mini|hochkant|Adriano Celentano (1970)rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.7 Adriano Celentano (* 6. Januar 1938 in Mailand) ist ein italienischer Sänger, Komponist, Schauspieler, Musik-, Film- und Fernsehproduzent sowie Fernsehmoderator. Ab Ende der 1950er Jahre hatte er eine erfolgreiche Schauspiel- und Musikerkarriere in Italien. Lieder wie Azzurro (1968) und Prisencolinensinainciusol wurden auch international erfolgreich.

Celentano gilt als vielseitiger Entertainer, dessen Verdienst es ist, den US-amerikanischen Rock ’n’ Roll in Italien eingeführt zu haben.

Leben Celentanos Eltern Leontino Celentano und Giuditta Giuvia stammen aus der Provinz Foggia in Apulien, er selbst wurde jedoch in Mailand geboren und wuchs dort auf. Nach der Schulzeit begann Celentano nach eigenen Angaben verschiedene Ausbildungen, u. a. als Schuhmacher und als letztes als Uhrmacher. Celentano ist seit 1964 mit seiner Frau Claudia Mori verheiratet und lebt seit vielen Jahren in einer Villa am Comer See. Das Paar hat drei Kinder, die Töchter Rosita (* 1965) und Rosalinda (* 1968, Schauspielerin) und einen Sohn, Giacomo (* 1966).

Celentano ist seit vielen Jahren Vegetarier und setzt sich für Tierrechte ein.Adriano Celentano’s fake English song explained: What does Prisencolinensinainciusol mean?. thefocus.news. Retrieved 22 January 2023.

1999 wurde der Asteroid (6697) Celentano nach Adriano Celentano benannt.

Karriere Sein öffentliches Debüt als Sänger hatte Celentano am 18. Mai 1957 zusammen mit der Gruppe Rocky Boys mit dem Lied Ciao ti dirò. Beim Label Saar erschienen sodann erste Schallplatten. Den ersten großen Erfolg brachte 1959 die Single Il tuo bacio è come un rock. Im Jahr darauf trat er in Federico Fellinis La dolce vita in Erscheinung. 1961 nahm er mit 24.000 baci erstmals am Sanremo-Festival teil und gründete daraufhin sein eigenes unabhängiges Label, Clan Celentano.

Es folgten erfolgreiche Singles und weitere Filmauftritte, bis er 1966 mit dem autobiografischen Il ragazzo della via Gluck nach Sanremo zurückkehrte (Als Kind wohnte er in Mailand in der Via Gluck). Im Jahr 1967 hatte er mit La coppia più bella del mondo („Das schönste Paar der Welt“), das er im Duett mit seiner Frau Claudia Mori sang, einen weiteren Erfolg. Geschrieben wurde das Lied von Paolo Conte, der 1968 auch für den weit über Italiens Grenzen hinaus bekannten Hit Azzurro verantwortlich zeichnete.mini|Celentano (rechts) mit Gianni Morandi beim Sanremo-Festival (2012)

Beginnend mit dem Film Serafino, der Schürzenjäger (1968) intensivierte Celentano seine Arbeit als Schauspieler, womit er eine erfolgreiche Parallelkarriere aufbauen konnte. Er spielte oftmals slapstickartige Charaktere, zuweilen mit politischen Untertönen gewürzt. Zu seinen größten Erfolgen gehören die Filme Bluff mit Anthony Quinn sowie Der gezähmte Widerspenstige und Gib dem Affen Zucker, beide mit der Filmpartnerin Ornella Muti.

1969 erschienen zwei Singles in Zusammenarbeit mit der französischen Sängerin Katty Line. Mit dem Lied Chi non lavora non fa l’amore trat er 1970 wieder in Sanremo an (zusammen mit Claudia Mori) und konnte diesmal den Sieg davontragen. Schon 1971 kehrte er mit Sotto le lenzuola ein letztes Mal zum Festival zurück. 1972 nahm er mit dem auch international erfolgreichen Titel Prisencolinensinainciusol einen Titel in reiner Phantasiesprache auf, womit er das Genre Hip-Hop in Italien einläutete. 1974 betätigte er sich beim Film Yuppi Du erstmals als Regisseur und Hauptdarsteller, eine Kombination, die er in späteren Jahren mehrmals wieder aufnahm. Mit der RAI-Show Fantastico 8 begann Celentano 1987 eine stets von Kontroversen begleitete Karriere als Fernsehmoderator.

