie auf Mrs. Danvers und einen Fremden. Es ist Jack Favell, ein Cousin der verstorbenen Rebecca. „Ich“ wird gebeten, Maxim nicht von dem Besuch zu erzählen. Als Dank für ihre Verschwiegenheit erhält „Ich“ von Mrs. Danvers einen Tipp für den Kostümball. Sie schlägt ihr vor, sich in „die Dame in Weiß“ aus einem der Gemälde zu verwandeln. Mrs. Danvers erzählt „Ich“ von Rebecca und scheint dabei von unsichtbaren Schatten umgeben (Sie war gewohnt, geliebt zu werden, Unser Geheimnis, Rebecca).
10. Szene: Golfclub / Küche von Manderley Im örtlichen Golfclub freut man sich auf den geplanten Kostümball auf Manderley. Zugleich lässt man aber kein gutes Haar an der neuen Ehefrau von Maxim de Winter (Wir sind britisch).
Diese Szene wird in St. Gallen und Stuttgart ersetzt durch eine Szene in der Küche von Manderley:
In der Küche von Manderley trifft sich das Personal und lässt kein gutes Haar an der neuen Ehefrau von Maxim de Winter (Merkwürdig).
11. Szene: Bootshaus „Ich“ entdeckt in der Bucht von Manderley ein verlassenes Bootshaus. Dort trifft sie Ben, einen geistig zurückgebliebenen Mann, der mit Muscheln spielt und wirres Zeug redet. Als Maxim seine junge Frau beim Bootshaus sieht, wird er ohne erkennbaren Grund wütend. Er schreit „Ich“ so unbeherrscht an, dass sie davonläuft. Das bringt Maxim wieder zu Besinnung. Er fragt sich, ob es sein Fehler war, nach Manderley zurückzukehren (Sie’s fort, Gott, warum?).
12. Szene: Crawleys Büro Als „Ich“ den Gutsverwalter Frank Crawley fragt, warum Maxim ihr verboten habe, zum Bootshaus zu gehen, erfährt sie, dass Rebecca dort die letzte Nacht vor ihrem Tod verbrachte. Sie starb bei einem Segelunfall. „Ich“ hat das Gefühl, niemals aus dem Schatten der Toten treten zu können. Frank tröstet sie und macht ihr Mut (Ehrlichkeit und Vertrauen).
13. Szene: Halle von Manderley Ein paar Wochen später findet der lange geplante Kostümball statt. Unter den eintreffenden Gästen befindet sich auch Mrs. Van Hopper. Sie flirtet mit Oberst Julyan, dem Polizeipräsidenten, und betont ihre Vorzüge (Der Ball von Manderley, I’m an american woman).
14. Szene: Ankleidezimmer „Ich“ verwandelt sich unterdessen in die „Dame in Weiß“. In dem Kostüm fühlt sie sich zum ersten Mal ihrer Aufgabe als Herrin von Manderley gewachsen. Mit Wohlgefallen dreht sie sich vor dem Spiegel und freut sich schon auf das Staunen der Gäste, wenn sie die Treppe herunterkommen wird (Heut Nacht verzaubre ich die Welt).
15. Szene: Halle von Manderley „Ich“ hat ihren großen Auftritt. Doch auf ihr Erscheinen reagieren die Gäste des Balls mit Entsetzen: Dasselbe Kostüm trug Rebecca auf dem letzten Ball vor ihrem Tod. Maxim befiehlt „Ich“ zornig, sich sofort etwas anderes anzuziehen. Mrs. Danvers lächelt böse (Finale erster Akt).
2. Akt 1. Szene: Auf dem Gang vor Rebeccas Zimmer Am Morgen nach dem Kostümball sucht „Ich“ nach Maxim, um sich mit ihm zu versöhnen. Sie vermutet ihn in Rebeccas Zimmer im Westflügel. Doch dort ist nur Mrs. Danvers. „Ich“ stellt sie zur Rede. Mrs. Danvers droht der jungen Frau, niemals Rebeccas Platz einnehmen zu können. Mit beschwörenden Worten rät sie ihr, sich das Leben zu nehmen, um sich selbst und Maxim zu erlösen. „Ich“ ist nahe dran, der hypnotischen Kraft von Mrs. Danvers zu erliegen, als donnernde Explosionen sie aus der Trance wecken. Am Strand steigen Leuchtraketen auf (Und das und das und das).
Rebeccas Zimmer Rebecca (Reprise), Schatten
Am Fenster Nur ein Schritt
2. Szene: Strand In der Bucht von Manderley ist ein Schiff gestrandet. Im Nebel des frühen Morgens fahren Helfer hinaus. Am Strand sammeln sich Neugierige und Beutesucher. Auf der Suche nach Maxim trifft „Ich“ auf Frank und Jack Favell. Sie erfährt, dass Taucher das Boot Rebeccas gefunden haben und darin eine Leiche (Strandgut).
3. Szene: Bootshaus „Ich“ geht zum Bootshaus, wo wie immer Ben herumlungert. Er versteckt sich unter der Treppe, als Maxim auftaucht. „Ich“ erschrickt, als sie ihren Mann sieht. Er ist bleich, übernächtigt, unrasiert. Jetzt sei alles aus, erklärt er seiner jungen Frau. „Ich“ denkt, er will die Beziehung mit ihr beenden, weil er erkannt hat, dass er sich von Rebecca niemals lösen wird. Doch Maxim überrascht sie mit der Feststellung, er habe Rebecca niemals geliebt, regelrecht gehasst. Dann bricht aus ihm heraus, was er ein Jahr lang verschwiegen hat. Er gesteht, seine erste Frau im Affekt getötet und die Leiche mit dem Boot versenkt zu haben(Sie’s fort (Reprise), Du liebst sie zu sehr, Kein Lächeln war je so kalt).
4. Szene: Frühstückszimmer Nachdem „Ich“ erfahren hat, dass Maxim allein sie liebt und dass er sie jetzt braucht, ist sie wie verwandelt. Beatrice bemerkt die Veränderung sofort. Sie weiß, dass eine liebende Frau imstande ist, Unmögliches zu erreichen. „Ich“ ist entschlossen, Maxim vor dem Galgen zu retten (Die Stärke einer Frau).
5. Szene: Korridor Das Hauspersonal schleppt Möbel, Vasen, Lampen, Bücherstapel, Gemälde, Kisten und Schachteln über die Bühne (Die neue Mrs. de Winter (Reprise)).
6. Szene: Morgenzimmer Die neue Mrs. de Winter hat das Regiment in Manderley übernommen. Sie lässt alle Gegenstände, die an Rebecca erinnern, wegräumen. Das museal konservierte Morgenzimmer wird durchlüftet und verändert. Auch der mühsam zusammengeklebte Amor muss weichen. Vergebens protestiert Mrs. Danvers. Jetzt ist es „Ich“, die Anweisungen erteilt (Mrs. de Winter bin ich!).
7. Szene: Gerichtssaal