mini|Raimer Jochims bei der 200-Jahr-Feier der Städelschule 2017. Raimer Jochims (* 22. September 1935 in Kiel) ist ein deutscher Maler, Philosoph und Kunstwissenschaftler. Er war ab 1971 Professor für Malerei und Kunsttheorie und von 1971 bis 1985 Rektor der Städelschule, der Staatlichen Kunsthochschule in Frankfurt am Main.
Leben und Werk Raimer Jochims, Sohn von Elisabeth Jochims, geborene Menck, und ihrem Ehemann, dem promovierten Arzt Johannes Jochims, wuchs in Lübeck auf.Raimer Jochims - Farbe Sehen. Internetseite der Overbeck-Gesellschaft, Lübeck Nach dem Abitur am Katharineum zu Lübeck 1955 begann er sich mit der Malerei zu beschäftigen. Als Autodidakt studierte er Stefan Lochners unstoffliche Farbverläufe und dessen transparente Lasuren über reflektierendem Kreidegrund.Bernard Kerber: Prinzip vertikal, Europa nach 1945, Galerie Teufel, 1979, S. 66 Er studierte von 1955 bis 1957 und von 1966 bis 1968 Philosophie und Kunstgeschichte sowie Klassische Archäologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und wurde 1968 mit einer Arbeit über den Kunsttheoretiker Konrad Fiedler zum Doktor der Philosophie promoviert. Er war zunächst als freier abstrakter Maler tätig. Seit 1961 arbeitete er an der Konzeption chromatischer Malerei, wo er nach einer schwarzen Phase die Faszination der Farbe für sich entdeckte.Raimer Jochims, Maler. Internetseite der Galerie Willmsen, abgerufen am 18. November 2018 Ab 1967 lehrte er an der Kunstakademie Karlsruhe (bis 1968) sowie bis 1971 an der Kunstakademie München. Von 1971 bis 1997 war er Professor für Freie Malerei und Kunsttheorie an der Städelschule in Frankfurt am Main. Während seiner Amtszeit als Rektor der Städelschule (1971 bis 1985) holte er unter anderem die Künstler Thomas Bayrle, Willi Schmidt und Peter Kubelka als Lehrer an die Schule.
Jochims hatte bisher eine Vielzahl an Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, außerdem hielt er Vorträge und Vorlesungsreihen zu kunsttheoretischen Aspekten der „Identitätserfahrung“. Nach Jochims lässt sich diese Identitätserfahrung in allen Kulturen der Erde finden und manifestiert sich über die Sinne des Menschen. Als Maler interessiert er sich besonders für den visuellen Aspekt dieser Erfahrung. Er versucht, das zugrundeliegende – und gemeinsame – theoretische Konstrukt dahinter zu entdecken. So ist Farbe für ihn nicht nur Farbe, Form nicht nur irgendeine Form, sondern immer in erster Linie Leben. Dieses innewohnende Leben versucht er durch seine Kunst aufzuspüren.
Er ist evangelisch, hatte 1963 seine Frau Heinke Jochims geheiratet, und wohnt und arbeitet in Maintal bei Frankfurt am Main.
