Die Hauptleute bilden eine Dienstgradgruppe der Bundeswehr. In Österreich ist der Begriff Hauptleute eine Sammelbezeichnung für verschiedene Amtsbezeichnungen.

Bundeswehr Die Hauptleute bilden eine Dienstgradgruppe der Bundeswehr. Die Dienstgradgruppe umfasst mehrere Offiziersdienstgrade unmittelbar unter den Stabsoffizieren, darunter den Hauptmann, der der Dienstgradgruppe den Namen leiht.

Dienstgrade Die Dienstgrade der Bundeswehr werden durch den Bundespräsidenten mit der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten auf Grundlage des Soldatengesetzes festgesetzt. Die Dienstgradgruppe der Hauptleute umfasst gemäß der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) A-1420/24 „Dienstgrade und Dienstgradgruppen“ mehrere Offiziersdienstgrade der beiden Rangstufen unterhalb der Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere, die aber für Heeres-, Luftwaffen- und MarineuniformträgerAnmerkung: Die Bundeswehr bezeichnet als Heeres- bzw. Luftwaffen- bzw. Marineuniformträger alle Soldaten, die die Uniform der jeweiligen Teilstreitkraft tragen. Der Begriff umfasst also auch Soldaten außerhalb der drei Teilstreitkräfte, also beispielsweise in der Streitkräftebasis, vgl. oder Sanitätsoffiziere unterschiedlich lauten können.Die Zentrale Dienstvorschrift A-1420/24 „Dienstgrade und Dienstgradgruppen“ ersetzt die Abschnitte B 185 der Zentralen Dienstvorschrift 14/5 „Soldatengesetz“, wo die Dienstgradgruppen bisher festgelegt wurden. Der Text aus B 185 ZDv 14/5 wurde unverändert in die ZDv A-1420/24 übernommen. Vgl. Für Sanitätsoffiziere lauten die nach Approbationsrichtung unterschiedlichen Bezeichnungen Stabsarzt (für Human- und Zahnmediziner), Stabsapotheker (für Pharmazeuten) oder Stabsveterinär (für Tiermediziner). Alle anderen ranggleichen Offiziere werden Hauptmann (Heeres- und Luftwaffenuniformträger) oder Kapitänleutnant (Marineuniformträger) genannt. Die ranghöheren, untereinander ranggleichen Dienstgrade lauten Stabshauptmann (Heeres- und Luftwaffenuniformträger) oder Stabskapitänleutnant (Marineuniformträger).Sanitätsoffiziere bekleiden in der Praxis keine zum Stabshauptmann ranggleichen Dienstgrade.

Folgende Tabellen fassen alle zur Dienstgradgruppe der Hauptleute zählenden Dienstgrade zusammen. Die zweite Tabelle umfasst die Dienstgrade für Sanitätsoffiziere, die erste für alle anderen Offiziere. Der jeweils linke Spalte der ersten Tabelle nennt die Dienstgrade für Heeres- und Luftwaffenuniformträger, die zweite die Dienstgrade für Marineuniformträger. Diese Gliederung wird in der zweiten Tabelle analog fortgeführt, wobei sich hier jeweils nur die Dienstgradabzeichen, aber nicht die Dienstgradbezeichnungen zwischen Marineuniformträgern einerseits und Heeres- und Luftwaffenuniformträgern andererseits unterscheiden; dargestellt sind stets nur die Dienstgradabzeichen für Humanmediziner. Angegeben sind in den Tabellen jeweils auch der entsprechende NATO-Rangcode, die nach „ZDv 64/10 - Abkürzungen in der Bundeswehr“ definierten allgemeinen Abkürzungen sowie die Abkürzungen in Listen und die Besoldungsgruppe für Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit nach Bundesbesoldungsordnung.

Dienstgradgruppe Hauptleute (außer Sanitätsoffiziere) Schulterklappefür Jacke des Dienstanzugsbzw. Ärmelabzeichen 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Stabshauptmannes auf Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Luftwaffenuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Stabskapitänleutnants (Truppendienst oder militärfachlicher Dienst) auf dem Unterärmel der Jacke des Dienstanzuges für Marineuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Hauptmanns der Heeresaufklärungstruppe auf Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Kapitänleutnants (Truppendienst oder militärfachlicher Dienst) auf dem Unterärmel der Jacke des Dienstanzuges für Marineuniformträger Dienstgrad Stabshauptmann Stabskapitänleutnant Hauptmann Kapitänleutnant Abkürzung StHptm/SH StKptLt/SKL Hptm/H KptLt/KL NATO-Rangcode OF-2 Besoldungsgruppe A13A11-12

