CarlWährend er in Einklang mit dem Geburtsregistereintrag (Geburts-, Copulations- und Sterberegister für das Jahr 1869. Bremerhaven, Registernummer 307; Stadtarchiv Bremerhaven) seinen ersten Vornamen stets Carl schrieb, findet sich oft und insbesondere in behördlichen Dokumenten die (falsche) Schreibweise Karl, so z. B. in den Immatrikulationsnachweisen aus Freiburg (Universitätsarchiv Freiburg, Signatur B 4/735) und Göttingen (Universitätsarchiv Göttingen, Matrikel 233 vom 3. November 1893). Otto Hartlaub (* 12. Oktober 1869 in Bremerhaven; † 15. Mai 1929 in Bremen) war Rechtsanwalt und ein bekannter deutscher Schachspieler. Er verdankt seine gewisse Berühmtheit als Schachspieler nicht so sehr seiner Spielstärke als vielmehr seinem Stil, der der sogenannten 'romantischen' Epoche des Schachs verpflichtet war. Er besaß ein „feines Gespür für frühzeitige rasche und überraschende Attacken“ (Robert HübnerRobert Hübner: Abfall Nr. 40, in: ChessBase Magazin 71 vom 12. August 1999, S. 32 (wiederveröffentlicht in ders: Der Bremer Schachmeister Carl Carls, in: Die Jahrhundert-Meisterschaft im Schach. Die Deutsche Einzelmeisterschaft 1998 in Bremen und zur Schachgeschichte der Hansestadt. Hg. von Claus Dieter Meyer und Till Schelz-Brandenburg. Bremen: Schünemann 2001, dort S. 270f.)) und war ein kühner „Spieler von außerordentlicher Fantasie“ (Emanuel Laskerzit. n. Helmut Wieteck: Dr. Hartlaub's Glanzpartien. Zum 135. Geburtstag und 75. Todestag des Bremer Meisters, in: Rochade Europa Nr. 2, Februar 2004, S. 70) und kombinatorischer Tiefe, wovon insbesondere seine 1919 erschienene Partiensammlung Dr. Hartlaub's Glanzpartien Zeugnis ablegt.

Leben Carl Otto Hartlaub wurde am 12. Oktober 1869 „morgens zwölf drei Viertel Uhr“Geburts-, Copulations- und Sterberegister für das Jahr 1869. Bremerhaven, Registernummer 307; Stadtarchiv Bremerhaven. in Bremerhaven geboren. Sein Vater (1839–1894) war ein damaliger Obergerichtsanwalt und Notar gleichen ersten Vornamens, dessen Vater ebenfalls schon Carl hieß und zunächst Landwirt in Holstein und später ein Fabrikant in Dänemark war.Immatrikulationsnachweis für Carl Heinrich Gustav Hartlaub: Matrikelnummer 159 vom 6. November 1860 der Universität Göttingen, Universitätsarchiv Göttingen Hartlaubs Mutter war eine 26-jährige Hausfrau (* 1843), deren Verwandter, ein praktischer Arzt und Geburtshelfer, zusammen mit einer Hebamme bei der Geburt halfen.Geburts-, Copulations- und Sterberegister für das Jahr 1869. Bremerhaven, Registernummer 307; Stadtarchiv Bremerhaven; Adreß-Buch der freien Hansestadt Bremen und der Hafenstädte Vegesack, Bremerhaven, Geestemünde. Heinrich Stack, Bremen 1869, S. 30 und S. 12. Hartlaub hatte drei Geschwister, darunter eine zwei Jahre jüngere Schwester (1871–1960), die seit ihrer Heirat einen Doppelnachnamen trug. Sie wurde Pianistin und Gründerin des Freiburger Richard-Wagner-VerbandesVgl. nik.: Mit Wagner durch die Welt. Josef Lienhart – Bäcker und langjähriger Präsident des Richard-Wagner-Verbandes International, in: Freiburg persönlich. Eine Sonderbeilage des Stadtkurier, Ausgabe 4, November 2012, S. 14. und war die Mutter des Psychologen Hans Bender.

