miniatur|hochkant|SS-Gruppenführer Hans Heinrich Lammers in der schwarzen Uniform der Allgemeinen SS
Uniformen der Schutzstaffel (SS) waren vornehmlich paramilitärischer Art und wurden in der Zeit zwischen 1925 und 1945 verwendet. Heute versteht man darunter hauptsächlich die Uniformen der politischen Parteiorganisation Allgemeine SS.
Vorgeschichte In der Zeit zwischen 1925 und 1932 herrschte in der „Kleiderordnung“ der „NS-Kampforganisationen“ noch große Uneinheitlichkeit. Jeder trug, was er persönlich für „militärisch“ hielt. Daher sah sich die „Reichsführung-SA“ am 14. November 1926 genötigt, die „Dienstbekleidung der NS-Kampforganisationen“ (SA, SS und HJ) festzulegen: Danach waren in den Kampforganisationen das Braunhemd mit Halstuch, Mütze, kurzer brauner Hose und dazu Schulterriemen und Koppel zu tragen. Bei schlechtem Wetter durfte auch eine feldgraue Windjacke über dem Braunhemd getragen werden.
Am 20. August 1929 wurde in einer Anordnung bezüglich der „Kleiderordnung“ durch den „Obersten SA-Führer“ festgelegt, dass sich die SA nun durchweg in Braun zu kleiden und Wickelgamaschen oder braune Reitstiefel zu tragen habe. Für die SS sah er vor, dass diese sich durch schwarze Binder und Kappen (mit Totenkopf und schwarz-weiß-roter Kokarde) von der SA äußerlich zu unterscheiden hätte.
Am 7. November 1930 verfügte Hitler, dass die SS der Obersten SA-Führung nur noch formal unterstellt und kein SA-Führer berechtigt sei, der SS Befehle zu erteilen. Damit war die SS nun ein „autonomer Bestandteil“ der SA. Heinrich Himmler begann nun, die SS einheitlich in schwarze Reithosen und -stiefel und schwarzem Koppelzeug einzukleiden. Damit war der erste sichtbare Schritt der späteren Teilorganisation „SS“ zur eigenständigen „Kampforganisation“ vollzogen.Andreas Schulz, Günter Wegmann und Dieter Zinke: Deutschlands Generale und Admirale, Teil V: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei. Bd. 2, Kapitel Heinrich Himmler, S. 227 und 230.
Im Jahr 1932 wurde im Deutschen Reich sämtlichen paramilitärischen Organisationen verboten, Uniformen oder uniformähnliche Bekleidung zu tragen. Während der Zeit des Uniformverbotes trugen alle Mitglieder der paramilitärischen NS-Organisationen (SA, SS und HJ) die sogenannten „weißen Verbotshemden“ in Kombination mit einer dunkelblauen Schiffermütze und schwarzer Krawatte sowie einer schwarzen Hose mit schwarzen Motorradstiefeln als Uniformersatz. Dennoch erhielt die Firma Hugo Boss im selben Jahr von der NSDAP den Auftrag, für ihre „Kampforganisationen“ standardisierte, einheitliche Uniformen herzustellen. Diese waren von den SS-Mitgliedern Karl Diebitsch und Walter Heck entworfen worden.
Nach der Machtübernahme der NSDAP im Januar 1933 begann in den Reihen der NSDAP-Organisationen ein „Uniform-Wahn“, als diese für sämtliche Gelegenheiten eigene Uniformen einführten.
Die SS wurde 1945 als verbrecherische Organisation verboten und aufgelöst sowie ihr Vermögen beschlagnahmt. Sie gehört in der Bundesrepublik Deutschland mit allen ihren Untergliederungen zu den verfassungswidrigen Organisationen im Sinne von StGB. Ihre Symbole und Kennzeichen, dazu gehören auch Uniformteile, unterliegen dem Verbreitungsverbot nach StGB.
Uniformen und Armbinden der SS-Vorläuferorganisationen Stabswache Die im Mai 1923 von Adolf Hitler gebildete „Stabswache“' war mit den schwarzen Ski-Mützen der ehemaligen österreichischen Gebirgsjäger ausgestattet, die den sogenannten „preußischen Totenkopf“ (Totenschädel ohne Unterkiefer über gekreuzten Knochen) des ehemaligen Freikorpsregiments Brigade Erhardt trugen. Dieses Totenkopf-Muster war traditionell von den Totenkopfhusaren und während des Ersten Weltkriegs ebenfalls von den Nebelwerfer-Kompanien, den Angehörigen der Stoßtrupps, der Flammenwerfer-Kompanien und der neuen „Panzerwaffe“, die aus berittenen Einheiten hervorging, als Sinnbild der Zugehörigkeit zu einer „Elite-Truppe“ der deutschen Armee verwendet worden. Ansonsten trugen die Angehörigen jene Uniform, in der sie bei Kriegsende ausgemustert wurden, also die Uniform des Heeres oder der Marine. Angehörige der Stabswache, die keine eigene Uniform mehr besaßen, trugen vielfach grau-grüne oder graue Windjacken als Uniformersatz. Damit teilte die Stabswache die übliche Praxis mit der übrigen Sturmabteilung.
