17 Hippies ist eine vielköpfige Berliner Band, die auf überwiegend akustischen Instrumenten Musikstile aus aller Welt mit Rock- und Popmusik verbindet.

Stil Ihre Musik ist eine Mischung osteuropäischer Melodien und Rhythmen mit französischem Chanson, Americana, Anleihen aus Filmmusik, Jazz und Pop. Ihr Repertoire ist teilweise instrumental. Gesungen wird auf Deutsch, Französisch, Englisch und Hessisch.

Geschichte Die Anfänge (1995–2000) Inspiriert durch die Begegnung mit Musik aus Osteuropa nach der Wende und Reisen in die USA und Irland fragte Christopher Blenkinsop seine Musikerfreunde Carsten Wegener, Kristin Sauer (Kiki), Lutz Graf-Ulbrich (Lüül) und Reinhard Lüderitz (Koma), ob sie gemeinsam ein Repertoire an einfach zu spielenden Stücken auf akustischen Instrumenten erlernen wollen. Bis 1996 stießen u. a. Antje Henkel, Dirk Trageser, Elmar Gutmann und Henry Notroff zu ihnen. Sie veranstalteten öffentliche Proben, die sich zu regelmäßigen Konzerten alle zwei Wochen bei freiem Eintritt, den Hippie-Haus-Tänzen entwickelten. Aufnahmen aus dem Café Bellevue in Moabit, dem Motorschiff Pik As in Kreuzberg und dem Franz-Club im Prenzlauer Berg, sowie dem Beat-Studio sind auf ihrem ersten Album Rock’n’Roll 13 zu hören. Der Hippie-Haus-Tanz findet bis heute mit Gästen im Kesselhaus der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg statt. 1997 versuchten sie den Weltrekord für die meistgespielten Live-Konzerte innerhalb von 24 Stunden aufzustellen, um ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen. Sie gaben siebzehn Konzerte an siebzehn Spielstätten in Berlin.

1998 wurde die Gruppe zum South by Southwest (SXSW) Festival nach Austin, Texas, eingeladen. Mit über 30 Musikern, u. a. Uwe Langer, Jakob Ilja (Element of Crime) und Harald Großkopf und Freunden fuhren sie in die USA und gaben Konzerte in Texas und Louisiana. Sie traten in Austin im Radio KUT bei John Aielli auf, spielten zur Eröffnung des Festivals vor Nick Lowe, mit der Band Bad Livers im Scholz Beer Garden und in der Satellite Lounge in Houston, Texas, vor der Band Brave Combo.

Im selben Jahr spielten sie mehrere Konzerte in Paris auf der Fête de la Musique u. a. im Le Divan du monde. 1999 folgte die Veröffentlichung des zweiten Albums Wer ist das?, das live im Berliner Prater aufgenommen wurde und, wie auch schon das erste Album, beim bandeigenen Label Hipster-Records veröffentlicht wurde. Über den Kontakt von Ari Boulogne nahm das französische Label Buda Musique die Gruppe unter Vertrag und brachte in Frankreich eine Kompilation beider Alben unter dem Namen Berlin Style heraus.

Seit 2000 mieten sie eine Etage in der Kulturbrauerei, in der sie bis heute ein Tonstudio, ihr Label und den Tyfoo Musikverlag betreiben. Volker Rettmann (Kruisko) und Kerstin Kaernbach wurden Bandmitglieder. Im selben Jahr drehte der WDR einen einstündigen Dokumentarfilm über die Gruppe, der auf Arte ausgestrahlt wurde.

Sie veröffentlichten zwei Notenbücher mit dem Titel 17 Hippies Realbook (in Anlehnung an das Real Book) mit Stücken aus ihrem Repertoire zum selber spielen.

Eine feste Bandbesetzung formiert sich (2001–2006) 2001 traten die 17 Hippies zum zweiten Mal auf der Abschlussgala der Berlinale im Roten Rathaus auf. Der Regisseur Andreas Dresen sah sie hier und engagierte sie für den Soundtrack zum Film Halbe Treppe, in dem sie auch als Band zu sehen sind. Für den Abspann des Films komponierten sie ihren ersten eigenen Song Mad Bad Cat. Anfang Dezember präsentierte die Band den Soundtrack live. Bei dem Konzert spielten Andreas Dresen und Axel Prahl, ein Hauptdarsteller des Films, mit der Band mit. Im selben Jahr spielten die 17 Hippies als Hausband bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2001 im neu eröffneten Berliner Tempodrom.

2002 gewann Halbe Treppe den Silbernen Bären in der Kategorie Großer Preis der Jury auf der Berlinale. Zahlreiche weitere Preise folgten. In diesen Jahren spielte die Gruppe Konzerte und Tourneen u. a. in Deutschland, der Schweiz, in Amsterdam, Budapest, Moskau, Prag, Wien und immer wieder in Frankreich.

