Walter Dahn (* 8. Oktober 1954 in St. Tönis; † 7. November 2024 in Köln) war ein deutscher Maler, Fotograf und Tonkünstler. Er gehörte zu den wichtigsten Vertretern der Jungen Wilden der 1980er Jahre. Dahn lehrte Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

Leben Von 1971 bis 1979 studierte Dahn an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er Meisterschüler von Joseph Beuys war. (PDF; 15 kB) auf hbk-bs.de, abgerufen am 13. November 2024. Seine ersten Arbeiten waren Zeichnungen und Installationen im Raum 19 der Akademie. Bei seinen Werken lag der Fokus besonders auf dem Zeichnen, der Fotografie und der Erstellung von Videos und Super 8 Filmen. auf bonner-kunstverein.de, abgerufen am 22. Februar 2013. Von 1979 bis 1982 war er Mitglied der Künstlergemeinschaft Mülheimer Freiheit, der auch Hans Peter Adamski, Peter Bömmels, Jiří Georg Dokoupil, Gerard Kever und Gerhard Naschberger angehörten. Die jungen Künstler teilten sich ein Hinterhofatelier in der zum Rhein führenden Straße „Mülheimer Freiheit“ in Köln.

Der Durchbruch gelang ihm mit einer Ausstellung in der Torhausgalerie „Wenn das Perlhuhn leise weint“. 1981 war er in der Ausstellung der Rundschau Deutschland vertreten. Ab 1981 veröffentlichte er Tonträger unter den Projektnamen „Die Partei“, „Die Hornissen“ und „#9 Dream“. 1982 stellte Dahn einige seiner Werke bei der documenta 7 in Kassel aus. 1983 und 1984 erhielt er, zusammen mit Dokoupil, einen Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 1996 hat er eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig inne. Bis 1984 schuf er Gemeinschaftsbilder mit Dokoupil. Im selben Jahr nahm er an der Ausstellung Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf teil. 2003/2004 wurden seine Arbeiten bei Obsessive Malerei – Ein Rückblick auf die Neuen Wilden in Karlsruhe gezeigt.

Walter Dahn lebte und arbeitete in Köln. Dort starb er am 7. November 2024 im Alter von 70 Jahren.Kulturkenner Kunst vom 12. November 2024: Kerze erloschen: Zum Tod von Walter Dahn, abgerufen am 12. November 2024 Er wurde am 23. November 2024 auf dem Kölner Zentralfriedhof Melaten beigesetzt.Wir trauern vom 16. November 2024: Traueranzeige seiner Familie , abgerufen am 1. Dezember 2024

Darstellungen und Motive Walter Dahns Bildmotive bestehen zunächst aus figürlichen Darstellungen oder Metamorphosen. So entstehen in der Weiterentwicklung oftmals deformierte menschliche Figuren. Des Weiteren ist seine Malerei durch Spontanität und eine Reduzierung auf das Wesentliche geprägt und weist dadurch Ähnlichkeiten zu den Werken von Beuys auf. Wiederkehrende Themen in seinen Werken sind hilflose, nackte Menschen oder Traum- und Wunschvorstellungen, beispielsweise die Rückbesinnung auf oder in die Natur sowie Sehnsüchte und Ängste des Menschen. Werke in Museen Salto Mortale von 1984 in der Neuen Galerie Kassel

