mini|Hauptweg mit Hochkreuz (2006) mini|hochkant|Skulptur auf dem Südfriedhof Köln (2009) Der Südfriedhof in Köln ist ein städtischer Friedhof im Stadtteil Zollstock, der zum Stadtbezirk Rodenkirchen gehört. Er hat auf einer Gesamtfläche von rund 615.400 Quadratmetern insgesamt etwa 47.400 Grabstellen und ist damit gegenwärtig der flächenmäßig größte Friedhof auf dem Kölner Stadtgebiet. Er wurde in den Jahren 1896 bis 1901 nach Entwürfen des Gartenarchitekten Adolf Kowallek angelegt und sollte zusammen mit dem Nordfriedhof den bis dahin einzigen zentralen nicht-konfessionellen Großfriedhof Melaten entlasten.

Der Friedhof wurde als Parkanlage mit geschwungenen Wegen angelegt und in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach erweitert. Vor allem der älteste Teil der Anlage beherbergt eine Reihe architektonisch wertvoller Grabmäler und auf dem Friedhof finden sich die Gräber zahlreicher prominenter Personen. Zudem befinden sich auf dem Gelände mehrere Kriegsgräberstätten, darunter ein Italienischer Ehrenfriedhof für verstorbene Kriegsgefangene aus dem Ersten Weltkrieg und der Cologne War Cemetery für gefallene britische Soldaten der beiden Weltkriege. Als Teil des südlichen Grüngürtels zählt der Friedhof auch zu den bedeutendsten Grünanlagen der Stadt.

Lage und Größe mini|Karte des Südfriedhofs Mit einer Fläche von etwa 61,5 Hektar bzw. 615.400 Quadratmeter und insgesamt etwa 47.400 Gräbern ist der Südfriedhof der größte Friedhof Kölns. Das annähernd trapezförmige Gelände erstreckt sich von der Kendenicher Straße im Norden bis zur Militärringstraße im Süden sowie vom Kalscheurer Weg und Oberen Komarweg im Westen bis zum Höninger Weg und Leichweg im Osten. Der Haupteingang liegt am Höninger Platz an der nordöstlichen Ecke des Geländes; außer ihm gibt es zwei weitere Eingänge am Oberen Komarweg und an der Kendenicher Straße.Friedhofsplan Südfriedhof auf stadt-koeln.de; abgerufen am 18. Juni 2025.

Die Anbindung an den ÖPNV erfolgt über die Endstation „Zollstock Südfriedhof“ der Stadtbahnlinie 12 von Merkenich über Ebertplatz, Friesenplatz, Rudolfplatz und Barbarossaplatz.

Der Friedhof ist von seiner gärtnerischen Gestaltung her ein reiner Parkfriedhof mit dichtem Baumbestand und befestigten breiten, alleeartigen Wegen. Auch ist er ein wichtiger Teil des sogenannten Kölner Grüngürtels und liegt dort am Schnittpunkt der Parklandschaft des Äußeren Grüngürtels mit der Grünachse Süd, die den Inneren Grüngürtel vom Volksgarten her über den Vorgebirgspark mit dem Äußeren Grüngürtel verbindet und von dort bis nach Brühl und Bonn weitergeführt wird.

Geschichte Entstehung mini|hochkant|Friedhofsplan von 1899; Die Westseite mit den großen Gräberfeldern ist hier oben, der im Nordosten liegende Eingangsbereich unten abgebildet. Der Südfriedhof wurde in den Jahren 1896 bis 1901 angelegt und am 1. April 1901 für Bestattungen eröffnet.Südfriedhof auf stadt-koeln.de; abgerufen am 18. Juni 2025. Er war – neben dem fünf Jahre zuvor eingeweihten Kölner Nordfriedhof im Stadtteil Weidenpesch – als zweiter Friedhof zur Entlastung für den zunehmend voll belegten Melaten-Friedhof konzipiert, welcher bis zum Ende des 19. Jahrhunderts der einzige zentrale nicht-konfessionelle Großfriedhof der inzwischen etwa 300.000 Einwohner zählenden Stadt war. Zudem sollten die beiden Kommunalfriedhöfe Deckstein in Lindenthal und Arnoldhöhe in Bayenthal ersetzt werden, die anschließend geschlossen wurden. Der ursprüngliche Teil des Südfriedhofs war ein etwa 20 Hektar großes, von der Kendenicher Straße, dem Höninger Weg (südlich des Höninger Platzes) und dem Kalscheurer Weg umschlossenes trapezförmiges Areal, wobei die beiden letzteren Straßen im Zuge des späteren Ausbaus des Friedhofs teilweise verlegt werden mussten. Die Kosten für die Anlage, die auf 116.000 Mark veranschlagt wurden, wurden durch die Kölner Stadtverordnetenversammlung am 19. Januar 1899 einstimmig bewilligt, sodass die Arbeiten im Jahr 1900 begonnen werden konnten.