In Frankreich erschien das Album Sirba. Es setzt sich zusammen aus Stücken des Albums Wer ist das? und des Soundtracks zum Film Halbe Treppe, sowie zwei Eigenkompositionen, darunter der Titel Marlène, der über Monate in der Playlist vom französischen Radiosender France Inter gespielt wurde.

Um eine gleichberechtigte Beteiligung der Musiker an den Band-Einnahmen zu erreichen, entwickelten die 17 Hippies zu dieser Zeit eine alternative Vergütungsstruktur, das 17 Hippies Punktesystem. Für Aktivität und Zeitaufwand (beispielsweise Konzerte und Proben) werden Punkte vergeben und alle selbstkomponierten Werke wurden unter dem gemeinsamen Pseudonym Max Manila bei der Gema gemeldet. Alle Einnahmen, u. a. Gagen und Auszahlungen von Verwertungsgesellschaften, werden seither nach diesem System an alle Teilnehmenden des Systems verteilt.

2003 spielten sie in dem ZDF-Fernsehfilm Tigeraugen sehen besser die Band des Hauptdarstellers Christoph Waltz. Musik ihrer ersten beiden Alben machen einen Großteil der Filmmusik aus. Die 17 Hippies erlangten dadurch einen größeren Bekanntheitsgrad in Deutschland.

Im Juni desselben Jahres traten sie zum ersten Mal in der Radiosendung Le pont des artistes bei Radio France Inter auf. Die Radiopräsenz von Marlène machte die 17 Hippies auch in Frankreich einem breiteren Publikum bekannt.

Unter dem Titel 17 Hippies play Sexy Ambient Hippies veröffentlichte die Band ein Album mit einem Live-Mitschnitt eines Konzertes auf dem Popdeurope Festival 2002 im Haus der Kulturen der Welt. Dieses Projekt mit Live-Sampling, DJ und Electro-Musikern hatten sie u. a. bereits 1999 im Batofar in Paris und 2001 an den Münchner Kammerspielen live aufgeführt.

Gemeinsam mit der französischen Band Les Hurlements d’Léo aus Bordeaux spielte die Gruppe im Sommer des Jahres sechs Titel unter dem Namen Hardcore Trobadors ein. Erste gemeinsame Konzerte fanden in Moskau statt.

2004 entstand das erste Studioalbum Ifni, für das sie mehr eigene Stücke komponierten. Im selben Jahr schrieben sie die Musik für das Theaterstück Kasimir und Karoline von Ödön von Horváth in der Inszenierung von Andreas Dresen für das Deutsche Theater Berlin, in der sie auch als Darsteller auftraten. In Frankreich wurde Hardcore Trobadors bei dem französischen Wagram Label veröffentlicht. Gemeinsam mit Les Hurlements d’Léo waren sie auf Frankreich-Tournee (u. a. beim Festival Francofolies). Im September traten sie bei Jazz im Zelt in Mainz auf. Das Konzert wurde aufgezeichnet und vom Fernsehsender 3sat ausgestrahlt. Am 19. Dezember wurde vom WDR in Köln für Funkhaus Europa ein Konzert der 17 Hippies mit den Gästen Marc Ribot und Jakob Ilja aufgezeichnet.

Im Jahr 2005 war die Band durchgehend auf Tournee in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Im Herbst produzierten sie die Zirkusrevue Irrlichter mit jungen Artisten des Zirkus Cabuwazi mit dem Schweizer Regisseur Christoph Mörikhofer.

2006 begleiteten sie in Tokyo die Solo Performance Katalog des Großstadtlebens des japanischen Schauspielers Issey Ogata und spielten Konzerte in Frankreich, den Niederlanden, Spanien, Tschechien und regelmäßig am Deutschen Theater Kasimir und Karoline. Zu ihrem 10-jährigen Bandjubiläum veröffentlichten sie das Album Live in Berlin (eine Konzertaufzeichnung aus Berlin, mit DVD und CD).

Hinwendung zu eigenen Kompositionen (2007–2013) Im Frühjahr 2007 veröffentlichten sie ihr zweites Studioalbum Heimlich, das als erstes Album der Band auch in den USA und Kanada erschien, wo sie im selben Jahr auf Tournee gingen. Sie spielten u. a. im September im Kennedy Center in Washington und im Dezember mit der Band Tinariwen im Olympia in Paris. Im April 2008 traten sie mit Dominique Horwitz, der Marlène singt, im Rahmen der Herz Kinder Gala in der Komischen Oper, Berlin auf. Es folgten Tourneen in Algerien, den USA, Europa, erste Konzerte in der Volksrepublik China, sowie als Hausband bei der Verleihung des Grimme-Preises. Anlässlich des 60-jährigen Bestehens Israels gaben sie gemeinsame Konzerte mit der Band Boom Pam. Am Vorabend des französischen Nationalfeiertags am 14. Juli gaben sie ein Konzert auf der Place de la Bastille in Paris.

