Der Bahnhof Limburg Süd befindet sich im Siedlungsgebiet ICE-Stadt Limburg der Kreisstadt Limburg an der Lahn in Mittelhessen. Er liegt auf Höhe des Streckenkilometers 110,5 der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main. Bei DB InfraGO wird er betrieblich als Limburg (Lahn) Süd bezeichnet. Er ist der einzige Bahnhof in Deutschland, an dem ausschließlich ICE-Züge halten.
Infrastruktur Bahnhofsgebäude mini|Ein ICE 3M durchfährt den Bahnhof Limburg Süd ohne Halt mini|Blick aus dem Führerstand eines in Limburg Süd durchfahrenden ICEs (Fahrtrichtung Köln)
Das 300 Quadratmeter Nutzfläche umfassende Empfangsgebäude liegt direkt an Gleis 1 (Züge Richtung Frankfurt) und beherbergt Wartebänke sowie einen Getränke- und einen Süßwarenautomaten. Öffentliche Toiletten gibt es im Bahnhof selbst nicht, sondern im angrenzenden Parkhaus.
Die 180 m² große Fläche im zweiten Obergeschoss steht seit Eröffnung des Bahnhofs weitgehend leer. Dort sollte eine Leitwarte von DB Energie eingerichtet werden (Stand: Januar 2013).Hans-Peter Günther: . www.mittelhessen.de, 4. Januar 2013.
Das Reisezentrum im Bahnhof wurde Ende 2016 geschlossen. Fahrkarten wurden in einer Bäckerei in einem Container neben dem Empfangsgebäude verkauft, bis diese 2021 ihren Betrieb einstellte.
Bahnanlage Die Bahnanlage ist viergleisig ausgebaut. Die beiden mittleren Gleise dienen als Durchfahrtsgleise und sind in Fester Fahrbahn ausgeführt. Durchfahrende Intercity-Express-Züge können den Bahnhof darauf ohne Geschwindigkeitsverminderung mit bis zu 300 km/h passieren, während haltende Züge über Weichen (Bauform 60-3000/1500/oo-fb) die beiden Außenbahnsteige mit bis zu 100 km/h anfahren können. Eine Brücke, die von beiden Bahnsteigen mit je einer Treppe und einem Aufzug erreicht werden kann, überspannt die Gleisanlage und ermöglicht den Zugang zu Gleis 4 (Züge Richtung Köln).
Die 405 Meter langen und 3,4 Meter breiten Bahnsteige sind auf einer Länge von 300 Metern überdacht.
Eine elf Meter hohe und 36 Meter breite Dachkonstruktion überspannt im Bereich des Empfangsgebäudes alle vier Gleise.Bringfried Belter: Neubaustrecke Köln–Rhein/Main – Wirtschaftsräume verbinden. In: Eisenbahnen in der Region Frankfurt RheinMain. Hestra-Verlag, Darmstadt, 2002, ISBN 3-7771-0304-7, S. 146 f.
Nördlich der Bahnsteiganlage ermöglicht ein Gleiswechsel (zwei Weichen der Bauform 60-2500-1:26,5-fb) den Wechsel vom westlichen in das östliche Richtungsgleis. Zwei Streckenkilometer Richtung Frankfurt (Strecken-Km 113,0), außerhalb des Bahnhofs, ermöglicht die Überleitstelle Lindenholzhausen den Gleiswechsel in nordwestlicher Richtung (). Die Überleitverbindungen (Bauform 60-2500-1:26,5-fb) sind im abzweigenden Strang mit 130 km/h befahrbar. Auch eine Unterzentrale des elektronischen Stellwerks und ein Unterwerk, das auch mit dem öffentlichen Netz verknüpft ist,Argumente und Ansichten. In: Zum Thema. , Ausgabe 3/2001, Juni 2001, S. 12. wurden im Bereich der Station eingerichtet.
Verkehrsanbindung Im Bahnhof Limburg Süd halten nur Züge des Schienenpersonenfernverkehrs. Er ist der einzige Personenbahnhof in Deutschland, der keinen Anschluss an den Schienenpersonennahverkehr besitzt.
Schienenpersonenfernverkehr Der Großteil der über Limburg Süd verkehrenden Züge passiert den Bahnhof ohne Halt. Die einzige ICE-Linie, die regelmäßig in Limburg hält, ist die Linie 49. Sie verbindet im 2-Stunden-Takt Köln mit Frankfurt und hält auf der Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt an allen Bahnhöfen. Zusätzlich gibt es einzelne Züge anderer ICE-Linien, die auch in Limburg halten. Es werden ICE-3-Triebzüge (auch die ICE-3-Baureihen 407 und 408) sowie ICE 4 eingesetzt.