mini|Allee im Haupteingangsbereich (2006) mini|hochkant|Hochkreuz am Hauptweg mit Schmuck zu Allerheiligen (2009) Die Anlage des Südfriedhofs erfolgte nach Entwürfen des Gartenarchitekten Adolf Kowallek, der von 1887 bis 1902 Gartenbaudirektor der Stadt Köln war und in dieser Zeit auch an der Konzeption und Entstehung des Nordfriedhofs sowie etlicher weiterer Grünflächen der Stadt beteiligt war. Kowalleks Entwurf sah schon damals eine parkartige Anlage mit zahlreichen Alleen und Rundwegen vor, wobei das Wegenetz im Gegensatz zu jenem des Melaten-Friedhofs nicht schachbrettartig, sondern eher bogenförmig geschwungen sein sollte. Dies erkennt man am Übersichtsplan des Friedhofs bis heute: Im Gegensatz zu den im Zuge späterer Friedhofserweiterungen hinzugekommenen Flächen, die eine gewöhnliche geradlinige Aufteilung aufweisen, fallen im Bereich des Haupteingangs und des Hochkreuzes bogenförmige Hauptwege sowie rings um das Hochkreuz herum streng kreisförmige Rundwege auf, die durch radiale gerade Wege gekreuzt werden. Vom Eingang zum Hochkreuz selbst führt der baumbestandene Hauptweg als achsensymmetrischer und geradliniger Parallelweg, von diesem führen nach Westen und Süden die geraden Radialwege ab. Vor allem der westliche Bereich der Ursprungsanlage ist durch die großen Grabflächen der heutigen Fluren 26, 27, 32 und 33 geprägt, die kreuzförmig durch zwei Wege voneinander getrennt werden.

Kowallek selbst schrieb 1899 während der Planung des Friedhofs, dass er gern weitere Anregungen für eine ausladende Parkanlage aufgegriffen hätte, die er für den Südfriedhof aufgrund der begrenzten Fläche und den Vorgaben durch die gültige Begäbnisordnung jedoch nicht umsetzen könne. Letztere sah vor, dass die „Kaufgräber, welche auf 30 und 50 Jahre verkauft werden, an den Hauptwegen liegen müssen, während die Freigräber (Reihengräber), welche nur einen Turnus von 15 Jahren haben, im Innern der Gräberflächen zu liegen kommen.“ Auch durfte „der Prozentsatz der Gräberflächen, welcher bei dem Schachbrettsystem des alten Melaten-Friedhofes ca. 40 % der Gesamtfläche beträgt“, nicht wesentlich reduziert werden. Kowallek sei es auf dem Süd- wie auch auf dem Nordfriedhof gelungen, trotz parkähnlicher Anlagen „einen Prozentsatz auf 38,6 % für die Gräberflächen zu erreichen.“

Die besonders wertvollen Familiengräber, die nach damaligem Plan auf 50 Jahre verkauft werden sollten, wurden von Kowallek so angeordnet, dass sie sich an „hervorragenden Plätzen“ befanden und jeweils von den benachbarten Grabanlagen durch einen etwa vier Meter breiten Pflanzungsgürtel getrennt wurden. Er orientierte sich zudem am Friedhof Ohlsdorf in Hamburg und legte auch Familiengräber „inmitten der Pflanzungen“ an. Die für 30 Jahre Nutzungszeit ausgerichteten Kaufgräber reihten sich entlang der Hauptwege und wurde gegenüber den Reihengräbern, die auf die Wiesenflächen kommen sollten, durch eine etwa fünf Meter starke Bepflanzung aus Bäumen und Blütensträuchern gedeckt. Die Reihengräber selbst sollten als ausplanierte und kaum nennenswert erhobene Blumenbeete ohne Grabhügel angelegt werden.

Darüber hinaus wurden bei der Anlage des Friedhofs zahlreiche Bäume und Sträucher sowohl mitteleuropäischer als auch exotischer Herkunft angepflanzt, die teilweise bis heute erhalten geblieben sind. Der bereits kurz nach seiner Pensionierung 1902 verstorbene Kowallek wurde auch auf dem Südfriedhof beigesetzt; sein Grab befindet sich in der Nähe des Eingangsbereichs im Gräberfeld 2.