Sanitätsoffiziere Dienstgradgruppe Hauptleute Schulterklappefür Jacke des Dienstanzugsbzw. Ärmelabzeichen** 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Stabsarztes (Humanmedizin) der Sanitätstruppe auf Schulterklappe der Jacke des Dienstanzuges für Heeresuniformträger 80x120px|zentriert|Dienstgradabzeichen eines Stabsarztes (Humanmedizin) auf dem Unterärmel der Jacke des Dienstanzuges für Marineuniformträger DienstgradStabsarztHZStabsapothekerPStabsveterinärTStabsarztHZStabsapothekerP AbkürzungStArzt/SA StAp/SAP StVet/SV NATO-RangcodeOF-2 Besoldungsgruppe A13* H Bezeichnung für approbierte HumanmedizinerZ Bezeichnung für approbierte ZahnmedizinerP Bezeichnung für approbierte Pharmazeuten (i. e. Apotheker)T Bezeichnung für approbierte Tiermediziner (i. e. Veterinär). Hinweis: Als Veterinäre werden nur Heeresuniformträger eingesetzt.* Im Vergleich zu anderen gleichrangigen Offizieren sind diese Sanitätsoffiziere eine Besoldungsgruppe höher eingeordnet.**Dargestellt ist stets das Dienstgradabzeichen für Humanmediziner.

Befehlsbefugnis und Dienststellungen Soldaten der Dienstgradgruppe Hauptleute können auf Grundlage des § 4 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund des Dienstgrades“) der Vorgesetztenverordnung innerhalb der dort gesetzten Grenzen Soldaten der Dienstgradgruppe Mannschaften, Unteroffiziere ohne Portepee und Unteroffiziere mit Portepee und Leutnanten Befehle erteilen.

Hauptleute in den Laufbahnen des Truppendienstes werden in der Truppe häufig als militärische Führer in den Verbänden ihrer Truppengattung eingesetzt.Leutnante und Hauptleute werden daher auch als Truppenoffiziere bezeichnet, solange sie keine für Stabsoffiziere vorgesehenen Posten in Stäben „fern der Truppe“ übernehmen. Typisch sind Verwendungen als Zugführer, (stellvertretender) Kompaniechef oder Luftfahrzeugführer. Auf Stabsposten werden erfahrene Hauptleute auch in Stäben der Verbände ab Stufe Bataillon, an Truppenschulen, in Kommandobehörden oder im Ministerium verwendet, wo sie häufig Stabsoffiziere in Fragen der Weiterentwicklung der Truppe und der Ressourcenplanung unterstützen.

Offiziere des militärfachlichen Dienstes führen in Dienststellen wie (höhere) Kommandobehörden, im Ministerium, in Ämtern oder in Wehrtechnischen Dienststellen meist Fach(unter)abteilungen, die sich mit technischen, wirtschaftlichen oder organisatorischen Fachfragen beschäftigen. Militärmusikoffiziere sind häufig zweiter Musikoffizier und stellvertretender Chef eines Musikkorps.

Sanitätsoffiziere dieser Dienstgradgruppe werden vergleichbar mit zivilen Assistenzärzten an größeren sanitätsdienstlichen Einrichtungen der Bundeswehr an den medizinischen Beruf und die besonderen Herausforderung der militärischen Notfallversorgung herangeführt, bevor sie beispielsweise als Truppen- oder Schiffsarzt in der Truppe tätig werden. Aufgrund dieser und ähnlicher Dienststellungen können Soldaten der Dienstgradgruppe in den in der Vorgesetztenverordnung aufgezählten Fällen allen dienstlich oder fachlich unterstellten Soldaten Befehle erteilen. Kompaniechefs sind als Einheitsführer Disziplinarvorgesetzter der ihnen truppendienstlich unterstellten Soldaten gemäß Wehrdisziplinarordnung.

