The Pirate Bay (häufig abgekürzt: TPB, englisch für „Die Piratenbucht“) ist ein web-basierter Indizierer für digitale Inhalte, bei dem Besucher Magnet-Links und früher auch .torrent-Dateien finden, herunterladen und hinzufügen können, um einen Peer-to-Peer-Dateiaustausch via BitTorrent zwischen den Nutzern aufbauen zu können.

Die Website wurde 2003 in Schweden gegründet. 2009 wurden die Gründer wegen Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen schuldig gesprochen. In einigen Ländern wurde Internetdienstanbietern aufgetragen, den Zugang zur Website zu sperren.

Geschichte mini|Cartoon auf der Hauptseite von TPB, der Kritik an der Medienindustrie übt Laut eigenen Aussagen kann sich Peter Sunde nicht mehr an das eigentliche Gründerteam von The Pirate Bay erinnern. "Wir waren eine Gruppe von Leuten und befanden uns in einem IRC-Kanal. Es gab Hacker, Philosophen, Ingenieure, alles, was man sich vorstellen kann. Wir waren uns nicht einig; wir waren uns nur einig, dass das Internet interessant ist, dass es Spaß macht und dass wir nicht zulassen können, dass Unternehmen entscheiden, was passiert. Wir wissen also nicht wirklich, wer The Pirate Bay gegründet hat. Es war eine Art Gruppenarbeit. Wir wissen nicht wirklich, wer dieses Thema ins Leben gerufen hat, um es überhaupt zu diskutieren. Wir wissen auch nicht mehr, wer das Logo entworfen hat."

Das Projekt wurde am 10. August 2003 von der schwedischen Anti-Copyright-Organisation Piratbyrån (schwedisch: das Piratenbüro) gegründet. Der Tracker erfuhr unerwartet hohe Beliebtheit, so dass TPB seit Oktober 2004 eine separate Organisation ist. Der Tracker wurde bis 2007 mit einer selbstentwickelten Software namens Hypercube betrieben, seitdem mit der freien Software opentracker.

Ein BitTorrent-Tracker nimmt selbst nicht direkt am Tausch von Dateien teil, sondern hilft nur den Anbietern und Nachfragern bestimmter Dateien (Peers), sich gegenseitig zu finden. Auch ein BitTorrent-Index stellt selbst keine zu tauschenden Daten zur Verfügung, sondern lediglich Informationen zu diesen in Form von .torrent-Dateien, anhand derer die Teilnahme am Tausch bestimmter Dateien initialisiert werden kann. Dem schwedischen Urheberrecht zufolge konnte TPB, da sie als Tracker selbst keine urheberrechtlich geschützten Dateien anbietet, daher nicht belangt werden. Der Pirate-Bay-Tracker war 2009 der größte BitTorrent-Tracker der Welt, zwischenzeitlich war die Website auf Platz 76 der weltweit meistbesuchten Seiten., der Seitenabruf vom 20. November 2011 (Platz 76) ist nicht verfügbar

Anfangs war The Pirate Bay nicht für Besucher außerhalb Schwedens gedacht. Die Seite war vollkommen auf Schwedisch, ohne jegliche Übersetzungen. Da aber zur gleichen Zeit ein spanischer Torrent Tracker vom Netz genommen wurde, haben viele Spanier nach einem Ersatz gesucht und sind dabei auf The Pirate Bay gestoßen. Die Seite wurde darauf mit spanischen Filmen, Musik und Büchern überflutet. Zu dieser Zeit war der am meisten heruntergeladene Torrent ein schwedischer Sprachkurs. „Ich glaube, wir haben damals erkannt, dass es sich um ein wichtiges Projekt handelt. Dann hatten wir auch die Idee, mit dem Konzept von Pirate Bay zu spielen und nicht den traditionellen Standards zu folgen, also schickten wir einen Brief an den schwedischen König, in dem wir sagten: ‚Schaut, wir fördern eure Sprache; vielleicht gebt ihr uns eine Medaille. Vielleicht ist es illegal, vielleicht ist es auch egal, aber so viele Leute in Spanien versuchen jetzt wegen uns, Schwedisch zu lernen, also sollten Sie uns einfach gratulieren und uns eine Medaille geben.‘ Die Leute waren richtig, richtig sauer auf uns, weil wir nervig waren und gleichzeitig recht hatten, und ich fand diese ganze Stimmung, die wir mit Pirate Bay hatten, einfach toll“, sagte Peter Sunde dazu in einem Interview.

Ein Verkauf des Webauftritts an die Firma Global Gaming Factory X (GGF) für 60 Millionen Kronen wurde angekündigt, jedoch blieben Finanzierung und Geschäftsmodell im Vorfeld des Verkaufs unklar. Die Aktien von GGF wurden jedoch einem Handelsstopp unterzogen, da gegen den GGF-Chef Hans Pandeya massive Vorwürfe des Verdachts des Insider-Handels laut wurden.