Linie Linienlauf Takt (Dortmund – Bochum –) Essen – Duisburg – Düsseldorf – Siegburg/Bonn – Montabaur – Frankfurt – Aschaffenburg – Würzburg – Nürnberg – München einzelne Züge (Dortmund – Bochum –) Essen – Duisburg – Düsseldorf – Siegburg/Bonn – Montabaur – Frankfurt – Mannheim – Heidelberg – Karlsruhe – Vaihingen – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München-Pasing – München ein Zugpaar (Dortmund – Bochum –) Essen – Duisburg – Düsseldorf – Siegburg/Bonn – Montabaur – Mannheim – Karlsruhe – Offenburg – Freiburg – Basel Bad einzelner Zug Köln – Montabaur – Wiesbaden – Mainz (– Mannheim – Heidelberg – Vaihingen – Stuttgart) einzelne Züge Köln – Siegburg/Bonn – Montabaur – Frankfurt 2-Stunden Takt Aachen – Köln – Siegburg/Bonn – Montabaur – Frankfurt einzelne Züge
Öffentlicher Personennahverkehr mini|Lage des Bahnhofs Limburg Süd und Verkehrsanbindung von Limburg a. d. Lahn
Direkt am Bahnhof Limburg Süd befinden sich eine Bushaltestelle und ein Taxistand. Im Öffentlichen Personennahverkehr ist er durch Linienbusse und Anruf-Sammel-Taxen mit der Stadt Limburg verbunden, u. a. auch vom Bahnhof Limburg (Lahn) in der Innenstadt.
Nach Eröffnung des ICE-Bahnhofs bestand zwischen beiden Bahnhöfen ein auf den ICE-Fahrplan abgestimmter Pendelverkehr mit Bussen, dieser wurde später aber aus Kostengründen eingestellt. Busverbindungen zwischen dem Südbahnhof und der Innenstadt bestehen durch die Buslinien LM-5 (Bahnhof Limburg-Süd – Frankfurter Str./Pallotlinerkloster – Am Meilenstein) und LM-59 (Limburg – Bahnhof Limburg Süd – Eschhofen – Runkel – Seelbach) der Stadtlinie Limburg. Des Weiteren verkehren am Südbahnhof die Buslinien 282 (Limburg (ZOB) – Bahnhof Limburg Süd – Weilburg) sowie die Linie 283 (Limburg (ZOB) – Bahnhof Limburg Süd – Bad Camberg).
In den Abendstunden, außerhalb der Fahrzeiten der Linienbusse, verbinden die Anruf-Sammel-Taxi-Linien der Kreisstadt Limburg den Südbahnhof mit dem Zentrum.
Um das Jahr 2004 nutzten 9,1 Prozent der über den Bahnhof reisenden Berufspendler einen Shuttlebus als Zubringer.Christopher Kleinheitz: Einführungsstrategien für Angebotsverbesserungen im Öffentlichen Verkehr. ksv-Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-940685-07-0, S. 59.
Straßenanbindung Der Bahnhof liegt zwar auf dem Gebiet des Limburger Stadtteils Eschhofen, eine direkte Straßenverbindung nach Eschhofen existiert jedoch nicht.
Unweit des Bahnhofs, nur durch ein Gewerbegebiet getrennt, verläuft die Bundesstraße 8, die von der Limburger Innenstadt kommend weiter durch den Stadtteil Lindenholzhausen und anschließend durch den Taunus nach Frankfurt führt. An der B 8 befindet sich die Anschlussstelle Limburg-Süd der A 3.
Parken Neben dem Empfangsgebäude liegt ein Parkplatz mit 306 Stellplätzen. Für Langzeitparker hat dieser gesondert ausgewiesene Stellplätze. Ein Parkhaus mit 573 PKW- und 18 Fahrradstellplätzen für Berufspendler steht ebenfalls in unmittelbarer Nähe.Station Limburg Süd (P+R Parkplätze: 2) Parkplatzinformationen Nach 19 Monaten Bauzeit wurde das Parkhaus mit sechs Ebenen, Stromtankstelle und Toilettenanlage im September 2011 eröffnet. Im Parkhaus befindet sich zudem ein Motorradparkplatz, Fahrradboxen sowie eine Fahrradabstellanlage. Das Parkhaus ist barrierefrei und verfügt auch über Aufzüge, welche zu den Parkdecks führen. Die beiden Zugänge ins Parkhaus, von der Londoner Straße sowie vom Bahnsteig 1 kommend, sind ebenerdig begehbar.
Zur Inbetriebnahme des Bahnhofs standen rund 300 Parkplätze zur Verfügung.Hochgeschwindigkeitsstrecke Köln – Rhein/Main. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/2002, , S. 456–459. Zwischen der Stadt Limburg und der Deutschen Bahn laufen derzeit Verhandlungen über das Einrichten weiterer Stellplätze für Fernreisende.
Auf dem Bahnhofsvorplatz befindet sich zudem eine Bike-and-Ride-Anlage.