Stoßtrupp Adolf Hitler Äußeres Kennzeichen des nachfolgenden „Stoßtrupp Adolf Hitler“ waren neben den schwarzen Mützen mit dem Totenkopf-Abzeichen die roten „Kampfbinden“, die an den Rändern schwarz eingefasst waren.Heinz Höhne: Der Orden unter dem Totenkopf – Die Geschichte der SS. Weltbild-Verlag, S. 24. Zwischen 1925 und 1929 wurden in der SS keinerlei Rangabzeichen geführt. Als Heinrich Himmler jedoch im Januar 1929 zum SS-Kommandanten ernannt wurde, führte er verschiedene Armbinden als Ersatz für die fehlenden Dienstgradabzeichen ein.
Diese Armbinden wurden bis 1929/1930 verwendet und fielen mit der Einführung der Dienstgrad-Spiegel weg, die noch 1933 um die Schulterstücke ergänzt wurden.
Dienstanzüge/Uniformen der Allgemeinen SS SS-Traditionsanzug Die Uniform der Allgemeinen SS zwischen 1929 und 1932 orientierte sich noch stark an der der SA. Damit sollte jedem gezeigt werden, dass die SS „nur“ eine Untergliederung der gesamten SA war. Sie wurde offiziell nach der Gründung der SS als sogenannter „Saal-Schutz“ der Partei am 1. April 1925 eingeführt, wies aber keine einheitliche Trageweise auf. Dieser „Dienstanzug“ (das Wort „Uniform“ durfte in diesem Zusammenhang nicht genannt werden, da nur Reichs- und Landesbehörden sowie die anerkannten „Kriegervereinigungen“ wie der „Stahlhelm“ oder der „Kyffhäuser-Bund“ das sogenannte „Uniform-Recht“ besaßen) wurde in der Zeit zwischen 1925 und 1934 verwendet.
Dienstkappe und Insignien Diese erste SS-Uniform bestand aus einer schwarzen SA-Mütze, die neben der schwarz-weiß-roten Kokarde (sogenannte „deutsche Reichsfarben“) den Totenkopf der Preußischen Leibhusaren enthielt.
Diensthemd und Diensthose Dazu wurde das sogenannte „Lettow-Hemd“ (Braunhemd), nun als offizielles „Parteihemd der NSDAP“, mit schwarzem Binder getragen.Heinz Höhne: Der Orden unter dem Totenkopf – Die Geschichte der SS. Weltbild-Verlag, S. 27. Am linken Oberarm wurde das „Kampfband der SS“ (Hakenkreuzarmbinde, verschiedentlich auch als „SS-Sturmbinde“ bezeichnet) und über dem linken Ärmelaufschlag das schwarze „Sturmband“ in mattweißer Umrandung getragen. Dazu kamen noch ein schwarzes Koppel mit Schulterriemen und schwarze „Stiefelhosen“ (Breeches- oder Reithosen) und Stiefel.
Zwischen April und Juni 1930 wurde in einigen deutschen Ländern das Tragen des „Braunhemdes“ verboten. Ab 1935 wurde diese Variante der SS-Uniform als „Traditionsanzug der SS“ bekannt und auch offiziell so bezeichnet. Im Sommer 1935 wurde dieser „Traditionsanzug“ letztmals als offizielle „Sommeruniform“ von Angehörigen der SS getragen.
Ab Herbst 1935 hatte sich die neue schwarze Uniform im Deutschen Reich durchgesetzt. Allerdings verwendeten große Teile der österreichischen SS – der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich erfolgte am 12. März 1938 – den Traditionsanzug noch bis etwa 1938/39.
Schwarzer Dienstanzug der SS mini|SS-Dienst- und Paradeanzug (links) und Traditionsanzug. Im Jahr 1932 erteilte die NSDAP der Firma ihres Mitglieds Hugo Ferdinand Boss noch während des sogenannten „Uniformverbotes“ den Auftrag, für alle ihre Gliederungen einheitliche Uniformen, die von Karl Diebitsch und Walter Heck entworfen waren, herzustellen.