Am 28. Februar 2012 teilte The Pirate Bay auf seinem Blog mit, in Zukunft nur noch Magnet-Links zu verwenden, statt weiter Links auf .torrent-Dateien auf der Seite zu setzen. Die Verantwortlichen begründen ihren Schritt damit, Links auf .torrent-Dateien seien „eine Verschwendung an Ressourcen und unserer Zeit“ und sprechen vom „Ende einer Ära“. Magnet-Links seien unter anderem stabiler und sowohl für Pirate Bay als auch für die Nutzer einfacher zu handhaben., Offizieller Blogeintrag der Betreiber von The Pirate Bay, 28. Februar 2012.The Pirate Bay wird zu The Magnet Bay: Umstellung auf Magnet-Links vollzogen, Netzwelt, 29. Februar 2012. mini|hochkant|Gottfrid Svartholm, einer der Mitgründer von The Pirate Bay

Am 30. August 2012 wurde der Mitbegründer Gottfrid Svartholm auf Ersuchen der schwedischen Ermittlungsbehörden in Phnom Penh, Kambodscha verhaftet.

Am 30. April 2013 wechselte The Pirate Bay zur .sx-Domain der Karibikinsel Sint Maarten. Im Dezember desselben Jahres änderte die Website ihre Domain zu .ac der Insel Ascension, wenig später zu .pe für Peru, danach zu .gy für Guyana und nach nur einem Tag wieder zu .se für Schweden.

Am 9. Dezember 2014 wurden die Pirate-Bay-Server in Stockholm von der schwedischen Polizei beschlagnahmt. Die Website war dadurch über die Domain thepiratebay.se bis zum 21. Dezember 2014 nicht mehr erreichbar, bis zum 1. Februar zeigte sie nur einen Zeitstempel, der anzeigte, wie lange The Pirate Bay bereits offline ist. Allerdings wurde das alte Logo gegen ein neues ersetzt. Ab dem 18. April 2015 können sich nun wieder neue Nutzer registrieren. Um das Problem der Fake-Accounts sowie die Spam-Problematik wieder in den Griff zu bekommen, wurden tausende Accounts gelöscht.

Juristische Gegenmaßnahmen

Unabsichtliche Beschlagnahmung um 2005 The Pirate Bay war in der schwedischen Firma "PRQ", die von Gottfrid Svartholm gegründet wurde, gehostet. Die Firma war dafür bekannt, legal teils fragwürdige Inhalte zu hosten. Den ersten Ausfall hatte The Pirate Bay, als Server von Kavkaz Center beschlagnahmt wurden, einer tschetschenischen Rebellenbewegung. Dabei wurden unabsichtlich auch Server von The Pirate Bay offline genommen und beschlagnahmt. Daraufhin dachte sich The Pirate Bay, dass ihre Server wieder beschlagnahmt werden und veröffentlichte die genauen Koordinaten sowie ein Foto ihrer Server auf The Pirate Bay.

Beschlagnahmung im Mai 2006 Am 31. Mai 2006 wurden die Pirate-Bay-Server von der schwedischen Polizei beschlagnahmt und drei Personen zum Verhör vorläufig festgenommen. Sie wurden jedoch im Laufe des Tages wieder auf freien Fuß gesetzt. In einem Interview gab „darknite“ von Piratbyrån bekannt, dass den drei Personen Verstoß gegen das Urheberrecht vorgeworfen werde.Interview nach der Server-Beschlagnahmung in diesem

Die Server befanden sich in einem Bankgebäude. Diese gelten nach schwedischem Gesetz als Schutzräume und unterliegen weitgehenden Schutzbestimmungen, welche zum Beispiel das Eindringen durch die Polizei nur unter genau definierten Bedingungen und Freigabebestimmungen erlaubt. Diese Schutzbestimmungen wurden bei der Aktion verletzt. Des Weiteren wurden bei der Beschlagnahmung nicht nur die trackerrelevanten Server vom Netz genommen, sondern auch die Server mit Informationsseiten sowie Server unbeteiligter Firmen und Vereine. Von einem der Beschuldigten, der laut eigener Aussage der juristische Berater von TPB ist, wurde eine DNA-Probe genommen. Kurz nach der Beschlagnahmung wurden die Videos der Überwachungskameras des Gebäudes auf der Video-Broadcasting-Plattform YouTube veröffentlicht.

