mini|hochkant|Pheme bzw. Fama der Dresdner Kunstakademie
Paul Adrian Rinckleben (* 1841 in Mücheln; † 13. September 1906 in DresdenStadtarchiv Dresden, Standesamt Dresden VI, Sterbe-Neben-Register 1906, Nr. 454.) war ein deutscher Bildhauer und Kupfertreiber.
Leben und Wirken Rinckleben trat 1865 als Gehilfe in die Bildgießerei von Georg Ferdinand Howaldt in Braunschweig ein. Im Jahre 1883 übernahm Hermann Heinrich Howaldt die Leitung der Gießerei. Als der Vater im Dezember 1891 bei der Ausführung der Fama für die Dresdner Kunstakademie einen tödlichen Unfall erlitt, war dessen Sohn Ferdinand Adolf jedoch noch in der Ausbildung zum Erzgießer.
So ist es dem langjährigen Angestellten und Bildhauer Paul Rinckleben hoch anzurechnen, dass er die Bildgießerei zum 1. Januar 1892 als Pächter übernahm, zunächst die begonnenen Arbeiten zu Ende bearbeitete und vorliegende Aufträge eigenständig weiter führte.
Die Auftragslage war für das Braunschweiger Unternehmen zum Ende des 19. Jahrhunderts günstig, da in diese Zeit die Errichtung wilhelminischer Monumentaldenkmäler fiel, die teilweise nur in der sehr geräumigen Howaldt’schen Werkstatt in Braunschweig gefertigt werden konnten.
Rinckleben war jedoch in erster Linie Künstler; er war kein Kaufmann! So stellten sich Anfang des 20. Jahrhunderts finanzielle Engpässe ein, die zunächst 1903 durch den Eintritt als Mitgesellschafter und die Einlage von Hermanns Sohn Ferdinand Adolf Howaldt gemildert werden konnten. Im Jahr 1906 trat dennoch der Konkurs ein, an dem Rinckleben zerbrach. Er verstarb wenig später.
Das Werkstattgebäude wurde 1912 von der Schlaraffia erworben und wird heute noch als Vereinsheim, die sogenannte Okerburg, genutzt.
Werke miniatur|Die 1905 in Braunschweig errichtete „Okerburg“. Werkstatt und Gießhaus von Ferdinand Adolf Howaldt und Paul Rinckleben. Fertigstellung der Fama für die Kuppel der Kunstakademie in Dresden, 1891, sowie der Statuen des Eros und des Phantasus, 1894, alle nach einem Entwurf von Robert Henze Wettinsäule für Dresden, 1895 germanische Krieger (Allegorie „Wehrkraft“) nach dem Entwurf von Emil Hundrieser für das Kyffhäuserdenkmal, 1896 Ludwig-Richter-Denkmal nach einem Entwurf von Eugen Kircheisen für Dresden, 1898 Bismarck-Denkmal nach einem Entwurf von Carl Friedrich Echtermeier für Magdeburg, 1897 Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck in Koblenz nach einem Entwurf von Emil Hundrieser, 1897 Denkmal Herzog Wilhelm für Blankenburg (Harz), vor dem Kleinen Schloss, 1909 Denkmal Carl Leberecht Immermann nach einem Entwurf von Carl Echtermeier vor dem Stadttheater Magdeburg, 1898 die Kolossalfiguren Gnade und Wahrheit für den Berliner Dom, 1900 Löwen nach einem Entwurf von Ernst Müller für die Kaiser-Wilhelm-Brücke in Braunschweig, 1902 Denkmal Johannes Bugenhagen nach einem Entwurf von Carl Echtermeier für Braunschweig, 1902 Statue des Merkur für das Tietz’sche Kaufhaus in Berlin, 1903 Reiterstandbild Herzog Wilhelm von Braunschweig nach einem Entwurf von Ludwig Manzel für Braunschweig, 1904 Vier Soldaten für die Fallerslebertor-Brücke in Braunschweig
Literatur Hermann Kindt: Georg Howaldt und seine Werkstatt. In: Braunschweiger Kalender 1957, S. 35–40
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Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Braunschweig) Kategorie:Geboren 1841 Kategorie:Gestorben 1906 Kategorie:Mann