mini|Jean Senebier Jean Senebier (* 25. Mai 1742 in Genf; † 22. Juli 1809 ebenda) war ein Genfer reformierter Pfarrer, Naturforscher und Bibliograph. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“.
Leben Senebier studierte Theologie und wurde 1765 Pfarrer in seiner Vaterstadt. 1769 übernahm er eine Pfarrstelle in Chancy und wurde 1773 Oberbibliothekar der Stadt Genf. Die Revolution in Genf veranlasste ihn, sich in das Waadtland zurückzuziehen, er kehrte 1799 nach Genf zurück.
Senebier begründete seinen Ruf als Naturforscher durch die klassische Preisschrift über naturwissenschaftliche Beobachtungen (1769), die in 3. Auflage als Essai sur l'art d'observer et de faire des expériences (Genf 1802, 3 Bde.) erschien. Danach beschäftigte er sich hauptsächlich mit der Pflanzenphysiologie und bahnte hier einen bedeutenden Fortschritt an, indem er das Prinzip betonte, dass die Ernährungsvorgänge nach den allgemeinen Gesetzen der Chemie beurteilt werden müssten.
1783 wurde er als korrespondierendes Mitglied in die Accademia delle Scienze di Torino aufgenommen; ab 1790 war er auswärtiges Mitglied. 1796 wurde er zum auswärtigen Mitglied der Accademia Nazionale delle Scienze gewählt. Seit 1809 war er korrespondierendes Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften.
Ehrungen Nach Senebier benannt ist die Pflanzengattung Senebiera DC. aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae).
Werke Mémoires physico-chimiques sur l’influence de la lumière solaire pour modifier les êtres des trois règnes de la nature, Genf 1782, 3 Bde. Rapport de l’air atmosphérique avec les êtres organisés, Genf 1807, 3 Bde. Physiologie végétale, Genf 1782–88, 5 Bde. Météorologie pratique, Genf 1810
Für die Encyclopédie méthodique bearbeitete Senebier die Pflanzenphysiologie. Außerdem schrieb er eine Histoire littéraire de Genève (Genf 1786, 3 Bde.) und übersetzte mehrere Werke von Lazzaro Spallanzani.
Weblinks
Digitalisierte Werke von Senebier – SICD der Universitäten von Strasbourg J. Senebier Eintrag bei der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften
Einzelnachweise Lotte Burkhardt 2022: Eine Enzyklopädie zu eponymischen Pflanzennamen: Von Menschen & ihren Pflanzen – Berlin: Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin. – https://doi.org/10.3372/epolist2022, Berlin 2022.
Kategorie:Botaniker (18. Jahrhundert) Kategorie:Reformierter Geistlicher (18. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Accademia Nazionale delle Scienze Kategorie:Mitglied der Accademia delle Scienze di Torino Kategorie:Person des Christentums (Genf) Kategorie:Geboren 1742 Kategorie:Gestorben 1809 Kategorie:Mann