Mit dem Kollaborationsalbum Mina Celentano zusammen mit Mina kehrte der Sänger 1998 an die Spitze der Charts zurück, ein Erfolg, an den er auch mit den folgenden Alben anknüpfen konnte, zuletzt 2016 mit Le migliori, für das er Siebenfachplatin erhielt. Auch mit einer Reihe von weiteren Fernsehauftritten konnte Celentano seine Popularität erhalten. Aufsehen erregte etwa seine Sendung RockPolitik, in der er der italienischen Regierung unter Silvio Berlusconi vorwarf, massiv die Pressefreiheit zu verletzen.

Deutsche Synchronsprecher Celentanos Filme wurden im Deutschen überwiegend vom Schnodderdeutsch geprägt, das meistens unter der Leitung von Rainer Brandt entstand. Celentano wurde meist von Thomas Danneberg synchronisiert, andere Sprecher waren auch Heiner Lauterbach, Michael Brennicke, Harald Juhnke, Klaus Kindler und einige mehr.

Diskografie

Studioalben Anmerkung: Italienische Albumcharts werden erst seit 1964 erhoben!

Livealben

Weitere Livealben 1979 – Me, live! (Clan, CLN 22203)

Kompilationen (Auswahl)

Singles (Auswahl) Anmerkungen: Italienische Singlecharts setzen erst 1960 ein; die Veröffentlichungsnummer und A-/B-Seitenangaben beziehen sich auf die italienische Veröffentlichung!

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

1977: für die Single Don’t Play That Song 1978: für das Album Disco Dance

2007: für das Album Dormi amore, la situazione non è buonaPlatin-Schallplatte

1999: für das Album Mina Celentano 1999: für das Album Io non so parlar d’amore 2001: für das Album Esco di rado e parlo ancora meno

2× Platin-Schallplatte

2010: für das Album Io non so parlar d’amore

Filmografie 1959: Juke Box urli d’amore 1959: I ragazzi del juke-box 1960: Das süße Leben (La dolce vita) 1960: Metti, Celentano e Mina… (Urlatori alla Sbarra) 1960: San Remo la grande sfida 1961: Io bacio… tu baci 1962: Twist… dass die Röcke fliegen! (Hey, Let’s Twist) 1963: Ein seltsamer Typ (Uno strano tipo) 1963: Il malamondo 1963: Il monaco di Monza 1964: Der Superraub von Mailand (Super rapina a Milano) (auch Regie) 1967: La più bella coppia del mondo 1968: Serafino, der Schürzenjäger (Serafino) 1971: Großer, laß’ die Fetzen fliegen (Er più: storia d′amore e di coltello) 1971: Die Sünde (Bianco, rosso e…) 1973: Hilfe, ich bin Spitz…e! (Rugantino) 1973: Die Halunken (Le cinque giornate) 1974: Der Kleine mit dem großen Tick (L’emigrante) 1975: Yuppi Du (& Regie) 1975: Di che segno sei? 1976: Culastrisce nobile veneziano 1976: Bluff (Bluff storia di truffe e di imbroglioni) 1977: Hilfe, sie liebt mich (L’altra metà del cielo) 1977: Der Supertyp (Ecco noi per esempio) 1978: Geppo il folle (& Regie) 1978: Onkel Addi (Zio Adolfo, in arte Führer) 1979: Ein total versautes Wochenende (Sabato, domenica e venerdì) 1979: Der Millionenfinger (Mani di velluto) 1980: Don Tango – Hochwürden mit der kessen Sohle (Qua la mano) 1980: Mirandolina (La locandiera) 1980: Der gezähmte Widerspenstige (Il bisbetico domato) 1981: Asso 1981: Gib dem Affen Zucker (Innamorato pazzo) 1982: Wer hat dem Affen den Zucker geklaut? (Grand Hotel Excelsior) 1982: Bingo Bongo 1983: Besondere Kennzeichen: Bellissimo (Segni particolari: bellissimo) 1983: Sing Sing 1985: Der Größte bin ich (Lui è peggio di me) 1985: Joan Lui (Joan Lui – ma un giorno nel paese arrivo io di lunedì) (auch Regie) 1986: Der Brummbär (Il burbero) 1992: Jackpot 2019: Adrian (Fernsehserie, 9 Folgen, Stimme)

Bibliografie Il Paradiso è un cavallo bianco che non suda mai (mit Ludovica Ripa di Meana). Sperling & Kupfer, Mailand 1982, ISBN 88-200-0221-3. Il re degli ignoranti. Mondadori, Mailand 1991, ISBN 88-04-35115-2. Rockpolitik (mit Mariuccia Ciotta). Bompiani, Mailand 2006, ISBN 88-452-5734-7.

Weblinks

Adriano Celentano bei Rockol.it

Belege

Kategorie:Popsänger Kategorie:Rock-’n’-Roll-Musiker Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Fernsehmoderator (Italien) Kategorie:Komiker Kategorie:Interpret eines Siegerbeitrags zum Sanremo-Festival Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1938 Kategorie:Mann