Aus beruflichen Gründen des Vaters, der in Bremen Richter geworden war, zog die Familie 1874 dorthin. Hier besuchte Hartlaub von 1876 bis 1881 zunächst die Ober- und danach die Obererweiterungsschule. 1882 zog die Familie erneut um, da der Vater krankheitsbedingt das Richteramt nieder- und den Wohnort der Familie nach Freiburg im Breisgau verlegte.Carl Hartlaub: Lebenslauf, enthalten in der Promotionsakte im Staatsarchiv Freiburg, Signatur B 4/735 Dort besuchte Hartlaub das Großherzogliche Gymnasium,Vgl. Großherzogliches Gymnasium Freiburg i. B.: Jahres-Bericht über das Schuljahr 1884/85 zugleich Einladung zu der öffentlichen Prüfung am 29. und 30. Juli und zu dem Schlussakte am 31. desselben Monats. Mit einer wissenschaftlichen Beilage von Professor Keller: 'Johann Kaspar Schillers Jugend und militärische Dienstjahre'. Universitäts-Buchdruckerei, Freiburg i. B. 1885, S. 21, wo „Karl [sic] Hartlaub von Bremerhaven“ als Schüler der Obertertia A gelistet wird. an dem er 1889 das Abitur ablegte.Carl Hartlaub: Lebenslauf, enthalten in der Promotionsakte im Staatsarchiv Freiburg, Signatur B 4/735 Nachdem er von 1889 bis 1894 in Freiburg, Straßburg, München und Göttingen Jura studiert hatte,In seinem in der Promotionsakte im Staatsarchiv Freiburg enthaltenen Lebenslauf (Signatur B 4/735) schreibt Hartlaub, dass er ab dem Wintersemester 1890 "der Reihe nach" in Straßburg, München, Freiburg und Göttingen studiert habe; in zwei kleinen Details stimmt dies nicht mit der Dokumentenlage überein: laut den dort ebenfalls enthaltenen Immatrikulationsnachweisen war er zum einen nicht nur für die von ihm erwähnten Semester von 1891 bis 1893, sondern auch schon zuvor von 1889 bis 1890 an der Universität in Freiburg eingeschrieben; und zum anderen studierte er laut Lebenslauf bis zum SS 1895 in Göttingen, während die dortigen Immatrikulationsbescheinigungen inklusive des Abschlusszeugnisses lediglich bis zum SS 1894 gehen. ergriff er in Bremen den Beruf des Rechtsanwalts. Nebenher promovierte er von 1899 bis 1902 an der Universität Freiburg.Promotionsakte im Staatsarchiv Freiburg, Signatur B 4/735Carl Hartlaub: Der Solutionsgedanke bei der Kompensation. Freiburg, Univ., Jur. Diss. Hauschild, Bremen 1902. Schließlich ist er 1904 auch zum Notar ernannt worden.Dokumente zur Ernennung zum Notar in der Senatsregistratur des Staatsarchivs Bremen, StAB 3-N.4.Nr.32.

Hartlaub war Teilinhaber der Patentrechte der in Hamburg ansässigen Deutschen Reklame-Automaten-GmbH, deren Gesellschaftsvertrag am 17. August 1905 abgeschlossen wurde. Sein Anteil betrug , für den er ℳ 10.000 in die Gesellschaft eingezahlt hatte.Hamburgischer Correspondent und neue hamburgische Börsen-Halle sowie Hamburger Nachrichten jeweils vom 25. August 1905.

Seit seiner Jugend litt Hartlaub an Gelenkrheumatismus und an einem Herzleiden.Carl Hartlaub: Lebenslauf, enthalten in der Promotionsakte im Staatsarchiv Freiburg, Signatur B 4/735 Letzteres verschlimmerte sich insbesondere in den 1920er Jahren.P.Krüger: Schachwettkampf Bremen gegen Amsterdam, in: Hamburger Nachrichten vom 17. Oktober 1926: "Dr. Hartlaub erkrankte vor einigen Monaten an einem Herzleiden. Sein Befinden hat sich zu unserer Freude ausgezeichnet gebessert, doch muß er sich noch Schonung auferlegen."Friedrich Michéls: Dr. Carl Hartlaub (Bremen) †, in: Altonaer Nachrichten / Hamburger neueste Zeitung vom 8. Juni 1929: "Dr. Carl Hartlaub ist seinem langen schweren Leiden erlegen. (…) Als wir Dr. Hartlaub (…) im Herbst vorigen Jahres sahen, war er schon vom Tod gezeichnet". Er starb am 15. Mai 1929Personenstandsregister, Staatsarchiv Bremen, Signatur 4,60/5-1929-1745; häufig wird das falsche Todesdatum 17. Mai genannt, z. B. bei Hübner 1998, S. 31 oder auch bei der von Ron Edwards berechneten historischen Elo-Zahl. Womöglich liegt hierbei eine Verwechslung mit dem Datum vor, an welchem der Eintrag in das Personenstandsregister vorgenommen wurde. in Bremen.

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