Die Feuerwehr Dortmund besteht aus einer Berufsfeuerwehr und einer Freiwilligen Feuerwehr. Sie wird als Stadtamt 37 von dem Direktor der Feuerwehr, Dirk Aschenbrenner, geführt.

Geschichte der Feuerwehr Dortmund mini|links|Stadtansicht auf einem Kupferstich aus dem 16. Jahrhundert

Vom Mittelalter bis zur Gründung der Berufsfeuerwehr Im Jahr 1297 entstand die vermutlich erste Feuerschutzverordnung für die Bürger der Stadt Dortmund. Aus dem Jahr 1659 stammt die vermutlich erste amtliche Feuer- und Brandordnung. Ab 1700 waren die Bürger der Stadt per Verordnung angehalten, im Falle eines Brandes Hand anzulegen. Dies führte zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Im Jahr 1717 wurden am 5. Oktober die Maßnahmen zum Feuerschutz und Brandbekämpfung erweitert und neu formuliert.

Am 25. Januar 1802 wurde unter Zustimmung des Magistrats der Stadt die erste Freiwillige Feuerwehr gegründet. Die erste Feuerspritze der Freiwilligen Feuerwehr war in einem Anbau des Rathauses untergebracht. 1876 teilte sich die bisherige Freiwillige Feuerwehr in eine Freiwillige Bürgerfeuerwehr und die bisherige Freiwillige Feuerwehr auf. Beide stellten den Brandschutz der Stadt sicher. Seit 1890 befand sich Dortmund durch Industrialisierung und Bergbau in einem starken Aufschwung und Wachstum, dem die Freiwillige Bürgerfeuerwehr nicht mithalten konnte. Als Konsequenz beschloss der Magistrat, eine Berufsfeuerwehr einzurichten.

20. Jahrhundert Der bisherige Brandmeister der Feuerwehr Hamburg, Johannes Schänker wurde am 5. August 1901 durch einen Beschluss des Stadtrates zum ersten Brandmeister der Stadt Dortmund ernannt. Er trat am 1. Oktober seinen Dienst an und markierte damit auch die Geburtsstunde der Berufsfeuerwehr Dortmund.

Die erste Feuerwache befand sich in der Silberstraße 27. Schänker befehligte einen Löschzug, bestehend aus einem Führer, einem Oberfeuerwehrmann und zehn Feuerwehrmännern. Er behielt diese Brandwache zunächst bei, stellte jedoch zusätzlich einen Organisationsplan auf, der auf erheblichen Widerstand in den Kommissionen der Bürgerschaft traf. Schänker schaffte es durch geschicktes Auftreten, die Freiwilligen Feuerwehren und die Berufsfeuerwehr zu einigen. Er konnte dabei auf Erfahrungen aus seiner Zeit bei der Feuerwehr Berlin und der Feuerwehr Hamburg zurückgreifen. Schließlich konnte er die Verantwortlichen der Stadt von seinen Plänen überzeugen. Kurz darauf erlangte er auch das Vertrauen der Bürgerschaft und konnte eine Reorganisation der Dortmunder Feuerwehr erreichen. Bis zum Jahr 1903 wurde der Personalbestand auf einen Offizier, einen Feldwebel, sechs Oberfeuerwehrmänner und 30 Feuerwehrmänner und der Tierbestand auf sechs Pferde erhöht. Die Mannschaft wurde in das Beamtenverhältnis überführt und die Gehaltsverhältnisse wurden ebenso wie die Ausrüstung und die Uniformierung geregelt. Es wurden eine Gasspritze, eine mechanische Leiter und eine Dampfspritze beschafft. Das Wachgebäude wurde um Remise, Schlauchturm und Wäschekammer erweitert. Das Feuermeldesystem und das Meldernetz wurden verbessert. Im Februar 1903 wurde das letzte Neufahrzeug geliefert und der erste komplette Löschzug in Dienst gestellt.

Am 9. Juli 1903 übernahm die Feuerwehr den ersten mit Pferden bespannten Krankenwagen und löste die bis dahin mit dem Krankentransport beauftragte Polizeiverwaltung ab. Ein Jahr später wurde der zweite Krankenwagen in Dienst gestellt. Die Freiwillige Bürgerfeuerwehr löste sich am 31. März 1909 auf, an ihre Stelle trat eine professionelle Reserve-Feuerwehr mit vier Abteilungen. Von Angehörigen der Dortmunder Feuerwehr ging 1909 maßgeblich die Gründung des Verbandes Deutscher Berufsfeuerwehrmänner aus. Durch den Ausbau des Hafengebietes entstanden zunächst recht primitive Feuerwehrhäuser in der Stahlwerkstraße und in der Speicherstraße. Im Jahr 1912 wurde beschlossen, den Benzinautomobilbetrieb einzuführen.

