mini|Marie-Jo Lafontaine (2018)
Marie-Jo Lafontaine []Artikel „Marie-Jo Lafontaine“ in: Der Brockhaus Multimedial 2005, Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim, 2005, ISBN 3-411-06519-2. (* 17. November 1950 in Antwerpen; † 28. Mai 2026 in Brüssel) war eine belgische Fotografin und Videokünstlerin.
Leben und Auszeichnungen Marie-Jo Lafontaine studierte von 1975 bis 1979 an der École Nationale Supérieure d’Architecture et des Arts Visuels in Brüssel. 1979 gewann sie den Prix de la Jeune Peinture Belge in Brüssel und den Prix de la Critique in Antwerpen.
Es entstanden monochrome textile Wandarbeiten und Malereien von ihrer Hand. Sie begann mit der Videokunst mit dem Werk La batteuse de palplanches. 1982 gewann sie den ersten Videopreis Meatball in Amsterdam. 1985 erhielt sie ein Stipendium des Institute of Arts and Humanities.
Der internationale Durchbruch gelang ihr 1987 mit der Teilnahme an der documenta 8 in Kassel mit der Videoinstallation Les larmes d’acier, ein Jahr später wurden ihre Werke auf der Vorsatz 2, der zweiten großen Ausstellung der Galerie Vorsetzen gezeigt.
In den folgenden Jahren entstanden environmentartige Multimediainstallationen wie Viktoria und Passio. 1990 war sie Gastprofessorin an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg. Ab 1992 war sie Professorin an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. 1995 erhielt sie den Kunstpreis der Stadt Darmstadt. Sie war 1998 und 1999 Kulturbotschafterin von Flandern und lebte in Brüssel.
Im Rahmen der Frankfurter SkyArena zur Fußball-WM 2006 gestaltete Marie-Jo Lafontaine den zweiten Teil der Installation I love the world, welcher auf kontroverse Meinungen stieß.
Marie-Jo Lafontaine starb am 28. Mai 2026 im Alter von 75 Jahren in Brüssel.
rand|mini|Les Larmes d’acier – Ausschnitt
Videokunst 1979 La batteuse de palplanches 1987 Les larmes d’acier 1987/88 Viktoria 1989/90 Passio 1993 Jeder Engel ist schrecklich 2006 Projektion zur Skyarena Frankfurt
Ausstellungen (Auswahl) 1998 ART.IST.INNEN, Essl Museum – Kunst der Gegenwart, Schömer Haus, Klosterneuburg/Wien 1999 Musée du Jeu de Paume, Paris 2001 Marie-Jo Lafontaine – Les Larmes d’Acier, Essl Museum – Kunst der Gegenwart, Klosterneuburg/Wien 2001 Das Versprechen der Fotografie – Die Sammlung der DG Bank, Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main 2002 Augenblick – Foto / Kunst, Essl Museum – Kunst der Gegenwart, Klosterneuburg/Wien 2002 Videoskulptur und Fotografie, Museum im Kulturspeicher, Würzburg 2002 Babylon-Babies – Lost Paradise, Galerie Bernhard Knaus, Mannheim 2003 Human Stories. Fotoarbeiten aus der Sammlung Essl, Ludwig Muzéum Budapest, Budapest 2004 Aufruhr der Gefühle / Leidenschaften in der Zeitgenössischen Fotografie, Museum für Photographie, Braunschweig 2005 Meisterwerke der Medienkunst, Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe 2012 Spotlights. Video.Kunst, Essl Museum – Kunst der Gegenwart, Klosterneuburg/Wien 2024 ROKADE, TICK TACK in der Kunsthalle Recklinghausen 2025 Les larmes d’acier, ZKM Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe
Literatur (Auswahl) Elisabeth Kenter: Das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang – die Videoskulptur von Marie Jo Lafontaine, Dissertation an der Universität Hamburg 1999 Blakey, R. (1990). ‘Marie‐Jo Lafontaine’ and those who would seek to know, to fix and to hold that which is not. Third Text, 4(12), 41–58. DOI:10.1080/09528829008576277
Weblinks
Marie-Jo Lafontaine Website Marie-Jo Lafontaine in der Sammlung ZKM Marie-Jo Lafontaine Key works EWVA European Women’s Video Art
Einzelnachweise
Kategorie:Videokünstler (Belgien) Kategorie:Fotograf (Belgien) Kategorie:Hochschullehrer (Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe) Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Belgier Kategorie:Geboren 1950 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Frau