Die Louisiana, auch USS Louisiana (Kennung: BB-19), war ein Schlachtschiff (Einheitslinienschiff) der United States Navy, welches kurz vor dem Ersten Weltkrieg in Dienst gestellt wurde. Das Schiff gehörte der aus insgesamt sechs Schiffen bestehenden Connecticut-Klasse an und wurde als zweite Einheit dieser Klasse auf Kiel gelegt, jedoch als erstes Schiff der Klasse vollendet.Breyer, Siegfried: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905–1970. Verlag J. F. Lehmanns. München 1970, S. 212. Das Schlachtschiff war die dritte Einheit in der Geschichte der US-Marine, die den Namen des US-Bundesstaates Louisiana trug. Nach der Autorisierung des Baus durch den US-Kongress am 15. Oktober 1902, fand am 7. Februar 1903 die Kiellegung auf der Werft von Newport News Shipbuilding in Newport News (US-Bundesstaat Virginia) statt. Nach dem Stapellauf am 27. August 1904, wobei die Schiffstaufe von Miss Marie Juanita Lalande, einer vom Gouverneur von Louisiana, Newton C. Blanchard, ausgewählten Schönheitskönigin, durchgeführt wurde, erfolgte am 2. Juni 1906 die Indienststellung. Erster Kommandant des Schiffes war Captain Albert R. Couden.

Technische Aspekte Die Louisiana war maximal 139,11 Meter lang und 23,22 Metern breit. Der Tiefgang lag bei etwa 7,50 Meter. Die Wasserverdrängung gemäß der Konstruktionsplanungen betrug rund 16.500 ts, im voll ausgerüsteten Zustand erreichte sie rund 18.000 ts. Die Maschinenanlage bestand aus zwölf kohlenbefeuerten Babcock & Wilcox-Kesseln sowie zwei 4-Zylinder-Dreifach-Expansionsmaschinen und leistete maximal 16.500 PSi, was dem Schiff eine Höchstgeschwindigkeit von rund 18,8 Knoten (ca. 35 km/h) ermöglichte. Mit einem maximalen Kohlenvorrat von etwa 2.600 Tonnen und bei einer sparsameren Marschfahrt von 10 Knoten besaß die Louisiana eine Reichweite von circa 7.600 Seemeilen.Herder, Brian L.: US Navy Battleships 1895–1908. The Great White Fleet and the Beginning of US Global Naval Power. Osprey Publishing. Oxford, New York 2020, S. 28.

Artilleristisch betrachtet war die Louisiana noch den Einheitslinienschiffen jener Zeit zuzurechnen – die schwere Artillerie setzte sich aus vier 30,5-cm-Geschützen Mark 5 L/45 in zwei je 434 Tonnen schweren Doppeltürmen zusammen, wobei je ein Turm vor und hinter den Aufbauten in Mittschiffslinien stand –, wenngleich auch die Mittelartillerie, zwölf 17,8-cm-Geschütze Mark 1 L/44 in Kasematten, vergleichsweise stark ausfiel und zudem noch eine sogenannte halbschwere Artillerie (acht 20,3-cm-Geschütze Mark 6 L/45 in vier Doppeltürmen) zwischen Mittel- und Hauptartillerie eingeschoben wurde. Manche Quellen betrachten die Schiffe dieses Typs – die Einheiten der Connecticut-Klasse waren die letzten amerikanischen Schlachtschiffe, die noch der sogenannten „Vor-Dreadnought-Phase“ zugerechnet werden – auch als eines der ausgewogensten und kampfstärksten Modelle des sogenannten „Vor-Dreadnought-Linienschiffes“.

Bei einem ersten Umbau 1909/10 erhielt das Schiff den für US-amerikanische Schlachtschiffe typischen Gittermast. 1917/18 wurden die 17,8-cm-Geschütze sowie ein Teil der 3-Zoll-(76,2-mm)-Geschütze ausgebaut.

Geschichte des Schiffes Nach der Indienstnahme wurde die Louisiana im Herbst 1906 vor die Küste von Kuba beordert. Dies geschah auf Wunsch des damaligen kubanischen Präsidenten, Tomás Estrada Palma, der sich mit einem Aufstand oppositioneller Kräfte konfrontiert sah und der die Vereinigten Staaten um Hilfe gebeten hatte. Die an Bord der Louisiana befindliche US-Delegation, darunter Kriegsminister William Howard Taft, konnte auf friedliche Weise eine Lösung aushandeln, jedoch blieb Kuba noch vorerst beziehungsweise bis 1909 unter US-Verwaltung. links|miniatur|Heckansicht der Louisiana um 1912. Das Schiff besitzt nun die typischen Gittermasten.

Ab November 1907 nahm das Schlachtschiff, gemeinsam mit 16 weiteren US-Kriegsschiffen, an der Erdumfahrung der Great White Fleet teil. Diese Reise, die zugleich auch als maritime Machtdemonstration zu verstehen war, dauerte bis Februar 1909, wobei die Schiffe des Verbandes beinahe 47.000 Seemeilen zurücklegten und unter anderem die Häfen von Port of Spain, Rio de Janeiro, Callao, Sydney und Yokohama ansteuerten.

Nach einer Modernisierung in den Jahren 1909/10, wobei auch die bisherigen Pfahlmasten gegen Gittermasten ausgetauscht wurden, erfolgte 1911 eine ausgedehnte Besuchsreise nach Europa. Hierbei wurden auch die Häfen von Kiel, Kopenhagen und Kronstadt angelaufen. In Kiel kam dabei im Juni 1911 der deutsche Kaiser, Wilhelm II., zu einem Bordbesuch auf die Louisiana.

Zwischen Juli 1913 und September 1915 operierte das Schlachtschiff vor der Küste von Mexiko und nahm auch an der zeitweiligen Besetzung von Veracruz im Sommer 1914 infolge des sogenannten Tampico-Zwischenfalls teil (siehe Besetzung von Veracruz 1914). Nach der Rückkehr aus den mexikanischen Gewässern wurde die Louisiana im Herbst 1915 in Norfolk vorerst in den Reservestatus versetzt und diente in den folgenden Jahren als Ausbildungsschiff zwecks der Ausbildung von Geschützmannschaften. In dieser Funktion verblieb das Schiff auch nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg im April 1917.

Erst im September 1918 und kurz vor Kriegsende, mittlerweile wieder in den aktiven Dienst überführt, nahm die Louisiana an einer einzigen Operation nach Europa teil und sicherte einen Truppentransportkonvoi. In Gefechte während des Krieges wurde das Schiff jedoch nicht verwickelt.

Verbleib Nachdem die Louisiana im Frühjahr und Sommer 1919 vier Repatriierungsfahrten zwischen Europa und den Vereinigten Staaten durchgeführt hatte, um US-Soldaten in die Heimat zurückzubringen, wurde das Schlachtschiff am 20. Oktober 1920 auf der Philadelphia Naval Shipyard außer Dienst gestellt. Aufgrund der Bestimmungen des 1922 unterzeichneten Washingtoner Flottenvertrages über maritime Rüstungsbegrenzungen, wurde auf eine erneute Reaktivierung verzichtet und das Schiff am 1. November 1923 zum Abbruch verkauft.

Literatur Breyer, Siegfried: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905–1970. Verlag J. F. Lehmanns. München 1970. Friedman, Norman: US Battleships: An Illustrated Design History. U. S. Naval Institute Press. Annapolis (MD) 1985. Herder, Brian L.: US Navy Battleships 1895–1908. The Great White Fleet and the Beginning of US Global Naval Power. Osprey Publishing. Oxford, New York 2020.

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Einzelnachweise

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