Ende des Jahres nahmen sie das Studioalbum El Dorado (mit den Songs Adieu und El Dorado) auf, das im Januar 2009 weltweit erschien. In diesem Jahr gaben die 17 Hippies mehr als 120 Konzerte in 15 Ländern, u. a. im Januar auf der Mountain Stage in Morgantown, West Virginia, im Mai auf dem Bürgerfest vor dem Brandenburger Tor in Berlin, auf der WOMAD in Charlton Park, England und auf dem Schleswig-Holstein Musik Festival. Sie spielten u. a. auch in China, zwei Mal in den USA, Kanada, Israel und Jordanien und im Oktober im ausverkauften Théâtre de la Ville in Paris.

Für den Soundtrack zum Film Whisky mit Wodka von Andreas Dresen steuerten sie ihre Version des Tangos Por una cabeza von Carlos Gardel bei und spielen in einer Szene im Film ein Tanzorchester in den 20er Jahren. Ab diesem Jahr spielt Daniel Cordes (Danda) statt Wegener am Kontrabass mit. Auch 2010 waren sie ausgedehnt auf Tournee, u. a. vermehrt in Spanien.

Im Frühjahr 2011 wurden die 17 Hippies zur WOMAD in Australien und Neuseeland eingeladen. Sie spielten u. a. erneut im Théâtre de la Ville (Paris) und im August auf dem Festival du Bout du Monde im bretonischen Crozon.

2012 waren sie mit ihrem elften Album Phantom Songs (mit den Songs Across Waters und Jolies Filles), das von J. D. Foster koproduziert wurde, weiter international auf Tour. Höhepunkt ihrer diesjährigen Konzertsaison waren Auftritte in Chihuahua in Nord Mexiko u. a. in Juárez, im September.

In dem Kurzfilm Ihr Brief zur Hochzeit, der in diesem Jahr erschien, begleiten sie in einer Szene Corinna Harfouch, die das Lied Solitaire vom El Dorado Album live singt.

Vor dem von Arte aufgezeichneten Auftritt bei der Grande Fête Populär 2013 auf der Place de la Bastille in Paris, gaben Blenkinsop und Kiki Sauer ein Interview in der Radiosendung Chanson Boum von Hélène Hazera bei France Culture. Eine Woche später spielten sie bei der Grande Fête Populär in Berlin, ein Konzert mit Les Ogres de Barback vor dem Brandenburger Tor.

Im selben Jahr veröffentlichten sie ihr Album für Kinder, Titus träumt. Hierfür nahmen sie Instrumentalstücke aus ihrem Repertoire neu auf und versahen diese mit neuen Liedtexten.

Die Band orientiert sich neu (2014–2019) 2014 veröffentlichten die 17 Hippies mit Biester ihr 13. Album. Zum ersten Mal nutzten sie ausgiebig Schlagwerk und jeder Titel wurde mit einem anderen Perkussionisten eingespielt (u. a. Aly Keïta, Harald Großkopf, Max Weissenfeldt und Romain Vicente), der danach mit der Band auf Tour ging. Sie gaben Konzerte u. a. in Ungarn, Frankreich (z. B. auf dem Festival Le grand soufflet) und zum 20. Mal beim Festival Musicalarue in Luxey (südlich von Bordeaux), der Schweiz, und Spanien – (u. a. auf dem Mercat de Música Viva de Vic bei Barcelona). Mit dem Album waren sie bis Ende 2015 auf Tournee.

Zu ihrem 20-jährigen Jubiläum Anfang 2016, veröffentlichten sie das Best-of-Album Anatomy und das Bonus-Album Metamorphosis, auf dem befreundete Musiker aus aller Welt ihre Stücke spielen (u. a. Les Ogres de Barback und Mars Red Sky aus Frankreich, Marc Ribot aus den USA, Bandabardò aus Italien, de Kift aus den Niederlanden und Stefan Stoppok aus Deutschland).

Sie veröffentlichen ein drittes Notenbuch mit dem Titel 17 Hippies Realbook, Band 3 und eine zweite überarbeitete Auflage ihrer ersten beiden Bände in einem Band.

Bis Ende 2017 waren sie auf Jubiläums-Tour und spielten u. a. zum zweiten Mal auf dem Schleswig-Holstein Musik Festival und zum sechsten Mal auf dem Festival am Schluss in Thun (Schweiz) als Hausband.