Fernbusverkehr Seit dem 14. Mai 2015 bieten die Fernbusanbieter OneBus und FlixBus Verbindungen nach Aachen, Bonn, Frankfurt am Main, Heidelberg, Heilbronn, Flughafen Köln/Bonn, Stuttgart Flughafen sowie Tübingen von einer Bushaltestelle in der nahegelegenen Kopenhagener Straße an.
Geschichte Hintergrund mini|Blick auf die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main, Fahrtrichtung Köln, vom Bahnhof Limburg Süd
Bereits die in den 1970er Jahren geplante Neubaustrecke Köln–Groß-Gerau sah in ihrer rechtsrheinischen Trassenvariante einen Bahnhof zwischen Limburg und Diez vor. Südlich der Lahn, westlich des bestehenden Bahnhofs und quer zur Lahntalbahn liegend, sollten hier die Bestandsstrecke aus Richtung Wetzlar in Richtung Köln sowie aus Richtung Niederlahnstein in Richtung Rhein/Main verknüpft werden. Die viergleisige Anlage sollte neben den beiden durchgehenden Streckengleisen zwei Bahnsteiggleise mit Außenbahnsteigen sowie einen doppelten Gleiswechsel (je vier Weichen) in beiden Bahnhofsköpfen erhalten. Der Anlage wurde eine „überwiegend regionale Bedeutung“ zugesprochen, womit „nur eine begrenzte Zahl von Zughalten“ gerechtfertigt sei.Raimund Berg: Probleme einer Eisenbahnverbindung für hohe Geschwindigkeiten zwischen den Ballungsräumen Rhein-Ruhr und Rhein-Main. In: Eisenbahntechnische Rundschau. 25, Nr. 12, 1976, , S. 738–744.
Nach Abschluss des Linienbestimmungsverfahrens beschloss das Bundeskabinett auf Vorschlag des Verkehrsministers am 20. Dezember 1989 die heutige Linienführung der Schnellfahrstrecke entlang der Bundesautobahn 3. Dabei wurde u. a. auch ein Halt im Raum Limburg beschlossen.Walter Engels, Wilfried Zieße: Die Neubaustrecke Köln–Rhein/Main – eine Zwischenbilanz. In: Die Bundesbahn 10/1991, S. 965–975, . Trassierungsvarianten durch das Rheintal waren damit endgültig vom Tisch. Das Land Hessen hielt, wie Rheinland-Pfalz mit Montabaur, an einem Bahnhof im Landesgebiet fest. In einer Vereinbarung von März 1990 stellten die Ministerpräsidenten der beiden Länder sowie der Bundesverkehrsminister darüber hinaus einvernehmlich fest, „dass ein Halt im Raum Limburg unverzichtbar“Der ICE als Pendler- und Vorortzug? Die ICE-Bahnhöfe Montabaur und Limburg – Impulse für Wohnstandortwahl, Wohnsiedlungsentwicklung und berufliche Mobilität. Diplomarbeit von Nina Demuth an der Universität Trier, September 2004, S. 68. sei.
Variantendiskussion Eine Vereinbarung zwischen dem Bund, den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz und der Deutschen Bundesbahn geschlossenen Vereinbarung wurden insgesamt vier mögliche Standorte für Bahnhöfe im Raum Montabaur/Diez/Limburg untersucht. Davon lagen drei Varianten im Raum Limburg:
Errichtung eines Bahnhofs Limburg-Staffel, in Verbindung mit einem Bahnhof in Montabaur, beide Bahnhöfe lagen an der Bahnstrecke Limburg-Staffel–Siershahn (heute auch „Unterwesterwaldbahn“ genannt). Der zusätzliche Halt in Montabaur sollte eine nur bei dieser Variante nicht mögliche Verknüpfung zur Lahntalbahn kompensieren, die vor allem vom Land Hessen und den Körperschaften im Raum Limburg/Gießen gefordert wurde. Stattdessen sollte der Raum Koblenz über den Bahnhof Montabaur per Pkw angebunden werden (Autobahndreieck Dernbach, Anschlussstelle Montabaur). Der alte Bahnhof Montabaur bot ferner über die Unterwesterwaldbahn die Möglichkeit eines Anschlusses nach Siershahn. Die Kosten für diese Variante wurden 1991 auf 30 Millionen D-Mark geschätzt. Diskutiert wurde auch die Errichtung eines Bahnhofs in Limburg-Eschhofen. Zwischen Lahntalbahn und Neubaustrecke wäre dabei von umsteigenden Fahrgästen eine Höhendifferenz von etwa 40 Metern zu überwinden gewesen. Die Stadt Limburg sah in dieser Variante die besten Möglichkeiten zur Verknüpfung mit dem Straßennetz der Gemeinde sowie für die Stadtentwicklung. Die geschätzten Kosten lagen bei 90 Millionen D-Mark (Preisstand 1991).