Ernennung und Besoldung Maßgebliche gesetzliche Grundlagen für die Ernennung in einen der Dienstgrade der Dienstgradgruppe der Hauptleute trifft die Soldatenlaufbahnverordnung (SLV) und ergänzend die Zentrale Dienstvorschrift (ZDv) 20/7. In einen entsprechenden Dienstgrad können Berufssoldaten, Soldaten auf Zeit und beorderte Reservisten ernannt werden. Voraussetzung zur Ernennung in einen der Dienstgrade der Dienstgradgruppe der Hauptleute ist die Zugehörigkeit zu einer der Laufbahnen der Laufbahngruppe der Offiziere. Eine Direkteinstellung mit einem Dienstgrad der Dienstgradgruppe der Hauptleute ist bei entsprechender Eignung möglich.Voraussetzung ist für die meisten Laufbahnen ein für die geplante Verwendung dienlicher Hochschulabschluss und eine mindestens zweijährige Berufspraxis. Für Militärmusikoffiziere wird das Kapellmeisterexamen oder eine gleichwertige Hochschulprüfung gefordert. Für Sanitätsoffiziere die Approbation als Arzt, Zahnarzt, Apotheker oder Tierarzt. Die meisten Hauptleute haben aber zuvor in einem Dienstgrad der Dienstgradgruppe der Leutnante gedient. Der Dienstgrad Hauptmann (bzw. ranggleiche Dienstgrade) kann dann in der Regel frühestens viereinhalb Jahre nach Ernennung zum Leutnant erreicht werden.Die Viereinhalbjahresfrist gilt für Fliegendes Personal, Offiziere im Kommando Spezialkräfte, die für besondere Einsätze verwendet werden sowie für Kampfschwimmer. Für alle anderen Offiziere sieht die ZDv 20/7 eine Frist von fünf Jahren vor. War der Einstellungsdienstgrad Oberleutnant, so kann die Beförderung nach vier Jahren im Dienstgrad Oberleutnant erfolgen. Vor Ernennung zum Hauptmann müssen Musikoffizieranwärter das Kapellmeisterexamen erfolgreich abgelegt haben. Sanitätsoffizieranwärter müssen vor Ernennung in einen Dienstgrad der Dienstgradgruppe Hauptleute ihr Studium mit der Approbation abgeschlossen haben.Aus der Soldatenlaufbahnverordnung: „Die Beförderung zum Stabsarzt oder Stabsveterinär setzt die Approbation als Ärztin oder Arzt, Zahnärztin oder Zahnarzt, Tierärztin oder Tierarzt, die Beförderung zum Stabsapotheker die Approbation als Apothekerin oder Apotheker und die staatliche Prüfung als Lebensmittelchemikerin oder Lebensmittelchemiker voraus.“ Sanitätsoffizieranwärter und Musikoffizieranwärter werden mit der Ernennung in die Dienstgradgruppe der Hauptleute zu Sanitätsoffizieren und Musikoffizieren.Der angehende Arzt oder Apotheker im Dienstgrad Leutnant (theoretisch auch: Oberleutnant) ist also kein Offizieranwärter mehr, sondern ist Offizier im Sanitätsdienst. Er bleibt gleichwohl aber noch Sanitätsoffizieranwärter und wird erst mit der Beförderung in einen Dienstgrad der Dienstgradgruppe der Hauptleute Sanitätsoffizier. Entsprechendes gilt für angehende Musikoffiziere.Beachte auch: ZDv 20/7 auf Grundlage der Soldatenlaufbahnverordnung ()

Soldaten der Dienstgradgruppe der Hauptleute werden abhängig vom Dienstgrad und Dienststellung nach der Bundesbesoldungsordnung (BBesO) mit A 11 bis A 13 besoldet. Auffällig ist, dass Sanitätsoffiziere im Vergleich zu den ranggleichen Offizieren im Dienstgrad Hauptmann oder Kapitänleutnant eine Besoldungsgruppe höher besoldet werden.

Dienstgradabzeichen

Das Dienstgradabzeichen der Hauptleute in Heeres- oder Luftwaffenuniform zeigt drei oder vier Sterne als Schulterabzeichen; Marineuniformträger der Dienstgradgruppe zeigen drei oder vier Ärmelstreifen auf beiden Unterärmeln. Die beiden äußeren Streifen sind mittelbreit; der innere bzw. die beiden inneren sind schmal.In der ZDv 37/10 sind neben der in der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten beschriebenen Form als Ärmelabzeichen auch entsprechende (d. h. gleichgestaltete) Schulterabzeichen für Marineuniformträger beschrieben. Sanitätsoffiziere sind an zusätzlichen Laufbahnabzeichen in vier verschiedenen Varianten in Form verschieden gewundener Schlangen, teils in Verbindung mit dem Äskulapstab, zu erkennen. Die verschiedenen Varianten zeigen das Approbationsfach und ermöglichen die Anrede mit der korrekten Dienstgradbezeichnung.

Kopfbedeckung Der Mützenschirm der Hauptleute (und auch der Leutnante und Oberfähnriche (zur See)) zeigt einen 0,7 cm breiten, stumpfgezackten, am Schirmrand verlaufenden, für Heeres- und Luftwaffenuniformträger silberfarbenen (nur für Marineuniformträger goldfarbenen), aus Metallgespinst handgestickten Streifen. Da die Bestickung des Mützenschirms für Marineoffiziere nach Form und Farbe Assoziationen mit dem Rand eines bekannten Butterkeks hervorrufen kann, wird diese Stickerei scherzhaft auch als „Keksrand“ bezeichnet.

Äquivalente Dienstgradgruppen