Die Planung und der Aufbau der Nordwache wurden im Jahr 1918 begonnen, ihr Bau dauerte vier Jahre. Im Jahr 1928 wurde eine ehemalige Molkerei und Kohlenhandlung in Brackel zur Feuerwache 3 umgebaut. Im Jahr 1929 wurde die Feuerwache in Hörde (Südwache) übernommen. Im Jahr 1930 konnte die Feuerwache 3 (Ostwache) bezogen werden. Damit gab es vier Feuerwachen in Dortmund: die Hauptwache, die Nordwache, die Ostwache und die Südwache.

Im Jahr 1931 wurde das erste Feuerlöschboot in Dienst gestellt. Es hatte Pontonform und wurde von einem Außenbordmotor angetrieben und wurde 1942 durch einen neuen Bootstyp ersetzt.

Die Lage der Feuerwehrmänner verschlechterte sich mit Beginn des Nationalsozialismus. Die erst 1930 gegründete Gewerkschaft wurde verboten und die Feuerwehr auf den kommenden Krieg ausgerichtet. Am 15. Dezember 1933 wurde die Berufsfeuerwehr auf Befehl Adolf Hitlers zur Feuerlöschpolizei umgewandelt und mit der zusätzlichen Aufgabe, eine Luftschutzorganisation aufzubauen, beauftragt. Die Personalstärke betrug im Jahr 1936 ca. 200 Mann. Am 18. November 1937 wurde im Westen der Stadt eine neue Feuerwache in Betrieb genommen. 1938 wurde die Berufsfeuerwehr in eine Feuerschutzpolizei umgewandelt und damit Teil der Ordnungspolizei. Am 1. September 1939 folgte die Kasernierung der Berufsfeuerwehr mit der Bekanntgabe der Mobilmachung. Am 24. Oktober wurde die Freiwillige Feuerwehr aufgelöst und in eine Hilfspolizeitruppe umgewandelt. Zu der Zeit gab es fünf Feuerwachen und einen Hafenstützpunkt.

Die Anforderungen an die Feuerwehr stiegen während des Zweiten Weltkrieges immer weiter an. Die Stadt wurde durch Bombenangriffe der Alliierten erheblich zerstört. Am 23. Mai 1944 wurde die Südwache in Hörde völlig zerstört, auch die Fahrzeuge wurden unbrauchbar. Es begann eine behelfsmäßige Unterbringung im Goy-Stadion, die länger andauern sollte. Am 6. Oktober waren alle fünf Feuerwachen den Luftangriffen zum Opfer gefallen. Die Dortmunder Feuerwehr half aber auch nach dem Angriff vom 8. April 1945 in Halberstadt.

Ab dem Kriegsende unterstützten die Alliierten die Reorganisation der Feuerwehr Dortmund. Die Feuerwehr wurde wieder eine städtische Einrichtung und die Feuerschutzpolizei aufgelöst. Die Feuerwachen mussten wieder aufgebaut und die Einsatzfähigkeit wiederhergestellt werden. Dazu bedurfte es insbesondere neuer Ausrüstung. Das Meldesystem wurde ausgebaut, Nebenmelder, Temperaturmelder, Feuermelder und Privatmelder sollten einen schnellen Eingriff gewährleisten.

Bei der Feuerwehr Dortmund wurde 1952 der Einsatz von Funkgeräten eingeführt. Im selben Jahr wurde der erste Atemschutz- und Wasserrettungswagen in Dienst genommen. Im Jahr 1960 konnte die Feuerwache 4 in Hörde das Provisorium am Goy-Stadion verlassen. Die neue Wache in Wellinghofen wurde die erste neu aufgebaute Feuerwache nach dem Krieg. Auf Grund der geänderten politischen Lage in der Welt wurde 1962 der erste Katastrophenabwehrplan für Dortmund entwickelt. Darüber hinaus wurde eine Einheit gegründet, die als Feuerlöschbereitschaft dem Katastrophenschutzdienst für die Fernhilfe dient. Die Berufsfeuerwehr Dortmund stellt Personal und Fahrzeugen für den Katastrophenstab Nord des Regierungsbezirks Arnsberg.

Im Jahr 1971 wurde an der Feuerwache 2 eine Atemschutzübungsanlage in Dienst genommen. Ein Erlass des Innenministers machte es notwendig, für jede Feuerwache einen Rettungswagen zu beschaffen. Die Feuerwachen 1 und 9 entstanden im Jahr 1972 an ihren heutigen Standorten und konnten im Jahr 1975 in Dienst genommen werden. Der Bau der U-Bahn machte den Umzug der Feuerwache 2 notwendig. Die neue Wache ist so konstruiert, dass sie abgebaut und an einem anderen Ort neu aufgebaut werden kann. Dabei wurde erstmals auf Rutschstangen in einer Feuerwache verzichtet. Am 8. Februar 1979 wurde die Feuer- und Rettungswache 2 übergeben.

