Ursula Frida Erna Auguste Krieg (* 10. Oktober 1900 in Berlin; † 11. Oktober 1984 ebenda) war eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin.

Leben Nach dem Besuch des Lyzeums nahm Ursula Krieg Schauspielunterricht bei Ludwig Hartau in Berlin. Sie gab ihr Bühnendebüt 1920 als Chrysothemis in Hugo von Hofmannsthals Elektra 1920 am Neuen Volkstheater Berlin. Weitere Bühnenstationen waren Meiningen, Bonn, Königsberg, Hamburg, Erfurt und wieder Berlin (Hebbel-Theater, Renaissance-Theater, Schillertheater).

1937 gab Ursula Krieg neben René Deltgen in Herbert Maischs Drama Starke Herzen ihr Spielfilmdebüt. Sie spielte in der Heinz-Rühmann-Komödie Die Umwege des schönen Karl, neben Freddy Quinn in Freddy unter fremden Sternen, unter der Regie von Wolfgang Staudte im Nachkriegsdrama Die Mörder sind unter uns und in der Komödie Die seltsamen Abenteuer des Herrn Fridolin B. (mit Axel von Ambesser in der Titelrolle), unter der Regie von Wolfgang Schleif in … und wenn’s nur einer wär’ … (nach Kurt Weyrauch), unter der Regie von Falk Harnack in Weiß gibt auf und unter der Regie von Alfred Weidenmann im Kriegsdrama Stern von Afrika über den Jagdflieger Hans-Joachim Marseille (verkörpert von Joachim Hansen). Daneben spielte Ursula Krieg Gastrollen in zahlreichen Fernsehserien wie Direktion City.

Darüber hinaus war sie seit 1948 umfangreich in der Synchronisation tätig und synchronisierte unter anderem international bekannte Schauspielerinnen wie Lillian Gish (u. a. Die Nacht des Jägers, Die Stunde der Komödianten), Elsa Lanchester (Käpt’n Blackbeards Spuk-Kaschemme), Mildred Natwick (u. a. Daisy Miller, Der Teufelshauptmann und Der Hofnarr), Thelma Ritter (Das Fenster zum Hof), Ellen Corby in der Familienserie Die Waltons, sowie Marion Lorne in der Fantasy-Sitcom Verliebt in eine Hexe.

Einem breiten Publikum wurde sie vor allem als Synchronsprecherin der britischen Charakterdarstellerin Margaret Rutherford bekannt, der sie unter anderem bei vier Auftritten als Miss Marple (Der Wachsblumenstrauß, Mörder ahoi!, Vier Frauen und ein Mord, Die Morde des Herrn ABC) sowie in Die Gräfin von Hongkong ihre Stimme lieh.

Nachdem sie im Synchronatelier einen Weinkrampf erlitt, zog sich Ursula Krieg weitestgehend aus dem Geschäft zurück. Krieg war mit dem Kunstkritiker Albert Buesche verheiratet. Sie starb einen Tag nach ihrem 84. Geburtstag in ihrer Heimatstadt Berlin. Filmografie 1938: Die Umwege des schönen Karl 1946: Die Mörder sind unter uns 1948: Die seltsamen Abenteuer des Herrn Fridolin B. 1948: Straßenbekanntschaft 1949: … und wenn’s nur einer wär’ … 1950: Die Treppe 1953: Starke Herzen 1957: Der Stern von Afrika 1958: Madeleine und der Legionär 1959: Freddy unter fremden Sternen 1966: Weiß gibt auf (TV)

Synchronrollen (Auswahl) Quelle: Deutsche Synchronkartei SchauspielerinFilm / SerieRolleEllen CorbyDie Waltons (Fernsehserie)Esther Walton (1. Stimme)Flora HayesBlaues HawaiiMrs. ManekaGeorgia CaineHerr des Wilden Westens (2. Synchro für TV in 1975)Mrs. IrvingLillian GishEine HochzeitNettie SloanLurene TuttlePsychoMrs. ChambersMargaret RutherfordDas doppelte CollegeMiss WhitchurchDie Gräfin von HongkongMiss GaulswallowMildred NatwickDer TeufelshauptmannAbby AllshardStar Trek: Enterprise (Fernsehserie)Griselda (Ausschnitt aus "Der Hofnarr")Stella VitelleschiBen HurDienerin AmrahThelma RitterDas Fenster zum HofStellaWendy HillerMord im Orient-ExpreßPrinzessin Dragomiroff

Theater 1948: Frank Wedekind: Frühlings Erwachen (Frau Gabor) – Regie: Walter Suessenguth (Hebbel-Theater Berlin)

Hörspiele 1966: Ingmar Bergman: Blutige Erdbeeren (Isaks Mutter) – Regie: Rudolf Noelte (Hörspiel – BR/SWF/ORF)

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Einzelnachweise

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