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen bis 1994 1980: Galerie Paul Maenz in Köln 1982: Galerie Max Hetzler in Stuttgart 1983: Mary Boone Gallery in New York 1985: Rheinisches Landesmuseum in Bonn (mit G. Dokoupil) 1986: Kunsthalle in Basel 1987: CCD-Galerie in Düsseldorf und im Neuer Aachener Kunstverein 1989: Museum für Gegenwartskunst in Basel und im Kunstverein in München 1990: Barbara Gladstone Gallery in New York 1992: Kunstraum im PCC in Köln 1994: Alles wird gut in der Kunsthalle in Kiel Weitere Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen 1981: Mühlheimer Freiheit im Museum in Groningen 1982: documenta 7 in Kassel Zeitgeist im Martin-Gropius-Bau in Berlin Art Now in der Tate Gallery in London 1984: von hier aus in den Messehallen in Düsseldorf 1984: „Tiefe Blicke – Kunst der achtziger Jahre aus der Bundesrepublik Deutschland, der DDR, Österreich und der Schweiz“, Hessisches Landesmuseum Darmstadt Rheingold Pall. d’Exposizione in Turin 1986: Sie machen was sie wollen – junge Rheinische Kunst in Sofia 1987: Wechselströme im Kunstverein in Bonn 1989: Zeitzeichen in der Landesvertretung NRW, Bonn Blickpunkte im Musée d’art contemporain de Montréal in Montreal 1992: Auszeit der Demokratie in Köln-Kalk 1993: Kunst im 20. Jahrhundert in der Städtischen Galerie in Wolfsburg 2000: Make my paper sound beim Kunstverein in Braunschweig 2002: Wahnzimmer im Museum Folkwang in Essen 2003: El Regreso de los Gigantes Museo Nacional de Arte Decorativo in Buenos Aires Obsessive Malerei – Ein Rückblick auf die Neuen Wilden ZKM in Karlsruhe El Regreso de los Gigantes Museu de Arte Moderna in São Paulo Expressiv! Fondation Beyeler in Basel 2004: Für die Konstruktion des Unmöglichen in der European Kunsthalle in Köln Stedelijk Museum Amsterdam at Usce Museum of Contemporary Art in Belgrad Where are you standing? Kupferstichkabinett in Berlin Relating to Photography Fotografie Forum international in Frankfurt El Regreso de los Gigantes Museo Nacional de Bellas Artes in Santiago de Chile 2005: Stabile Seitenlage Neues Museum Weserburg in Bremen, im Kunsthaus in Dresden und in Galerie der Künstler in München Modern Institute in Glasgow Flashback Museum für Gegenwartskunst in Basel hot needle (graphic works of the 1980s) in der City Gallery in Prag State of the Art State of Sabotage in Wien Exit – Ausstieg aus dem Bild ZKM in Karlsruhe 2006: Deutsche Bilder aus der Sammlung Ludwig Ludwig in der Galerie Schloss Oberhausen 2007: Through the morning – Through the night im Künstlerverein Malkasten in Düsseldorf Six Daze on the Road im Raum für Kunst und Musik in Köln Die Kunst zu sammeln im Museum Kunst Palast in Düsseldorf 2011: Aller Zauber liegt im Bild im Museum Würth in Künzelsau Sigmar Polke Begegnungen in der Klovenburg in Coesfeld Fünf Freunde in Zürich im Schauort, Christiane Büntgen, Zürich, schauort.com. Remember what you saw Halle 10, Cap Cologne in Köln MMK 1991–2011, 20 Jahre Gegenwart Museum für Moderne Kunst, Frankfurt/Main, mmk-frankfurt.de. I hate Paul Klee – Papierarbeiten und Künstlerbücher aus der Sammlung Speck im Leopold-Hoesch-Museum in Düren, leopoldhoeschmuseum.de, 22. September 2011. The Silver Show – 25 Jahre NAK im Neuen Aachener Kunstverein in AachenThe Silver Show – 25 Jahre NAK. auf neueraachenerkunstverein.de, abgerufen am 22. Februar 2013. 2008: Martian Museum of Terrestrial Art Barbican Art Gallery, London Melancholie b-05. Centrum for Art and Design, Montabau. 2010: Solaris in der Figge von Rosen Galerie in Köln La Bonne Horse. Klasse Walter Dahn. Bonner Kunstverein, in Kooperation mit der Städtischen Galerie Delmenhorst About Today Städtische Galerie in Wolfsburg 2012: the name is BURROUGHS im ZKM Karlsruhe auf on1.zkm.de, abgerufen am 13. November 2024. Wasserstandsmeldung – 20 Jahre Kunstmuseum Bonn in Bonn auf kunstmuseum-bonn.de, abgerufen am 22. Februar 2013. Der Mensch und seine Objekte Museum Folkwang, EssenDer Mensch und seine Objekte – Fotografische Sammlung. auf museum-folkwang.de, abgerufen am 13. November 2024. 2013: the name is BURROUGHS in den Deichtorhallen und der Sammlung Falckenberg in Hamburg 2018/19: Die Erfindung der Neuen Wilden – Malerei und Subkultur um 1980, Ludwig Forum, AachenAusstellungsinformation

Werke in öffentlichen Sammlungen Sammlungen des Groninger Museums (Niederlande) Neues Museum Weserburg, Bremen Städtische Galerie Wolfsburg

Bücher und Ausstellungskataloge (Auswahl) Aspekte heutiger deutscher Kunst. Verein der Freunde der Neuen Galerie, Aachen 1983, . mit Marcus Steinweg: The abandoned house. Salon-Verlag, Köln 1997, ISBN 3-932189-08-6. Spiritual America. König, Köln 1999, ISBN 3-88375-346-7. Goin’ back. Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden 2001, ISBN 978-3-940099-19-8. Walter Dahn, Andreas Gehlen. Galerie Klein, Bad Münstereifel-Mutscheid 2002, . Walther Dahn, about today – Photographie, Malerei, Skulptur. 1994–2009. König, Köln 2009, ISBN 978-3-86560-621-1. Walter Dahn, flowers & coffee. König, Köln 2011, .

Musikalische Veröffentlichungen (Auswahl) Helmut Zerlett, Walter Dahn: Rhythm and irrelevance. Warner Music Germany, Hamburg um 1994, . Walter Dahn & Hornissen: Honig und Dreck. Dieter Hoff, Köln um 2004, .

Weblinks

Kunstprojekte 10 Videoclips „Antworten zu Fragen zur Kunst im Rahmen von documenta-dock.net“ auf documenta-dock.net (Ausstellungsübersicht) Walter Dahn auf kunstaspekte.de (Ausstellungsübersicht) Walter Dahn auf artype.de (Künstlerbücher und Kataloge) Musikwerke Walter Dahn + Hornissen bei Soundcloud.com Walter Dahn – Honig Und Dreck bei Discogs.com #9 Dream bei Discogs.com (Helmut Zerlett & Walter Dahn)

Nachrufe WDR 3 (Westdeutscher Rundfunk) Mosaik vom 12. November 2024: Zum Tod des Künstlers Walter Dahn, von Claudia Dichter Kunstforum international Personalien vom 12. November 2024: Zum Tod von Walter Dahn: Der Ungesehene, von Sebastian C. Strenger Monopol. Magazin für Kunst und Leben Kunst vom 12. November 2024: Zum Tod von Walter Dahn. Die Farbe feiern, von Bernhard Schulz

Einzelnachweise

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