Die neugebaute Feuerwache 5 in Marten konnte im Jahr 1984 bezogen werden. Im Jahr 1987 wurde das noch heute eingesetzte Löschboot beschafft. Zwischen 1987 und 1990 wurde auf den Feuer- und Rettungswachen 3, 4, 5 und 9 eine neue Generation Löschgruppenfahrzeuge, das Löschgruppenfahrzeug 24 (LF 24), in Dienst gestellt. Die LF 24 versahen bis ins 21. Jahrhundert zuverlässig ihren Dienst und sind noch heute, bei anderen Feuerwehren in Deutschland, im Dienst.

Am 6. Juni 1996 ereignete sich ein tragischer Hubschrauberabsturz über einem Waldstück bei Löttringhausen in der Nähe der A 45. Dabei fanden 13 Menschen den Tod, nur ein Mann konnte gerettet werden. Sechs Teilnehmer des Hubschrauberrundfluges hatten diesen auf der Messe YOU gewonnen. Die Feuerwehr übernahm den Verletzten, der von Ersthelfern gerettet wurde und löschte den entstandenen Brand. Die Schnelleinsatzgruppen vom Deutschen Roten Kreuz und Johanniter-Unfall-Hilfe wurden zur Betreuung der Angehörigen und von im Stau stehenden Autofahrern eingesetzt.

Im April 1997 wurde der Branddirektor Klaus Schäfer neuer Leiter der Feuerwehr Dortmund. Von Feuerwehrmännern der Feuerwache 3 wurde die Rettungsmulde Dortmund entwickelt. Diese gehört heute zur Standardbeladung der Einsatzfahrzeuge und ist Teil eines neuen Rettungskonzeptes. Feuerwehr Dortmund Neben dem Erfolg mit ihrer Rettungsmulde konnten die Feuerwehrmänner der Feuerwache 3, aber auch der Feuerwache 6 neue Einsatzpunkte mit entsprechenden Wachbezirken in Neuasseln und Alt-Scharnhorst beziehen. Beide sind baugleich. Klaus Schäfer wurde nach seinem Ausscheiden Leiter des Instituts für Feuerwehrtechnologie. Nach der Teilnahme an einer Neonazi-Demo am Vorabend des 1. Mai 2010 wurde Schäfer mit sofortiger Wirkung suspendiert.

21. Jahrhundert mini|Löschfahrzeug

Im Jahr 2002 nahm die Feuerwehr Dortmund eine ganze Reihe neuer Einsatzfahrzeuge in Dienst. Die bisher bei der Berufsfeuerwehr in Dienst befindlichen Löschgruppenfahrzeuge 16/12 (LF 16/12), Löschgruppenfahrzeuge 24 (LF 24) und Tanklöschfahrzeuge 16/25 (TLF 16/25) wurden an die Freiwillige Feuerwehr weitergegeben, die LF 24 teilweise ausgemustert oder in der Feuerwehrschule weitergenutzt. An ihre Stelle traten neue einheitliche Hilfeleistungslöschfahrzeuge nach Norm des LF 16/12, sie entsprachen aber einem heutigen HLF 20/16. Sie verfügten über einen fest eingebauten Stromerzeuger, einen 1600-Liter-Wassertank, einen Hilfeleistungssatz, ein Sprungpolster, einen Lichtmast, eine fahrbare Einmann-Haspel, eine Rettungsmulde Dortmund und Hohlstrahlrohre. Es wurden gleich 13 HLF auf einmal beschafft, später folgten noch einmal drei weitere HLF.

mini|Einsatzleitwagen

Ein Jahr später wurde eine weitere neue Fahrzeuggeneration in Dienst gestellt. Es wurden insgesamt 15 Einsatzleitwagen (ELW) der Klasse ELW 1 beschafft. Davon werden elf als ELW 1 bezeichnet, diese werden für den C-Dienst und den U-Dienst eingesetzt. Vier weitere ELW werden vom B-Dienst, A-Dienst und dem Rettungsdienst (für OrgL/LNA) besetzt, diese werden als ELW 2 bezeichnet, ein Fahrzeug dient als Reserve. Mit der Indienstnahme der ELW wurde auch das C-Dienst-Konzept eingeführt. Feuerwehr Dortmund Zusammen mit diesem neuen Löschzugkonzept und Führungskonzept, gab es auch eine Überarbeitung der Funktions- und Qualifikationskennzeichnung an der Einsatzstelle. wichtige Einsatzfunktionen sind durch bestimmte Westenfarben an der Einsatzstelle zu erkennen. Feuerwehr Dortmund

Auch die Atemschutzüberwachung wurde in diesem Zug überarbeitet und mit einer neuen Funktionskennzeichnung versehen. In Dortmund kann man nun den Atemschutzcontroller (Atemschutzüberwacher) an einer rot-weiß karierten Weste erkennen. Feuerwehr Dortmund.