Für die SS wurde im Unterschied zu den braunen Uniformen für die meisten NS-Gliederungen eine durchweg schwarze Uniform mit minimalen Weiß- und Silber-Tönen vorgeschlagen. Als Vorbild diente hier, wie schon bei der Wahl des Totenkopfsymbols, vermutlich die bis 1910 getragene schwarze Uniformfarbe der Totenkopfhusaren. Diese schwarze Uniform wurde schließlich zum Vorbild für die späteren „Dienstuniformen“ der Reiter-SS, der SS-Verfügungstruppe und der SS-Totenkopfverbände. Seit August 1935 waren aktive Mitglieder der Allgemeinen SS berechtigt, sich bei Paraden als Teil der sogenannten „Aufmarsch-SS“ mit dem schwarzen Sturmgepäck der Verfügungstruppe auszustatten.
Die SS-Effekten der alten Uniform wurden auf die neue Uniform übertragen. Abweichend wurden aber die Dienstgrade höherer Offiziere nun in Aluminium-Stickerei gehalten und diverse „Auszeichnungen“ eingeführt, an denen man nun die Zugehörigkeitsdauer oder die „Herkunft“ eines SS-Mitgliedes erkennen konnte.
Ab März 1933 wurde die Reichszeugmeisterei (RZM) von Himmler beauftragt, über die SS-Kleiderkasse die Mitglieder mit den neuen Uniformen auszustatten, nachdem sich zahlreiche private Bekleidungswerke für die Produktion gefunden hatten. Die Ausgabe der Uniformen hatte nachweislich gegen Unterschriftsbestätigung an den SS-Angehörigen zu erfolgen. So waren auf den Kleidungsinnenseiten einschließlich der Dienstmützen „SS-RZM“-Logos (RZM-Schutzmarke) angebracht, die beispielsweise folgende Angaben enthielten: SS-Dienstrock Vertriebsstellennummer Herstellerfirma Mitgliedsnummer des Trägers NSDAP-Reichszeugmeisterei-Nummer
Ferner wurde diese Uniform rechtlich geschützt, als würde es sich hierbei um Uniformen von Staatsbehörden und ähnliches handeln. In jedem Kleidungsstück befand sich noch der ausdrückliche Vermerk: „Unbefugter Besitz parteiamtlicher Kleidungsstücke wird laut Verordnung des Reichspräsidenten vom 21. März 1933 mit Gefängnis bis zu 2 Jahren bestraft“.
Ab 1933 wurden auch für die Teilorganisationen der NSDAP die sogenannten „Zivilabzeichen“ eingeführt. Diese wurden vom Grafiker und SS-Sturmhauptführer Walter Heck entworfen. Heck hatte auch als erster die weißen Siegrunen auf schwarzem Grund als Symbol der SS vorgeschlagen. Diese Entwürfe wurden dann von Hitler und Himmler genehmigt und eingeführt.
Zwischen 1932 und 1935 wurden jedoch beide Uniformen gleichzeitig in der SS getragen, da sich die SS-Mitglieder die neue Uniform stets privat beschaffen mussten. Ab 1935 hatte sich die Lage soweit geändert, dass nun die parteiamtliche Reichzeugsmeisterei der NSDAP (RZM) den einfachen SS-Mitgliedern und den Unterführern ermöglichen konnte, ihre Uniformen über diese zu beziehen. Die Offiziersdienstgrade beschafften sich ihre Uniformen aber weiterhin über private Schneidereien, zumal die Qualität dort besser war.
Seit 1934 wurden auch sogenannte SS-Ehren- und Rangführer berechtigt, diese schwarze Uniform (an sie wurde die neue Uniform bevorzugt ausgegeben!) zu tragen. Sie mussten aber, um von „normalen“ SS-Mitglieder unterschieden zu werden und sofern sie nicht der SS entstammten, besondere Kragenspiegel tragen. Diese sogenannten „SS-Ehren- und Rangführer“ waren Männer, die nach 1934 ehrenhalber von Heinrich Himmler in die SS aufgenommen wurden. Sie waren ursprünglich nicht verpflichtet, der SS aktiv beizutreten, bis 1938 wurden jedoch etwa 99 % von ihnen aktive Angehörige in Himmlers „schwarzem Orden“. Nach 1938 wurde diese Praxis jedoch als zu umständlich aufgegeben und diese Personengruppe trug nun die regulären Uniformen mit den jeweils aktuellen Dienstgradabzeichen. Ein besonderer Ärmelstreifen mit den goldfarbenen Inschriften Ehrenführer bzw. Rangführer auf mattgoldenem Untergrund und der goldgestickten Einfassung wies weiterhin auf die verliehenen Ehren-Ränge hin.
Ab Herbst 1935 war die schwarze Dienstuniform verbindlich für alle SS-Angehörigen vorgeschrieben.
Dienstmütze und Insignien miniatur|SS-Totenkopf, hier Version 2 (1934–1945)