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen
2012: Candida Höfer – Raimer Jochims, Johnen Galerie, Berlin 2005: Bildobjekte, Kunstverein Würzburg, Würzburg 2003: Bilder und Papierarbeiten, frühe Bilder, „Vorbilder“, Museum am Ostwall, Dortmund 1994: Bilder/Paintings 1961–1993, Kunstmuseum Bonn 1991: Bilder und Papierarbeiten, Galerie Christine König, Wien 1990: Bilder und Vorbilder, Portikus, Frankfurt am Main 1989: Zeichnungen nach der Natur, Museum Folkwang (Studio), Essen 1987: Raimer Jochims – Bilder und Papierarbeiten, 1984–1986, Badischer Kunstverein, Karlsruhe 1982: Jochims 1961–1982, Frankfurter Kunstverein 1980: Bilder, Papierarbeiten, Malbücher, Kunsthalle Mannheim, Mannheim 1976: Jochims: Zeichnungen, Drawings 1956–1974, Institut für moderne Kunst Nürnberg 1975: Raimer Jochims – Arbeiten 1961–1975, Kunstmuseum, Bonn 1975: Raimer Jochims, Kunsthalle Bremerhaven, Bremerhaven 1969: Chromatische Bilder, Kabinett für aktuelle Kunst, Bremerhaven 1968: Reihe 14 × 14: Chromatische Bilder, Zeichnungen, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden 1964: Chromatische Flächen und Reliefs, Studiogalerie, Frankfurt am Main
Gruppenausstellungen
2025: Wege von Farbe - Raimer Jochims zum 90. Mit Sabine Funke und Michael Kolod, Ausstellungshalle 1A, Frankfurt am Main 2018: Über das Geistige in der Kunst. 100 Jahre nach Kandinsky und Malewitsch, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt 2018: Klassentreffen. Werke aus der Sammlung Gaby und Wilhelm Schürmann, MUMOK, Wien 2015: SCA purchase for the Art Institute of Chicago’s permanent collection, 2015, Chicago 2014: Die Farbe und ich. Augusto Giacometti, Kunstmuseum Bern 2007: Neue Tendenzen. Eine europäische Künstlerbewegung 1961–1973, Leopold Hoesch Museum, Düren 2006: Arena der Abstraktion, Museum Morsbroich, Leverkusen; Die Neuen Tendenzen, Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt 2003: Seeing Red–Contemporary Nonobjective Painting, Werke aus der Sammlung des Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen, Hunter College Gallery, New York, USA 2005: Eröffnungsausstellung SQUARE – Die Sammlung Marli Hoppe-Ritter, Museum Ritter, Waldenbuch 1999: Die Farbe (rot) hat mich, Osthaus Museum Hagen 1989: On Kawara – wieder und wider, Portikus, Frankfurt am Main
Publikationen (Auswahl) 2015 Raimer Jochims – Sammlung zur Weltkunst: Stiftung Eliashof in Hochstadt. KANN Verlag, Frankfurt am Main, ISBN 978-3-943619-35-5. 2015 Leben Sehen – Arbeitsnotizen 1994–2002, Bd. 1; 2003–2011, Bd. 2. Hrsg.: Dirk Conrad und Ute Seifert. KünstlerSelbstverlag, Frankfurt am Main, ISBN 978-3-00-048435-3, ISBN 978-3-00-049398-0. 2013 Kunst und Leben. Lebenskunst – Künstlerwege zur Gesundheit einer kranken Gesellschaft / Zwei Vorträge. Hrsg.: Dirk Conrad. KünstlerSelbstverlag, Frankfurt am Main. 2011 Visuelle Identität. Neuauflage. Hrsg.: Jacky Strenz und Dirk Conrad. KünstlerSelbstverlag, Frankfurt am Main, ISBN 978-3-00-035703-9. 2010 Bilder und Vorbilder. Gratianus Stiftung, Tübingen 1998 Farbe Sehen. Parerga-Verlag, Bonn/Düsseldorf, ISBN 978-3-930450-24-4. 1996 Kunst und Identität. edition tertium, Ostfildern, ISBN 978-3-930717-34-7. 1994 Raimer Jochims – Bilder 1961–1993. Hrsg.: Dieter Ronte und Stefan Gronert. Kunstmuseum Bonn, Bonn, ISBN 978-3-89322-631-3 1990 Bilder und Vorbilder. Portikus, Frankfurt am Main, ISBN 978-3-928071-00-0. 1987 Bilder und Papierarbeiten. Ritter Verlag, Klagenfurt, ISBN 978-3-85415-045-9. 1984 Steine. Kunstverlag Weingarten, Weingarten, ISBN 978-3-8170-2904-4. 1975 Visuelle Identität. Insel-Verlag, Frankfurt am Main, ISBN 978-3-458-05871-7. 1973 Identitätstexte 1962–73. Edition UND, Planegg. 1972 Der Maler Antonio Calderara.
Literatur Wieland Schmied: GegenwartEwigkeit. Spuren des Transzendenten in der Kunst unserer Zeit. Martin-Gropius-Bau, Berlin, Edition Cantz, Stuttgart 1990; ISBN 3-89322-179-4. Jochims, Raimer. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 585.
Weblinks
Website der Stiftung Eliashof über Rainer Jochims
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Hochschullehrer (Staatliche Hochschule für Bildende Künste Frankfurt am Main) Kategorie:Rektor einer Hochschule in Deutschland Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Mann