Am 3. Juni 2006 war The Pirate Bay wieder online. Nach der Beschlagnahmung wurde der Server in den Niederlanden betrieben. Inzwischen wurde er wieder nach Schweden verlegt. Mehrere Backupserver, die weltweit aufgestellt werden sollen, sind in Planung. Nach der Beschlagnahmung folgte am 3. Juni eine Demonstration in Stockholm, auf der Vertreter des Piratbyrån sowie anderer Organisationen und Parteien Reden hielten, die sich vor allem gegen die schwedische Regierung richteten.

Wie sich später herausstellte, wurde die Schließung auf Verlangen der USA durchgeführt, die Handelssanktionen im Rahmen der WTO gegen Schweden androhten, falls die Server nicht abgeschaltet würden.„USA nutzten WTO als Druckmittel beim ‚Problem PirateBay‘“ auf heise.de, 21. Juni 2006. Als bekannt wurde, dass die USA Auslöser der Razzia waren, führten Unbekannte eine DDoS-Attacke gegen die schwedischen Polizeiserver aus.News mit Reaktionen nach der The-Piraty-Bay-Schließung: von Gulli.com, 2. Juni 2006.

Am 24. August 2006 wurde der erste Teil einer Serie von Filmen mit dem Namen Steal This Film auf ThePirateBay.org veröffentlicht, der die Beschlagnahmungen im Mai 2006 und deren Folgen dokumentiert.

Urteil wegen Beihilfe zur Verletzung des Urheberrechts mini|hochkant|Carl Lundström, Erbe des Knäckebrot-Imperiums Wasabröd, einer der wichtigsten Finanzierer von The Pirate Bay mini|hochkant|Fredrik Neij, Mitgründer von The Pirate Bay mini|hochkant|Peter Sunde, Mitgründer von The Pirate Bay und Flattr Die Betreiber von Pirate Bay Fredrik Neij, Gottfrid Svartholm Warg, Peter Sunde Kolmisoppi und Carl Lundström wurden am 17. April 2009 in Stockholm erstinstanzlich wegen Beihilfe zur Verletzung des Urheberrechts zu einjährigen Haftstrafen und zu Schadensersatzleistungen in Höhe von 30 Millionen Kronen (2,74 Millionen Euro) an verschiedene Musik- und Filmunternehmen verurteilt. Die Angeklagten legten gegen das Urteil Berufung ein, unter anderem wegen Befangenheit des zuständigen Richters. Im Berufungsverfahren wurden die Haftstrafen von Lundström, Sunde und Neij am 26. November 2010 reduziert, die Gottfrid Svartholms jedoch blieben. Im Gegenzug dazu wurden allerdings die Schadensersatzleistungen auf 46 Millionen Kronen (knapp 5 Millionen Euro) erhöht. Gottfrid Svartholm setzte sich daraufhin ab und wurde bis zu seiner Ergreifung in Kambodscha im Jahr 2012 international gesucht.

Das Urteil gegen die Betreiber von The Pirate Bay führte dazu, dass die Schwedische Piratenpartei einen massiven Mitgliederzuwachs von 3000 Menschen in wenigen Stunden erfuhr, was sie laut eigenen Angaben damals zu einer der größten Parteien Schwedens machte. Außerdem demonstrierten in Stockholm etwa 1000 überwiegend junge Menschen gegen das Urteil.

Aus Protest gegen das Urteil fanden DDoS-Attacken auf die Websites der Musikindustrie (IFPI) und ihrer Anwälte statt.

Gerichtliche Verfügung am 24. August 2009 Auf Anweisung eines Stockholmer Bezirksgerichts trennte der schwedische Provider Black Internet die Internetanbindung der Website am 24. August 2009.

Die mit einer Androhung eines Bußgeldes von 500.000 schwedischen Kronen (rund 49.000 Euro) bewehrte Anweisung sei so lange in Kraft, bis der Pirate-Bay-Fall in letzter Instanz entschieden sei. Am Tag darauf war TPB bereits wieder erreichbar, da die Betreiber auf eine derartige Maßnahme vorbereitet waren; der Provider Black Internet hingegen wurde zum Ziel einer Attacke.

Abschaltung des Trackers Am 16. November 2009 wurde der BitTorrent-Tracker von Pirate Bay abgeschaltet. Bereits im Vorfeld wurden alternative Strukturen aufgebaut und der Schwarm dezentralisiert. Die Betreiber schrieben dazu:

Einstweilige Verfügung am 13. Mai 2010 Der internationale Verband der Filmindustrie (Motion Picture Association, MPA) hat am 6. Mai 2010 beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen den Dienstleister CB3ROB erwirkt, welcher den Datenverkehr von The Pirate Bay durchleitete. Der Dienstleister stellte die Durchleitung daraufhin ein, die Seite war jedoch am darauffolgenden Tag über einen Provider in der Ukraine wieder erreichbar. Am 18. Mai 2010 gab die schwedische Piratenpartei bekannt, der neue Host von The Pirate Bay zu sein.