Erweiterungen Die Erweiterung erfolgte in mehreren Schritten. Von 1914 bis 1918 wurde er zuerst um 7 Hektar vergrößert, danach 1923 bis 1926 um weitere 24 Hektar 1930 kamen weitere 14 Hektar hinzu und die letzte Vergrößerung um 5 Hektar erfolgte 1963. Die Friedhofserweiterungen wurden, anders als die Uranlage, mit weitgehend geradlinigen Wegesystemen und schachbrettartigen Grabflächen angelegt, um eine möglichst enge Belegung zu ermöglichen.

Bei der Erstanlage existierten zunächst keine Pläne für eine mögliche Vergrößerung. Vielmehr plante die Stadt Köln ursprünglich, unweit des Stadtzentrums einen neuen Kölner „Zentralfriedhof“ anzulegen, dessen Fläche für eine etwa hundertjährige Nutzungszeit ausreichen sollte. Dieser Großfriedhof sollte sowohl den Süd- als auch den Nordfriedhof ersetzen, deren Kapazität bei der ursprünglichen Größe nur für rund 20 Jahre Nutzungsdauer gereicht hätte. Diese Überlegungen mussten jedoch letztlich verworfen werden, da kein geeignetes Grundstück für einen solchen Zentralfriedhof gefunden werden konnte, ohne der Militärverwaltung wieder einmal in die Quere zu kommen. Stattdessen beschloss man, die bereits angelegten Großfriedhöfe – also den Süd- und den Nordfriedhof – zu erweitern sowie zu deren Entlastung zusätzlich einen weiteren Großfriedhof mit Erweiterungspotenzial anzulegen, was mit der Eröffnung des Westfriedhofs im Jahre 1917 auch umgesetzt wurde.

Die erste aus Platzgründen fällige Erweiterung erfolgte zwischen 1915 und 1916. Zu diesem Zweck kaufte die Stadt ein zuvor landwirtschaftlich genutztes Gelände unmittelbar südlich des ursprünglichen Friedhofsbereichs. Dies entsprach einer Erweiterung um etwa sieben Hektar. Ähnlich wie bei der ungefähr zeitgleich durchgeführten Anlage des Westfriedhofs wurden bei den Arbeiten zur ersten Erweiterung des Südfriedhofs unter anderem Kriegsgefangene aus dem Ersten Weltkrieg eingesetzt. Bei der Konzeption des Erweiterungsgeländes gab es Forderungen, von der ursprünglichen gärtnerischen Gestaltung abzuweichen, da diese zu unübersichtlich sei. Daher verzichtete man schließlich bei der Erweiterung auf das aufwändige Rundwegenetz und ging zu einer geradlinigen Aufteilung über. Der landschaftliche Charakter des Friedhofs sollte jedoch auch bei der Erweiterung beibehalten werden. Hierzu wurden in den hinzugekommenen Flächen vermehrt Pappeln angepflanzt, da diese aufgrund ihres schnellen Wachstums rasch das Höhenniveau der Bäume im alten Teil erreichen und somit ein einheitliches Gesamtbild der Friedhofsbepflanzung ermöglichen sollten.

mini|Die Anhöhe mit den Kriegsgräbern im zweiten Erweiterungsteil (2007) Bereits sechs Jahre nach der ersten Erweiterung wurde eine zweite notwendig, da der auf dem ersten Erweiterungsgelände in der Zwischenzeit angelegte Commonwealth-Ehrenfriedhof (siehe hierzu unten im Abschnitt „Ehrenfriedhöfe“) relativ viel Platz beansprucht hatte, so dass die Platzkapazität vorzeitig ausgeschöpft war. Auch für die zweite Erweiterung, die im Jahre 1926 abgeschlossen wurde, erwarb die Stadt Flächen südlich des bereits bestehenden Friedhofsteils, die zuvor unter anderem landwirtschaftlich genutzt wurden. Das rund 20 Hektar große zweite Erweiterungsgelände wurde, wie auch die beiden ersten Grundstücke, im Westen vom alten Kalscheurer Weg und im Osten vom Höninger Weg begrenzt, im Süden reichte es bis an den Alten Militärring heran. Mit der zweiten Erweiterung wuchs der Südfriedhof somit auf fast das Doppelte seiner bisherigen Fläche. Eine Besonderheit dieses zweiten Erweiterungsgeländes ist eine Anhöhe, an der sich bis zu ihrer Sprengung im Jahre 1919 eine preußische Festungsanlage mit Artillerieräumen befand. Auf dieser Anhöhe wurden später Kriegstote aus dem Zweiten Weltkrieg in Massengräbern beigesetzt.